<Desc/Clms Page number 1>
Hydraulische Bremseinrichtung für elektromagnetisch angetriebene Stellglieder
Die Erfindung betrifft eine hydraulische Bremseinrichtung für elektromagnetisch angetriebene
Stellglieder, insbesondere Ventile, bestehend aus einem mit Flüssigkeit gefüllten, allseitig abgeschlossenen Zylinder, einem darin geführten, durch eine in einer Stirnwand des Zylinders gleitend gelagerten Spindel axial bewegbaren Kolben, einer über die Spindel den Kolben in die Ausgangsstellung zurückführenden Feder und einer Einrichtung mit der der Beginn der Bremswirkung verstellt werden kann.
Bei einigen elektromagnetisch angetriebenen Stellgliedern ist es erforderlich, dass bei Erregung des Antriebes zuerst eine schnelle ungedämpfte und danach eine gedämpfte Bewegung des anzutreibenden Mittels erfolgt, wobei noch der ungedämpfte Arbeitsweg zwecks Anpassung an die Gegebenheiten einstellbar sein muss.
Diese Forderung wird auch an elektromagnetisch angetriebene Ventile gestellt, die zum Steuern der Energiezufuhr in mit Gas betriebenen Feuerstätten verwendet werden, damit die für die Erstellung einer Flamme erforderliche Gasmenge sofort vorhanden ist, während die weitere Freigabe des Gases langsam erfolgen soll.
Es ist eine hydraulische Bremseinrichtung der zuvor beschriebenen Art in Verbindung mit einem Ventil bekannt, mit der die genannte Dämpfungscharakteristik dadurch erreicht wird, dass die Bremseinrichtung in einem Abstand zur Ventilspindel angeordnet ist und erst nach Durchlaufen dieses Abstandes die Bremseinrichtung zur Wirkung kommt. Beim schnellen Durchlaufen des Abstandes wird durch die Ventilspindel der Ventilverschlusskörper schnell von seinem Ventilsitz um den genannten Weg abgehoben und dadurch eine bestimmte Menge des zu steuernden Mediums sofort freigegeben, während die weitere Freigabe unter der Wirkung der Bremseinrichtung gedämpft erfolgt.
Diese Anordnung ist mit einem Nachteil behaftet, der darin besteht, dass die Ventilspindel den Abstand, bedingt durch den elektromagnetischen Antrieb, schlagartig durchläuft und der Aufprall das Ende der Spindel und/oder den Antrieb der Bremseinrichtung zerschlägt. Mit zunehmender Anzahl der Schaltspiele tritt eine Veränderung des Abstandes und somit der ersten Freigabemenge des Mediums ein. Durch die harten Aufschläge werden ausserdem diese Bauelemente übermässig beansprucht und ein vorzeitiger Ausfall ist die Folge.
Aufgabe der Erfindung ist es, die hydraulischen Bremseinrichtungen mit einstellbarer Bremscharakteristik für die Verwendung in elektromagnetisch angetriebenen Stellgliedern zu verbessern durch Beseitigung der zuvor genannten Mängel und Erreichung einer konstanten einmal eingestellten Bremscharakteristik.
Nach der Erfindung wird dies dadurch erreicht, dass zum Verstellen des Beginnes der Bremswirkung die der von der Spindel durchgriffenen Stirnwand gegenüberliegende Stirnwand des Zylinders dem durch die Bewegung des Bremskolbens aufbauenden Druck der Bremsflüssigkeit nachgebend ausgebildet, zur Begrenzung der Nachgiebigkeit der Stirnwand ein verstellbarer Anschlag vorhanden ist, und dass ein an sich bekannter Faltenbalg innerhalb des Zylinders angeordnet, mit seinem einen Ende an der Spindel und seinem andern Ende an einem Ansatz der von dieser Spindel
<Desc/Clms Page number 2>
durchgriffenen Stirnwand des Zylinders flüssigkeitsdicht anliegt.
Durch die nachgebend ausgebildete und mittels eines verstellbaren Anschlages in der Bewegung begrenzten einen Zylinderwand ist es möglich, die dem Antrieb der Bremseinrichtung dienende Spindel unter Vermeidung eines Zwischenraumes direkt an dem Teil, z. B. Ventilverschlusskörper, angreifen zu lassen, dessen Bewegung anfangs ungebremst und danach gebremst erfolgen soll. Die diese Spindel zerstörenden und dabei die Bremscharakteristik verändernden harten Schläge werden dadurch vermieden und die Funktionsfähigkeit sowie die
Lebensdauer der Bauelemente erhöht.
Der erste, ungebremste Weg wird von der nachgebenden Zylinderwand bis zum Anschlag schnell, jedoch nicht schlagartig durchlaufen, da der Druck der Bremsflüssigkeit auf der einen Seite des
Bremskolbens bei dessen Anfangsbewegung sich aufbaut, jedoch wegen des entstehenden Unterdruckes auf der andern Seite des Bremskolbens am schlagartigen Aufbau gehindert wird. Dem Entstehen eines grösseren Unterdruckes wirkt der auch der Abdichtung dienende Faltenbalg durch Ausweitung entgegen.
Gemäss einer Ausbildung der Erfindung wird die nachgebende Stirnwand des Zylinders von einer am Aussenrand eingespannten Membran gebildet.
Die Beweglichkeit einer am Aussenrand eingespannten Membran genügt, um einen bis 30% des ganzen Weges des Bremskolbens ausmachenden ungebremsten Hub zu erreichen. Bei der Verwendung der genannten Membran ist der verstellbare Anschlag dieser anzupassen, um die überlastung einzelner Membranflächen zu vermeiden.
Zur Vergrösserung des einstellbaren ungebremsten Hubes kann auch eine Rollmembran verwendet werden. Aus Gründen der Platzersparnis wird nach einer weiteren Ausbildung der Erfindung vorgeschlagen, dass die nachgebende Stirnwand des Zylinders von einem flüssigkeitsdicht im Zylinder gleitenden Kolben gebildet wird.
Dieser, die nachgebende Stirnwand bildende zusätzliche Kolben arbeitet als Schleppkolben und ermöglicht eine Verstellung des ungebremsten Hubes im Bereich des ganzen Arbeitshubes des Bremskolbens. Die so ausgebildete Bremseinrichtung gestattet eine Verstellung von "Bremsung über den ganzen Hub" bis "ganzer Hub ungebremst". Hiebei muss der Faltenbalg ausser der Wegverlängerung auch die Volumenvergrösserung auf der Unterdruckseite des Bremskolbens aufnehmen können.
Gemäss einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass der besagte verstellbare Anschlag mittels eines Gewindes in dem Gehäuse der Bremseinrichtung lageveränderbar angeordnet und unmittelbar mit einem dieses besagte Gehäuse teilweise übergreifenden Handrad verbunden, eine Sperre zur Begrenzung der Lageveränderbarkeit des besagten Anschlages vorhanden ist und dass über eine als Düse ausgebildete Bohrung der Raum zwischen dem Anschlag und der nachgebenden Zylinderwand nach aussen Verbindung hat.
Bei dieser Anordnung kann eine Verstellung von aussen ohne Hilfsmittel vorgenommen werden, wobei die angebrachte Sperre ein Entfernen des Anschlages verhindert. Ausserdem kann mittels angebrachter Markierungen am Handrad und Zylindergehäuse die Einstellung des ungebremsten Hubes sichtbar gemacht werden. Mit der entsprechenden Dimensionierung der düsenartigen Bohrung kann eine leichte Dämpfung des ungebremsten Hubes erreicht werden, was vornehmlich bei grösseren Hüben erforderlich ist.
In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele gemäss der Erfindung schematisch im Schnitt dargestellt, u. zw. zeigen Fig. 1 eine Bremseinrichtung an einem Ventil, Fig. 2 eine Bremseinrichtung als Einzelheit und Fig. 3 eine weitere Ausführung der Bremseinrichtung.
In der Fig. l ist eine Bremseinrichtung--l--an einem Ventil--2--angeordnet. Das Ventil
EMI2.1
zeigt die Fig. 2, u. zw. ein Gehäuse--8--mit Flansch--9--und Zylinder--10--. Der Zylinder - wird auf der einen Seite von einer als Schraubteil ausgebildeten, mit Ansatz--11-
EMI2.2
verschlossen. Im mit Bremsflüssigkeit, z. B. öl, gefüllten Zylinder --10-- befindet sich ein topfartiger Bremskolben--15--, dessen Aussendurchmesser so gewählt ist, dass zwischen Bremskolben-15-und der Wandung des Zylinders--10--ein Ringspalt--16--zum bremsenden Druckausgleich der Bremsflüssigkeit bei Bewegung des Bremskolbens--15--vorhanden ist.
Zur übertragung der abzubremsenden Bewegung des Ventilverschlusskörpers--6-- (Fig. 1) auf den Bremskolben-15ist eine die als Schraubteil ausgebildete Stirnwand--12--durchgreifende, auf der einen Seite mit dem Bremskolben--15--befestigte und auf der andern Seite mit einem Federteller--17--
<Desc/Clms Page number 3>
EMI3.1
**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.