AT286315B - Verfahren zur Herstellung von Hartpech - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von HartpechInfo
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Description
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Verfahren zur Herstellung von Hartpech
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Hartpech durch Erhitzen von Teerprodukten auf etwa 300 bis 380 C und Verblasen mit Luft und/oder Abdestillieren von flüchtigen Anteilen und ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass Pechdestillat und/oder Anthracenöl vorzugsweise hoch siedendes Anthracenöl und/oder Steinkohlenteerpech, das vorher von russartigen Inhaltsstoffen befreit wurde, als Ausgangsstoff eingesetzt wird.
Ein weiteres Kennzeichen des erfindungsgemässen Verfahrens ist, dass die thermische Behandlung so lange fortgesetzt wird, bis der Erweichungspunkt (K-S. ) des Produktes auf über 150 C, vorzugsweise auf über 180 C, angestiegen ist.
Bei der Verwendung von Steinkohlenteerpech wird erfindungsgemäss so vorgegangen. dass das Sie in- kohlenteerpech von den russartigen Inhaltsstoffen vor der Wärmebehandlung durch Filtrieren oder Schleudern, gegebenenfalls in Anwesenheit von Lösungsmitteln und bei erhöhter Temperatur sowie Abtrennen des Lösungsmittels durch Vakuumdestillation, bis auf einen Gehalt an chinolin-bzw. nitrobenzolunlöslichen Bestandteilen unter 10/0, vorzugsweise unter 0, 30/0, befreit wird.
Mit andern Worten wird das gemäss der Erfindung erhalteneHartpechdurchWärmebehandlungund Destillation und/oder Destillation unter Luftverblasung aus Anthracenöl, vorzugsweise hochsiedendem Anthracenöl, oder aus Pechdestillat, wie es bei der Herstellung von Hartpech (Erweichungspunkt nach Krämer-Sarnow über 1200C) aus Normalpech (Erweichungspunkt nach Krämer-Sarnow 63 bis 730C) anfällt, oder aus normalem Pech, das frei ist von russartigen Inhaltsstoffen bzw. von diesen zuvor befreit wurde, hergestellt.
Der bei der Destillation des Steinkohlenteers verbleibende Rückstand, das sogenannte Normal-
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teilig sind bzw. diese ausschliessen. Die Beseitigung der russartigen Inhaltsstoffe kann durch Filtrierung des Pechs nach an sich bekannten Verfahren mit Hilfe von Vakuumdrehfiltern (Saugzellenfiltern), Druckfiltern, Separatoren oder Zentrifugen erfolgen. Das Pech wird entweder vor der Filtrierung in geeigneten Lösungsmitteln (z. B. Solvayöl, Anthracenöl oder Pechdestillat) gelöst, oder die Filtrierung ohne Lösungsmittel bei entsprechenden höheren Temperaturen durchgeführt.
Zur Ermittlung des Prozentgehaltes der russartigen Inhaltsstoffe des Pechs wird zweckmässig das Unlösliche in Nitrobenzol oder Chinolin bestimmt. Das filtrierte Pech soll weniger als 1%, vorzugsweise weniger als 0, 3%, in Nitrobenzol oder Chinolin unlösliche Bestandteile enthalten.
Das Verfahren gemäss der Erfindung wird anschliessend an einigen Beispielen erläutert : Beispiel l : 150 t Pechdestillat, wie es bei der Herstellung von Steinkohlenteerhartpech aus Normalpech anfällt, werden unter Luftverblasung destilliert. Es entstehen 60 t Hartpech mit einem Erweichungspunkt von 1950C (K-S. ).
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Beispiel 2 : 150 thochsiedendes Anthracenöl aus Steinkohlenteer werden unter Luftverblasen destilliert. Es entstehen 52 t Hartpech mit einem Erweichungspunkt von 1930C (K-S.).
Beispiel 3 : Normales Steinkohlenteerpech, sogenanntes Brikettpech, mit einem Erweichungspunkt von 670C (K-S.) wird in der Wärme mit 50% Waschöl vermischt und bei 140 C über ein Vakuumdrehfilter filtriert. Anschliessend wird durch Vakuumdestillation das Waschöl wieder abgetrennt.
50 t dieses von seinen russartigen Inhaltsstoffen befreiten Steinkohlenteerpechs werden unter Luftverblasen destilliert. Es entstehen 36 t Hartpech mit einem Entweichungspunkt von 1910C (K-S. ).
Das erfindungsgemäss erhaltene Hartpech wird bevorzugt zur Herstellung von Koks mit anisotropen Eigenschaften und kristalliner Orientierung verwendet. Dabei soll der Schwefelgehalt des zur Verkokung eingesetzten Hartpechs nach Möglichkeit unter l% liegen und die Verkokung so geleitet werden, dass der entsprechende Koks eine möglichst hohe Dichte aufweist. Hiezu verwendet man normale Koksöfen, wie sie zur Herstellung von Pechkoks aus Steinkohlenteerhartpech eingesetzt werden und dieselben Verkokungsbedingungen, nämlich 800 bis 1300 C, vorzugsweise etwa 1l00bis120 < f'C.
Werden die nach Beispiel 1 hergestellten 60 t Hartpech mit einem Erweichungspunkt von 1950C (K-S.) bei 11500C verkokt, so erhält man 25 t Koks mit kristallinem Gefüge und anisotropen Eigenschaften.
Auch die nach den Beispielen 2 und 3 hergestellten Produkte liefern Koks mit den vorgenannten Eigenschaften.
Beispielsweise benötigt man zur Herstellung sogenannter Graphitelektroden, die insbesondere in elektrischen Lichtbogenöfen Verwendung finden, einen Koks, der anisotropes Verhalten zeigt, damit der elektrische Widerstand der Elektrode insgesamt niedrig ist und die elektrische Leitfähigkeit in der Längsrichtung der Elektrode einen höheren Wert hat als in der Querrichtung. Ausserdem soll der thermische Ausdehnungskoeffizient der Elektrode möglichst gering sein.
Aus dem nach Beispiel 1 hergestellten Hartpech resultierenden Koks und Elektrodenpech wurde in üblicher Weise eine Graphitelektrode hergestellt. Diese Elektrode hatte einen elektrischen Widerstand von 40 x 10-40hm ! cmS und einen thermischen Ausdehnungskoeffizienten von 20 x 10-7 zwi- schen 300 und 8000C. Demgegenüber weist eine unter den gleichen Bedingungen aus normalem Pechkoks hergestellte Graphitelektrode einen elektrischen Widerstand von 60 x 10"* Ohm/cm3 und einen thermischen Ausdehnungskoeffizienten von 40 x 10-7 auf.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Hartpech durch Erhitzen von Teerprodukten auf etwa 300 bis 380 C und Verblasen mit Luft und, oder Abdestillieren von flüchtigen Anteilen, dadurch gekennzeichnet, dass Pechdestillat und/oder Anthracenöl, vorzugsweise hochsiedendes Anthracen- öl und/oder Steinkohlenteerpech, das vorher von russartigen Inhaltsstoffen befreit wurde, als Ausgangsstoff eingesetzt wird.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass die thermische Behandlung so lange fortgesetzt wird, bis der Erweichungspunkt (K-S.) des Produktes auf über 1500C, vorzugsweise auf über 180 C, angestiegen ist.3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Steinkohlenteerpech von den russartigen Inhaltsstoffen vor der Wärmebehandlung durch Filtrieren oder Schleudern, gegebenenfalls in Anwesenheit von Lösungsmitteln und bei erhöhter Temperatur sowie Abtrennen des Lösungsmittels durch Vakuumdestillation, bis auf einen Gehalt an chinolin-bzw. nitrobenzolunlöslichen Bestandteilen unter 1%, vorzugsweise unter 0, 3%, befreit wird.Druckschriften, die das Patentamt zur Abgrenzung des Anmeldungsgegenstandes vom Stand der Technik in Betracht gezogen hat : DT-AS 1189517 DT-PS 968 4 : DT - PS 966 533 DT - PS 740 511
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