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Die Erfindung betrifft ein gewölbeartiges Tragwerk, insbesondere für in Schüttungen, Hinterfüllungen u. dgl. anzuordnende Durchlässe, Unterführungen od. dgl. Bauwerke, bestehend aus einer Vielzahl mit jeweils einander zugewendeten Kanten verlegter und gegeneinander zu einem Gewölbe abgestützter, vorzugsweise plattenförmiger Fertigteile, insbesondere Betonfertigteile, und aus zu beiden Seiten angeordneten Widerlagern, auf denen die im Verband randseitigen Fertigteile aufruhen.
Bei vorbekannten Tragwerken dieser Gattung, wie sie beispielsweise aus der österr. Patentschrift Nr. 278324 bekanntgeworden sind, mussten aus den Fertigteilen ausragende Enden der Armierungen miteinander verschweisst werden, was mit einem erheblichen Zeit- und Arbeitsaufwand verknüpft war. Da eine solche Verschweissung der Armierungen keine ausreichende Steifigkeit ergibt, eine solche Steifigkeit vielmehr erst durch das Aufbringen einer erhärtenden Füllmasse erzielt werden kann, musste bis zum Aufbringen dieser Füllmasse ein Lehrgerüst angeordnet werden, um die Fertigteile nicht nur während der Herstellung der Schweissverbindungen, sondern auch noch bis zum Erhärten der Füllmasse in ihrer Soll-Lage festzuhalten.
Die Anfertigung dieses Lehrgerüstes, das sehr massgenau und solide sein muss, um die gestellten Anforderungen zu befriedigen, verteuerte die Herstellung des Tragwerkes zusätzlich.
Ziel der Erfindung ist eine Vereinfachung dieser Herstellung und damit eine Verbilligung des Tragwerkes, insbesondere eine Verringerung des mit der Herstellung verbundenen Zeit-, Mühe- und Kostenaufwandes.
Ausgehend von einem gewölbeartigen Tragwerk der eingangs bezeichneten Gattung ist erfindungsgemäss vorgesehen, dass die jeweils in tangentialer Richtung benachbarten Fertigteile mittels winkelsteifer Kupplungsstücke miteinander verbunden sind.
Diese erfindungsgemässe Lösung erbringt unter anderem den Vorteil, dass die Form, d. h. die Krümmung und der Verlauf der Stützlinie, des Gewölbes allein schon durch die Wahl der Kupplungsstücke festgelegt werden kann, so dass sich ein Lehrgerüst völlig erübrigt, wenn man die tangential benachbarten Fertigteile schrittweise fortschreitend zu einem Verband zusammenfügt. Die Verwendung der winkelsteifen Kupplungsstücke gewährleistet zwangsläufig und ohne weiteres Zutun die Formtreue des Gewölbeverbandes, u. zw. ohne nennenswerten Aufwand an Zeit und Geschicklichkeit.
Es sind zwar aus der deutschen Offenlegungsschrift 1484203 zur Verbindung benachbarter Stahlbetonfertigteile Laschen bekanntgeworden, welche diese Fertigteile winkelsteif so lange miteinander verbinden, bis ein in die Stossfuge eingebrachter Füllbeton im Verein mit aus den Fertigteilen ausragenden Armierungsteilen für die winkelsteife dauernde Verbindung der Fertigteile sorgt. Diese Laschen müssen aber naturgemäss als flächige Verbindungselemente seitlich an den Fertigteilen befestigt werden ; sie werden-nach Fertigstellung der Verbindung durch den Füllbeton-wieder abgenommen.
Für die Herstellung eines Tragwerkes der obenbezeichneten Gattung, das aus einer Vielzahl vorzugsweise plattenförmiger Fertigteile besteht, die sich mit ihren jeweils einander zugewendeten Kanten gegeneinander zu einem Gewölbe abstützen, wären solche seitlich anzubringende Laschen begreiflicherweise von vornherein völlig ungeeignet, weil für solche Laschen in einem solchen Fertigteilverband kein Raum vorhanden ist.
Gegenüber andern vorbekannten Tragwerken, bei denen die Winkelsteifigkeit der Fertigteilverbindungen sich erst durch den Verguss mit einem Füllbeton ergibt, so etwa gegenüber einem Tragwerk mit Fertigteilverbindungen, wie sie in der österr. Patentschrift Nr. 273457 beschrieben sind, unterscheidet sich der Erfindungsgegenstand primär dadurch, dass die erfindungsgemässen Kupplungsstücke selbst winkelsteif sind und dem Fertigteilverband dadurch eine bestimmte, vorgewählte Gewölbeform gewissermassen aufzwingen.
Daraus ergibt sich der für die Praxis ausserordentlich wertvolle Vorteil, dass zur Herstellung von Tragwerken verschiedener Gewölbeform zu gleichen Fertigteilen passende Kupplungsstücke mit verschiedenen Winkeln vorgesehen sein können.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand eines schematisch veranschaulichten Ausführungsbeispieles erläutert. Die Fig. l dieser Zeichnungen zeigt schematisch ein nach der Erfindung hergestelltes Tragwerk im
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Ein gewölbeartiges Tragwerk für einen beispielsweise in einer Dammschüttung--l--angeordneten Durchlass--2--ist aus einer Vielzahl von mit jeweils einander gegenüberliegenden Kanten zueinanderweisend verlegten und zu einem Gewölbe gegeneinander druckfest abgestützten plattenförmigen Fertigteilen-3-
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sind zur mittelbaren Verbindung die aus den Fig. 3 und 4 einzeln ersichtlichen Kupplungsstücke-5- vorgesehen ; in der Fig. 1 sind diese Kupplungsstücke --5-- der Vereinfachung halber nicht dargestellt.
Die einander zugewendeten Kanten der plattenförmigen Fertigteile-3-, die senkrecht zur Stützlinie des Gewölbes verlaufen, können gegebenenfalls eine der Wölbung entsprechende Abschrägung aufweisen, um näher aneinanderrücken zu können und die Stossfugen kleiner werden zu lassen.
Zur Verbindung der Fertigteile --3-- mittels der von Winkelstäben gebildeten Kupplungsstücke --5-- sind diese Fertigteile --3-- an ihrer der Dammschüttung-l-zugewendeten Aussenseite (Oberseite) mit
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Verbindungsorganen, u. zw. mit paarweise angeordneten, zur Stützlinie des Gewölbes parallel verlaufenden Rippen - versehen. Die Winkelstäbe--5--sind zwischen die jeweils paarweise angeordneten Rippen--6-- einlegbar und werden vermittels Bolzenpaaren--7-mit diesen Leisten biegesteif verbunden.
Solcherart erfolgt die Verbindung der Fertigteile --4-- untereinander mittels der winkelsteifen Kupplungsstücke --5-- gleichfalls winkelsteif in einer der jeweils gewünschten Form und Krümmung des herzustellenden Gewölbes
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und wahlweise gegeneinander austauschbar sind.
Die plattenförmigen Fertigteile --3-- weisen eine Länge auf, die dem Mehrfachen, vorzugsweise etwa dem Dreifachen, der in Gewölbedruckrichtung gemessenen Breite entspricht. Dadurch können die zur
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Gemäss dieser aus der Fig. 2 ersichtlichen Anordnung weisen die an der Aussenseite der Fertigteile--S-- angeordneten und zur Verbindung mit den Kupplungsstücken-5-dienenden Rippen--6--von den ihnen jeweils nächstbenachbarten Stirnseiten (Schmalseiten) der Fertigteile einen Abstand auf, der halb so gross ist wie der der halben Länge der Fertigteile entsprechende Abstand dieser Rippen--6--voneinander. Somit können die im Verband benachbarten Fertigteile--3--in Längsrichtung des Durchlasses od. dgl. Tragwerkes um diesen Abstand, also beim dargestellten Ausführungsbeispiel um die halbe Länge der Fertigteile--3--, gegeneinander versetzt verlegt werden, wie dies die Fig. 2 zeigt.
Die Herstellung eines Tragwerkes, z. B. eines Durchlasses, erfolgt im Rahmen der Erfindung derart, dass zunächst eine Anzahl von Fertigteilen --3-- mittels der Kupplungsstücke --5-- winkelsteif zu einem Gewölbe miteinander verbunden wird, dass jener Rand dieses Fertigteilverbandes dem schrittweise neue Fertigteile hinzugefügt werden, gleichzeitig mit der Herstellung der Verbindungen zwischen diesen Fertigteilen schrittweise angehoben wird, bis das aus dem vervollständigten Verband bestehende gewölbte Tragwerk bzw. ein gewölbter Tragwerks-Teil schliesslich seine endgültige Soll-Lage erreicht hat, und dass sodann die Beschüttung,
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noch freie Oberseite des Tragwerkes eine der Füllung, Abdichtung, Abschirmung und/oder Verkittung der Fugen des Verbandes sowie der Verbindungs-und Kupplungsorgane--5 bzw.
6--dienende Schicht einer erhärtenden Vergussmasse aufzubringen. Diese Schicht kann zweckmässigerweise aus einer Kunststoffmasse, etwa einem Kunststoffmörtel, bestehen. Die Stossfugen der Fertigteile sind, um ein Durchrinnen dieser Masse zu verhindern, vorher im Bereich ihrer Unterseite, z. B. mittels eingelegter selbstdichtender Dichtungsstreifen, abzudichten und abzuschliessen.
Selbstverständlich sind im Rahmen der Erfindung mannigfache Abwandlungen der oben erläuterten und dargestellten Details möglich ; insbesondere hinsichtlich der Ausbildung der Kupplungs- und Verbindungsorgane stehen im Rahmen der Erfindung überaus zahlreiche Variationsmöglichkeiten offen ohne vom Grundgedanken der Erfindung abzuweichen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Gewölbeartiges Tragwerk, insbesondere für in Schüttungen, Hinterfüllungen u. dgl., anzuordnende Durchlässe, Unterführungen od. dgl. Bauwerke, bestehend aus einer Vielzahl mit jeweils einander zugewendeten Kanten verlegter und gegeneinander zu einem Gewölbe abgestützter, vorzugsweise plattenförmiger Fertigteile, insbesondere Betonfertigteile, und aus zu beiden Seiten angeordneten Widerlagern, auf denen die im Verband
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