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Hilfsvorrichtung für das Stauchen einer Schenkelhalsfraktur
Nach dem Nageln einer Schenkelhalsfraktur wird das sogenannte Stauchen durchgeführt. Dies besteht darin, dass mittels eines Nachschlageisens, welches aussen an den Knochen (Femurschaft) angesetzt wird, die auf dem eingeschlagenen Nagel sitzenden gebrochenen Teile des Gelenkes zur
Beseitigung der nach dem Nageln vorhandenen Diastase zusammengeschoben werden. Oftmals zeigt sich hiebei, dass der Nagel von dem Nachschlageisen mit vorgetrieben wird und bereits nach zwei bis drei
Hammerschlägen die Kopfkalotte erreicht oder gar perforiert. Dies tritt vor allem dann ein, wenn sich das Nagelende an der Einschlagstelle mit der caudalen Schaftcorticalis verhakt hat. Es ist daher immer wieder nötig, den Nagel daraufhin wieder etwas zurückzuziehen.
Dabei kann es zum Ausbrechen einer Corticalislamelle kommen ; ausserdem kann es bereits zu einer Beschädigung des Gelenkknorpels gekommen sein.
Die erfindungsgemässe Hilfsvorrichtung soll nunmehr dazu dienen, dass die vorgehend angeführten Mängel beim Stauchen mittels eines Nachschlageisens nach der Nagelung einer Schenkelhalsfraktur vermieden werden kann. Hiezu weist erfindungsgemäss das Nachschlageisen eine Längsbohrung auf und ist auf eine, an sich bekannte, mit einem Gleithammer versehene und in den Nagelkopf einschraubbare Griffstange lose aufgeschoben.
Derartige Griffstangen stehen bereits in Verwendung. Sie werden zum Herausziehen des Nagels nach erfolgter Heilung des Schenkelhalsbruches verwendet. Hiezu weisen sie in der Nähe des Griffes einen Bund an der Stange auf, gegen welchen ein, auf der Griffstange aufgeschobener Gleithammer, geschlagen wird, so dass durch die Zugwirkung der in den Nagelkopf eingeschraubten Griffstange der Nagel aus dem Schenkelhals herausgezogen wird. Für das erfindungsgemäss ausgebildete Gerät ist zum Arbeiten beim Stauchen der Fraktur das Vorsehen eines Bundes in der Nähe des Griffes an der Griffstange jedoch völlig ohne Einfluss.
Die erfindungsgemässe Hilfsvorrichtung und ihre Handhabung wird im folgenden an Hand der Zeichnung näher beschrieben, in deren einziger Figur das Hilfsgerät in der Arbeitsstellung bei einem frisch genagelten Schenkelhalsbruch gezeigt ist.
Mit-7 und 8-sind in der Zeichnung die beiden Teile des gebrochenen Gelenks bezeichnet.
Der Nagel-6-ist bereits eingeschlagen worden, und steckt in den beiden Teilen-7 und 8--.
Um eine gute Anlage der Teile des gebrochenen Knochenstückes aneinander zu erzielen, ist es üblich, das sogenannte Stauchen vorzunehmen.
Die hiezu dienende erfindungsgemässe Hilfsvorrichtung besteht aus einer Griffstange--4--, die an einem Ende mit einem Gewinde --11-- zum Einschrauben in den Schaft --5-- des Nagels - versehen ist. Am andern Ende der Griffstange --4-- ist eine Handhabe --10-- angebracht. Auf die Griffstange --4-- ist ein Gleithammer --3-- aufgeschoben, der aus einem, ungefähr 2 bis 3 kg schweren, walzenförmigen Eisenstück besteht.
Nach dem Gleithammer --3-- ist auf die Griffstange noch ein mit einer Bohrung--9--versehener Teil aufgeschoben, welcher vorliegenden
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--12-- entsprechend--l-- von der Assistenz an den Knochen (Femurschaft) in üblicher Weise zur Anlage gebracht, während der Operateur das Gerät an der Handhabe --10-- hält bzw. einen ganz leichten Zug ausübt. Nunmehr kann mit dem Gleithammer --3-- durch Schlagen auf das Nachschlageisen-l-die Fraktur gestaucht werden, ohne dass der Nagel--6--weiter in den Knochen hineinwandert.
Bisher wurde das Nachschlageisen einfach mit der Hand gehalten und frei auf den Knochen im Bereich des Nagels angesetzt und dann mit einem Hammer die Stauchung durchgeführt.
Beim Arbeiten mit der erfindungsgemässen Hilfsvorrichtung ist es nicht mehr nötig nach erfolgtem Stauchen den Nagel--6--wieder ein Stück herauszuziehen, wie es bisher vielfach geschehen musste, da durch das Zurückhalten mittels der Griffstange--4--der Nagel--6--am Hineinwandern während des Stauchens gehindert werden kann.
Wenn die Hilfsvorrichtung in der Nähe der Handhabe--10--mit einem Anschlagbund--9-versehen ist, kann es auch zum Ziehen des Nagels--6--nach erfolgter Heilung des Bruches verwendet werden. In diesem Falle wird vorher das Nachschlageisen--l--abgenommen und das Gerät entspricht dann in seinem Aussehen dem üblichen Gerät zur Entfernung des Nagels--6--. Für die erfindungsgemässe Ausbildung der Hilfsvorrichtung zum Stauchen, ist das Vorhandensein eines Bundes--9--am griffseitigen Ende der Stange--4--ohne jeden Einfluss.