<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur Herstellung von Düngererde
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Düngererde. Erfindungsgemäss wird so verfahren, dass Rotschlamm (ein bei der Abwasserklärung durch Vorsedimentation und etwaiges Ausfällen erhaltenes, teilweise biologisch und allenfalls auch chemisch aufgearbeitetes Produkt) mit einem Trockensubstanzgehalt von 10 bis 90% mit einem Sand- und bzw. oder Lehmmaterial und gegebenenfalls auch mit Torf vermischt wird und die erhaltene Mischung einer Pressung unterzogen wird, worauf das erhaltene Material gegebenenfalls ergänzt und bzw. oder aufgelockert wird.
Die Erfindung basiert also auf der Anwendung von sogenanntem Rotschlamm, der wie bekannt von Kläranlagen für Abwässer in Form einer zirka 3 bis 90% eigen Suspension von organischer und anorganischer Substanz im Wasser aus den Faulkammern erhalten wird. Es hat sich gezeigt, dass dieser Rotschlamm zur Herstellung von Düngererde ausgenutzt werden kann, wenn er bis auf einen Trockensubstanzgehalt von etwa 10 bis 90 Gew.-% entwässert wird und darauf mit Sand- bzw.
Lehmmaterial gemischt wird. Die Herstellung erfolgt in zwei Stufen, wobei der Zweck der ersten Stufe ist, eine Vormischung zu erzielen, in der das Ausgangsmaterial in den in Frage kommenden Verhältnissen vorliegt, und der Zweck der zweiten Stufe ist, die in der ersten Stufe gebildete Vormischung zu homogenisieren, so dass sie in ein Erzeugnis übergeht, in dem die Sandkörner von organischer Substanz umgeben sind. Wie erwähnt, wird diese Wirkung dadurch erzielt, dass die Vormischung einer Pressung unterzogen wird, wobi es sich gezeigt hat, dass das Trockensubstanzmaterial, obwohl es hydrophob ist, in enge Berührung mit dem Sandmaterial kommt.
Eine Voraussetzung hiefür scheint zu sein, dass der Rotschlamm einen Trockensubstanzgehalt innerhalb der angegebenen Grenzen aufweist und dass die gebildete Vormischung einer Pressoperation unterzogen wird, die sich zweckmässigerweise auf eine Reihe von Pressoperationen mit allmählich gesteigertem Druck erstreckt, ähnlich den Walzen.
Als Sand-bzw. Lehmmaterial können viele verschiedene Arten von Material anorganischer Natur verwendet werden, die keine oder vorzugsweise geringe Mengen organischer Substanz enthalten. Wesentlich ist, dass das Material verschieden gradiert ist. Es kann also Korngrössen zwischen 0 und 20 mm enthalten, vorzugsweise zwischen 0, 5 und 8 mm. Gewöhnlich soll das Material ein spezifisches Gewicht von 1000 bis 2500 kg/m3 haben. Verschiedene Typen von Sandmaterial, wie z. B. feiner Sand, gewöhnlicher Sand und Grus, können in Frage kommen.
Die Pressung, der die Vormischung unterzogen wird, ist wichtig, weil sie bewirkt, dass sie die Mischung zwischen dem Rotschlamm und dem Sandmaterial homogenisiert. Die Pressung kann beispielsweise in einer Anordnung ausgeführt werden, in der man die Vormischung durch einen konischen, ringförmigen Spalt fördert, wo sie allmählich zusammengepresst wird, wobei sie gleichzeitig einer Schlagwirkung unterworfen wird, die dazu führt, dass gröbere Sandkörner in kleinere Körner zerschlagen werden, die in die flüssige Phase von Rotschlamm mit relativ hohem Trockensubstanzgehalt gepresst werden.
<Desc/Clms Page number 2>
Nach der Pressung kann die Vormischung zweckmässigerweise einer Expansion unterzogen werden, worauf sie frei auf eine Unterlage fallen kann, die vorzugsweise aus bereits behandeltem Material besteht, wo sie in ein sehr lockeres und als Düngererde geeignetes Erzeugnis zerfällt, das mit einfachen
Mitteln auf dem Feld und andern Flächen, z. B. bei der Anlage von Rasenflächen ausgebreitet werden kann. Ein grosser Vorteil des Erzeugnisses ist, dass es infolge der Eigenart des Ausgangsmaterials frei von
Unkrautsamen ist, so dass man von nachträglicher Arbeit, das Unkraut jäten zu müssen, absehen kann, was einen grossen Vorteil bedeutet. Es hat sich auch gezeigt, dass eine Rasenfläche, die auf einer erfindungsgemäss angelegten Fläche mit Düngererde versehen ist, in überraschend grossem Ausmass
Verschleiss verträgt.
Dies beruht darauf, dass die Wurzeln des Grases sich so in der Erdschicht ausbreiten, dass sich diese mit den Wurzeln auf besonders wirksame Weise verfestigt.
Die Fähigkeit der erfindungsgemäss hergestellten Düngererde, Wasser zurückzuhalten, hat sich als ausserordentlich gross erwiesen.
Als Torf kann man verschiedene Produkte verwenden, die in der Natur vorkommen, z. B.
Torfmull.
Gemäss einer Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens kann man die Menge des
Torfmaterials so wählen, dass der Gehalt an Torfmaterial in der gebildeten Mischung 5 bis 80 Gew.-%, bevorzugt 10 bis 40 Gew.-% beträgt.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung kann der Mischung auch ein Zusatz von Stickstoff-,
Kalium- und/oder phosphorhaltigem Düngemittel beigegeben werden. Hiebei ist es möglich, den Gehalt an Düngemittel in weiten Grenzen zu verändern. Demnach kann der gesamte Gehalt an Düngemittel 1 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 30 Gew.-% betragen.
Bei einer andern Ausführung der Erfindung kann der Rotschlamm allein oder als Mischung mit dem Sand- bzw. Lehmmaterial vor der Pressung gelagert werden. Hiedurch wird ein Gleichgewicht der Wasseraufnahme zwischen den beiden Bestandteilen in der Mischung erzielt. Ein solches Gleichgewicht ist beim Pressen des Materials vorteilhaft. Im Fall der Mischung des Rotschlammes mit Torf kann sich die Lagerung auf eine längere Zeit erstrecken. Im allgemeinen ist wenigstens etwa 1 h erforderlich, um überhaupt ein Ergebnis zu erzielen ; die Lagerung kann aber auch auf 6 Monate ausgedehnt werden.
Es kann auch ein anderes, in der Natur vorkommendes Material, z. B. Tonsand, zum Einsatz kommen.
Es ist auch möglich, einen Anteil an feinverteilten Haushaltsabfällen bzw. Müll zuzusetzen, wobei der Anteil von 2 bis 80 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Zusammensetzung, variiert werden kann. Die Siebanalyse dieser Abfälle kann 0 bis 90 mm betragen.
Schliesslich kann ein Anteil an Kot zugesetzt werden, beispielsweise im Gemisch mit Torf. Der gemeinsame Anteil von Kot und Torf kann zwischen 2 und 60% variiert werden.
Die Erfindung soll im folgenden an zwei Beispielen beschrieben werden.
Beispiel l : Rotschlamm mit einem Trockensubstanzgehalt von zirka 10% wurde bis zu einem Gehalt von 25% Trockensubstanz entwässert. 100 kg des auf diese Weise entwässerten Rotschlammes wurden mit 100 kg Sand vom spezifischen Gewicht 1, 4 und mit der Siebanalyse 0 bis 6 mm zu einer Vormischung vermischt. Diese wurde hierauf in einer Maschine behandelt, in der sie einer Reihe von schnellen Pressoperationen unterworfen wurde. Das so behandelte Erzeugnis wurde im freien Fall aufgelockert und schliesslich gelagert.
Das Erzeugnis lieferte eine ausgezeichnete Düngererde zur Anlage von Rasenflächen. Nach der Ausbreitung besass das Material eine sehr hohe Verschleissfestigkeit, und die Oberflächenschicht wurde nach der Aussaat von Grassamen sehr gut mit Graswurzeln verfestigt.
Beispiel 2 : Rotschlamm mit einem Trockensubstanzgehalt von zirka 10% wurde bis auf einen Gehalt von 30% Trockensubstanz entwässert. 35 kg des auf diese Weise entwässerten Rotschlammes wurden mit 35 kg eines Lehmmaterials (Fraktion 0 bis 2 mm), 28 kg Torfmull und 2 kg Düngemittel, das Stickstoff, Phosphor und Kalium, sowie Kalzium und Magnesium in geringer Menge enthielt, zu einer Vormischung vermischt. Diese wurde dann 2 Monate gelagert und in einer Maschine behandelt, in der sie einer Reihe von schnellen Pressoperationen unterworfen wurde. Das hiedurch erhaltene Erzeugnis bildete eine ausgezeichnete Düngererde für die Anlage von Rasenflächen. Verbesserte Ergebnisse wurden erhalten, wenn das Erzeugnis nach dem Pressen dem freien Fall unterworfen und darauf etwas gelagert wurde.
Das endgültig erhaltene Erzeugnis bildete in beiden Fällen ein Material mit hoher Verschleissfestigkeit, und die Oberflächenschicht wurde nach der Aussaat von Grassamen sehr gut mit Graswurzeln verfestigt.
Es hat sich gezeigt, dass es vorteilhaft ist, die Mischung mit ungelöschtem Kalk zu versetzen, um eine Zerstörung von Parasiten und andern Schädlingen zu erreichen.