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Die Erfindung bezieht sich auf eine Giessvorrichtung zum kontinuierlichen Herstellen von Strängen aus ausreagierbaren Kunststoffgemischen mit einander gegenüberliegenden, sich selbsttätig schliessende und öffnende Formen bildenden endlosen Wanderformketten, welche insbesondere zur Herstellung von Profilen oder Stangen dienen, wobei diese Stangen und Profile auch mit einer Einlage, z. B. einer Seele, versehen sein können. Es ist bereits bekannt, Profile und Stangen nach dem Strangpressverfahren aus Thermoplasten und Elastomeren herzustellen. Diesen bekannten Verfahren ist eigentümlich, dass man von hochviskosem Werkstoff ausgehen muss bzw. dass diese Werkstoffe in diesem hochviskosen Zustand verarbeitet werden müssen. Es ist auch bekannt, nach
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einem Lackauftrag versehen werden.
Es ist aber nicht ohne weiteres möglich, aus einem niedrigviskosen Werkstoff Stränge, wie Stangen bzw.
Profile auf wirtschaftliche Weise herzustellen, weil der sich im flüssigen Zustand befindliche Grundwerkstoff erhärten muss. Es ist also eine Form besonderer Ausführung erforderlich.
Es ist zwar bereits bekanntgeworden, Dichtungsstreifen, z. B. für Kühlschranktüren, Fenster u. dgl. aus Polyurethanschaum herzustellen, wobei ein oder mehrere endlose Bänder zur Bildung einer Form zusammengeführt werden oder eine endlose, in der Längsrichtung geschlitzte Form verwendet wird, in welche das ausreagierbare Gemisch nach der Öffnung des Schlitzes eingebracht wird und dieses nach Schliessung der Form aufschäumen kann. Durch das Aufsteigen des ausreagierbaren Gemisches bei der Schaumbildung wird die waagrecht liegende Form ausgefüllt. Dies ist jedoch nicht möglich, wenn ein Aufschäumen nicht stattfindet.
Diese Nachteile werden bei einer Giessvorrichtung zum kontinuierlichen Herstellen von Strängen aus
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senkrecht angeordnet sind.
Durch die erfindungsgemässe Anordnung wird mit Sicherheit gewährleistet, dass die Form von dem niedrigviskosen Werkstoff ausgefüllt wird.
Die Erfindung wird an Hand des in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen : Fig. l und 2 Anordnungen für die Wanderformketten, Fig. 3 und 4 Einzelheiten der Formen, Fig. 5 eine Wanderformkette mit nur einem endlosen Band, Fig. 6, 7 und 8 Einzelheiten der Formhälften und Fig. 9 eine Schliesseinrichtung für die Wanderformkette.
Wie aus Fig. 1 und 2 hervorgeht, sind zwei Formteilketten--110, 112--vorgesehen, welche aus einer Reihe von später noch näher erläuterten Formen--114--bestehen. Diese Formteilketten werden über obere
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zueinander bewegt werden.
Die Formen--114--bestehen, wie näher aus den Fig. 3 und 4 hervorgeht, aus zwei spiegelbildlich ausgeführten Formhälften --124, 126--, welche mit Ausnehmungen --128-- versehen sind, derart, dass die einander gegenüberliegenden Ausnehmungen --128-- der Formhälften --124,126-- sich zum Querschnitt --130-- des Stranges ergänzen. Wie insbesondere aus der Fig. 4 hervorgeht, sind die Formhälften
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Um zu gewährleisten, dass die Ausnehmungen --128-- der einander gegenüberliegenden Formhälften --124- einwandfrei aneinander liegen, sind Erhöhungen --134,136-- und Vertiefungen --138,140-vorgesehen.
Damit die Formen--114--bei der Bildung des Stranges--50--dicht aneinander anliegen, werden die Wanderformketten --110,112-- zwischen Rollenbahnen --142,144-- geführt. Diese Rollenbahnen bestehen aus seitlichen Schienen-146-, in welchen die Rollen-148--, welche die Formhälften-124, 126- zusammendrücken, in Lagern --150-- gehalten sind.
Wie aus den Fig. l und 2 hervorgeht, wird in die gerade geschlossene Form mittels der Düsen --22-- das Reaktionsgemisch eingeführt, wobei in die Stränge --84-- auch ein oder mehrere Drähte, Seile--102-- od. dgl. eingeführt werden können, welche von Trommeln --100-- abgewickelt und über eine Umlenkrolle --104- geführt werden.
Die Stränge --84-- werden den Hohlräumen der Wanderformketten--110, 112-an den
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einen Motor--30--angetrieben.
Eine weitere Ausführungsform der Erfindung zeigen die Fig. 5 bis 9. Hiebei wird nur eine einzige Formteilkette bzw. ein einziges Formteilband angewendet. Die Formteile bzw. Kluppen bestehen, wie insbesondere aus Fig. 6 bis 8 hervorgeht, aus einer Tragplatte-152-, welche, wie insbesondere aus Fig. 8 hervorgeht, über Scharniere--154--miteinander verbunden sind, derart, dass eine endlose Kette entsteht.
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Die Tragplatte ist mit zwei Ansätzen --156-- versehen, in welchen eine Scharnierwelle--158-- gehalten ist. Die Scharnierwelle--158--dient zur Aufnahme der Scharnieransätze--160--der beiden Formhälften--162--. Sie sind so ausgebildet, dass sie in geschlossenem Zustand (Fig. 6) das Profil des Stranges --50-- ergeben.
Die so gebildete Wanderformkette-164--, die ein endloses Band darstellt, wird über die Umlenkräder --166, 168--geführt, wobei vorteilhaft das untere Umlenkrad--168--angetrieben wird (nicht dargestellt).
Wie insbesondere Fig. 6 zeigt, sind die beiden Formhälften --162-- über Federn mit der Tragplatte - -152-- verbunden.
Die Federn --170-- bewirken, dass die Formhälften --162-- normalerweise geöffnet sind. Sie werden in diesem Zustand über die Umlenkräder --166,168-- geführt. Zur Schliessung der Formen, insbesondere der Formhälften-162-, sind Schlie#einrichtungen --172-- vorgesehen. Sie bestehen, wie Fig. 9 zeigt, aus
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mit einem Druckmittel gespeist werden. Die Zuführung erfolgt über zwei Ventile-178, 180--, welche vorteilhaft elektromagnetisch betätigt werden. Die Einschaltung des Schlie#ventils --180-- geschieht über den Schalter-182--, der über die Nocken --184-- betätigt wird, wenn sich dieser in der mit-184'bezeichneten Stellung befindet.
Dadurch werden die Kolben--186--in Richtung der Pfeile--188-- bewegt, so dass die Formhälften --162-- in die Schliessstellung bewegt und so gehalten werden.
Die teilweise Schliessung der Formhälften-162-ist in Fig. 9 angedeutet. Die Schliesseinrichtung ist mit
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von Gleitrollen--192-entgegen- 180-geöffnet, so dass die Luft vor dem Kolben --186-- aus dem Entlüftungsrohr --196-- entweichen kann, während gleichzeitig das Öffnungsventil--198--, welches elektromagnetisch betätigt wird, über den Schaltkontakt--200--erregt wird. Der Schaltkontakt--200--wird über den Nocken--184--, wie Fig. 7 zeigt, betätigt.
Ähnlich wie in Verbindung mit den Fig. l bis 4 beschrieben, ist eine Düse --22-- vorgesehen, welche über einen Mischkopf--24-mit einem Komponentengemisch aus den Zuleitungen 28--versorgt
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--30-- angetrieben--162-- gerade geschlossen werden.
Praktisch erfolgt dies derart, dass der Flüssigkeitsspiegel in der unter der Form--202--liegenden Form --204-- gehalten wird.
Der Strang--50--kann, wie Fig. 5 zeigt, ebenfalls mit einer Seele--62--versehen werden, welche von einer Trommel--58--angezogen und über eine Umlenkrolle --60-- geführt wird.
Zur Beschleunigung der Reaktion der miteinander reagierenden Komponenten des Strangmaterials und zur Erzielung einer Verringerung des Umfanges der Einrichtung werden die Formen zweckmässig erwärmt. Dies kann durch Infrarotbestrahlung, durch Heissluft oder durch induktive Erwärmung vollzogen werden.
Je nach den Eigenschaften des angewendeten Reaktionsmittels und dem für die Formen angewendeten Werkstoff, kann die Möglichkeit des Klebens bzw. Haftens des Reaktionsgemisches an der Formwandung auftreten. Um einer solchen Haftung vorzubeugen, wird die elastische Form, insbesondere die formbildende Oberfläche mit einer Antihaftschicht, zweckmässig auf Silikongrundlage, versehen. Der Strang erhält auf diese Weise die gewünschte Form und es wird ein leichtes Ablösen des Stranges von der Form erreicht.
An Stelle der Anwendung einer Antihaftschicht kann auch der Grundwerkstoff der elastischen Form aus einem Werkstoff bestehen, der antihaftende Eigenschaften aufweist, z. B. Silikongummi.
Für die Herstellung der Stränge können Reaktionsgemische jeder Art Anwendung finden. Als besonders vorteilhaft haben sich Polyisocyanate einerseits und Polyhydroxylverbindungen auf der Grundlage von Polyestern oder Polyäthern anderseits als Reaktionsgemisch erwiesen. Als Aktivatoren können in an sich bekannter Weise
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Stabilisatoren und Dispergiermitteln angewendet werden.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung ermöglicht es, auf einfache Weise einzelne Stränge herzustellen, die beispielsweise als Dichtungsstreifen, als elastische Schnüre u. dgl. Anwendung finden können. Stränge, welche mit einer Seele versehen sind, stellen beispielsweise eine Verstärkung und einen Schutz der Seele dar. Die Überzüge können aber auch, beispielsweise wenn sie auf Stangen, Rohren od. dgl. aus Metall aufgebracht sind, als Stossschutz und abiiebfester Korrosionsschutz Anwendung finden.
Darüber hinaus lassen sich mit der erfindungsgemässen Giessvorrichtung aber auch elektrische Kabel und Leitungen herstellen, wobei es möglich ist, eine Anzahl solcher mit einer elektrisch leitenden Seele versehenen Stränge zu verseilen und in diesem Zustand wieder mit einer gemeinsamen Umhüllung zu versehen, welche die einzelnen Stränge zusammenhält. Hiebei besteht der besondere Vorteil, dass infolge der senkrechten Anordnung der Wanderformketten alle Hohlräume
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von dem niedrig viskosen Werkstoff ausgefüllt werden, so dass sich bei einem so ausgebildeten Kabel keine Korrosionserscheinungen bemerkbar machen.