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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum kontinuierlichen Herstellen von Schlauchfilzen, die zwei im Abstand zueinander angeordnete parallel verlaufende Walzen aufweist, die an einem Rahmen befestigt sind, und bei der ein Nadelgerät vorgesehen ist.
Bisher waren Schlauchfilze nur als Web-oder WalkBlze aus Wolle oder wollhaltigen Mischungen bekannt.
Derartige Filze finden als Walzenbezüge in der Papierindustrie, bei Gerbereimaschinen, als Filter für flüssige oder gasförmige Medien od. dgl. Verwendung. Die Herstellung derartiger Schläuche erfolgte bisher nach umständlichen
Verfahren. Ein den bisher bekannten Schlauchülzen anhaftender erheblicher Nachteil besteht darin, dass als filzbare Faser Wolle beigemischt werden muss, die gegen Alkalien, Säuren od. dgl. nicht beständig ist.
Die Erfindung hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Vorrichtung zu schaffen, mit der Fasern aller Art, beispielsweise synthetische Fasern neben Wolle, Metall-, Glas- und Asbestfasern oder auch Fasermischungen auf rationelle Weise und mit grosser Gleichmässigkeit zu endlosen Schlauchfilzgebilden mit vorher bestimmbaren
Durchmessern und genau einregulierbaren Wandstärken verformt werden können.
Erreicht wird dieses Ziel, ausgehend von einer Vorrichtung der eingangs genannten Art dadurch, dass die eine Walze mit Rillen versehen ist und in Abzugsrichtung eine geringe Koinzität aufweist, dass die zweite Walze in ihrem Abstand zur ersten Walze verstellbar ist, während bei der Rillenwalze das Nadelgerät angeordnet ist, dass der Rahmen für das Durchführen des fertigen Schlauchfilzes mit einer Öffnung versehen ist, und dass der
Schlauchfilz über eine mit regelbarer Abzugsgeschwindigkeit arbeitende Abzugsvorrichtung auf eine
Aufwickelrolle aufwickelbar ist.
Die mit einer erfindungsgemässen Vorrichtung hergestellten Schlauchfilze können aus thermoplastischen
Fasern jeglicher Art oder aus Mischungen derartiger Fasern bestehen. Diese Schlauchfilze, die beispielsweise aus
Polyestern, Polyamiden, Polypropolen, Acrylverbindungen, Mischpolymerisaten od. dgl. hergestellt werden können, werden anschliessend zur Erhöhung ihrer Festigkeit bzw. zur Erzielung eines homogenen Gefüges einer thermischen Behandlung unterzogen. Die thermische Behandlung dieser Schlauchgebilde kann dabei in der Weise erfolgen, dass die Wärmequelle von aussen, von innen oder auch von beiden Seiten einwirken gelassen wird. Auf diese Weise entsteht ein homogenes Gebilde, dessen Kapillarstruktur gesteuert werden kann.
Es können auch Schläuche aus thermoplastischen Materialien hergestellt werden, die ausserdem eines oder mehrere der in der Textilverbundstoffmdustrie in üblicher Weise eingesetzten Bindemittel enthalten. Von diesen
Bindemitteln seien Elastoplaste (Natur- oder Kunstkautschuke), Thermoplaste und Duroplaste (Pheno- und Aminoplaste) erwähnt. Die Bindemittel können trocken (thermoplastische Pulver oder thermoplastische Fasern) oder in flüssiger, gelöster (beispielsweise Stärke und Stärkeäther oder-ester, Leimsubstanzen tierischen oder pflanzlichen Ursprungs, Alginate, Kaseinate, Cellulose-Derivate wie Celluloseester, Celluloseäther, Viskose, Polyvinylalkohole od. dgl. in Wasser) oder in dispergierter Form (in Wasser dispergierte Elastoplaste und Thermoplaste) verwendet werden.
Von den Elastoplasten seien als wichtigste Vertreter synthetische Kautschuk-Latices auf Butadien-Styrol-Basis, synthetische Kautschuk-Latices auf Butadien-Acrylnitril-Basis oder Naturkautschuk-Latices erwähnt. Die genannten Elastoplaste werden durch Erhitzen in einen gehärteten Zustand überführt. Auf diese Weise ist es möglich, Filter herzustellen, welche in ihrer Wirkung progressiv sind. Je nachdem, ob die Wärmequelle von der Aussenseite oder von der Innenseite her einwirken gelassen wird, entsteht eine Bindemittelwanderung zur Wärmequelle, welche die Kapillarstruktur des Filters verändert. Diese Tatsache ist dort von Bedeutung, wo die zu filtrierende Flüssigkeit von aussen bzw. von innen zufliesst.
Von den thermoplastischen Bindemitteln seien vor allem wässerige Dispersionen von Acrylester-Mischpolymerisaten erwähnt. Ausserdem kommen als thermoplastische Bindemittel wässerige Dispersionen von plastifizierten Vinylpolymerisaten, wie Vinylacetat, Polyvinylchlorid oder deren Mischpolymerisaten in Frage.
Eine erfindungsgemässe Bauform sieht weiters vor, dass über und unter der Rillenwalze je ein Nadelgerät angeordnet ist.
Man kann die Vorrichtung erfindungsgemäss auch so ausgestalten, dass die Abzugsvorrichtung auf einem höhen- und seitenverstellbaren Tisch angeordnet sind, auf dem in einem Abstand kreisringförmige Ständer angebracht sind, wobei zwischen den Ständern eine auf Rollen gelagerte Ringscheibe vorgesehen ist, die über einen Keilriemen und einen Motor antreibbar ist, während auf der Innenfläche der Scheibe ein auf einer Welle angeordnetes durch Rollreibung angetriebenes Gummirad vorgesehen ist, und dass die Welle an ihrem andern Ende zum Antrieb von Abzugswalzen mit einer Schnecke versehen ist.
Eine andere erfindungsgemässe Bauform sieht vor, dass die Abzugswalzen die Welle mit der Schnecke und dem Gummirad, sowie die Aufwickelrolle mit einem zwischen den Abzugswalzen und dem benachbarten Ständer angeordneten Zahnrad formschlüssig verbunden sind, dessen Achse in gleicher Höhe mit der Achse der Scheibe liegt, wobei das Zahnrad mit Hilfe von auf Armen angeordneten Keilrollen in dem benachbarten Ständer gelagert ist und über einen Motor antreibbar ist.
In manchen Fällen ist es vorteilhaft, den Filzschlauch nicht als Ballen vorliegen zu haben, sondern ihn gleich in einzelne Stücke zu schneiden. Dabei wird eine Abzugsvorrichtung vorgeschlagen, die dadurch gekennzeichnet ist, dass ein Tischgestell vorgesehen ist, das beidseitig in Abzugsrichtung verlaufende Schienen aufweist, in denen eine Platte zur Aufnahme der Abzugsvorrichtung geführt ist, wobei an beiden Seiten des
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Tischgestells mit Hilfe eines Motors und eines stufenlos verstellbaren Getriebes antreibbare Kettentriebe angeordnet sind, an denen die Platte mittels Mitnehmer befestigt ist, und dass die Länge der Bahn der Platte durch verstellbare Endtaster begrenzt ist.
Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung geht man so vor, dass auf der Platte ein Motor mit einem verstellbaren Untersetzungsgetriebe angeordnet ist, der eine Nabe mit am Umfang gleichmässig verteilten radial verlaufenden Profilschienen entsprechend der Umfangsgeschwindigkeit des Schlauchfilzes antreibt, wobei an den
Profilschienen Klemmteile angeordnet sind, die an radial verschiebbaren pneumatisch betätigbaren
Mitnehmerstiften befestigt sind.
Eine erfindungsgemässe Bauform sieht vor, dass zum Bewegen der Abzugsvorrichtung von der Endstellung in die Anfangsstellung ein zusätzlicher Antriebsmotor für die Kettentriebe vorgesehen ist, wobei ein an dem stufenlos verstellbaren Getriebe angeordneter Freilauf wirksam ist.
Erfindungsgemäss wird vorgeschlagen, dass zwischen der Filzmaschine und der Abzugsvorrichtung eine Schneidevorrichtung vorgesehen ist, die auf einer um eine Achse schwenkbaren Wippe angeordnet ist und aus einem von einem Motor angetriebenen Kreismesser od. dgl. besteht, wobei das eine Ende der Wippe mit dem Kreismesser mittels eines Hubzylinders nach oben schwenkbar ist, während gleichzeitig ein an dem andern Ende der Wippe angeordneter Pneumatik-Zylinder über eine Klemmvorrichtung ein Mitnehmen der Schneidevorrichtung mit den Kettentrieben bewirkt.
Zum Einstellen des Hubes des Hubzylinders ist ein Endtaster vorgesehen.
Schliesslich sieht eine weitere erfindungsgemässe Bauform vor, dass die Aufwickelrolle mit einer Rutschkupplung versehen ist.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit den Zeichnungen und den Ansprüchen. Es zeigen, in schematischen Skizzen, Fig. l eine Ansicht der erfindungsgemässen Vorrichtung, Fig. 2 eine Seitenansicht von Fig. l mit Blick auf die Abzugsvorrichtung, Fig. 3 eine Ansicht nach der Linie A-A gemäss Fig. l, Fig. 4 eine Ansicht nach der Linie B-B gemäss Fig. 1, Fig. 5 eine weitere Ansicht nach der Linie C-C gemäss Fig. l, Fig. 6 eine Ansicht einer andern Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung, Fig. 7 eine Ansicht nach der Linie E-E in Fig. 6 und Fig. 8 eine Ansicht nach der Linie D-D in Fig. 6.
Die Fig. l und 2 zeigen die gesamte Vorrichtung, bei der in einem Rahmen--l--eine Rillenwalze --2-- und in einem Abstand und parallel zu der Rillenwalze--2-eine dünne Walze --3-- angeordnet sind. Die Rillenwalze--2--weist an ihrem linken Ende einen etwas grösseren Durchmesser auf als an ihrem rechten Ende, während der Abstand der dünnen Walze--3--zu der Rillenwalze--2--mit Hilfe der dünnen Walze --3-- verstellbar ist. Über der Rillenwalze --2-- ist ein Nadelgerät --4-- vorgesehen, das mit einem Balken --5-- verbunden und auf-und abbewegbar ist, wobei die Nadeln des Nadelgerätes --4-- in die Rillen der Rillenwalze--2--eindringen können.
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wieder (Fig. 3) um die dünne Walze --3-- gewickelt, so dass ein Schlauchfilz --7-- entsteht. Während des Aufwickelvorganges werden die einzelnen übereinanderliegenden Schichten der Bänder--6--aus Faserflore
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3-abgezogen- mit hydraulischen Ausschubsäulen versehen sein, jedoch kann hiefür auch eine sonstige bekannte Einrichtung verwendet werden.
Auf dem verschiebbaren Tisch --10-- sind in einem Abstand zueinander kreisringförmige Ständer --14, 15--befestigt. Zwischen den Ständern --14,15-- ist eine Ringscheibe --16-- vorgesehen, die auf zwischen den Ständern --14,15-- befestigten Rollen --17-- gelagert ist. Die Ringscheibe --16-- wird über einen Keilriemen --18-- von einem Motor --19-- angetrieben. Auf der Innenfläche der Ringscheibe - läuft ein durch Rollreibung angetriebenes Gummirad-20--, das auf einer Welle-21angeordnet ist, wobei die Welle-21-an ihrem andern Ende mit einer Schnecke --22-- versehen ist.
Die Schnecke --22-- dient zum Antrieb von Abzugswalzen-23-, die mit miteinander kämmenden Zahnrädern --24-- verbunden sind und mit der Schnecke --21-- in Eingriff stehen.
Der fertige Schlauchfilz-7-gelangt zwischen den Abzugswalzen --23-- hindurch zu einer Aufwickelrolle--25--, die mit einer Rutschkupplung versehen ist. Die Drehzahl der Abzugswalzen-23-ist über den Motor--19--regelbar, wobei beispielsweise durch eine Erhöhung der Antriebsgeschwindigkeit der Abzugswalzen --23-- die Stärke des Schlauchfilzes --7-- vermindert wird.
Die Teile-20, 21,22, 23 und 25-sind mit einem zwischen den Abzugswalzen--23--und dem linken Ständer --15-- angeordneten Zahnrad --26-- formschlüssig verbunden. Das Zahnrad --26-- trägt an seinem äusseren Umfang mehrere
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Arme-27--, auf denen Keilrollen-28-angeordnet sind, die in dem linken Ständer-15-gelagert sind. Die Achse des Zahnrades--26--ist dabei in der gleichen Höhe wie die Achse der Ringscheibe--16--.
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Für das Durchführen des Schlauchfilzes --7-- durch das Zahnrad--26--ist in diesem ein Schlitz--30'-angeordnet.
Fig. 6 zeigt ein anderes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung, wobei vorteilhaft auch unter der Rillenwalze--2--ein Nadelgerät--4--vorgesehen ist, das ebenfalls mit einem Balken --5-verbunden und auf-und abbewegbar ist.
Die Abzugsvorrichtung ist auf einem Tischgestell--30--montiert, das beidseitig in Abzugsrichtung verlaufende Schienen--31--aufweist, in denen eine Platte -32-- zur Aufnahme der Abzugsvorrichtung geführt ist. An beiden Seiten des Tischgestelles --30-- sind Kettentriebe --33-- angeordnet, an denen die Platte --32-- mittels Mitnehmer --34-- befestigt ist. Der Antrieb der Kettentriebe --33-- erfolgt über einen Motor --35-- und ein stufenlos verstellbares Getriebe --36-- sowie einen Riementrieb-37--. Auf der Platte --32-- ist ein Motor --38-- mit einem verstellbaren Untersetzungsgetriebe angeordnet, der eine Nabe--39--entsprechend der Umfangsgeschwindigkeit des Schlauchfilzes --7-- antreibt.
Gleichmässig am
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Zu Beginn des Arbeitsvorganges befindet sich die Abzugsvorrichtung am linken Ende des Tischgestelles --30--, wobei die Klemmteile--41--der Abzugsvorrichtung in den Schlauchfilz --7-- eingeführt sind und über einen Kontakt mittels der Mitnehmerstifte--42--den Schlauchfilz--7--festhalten.
Entsprechend der gewünschten Stärke des Schlauchmzes --7-- bewegt sich die Abzugsvorrichtung zur rechten Seite des Tischgestelles--30--, wobei sich die Nabe--39--entsprechend der Umfangsgeschwindigkeit des Schlauchfilzes--7--bewegt. Bei Erreichen eines Endtasters --50-- wird die Schneidevorrichtung in Tätigkeit versetzt, wobei der Hubzylinder--47--das Kreismesser--46--nach oben schwenkt und gleichzeitig der Pneumatik-Zylinder--48--über die Klemmvorrichtung --49-- die Schneidevorrichtung mit den Kettentrieben --33-- verbindet, so dass sich die Abzugsvorrichtung und die Schneidevorrichtung mit
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abgeschaltet, wobei die Hebezylinder--47 und 48--entlastet werden,
so dass die Klemmvorrichtung--49-von den Kettentrieben --33-- gelöst wird und mit Hilfe von Federdruck in ihre Ausgangsstellung gebracht wird. Gleichzeitig öffnen sich die Klemmteile --41--, so dass das abgeschnittene Stück des Schlauchfilzes --7-- herausfallen kann. Durch den Entaster --51-- wird gleichzeitig ein Antriebsmotor--52-eingeschaltet, der die Abzugsvorrichtung in ihre Ausgangsstellung zurückbringt, wozu an dem stufenlos verstellbaren Getriebe--36--ein Freilauf--53--wirksam wird. Die linke Endstellung der Abzugsvorrichtung wird durch einen weiteren Abtastschalter--54--festgelegt, der den Antriebsmotor --52- ausschaltet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum kontinuierlichen Herstellen von Schlauchfilzen, die zwei im Abstand zueinander angeordnete parallel verlaufende Walzen aufweist, die an einem Rahmen befestigt sind, und bei der ein
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