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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, welche eine erst in neuerer Zeit aufgekommene Kunst ermöglicht, nämlich mittels des farbigen Lichtes Effekte zu erzielen, welche auf dem Betrachter ähnlich wie auf dem
Zuhörer von Musik eine innere Wirkung ausübt. In diesem Zusammenhang sei auf die sogenannte "Kinetische
Kunst" verwiesen, welche sich mit Licht und Bewegung befasst. An die Stelle von Pinsel, Farbe, Malfläche,
Meissel und Stein treten Bogenlampen, Scheinwerfer, verschiedenste Projektoren, elektrische und elektronische
Röhren, die weisses und farbiges Licht erzeugen, das direkt in Auge fällt, durch durchsichtige Stoffe gestrahlt oder durch Reflexion vielfach gebrochen wird.
Zu den Effekten der Reflexion der Bewegungen des Lichtes und des Schattens tritt die Polarisation, die unvorhergesehene Wirkungen erzielen lässt (Otto Antonia Graf, Katalog zur Ausstellung"Kinetika"im Museum des 20. Jahrhunderts 1967).
Es wurde also bereits vorgeschlagen, Farblicht auf Grossflächen zu projizieren, doch haben die bisher angestellten Versuche nicht die erhoffte Breitenwirkung erzielt. Möglicherweise lag dies daran, dass die. bisher entwickelten, mit Starkstrom arbeitenden Geräte noch nicht jenen Grad an Vollkommenheit und
Wirkungsfähigkeit erreicht haben, um sie als Mittel individueller künstlerische Ausdrucksfähigkeit verwenden zu können. Es dürfte auch daran liegen, dass die Farblichtphänomene besonderen Gesetzen gehorchen, deren
Auswirkung auf die menschliche Psyche noch nicht die gebührende Beachtung geschenkt worden ist.
Bekannte Geräte ermöglichen z. B. eine sich ständig wiederholende, z. B. programmierte Folge von farbigen
Effekten, wobei jede künstlerische Ausdrucksfähigkeit unterbunden ist. Es ist also bisher nicht möglich gewesen, dass ein entsprechend begabter Künstler die von ihm oder von einem andern geschaffenen
Farblichtkompositionen vorträgt bzw. auf den Betrachter einwirken lässt, wie dies in der Musik seit langem der
Fall ist.
Die Erfindung bietet nunmehr die Möglichkeit, dass durch eine ausübende Person das Licht gewissermassen "gespielt"wird, wobei grundsätzlich nicht nur eine einzige erfindungsgemässe Vorrichtung, sondern eine ganze "Batterie" oder, wenn mann will, ein ganzes"Orchester"zum Einsatz gelangt. Für diese Vorrichtung ist zur Erzeugung von zeitlich variierbaren Farblichteffekten die Kombination der folgenden Merkmale wesentlich : In einem einen Leuchtschirm aufweisenden Gehäuse ist zwischen einer in der Helligkeit veränderbaren Lichtquelle und dem Leuchtschirm mindestens ein insbesondere bewegbares, z.
B. rotierendes, verschiebbares Farbfilter, gegebenenfalls ein Farbfilter und/oder eine Blende angeordnet, und die durch die Lichtquelle erzeugten Leuchtmale durch individuelles Regeln der Helligkeit, der Struktur und der Farbigkeit des Lichtes beeinflussbar und auch die Form und Grösse sowie die Bewegung und Dauer der Leuchtmale durch Ändern der Blende und Bewegung des Farbfilters veränderbar sind.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung ermöglicht daher eine Aufeinanderfolge von als "Leuchtmale" bezeichneten Farblichteffekten, die der Betrachter als optischen Eindruck wahrnehmen und auf sich wirken lassen kann. Wenn man will, kann man die Farbigkeit dieser Leuchtmale mit der ronhöhe, die Struktur der Leuchtmale mit der Klangfarbe, die Helligkeit mit der Lautstärke und die Dauer auch mit der Dauer eines Tones oder einer Musikdarbietung vergleichen. Es werden also durch den "Spieler" die verschiedenartigsten Effekte durch Modifizierung und Variierung der Leuchtmale entsprechend der Fertigkeit des Künstlers erzielt, ja es ist sogar denkbar, dass komponierte Farblichteffektfolgen von einem oder mehreren Spielern nach "Noten" oder einem Programm dargeboten werden.
Eine besondere Möglichkeit Farblichteffekte individueller Art zu erzielen, besteht darin, dass für die Regelgung der Helligkeit, der Bewegung und Dauer des Lichtes von Hand zu bedienende Instrumente vorgesehen sind, die mindestens einen ausgespannten Widerstandsdraht aufweisen, der durch individuelle Einwirkung, z. B. mit den Fingern des Spielers, in Berührung mit Kontakten gebracht werden kann, wodurch der Stromkreis der Lichtquelle zeitlich geschlossen bzw. die Stärke des Stromes und damit die Leuchtkraft der Lichtquelle verändert wird. Es findet also durch unmittelbare körperliche Bedienung verschiedener kombinierter Schalt- und Regelvorrichtungen eine Beeinflussung der erzeugten Farblichteffekte statt.
Beispielsweise kann als Kontakt ein stromleitender Stab vorgesehen sein, der nach Art eines Violinbogens am Widerstandsdraht entlang geführt wird ; man kann auch unterhalb des Widerstandsdrahtes punktförmige Kontakte anordnen, die mit verschiedenartigen und verschiedenfarbigen Lichtquellen in Verbindung stehen. Ferner ist es möglich, den Widerstandsdraht oberhalb einer als Kontakt dienenden Drahtwendel anzuordnen, so dass durch eine mit dem Finger herbeigeführte Berührung des Drahtes mit der Drahtwendel je nach der Berührungsstelle und dem dadurch gegebenen Widerstand die Helligkeit der Lichtquelle beeinflusst wird.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass in den Stromkreisen verschiedener farbiger Lichtquellen Magnetzungen als Kontakte eingefügt sind, welche mit dem den Strom zurührenden Widerstandsdraht mittels von Hand bedienbarer Magnete in Berührung gebracht werden. Eine andere Vorrichtung hat die Besonderheit, dass ein Widerstandsdraht auf einem violinartigen Bogen aufgespannt ist und als Kontakt ein zweckmässig polierter Metallstab vorgesehen ist, an dem entlang man den Bogen führt, wodurch ebenfalls das Farblicht beeinflussbar ist.
Die möglichen Kombinationen des Farblichtes sind nahezu, wie dies auch in der Musik der Fall ist, unbegrenzt. So kann man auf dem Leuchtschirm Farbmale erzeugen, die ihre Grösse stetig oder unstetig verändern, in ihrer Aufeinanderfolge variieren, sich in ihrer Zeitdauer stets ändern. Hinzu kommt, dass man
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mehrere Lichtschirme aneinander reihen kann, z. B. auf einer Bühne gleich einem Orchester, wobei wieder durch individuelle Beeinflussung auf den einzelnen Leuchtschirmen bewusst herbeigeführte Farbmale entstehen.
Bisher wurde die Veränderung der Farbmale durch Beeinflussung der Lichtquelle geschildert.
Selbstverständlich besteht eine weitere Möglichkeit im Gebrauch von verschiedenen Farbfiltern, welche einer Bewegung unterworfen werden können, z. B. dass sie rotieren oder rhythmisch verschoben werden. Man kann dabei zwischen der Lichtquelle und der erforderlichen Optik Leuchteinsätze verschiedenster Art vorsehen, beispielsweise Vorsatzgläser, Strukturglas, Konfettiglas, geschliffene Glaskugeln, ferner Glasstangen mit verschiedener Oberflächenstruktur u. dgl., durch deren Bewegung eine weitere Beeinflussung des Farblichtes herbeigeführt wird. Ferner kann man Masken oder Blenden anordnen, die ebenfalls willkürlich beeinflusst werden, um bestimmte Effekte zu erzielen. Mehrere Ausführungsbeispiele der erfindungsgemässen Vorrichtung sollen nachstehend an Hand von in den Zeichnungen enthaltenen Skizzen näher erläutert werden.
Die Fig. l bis 3 zeigen im Schema drei verschieden ausgeführte Geräte. In Fig. 4 ist eine durch eine Taste bewegbare Blende dargestellt. Die Fig. 5 bis 13 veranschaulichen Beispiele von verwendeten Filtern. In den Fig. 14 bis 20 sind mögliche von Hand beeinflussbare Schalter gezeigt. Fig. 21 zeigt eine verschiebbar angeordnete Lichtquelle. Fig. 22 stellt eine bewegbare (dreh-und verschiebbare) Glaskugel für die Erzeugung von Lichteffekten dar. Fig. 23 ist die Skizze eines Schiebefilters. Die Fig. 24 bis 26 zeigen ein weiteres Gerät mit einem Rotationsfilter. In Fig. 27 ist ein Gerät zur Erzielung von Farbwertübergängen dargestellt.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung nach Fig. l besteht aus einem Gehäuse einem Leuchtschirm - -2--, einem Leuchteinsatz-3--. Zwischen dem Leuchteinsatz --3-- und dem Leuchtschirm --2-- ist
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durchsichtigen Folie, die mit mehreren, der Anzahl der Lichtquellen entsprechenden, nebeneinander und übereinander angeordneten Farbfiltern versehen ist. Zur Steuerung der auf dem Schirm entstehenden Leuchtmale sind beispielsweise ein Gleitwiderstand --5-- und Drucktaster --6-- als Schalter für etwa neun Farben vorhanden, wobei der Gleitwiderstand die Helligkeit und die Drucktaster die jeweilige Farbe steuern.
Das Gerät könnte vom Spieler in der Hnad gehalten und wie ein übliches Musikinstrument "gespielt" werden. In diesem Fall (Fig. l) handelt es sich um ein Streulichtgerät mit gegebenenfalls mehreren Lichtquellen und starren Filtern.
In Fig. 2 ist ein Gerät veranschaulicht, welches mit einem Gleitwiderstand --7-- versehen ist, der die
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und einer Optik (Linse) --9-- vorgesehen.
Gemäss Fig. 3 ist ein Gerät mit einem Hebel--10--versehen, der zum Bewegen einer Blende--11-- entgegen der Kraft einer Feder dient, um die Grösse des Leuchtmals stetig verändern zu können. Das Schema der Blendenbewegung ist in Fig. 4 skizziert, aus der eine zweiteilige, mit Federn-12-in geschlossener Lage gehaltene Blende ersichtlich ist, die durch Züge --13-- mittels des Hebels --10-- verschieden weit geöffnet werden kann. Demnach können Leuchtmale durch öffnen der Blende auf dem Leuchtschirm plötzlich und für nur kurze Augenblicke erscheinen, u. zw. in Form eines schmalen Streifens oder auch auf dem gesamten Leuchtschirm.
In Fig. 3 ist auch eine Glaskugel --14-- angedeutet, die starr oder auch beweglich gehalten sein kann, und die durch Lichtbrechung die verschiedenartigsten Lichteffekte herbeiführt. Den Zeichnungen ist auch ein Rotationsfùter --15-- zu entnehmen.
Bei den Geräten nach den Fig. 2 und 3 gelangt ein Gleitwiderstand --7-- zum Einsatz, der zusammen mit einem ausgespannten Drahtes ermöglicht, den Leuchteinsatz --3-- mit verschiedener Intensität zum Leuchten zu bringen, wobei Filter-8 und 15-bzw. eine Glaskugel-14-zur Beeinflussung der Farbmale herangezogen werden können.
In Fig. 5 ist ein rechteckiger Schirm--2--dargestellt, und es ist denkbar, dass sich die Leuchtmale entlang diesem länglichen Schirm bewegen, sei es von der Mitte nach aussen, oder von der einen zur andern Seite des Schirmes.
Grundsätzlich gelangt niedergespannter Strom zur Verwendung, weil es hiedurch möglich ist, unmittelbar mit dem Finger einen Widerstand und damit die Leuchtkraft der Lichtquelle zu beeinflussen.
Die Filter können gruppenweise nebeneinander angeordnet sein und in der verschiedensten Kombination zur Wirkung gelangen.
Eine Anzahl von Filtern sind in den Fig. 6 bis 13 dargestellt.
Das Filter nach Fig. 6 ist ein Schiebefilter-8--, wobei eine Farbfolie wie erwähnt auf einem farblosen Plastikträger aufgeklebt sein kann. Die Fig. 7 und 8 zeigen Schiebefilter--8--für den übergang von Farbwerten. Die Filter sind beispielsweise, durch Linien getrennt, mit zwei verschiedenen Farben versehen, wobei durch Vorbeibewegen des Filters an einer Lichtquelle ein allmählicher übergang von einem Farbwert zum andern bewirkt wird. Das Filter nach Fig. 9 ist hingegen ein Scheibenfilter-14- (Rotationsfilter) mit beispielsweise zwölf Farben. Ein Zylinder-oder Walzenfilter-15-ist in den Fig. 10, 11 und 12 veranschaulicht, das ebenfalls rotieren kann.
Es ist zu ersehen, dass auch hier verschiedenfarbige Filter flächenweise nebeneinander
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angeordnet sein können, welche beim Drehen (Fortschalten) der Filterwalze verschiedene Farbwirkungen hervorrufen. Hingegen zeigt Fig. 13 ein Filter mit einer Antriebsscheibe --16-- und einem Filtersegment --17--.
In Fig. 14 ist ein mit einem Widerstand kombinierter Vielfachmagnetzungenschalter dargestellt, der statt der
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(Fig.--22-- in Berührung gebracht werden, wobei eine Abdeckplatte --23-- zwischen dem Magnet und dem Bronzeblechkontakt angeordnet ist. Demnach können zahlreiche in Reihe angeordnete Stahlfederkontakte - -20--, die bestimmten Stellen einer Drahtwendel zugeordnet sind, mittels Magnete --22-- mit dem Blech - 21-in Berührung gebracht werden und so den Strom zu den Leuchtsätzen schliessen.
In Fig. 2 war schon dargestellt, wie der Gleitwiderstand beschaffen sein kann. Ein Kupferdraht --7'-- ist entlang einem Gleitwiderstand --7-- ausgespannt und kann mittels der Finger des Spielers an verschiedenen Stellen mit dem Gleitwiderstand in Berührung gebracht werden. Statt dem Gleitwiderstand kann gemäss Fig. 15 eine Metallfolie --27-- vorgesehen sein, oder gemäss Fig. 16 punktförmige Kontakte-28-, welche verschiedenen Leuchteinsätzen --3-- zugeordnet sind.
In Fig. 17 ist ein Widerstandsdraht-25- (oder auch mehrere) ausgespannt, und ein Metallstab
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29-,Tastenwiderstandes--32--oder eines mit dem Fuss gesteuerten Widerstandes ein Widerstandsdraht--33-beeinflusst wird. Bei diesem Gerät wird ein Hebel --34-- mit der Hand oder mit dem Fuss betätigt und so ein verschiedener Farbeffekt mit wechselnder Helligkeit hervorgerufen.
In Fig. 20 ist ein Lagerbock --35-- dargestellt, um den ein Stab-36-schwingbar ist, der an einem Ende mit dem Widerstandscrsht --25-- gleitend in Berührung steht. Der hebelartige Stab --36-- kann, wie
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19,--36-- bei leichtem Anschlag wenig, bei stärkerem Anschlag weiter am Draht --25-- entlang und bewirkt so ein stärkeres oder schwächeres Aufleuchten der Lichtquelle.
Die Fig. 21 veranschaulicht, wie eine Lichtquelle (Leuchteinsatz-3--) von Hand mittels eines Griffes --38-- entlang einer Führung --39-- bewegt werden kann, wobei eine Rückholfeder --40-- vorgescehen ist.
In Fig. 22 ist eine geschliffene Glaskugel --12-- dargestellt, die um eine Achse mittels eines Seilzuges --41- drehbar ist (vgl. auch Fig. 3). Der Spieler hat es in der Hand, durch Drehen der Glaskugel mit verschiedener Geschwindigkeit oder in verschiedenen Richtungen eine Beeinflussung der erzeugten Leuchtmale herbeizuführen.
In Fig. 23 ist in einem Kasten eine Struckturglasscheibe --42-- fest angeordnet, an der eine zweite Strukturglasscheibe--43--vorbei bewegt werden kann. Mit--4--ist ein Scheibenfilter, mit--9--eine Linse und mit--3--ein Leuchteinsatz bezeichnet.
Fig. 24 veranschaulicht im Schnitt eine erfindungsgemässe Vorrichtung, bei der eine Lichtquelle-3axial verschiebbar, d. h. von Hand regulierbar ist, also in axialer Richtung gegen das Filter--44--oder von diesem weg bewegt werden kann. Hiebei kann das Filter gemäss Fig. 25 und 26 mittels eines Hebels-45und eines Getriebes--46-zum Rotieren gebracht werden.
In Fig. 27 ist eine Vorrichtung skizziert, mittels der ein übergang von einem Farbwert zum andern durch elektrische Steuerung mittels eines Gleitwiderstandes erzielt werden kann. Die Vorrichtung besteht aus einem ausgespannten Kupferdraht --50-- und einem Widerstandsdraht --51-- in Form einer Spirale. Im Stromkreis --52-- sind zwei Lichtquellen (Lampen)--53, 54--angeordnet, die mittels eines Schalters - 55-zum Aufleuchten gebracht werden können. Hiebei ist die Lampe-53-an der Stelle --56-- und
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--57-- an--50-- einen stufenlosen übergang in den Farbwerten herbeiführen.
Die geschilderten Ausführungsbeispiele der erfindungsgemässen Einrichtung lassen erkennen, dass man die am Leuchtschirm --2-- entstehenden Leuchtmale beliebig lang und beliebig oft zum Aufleuchten bringen kann, wobei man die verschiedenen Farben durch Schliessen des zugehörigen Kontaktes kombinieren kann.
Es ist ferner die Struktur der Leuchtmale beeinflussbar, beispielsweise so, dass die gesamte Schirmfläche
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