AT30065B - Verfahren zur Reinzüchtung von im Menschen- und Tierkörper parasitisch vegetierenden Kleinlebewesen außerhalb des tierischen Körpers. - Google Patents
Verfahren zur Reinzüchtung von im Menschen- und Tierkörper parasitisch vegetierenden Kleinlebewesen außerhalb des tierischen Körpers.Info
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Description
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Das Verfahren beruht auf der Erwägung, dass die Kultur ausserhalb des menschlichen oder tierischen Körpers nur dann gelingen kann, wenn man es den betreffenden Parasiten
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lebenden Organismus zu entwickeln und besteht darin, dass man statt der lebenden Tiere den Parasiten lebende Pflanzen als Nährboden, als Wirte, darbietet.
Von Parasiten kommen in Betracht :
1. Angehörige des Stammes der Protozoen, also Schmarotzer tierischer Natur ; 2. die Mycetozoen genannten Kleinlebewesen, welche zwischen Pflanze und Tier in der Mitte stehen.
Es gelingt'nicht, die genannten Parasitenarten-als Beispiele seien angefuhrt die Koccidien, die Trypanosomen und das Plasmodium malariae - ausserhalb des lebenden Gewebes auf einem unserer Nährböden saprophytisch zu züchten. Die Ursache ist darin zu suchen, dass diese Organismen zu obligaten Parasiten geworden sind, dass sich ein Stadium ihrer Entwicklung in der lebenden tierischen Zelle abspielt ; wo dies nicht stattfinden kann, stirbt der-Parasit ab. Der Entwicklungskreis der in Rede stehenden Parasiten spielt sich selten in einem einzigen Wirtstier ab ; es tritt ein Zwischenwirt, eine ganz heterogene Tierart auf, indem ein Teil der Entwicklung stattfindet. Als Zwischenwirte sind bis jetzt nur Tiere (Tsetsefliege, Anophelesmücke usf.) beschrieben worden.
Die Untersuchungen, die sich auf die Veröffentlichungen namhafter Botaniker (Zopf, van Tieghem u. a. ), die das Vorkommen von Schmarotzern in Pilzen beschrieben haben, stützen, liessen es glaubhaft erscheinen, dass auch niedere Pflanzen als Zwischenwirte fungieren können, durch deren Sporen, welche die Parasiten beherbergen, dann wieder bei der Einführung in den Ver- dauungs-oder Atmungskanal von Tieren die Krankheit übertragen wird. Durch eine weitere Reihe von Untersuchungen wies Erfinder das Vorkommen eines bisher noch nicht beschriebenen Protozoons in den bösartigen Geschwülsten (Karzinom, Sarkom) des Menschen und der Tiere nach. Seine Reinkultur auf totem Substrat - den gebräuchlichen Nährböden - versagte wie bei allen übrigen parasitischen Protozoen.
Es schien der Versuch nicht aussichtlos, auch hier durch Einschieben eines Zwischenwirtes den ganzen Entwicklungskreis des
Parasiten kennen zu lernen, wozu der Erfinder aus theoretischen und praktischen Gründen eine Pflanze wählte.
Die zu wählende Wirtspflanze musste, wenn die Kultur in der Praxis, d. h. zu
Immunisierungen verwertbar sein sollte, folgende Bedingungen erfüllen.
1. Sie musste dem Schmarotzer zur Ansiedlung und Weiterentwicklung genehm sein.
2. Die vom Parasiten bewohnten Ptlanzentei1e mussten in den tierischen Körper subkutan injizierbar und hier resorbierbar sein. 3. Die Pflanze musste selbst als Schmarotzer, eine kurze Zeit wenigstens, im tierischen Gewebe vegetieren können, ohne ihre Lebensfähigkeit einzubüssen.
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weil mit den Mukorsporen gleichzeitig, in ihrem Plasma liegend, die Sporen des Parasiten übertragen werden. Benutzt man hohe Petrischalon, die zur Hälfte mit Nlthrboui11on gefüllt sind, so kann man das Protozoon in grossen Mengen gewinnen.
Der in die Flüssigkeit geimpfte parasitenba1tige Mukor wird durch Kohlensäureblasen nach einigen Tagen an die Oberfläche gehoben, wo er einen üppigen Pilzrasen entwickelt. Die äusserst zahlreichen Sporen fallen in die Flussigkeit zurück, wo sie immer neue Rasen bilden, während die alten tiefer sinken. Jede neue Generation Pilzsporen infiziert sich wieder mit don Parasiten, der in Myzel und Gemmen eindringt und hier Dauerzysten bildet. Durch Zerfall der Mukorschläuche werder. diese frei und können nach Verlauf von 6 bis 10 Wochen äusserst zahlreich in der Nährflüssigkeit nachgewiesen werden.
Dann ist die Reinkultur gebrauchsfertig und kann nach Passieren eines grossen Filters zwecks Ausschaltung der voluminöseren Teile der Wirtspflanze zu Injektionen verwendet werden. Die der Parasitenkultur noch beigemengten Pflanzenteile können unbedenklich mit eingespritzt werden ; die Erfahrung hat gezeigt, dass sie, ohne Schaden zu stiften, rasch resorbiert werden.
Claims (1)
- PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Reinzüchtung von im Menschen- und Tierkörper parasitisch vegetierenden Kleinlebewesen ausserhalb des tierischen Körpers in grösseren, zur Immunisierung anderer Organismen hinreichenden Mengen, dadurch gekennzeichnet, dass statt des sonst gebräuchlichen toten Substrates lebende niedere Pflanzen als Nährboden verwandt werden.
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1905
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