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Keimapparat für Getreide, Knollen und ähnliche Früchte.
Versuche mit Keimapparaten bisheriger Einrichtung haben zu der Entdeckung geführt., dass das Keimen von Getreide oder Knollen vorteilhaft dadurch beschleunigt werden kann, dass dieselben in einem geschlossenen porösen Raume, welcher aus nicht pflanzlichen Stoffen besteht, der Einwirkung von Feuchtigkeit ausgesetzt werden, während sie unter dem Eindusse atmosphärischer Luft stehen, welche der Kammer beständig durch die feinen Poren der Wandungen zugeführt wird.
Diese Entdeckung macht die Verwendung von bisher in den Wandungen des Raumes notwendig gewesener Mooseinlage überflüssig, wodurch der Nachteil derartiger Einrichtungen vermieden wird, dass das Moos allmählich ein festes Gefilge annimmt, welches die Porosität der Wandungen beeinträchtigt, indem dadurch der freie Umlauf behindert wird, welcher notwendig ist, das Auswechseln der Gase für das rasche Wachstum der Keime zu ermöglichen. Im übrigen hat das Moos aber noch den weiteren Nachteil, dass es nach einer gewissen Zeit verfault bzw. zerstört wird, wodurch ein Umbau des Keimapparates notwendig wird und Mühe und Auslagen verursacht werden.
Es ist auch bereits bekannt, den Hoden von Malztennen mit porösen Steinen, die mit Kanälen versehen sind, zu belegen. Ein einwandfreier Keimungsprozess wird bei dieser Anordnung jedoch nur dann gewährleistet, wenn das zu keimende Material stets um- geschaufelt wird.
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Keimapparat, welcher sich sowohl für (ìiirtilerei als auch zur Vermälzung von Getreide z. B. für Brauereien eignet und bezweckt eine grössere Menge Getreide, Knollen u. dgl. ohne Umschaufeln zum gleichmässigen Keimen zu bringen. Dies wird dadurch erreicht, dass der gesamte Keimapparat in eine Anzahl Kammern unterteilt ist, deren Wandungen aus festem, nicht vegetabilischem Materiale, z. H. gebranntem Tone bestehen, so dass dem in den Kammern verteilten Materiale die zum Keimen nötige Wärme und Feuchtigkeit gleichmässig zugeführt wird. Um die Zuführung der Wärme und Feuchtigkeit zu erleichtern, sind die Wandungen der Keimkammern mit Luftkanälen versehen.
Der ganze Keimapparat wird durch ein Metallrahmenwerk ab- gesteift, an dem gleichzeitig Türen befestigt sind, die die einzelnen Kammern und somit das dem Keimprozesse ausgestzte Material nach aussen abschliessen. Letzteres wird mittelst leicht auswechselbaren Schubläden in bestimmt bemesenen Mengen in die Kcimkannnern gebracht.
In den Zeichnungen ist eine Ausführungsform eines Keimapparates nach vorliegender
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I''ig. 2 zeigt den Apparat in Seitenansicht, Fig. 3 ist ein schnitt anch Linie 3 der Fig. 1 in Oberansicht, Fig. 4 ist ein Schnitt nach Linie 4 der Fig. 2 in U eransiebt, Flg. f) zeigt die Anordnung der Wände des Apparates teilweise im Shnitte, Fig. 6 und 7 sind Ansichten einer durchbrochenen Schublade, die vorzugsweise für diesen. Apparat verwendet wird und Fig. 8 ist eine im vergrössertem Massstabe dartestellte schaubildliche Ansicht einzwlner TeilederWandmauersteine.
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senkrechten mit b bezeichnet sind und die nach Art des Würfels rechtwinklig aneinandergefügt sind.
Ausser den Winkelversteifungen c sind noch Spreizen d (Fig. 3) angeordnet, welche die den Boden dos Rahmens bildenden Balken a miteinander versteifen. Die
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Fiissen f.
Der Apparat nach vorliegende@ Ausführungsform besteht aus zwei Abteilungen von senkrecht übereinanderliegenden Kammern h. Jede Abteilung nimmt ungefähr die Hälfte des ganzen Raumes ein und durchsetzt den Apparat von einem Ende zum anderen (Fig.
Zum Aufbau der Wände des Apparates dienen poröse, unglasierte hohle Mauersteine. Die Seitenwände bestehen aus Steinen der in Fig. 8 mit i bezeichneten Ausflhrungsform,-teder
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Steine i eintreten, während auch bei diesen Steinen j nach innen ragende Seitenflanschen j2 vorgesehen sind. Die Mittelmauer, welche das ganze Gebäude in zwei Abteilungen teilt, besteht aus den mit k bezeichneten Steinen (Fig. 8). Jeder dieser Steine besitzt flache Seiten kleine Bodenrippe k2, seitliche Flanschen k3 und eine Nut k, im oberen Teile. Auch diese Steine sind hohl und durch Zwischenwände in parallele Kanäle oder Kammern k5 geteilt.
Für die Steine k wird der Abschluss nach oben durch die Steine I bewirkt (Fig. 8), welche mit seitlichen Flanschen 12'Höhlungen 18 und Bodenrippen 11 ausgestattet sind, die sich in die Nuten k, der darunter liegenden Steine hineinlegen. Die Böden und Decken der einzelnen Kammern h bestehen aus den Steinen m (Fig. 8), die an ihren oberen und unteren Seiten eben begrenzt und mit Kanälen m2 und seitlichen Flanschen m, versehen sind und mit diesen abwechselnd ineinandergreifen. Die Flanschen m1 der äussersten Steine legen sich über die Flanschen i2 bzw. g der Seitenwände, um durch Überlappung die Verbindung herzustellen.
Aus der Zeichnung (Fig. 5) ist ersichtlich, wie der Aufbau der Mauer erfolgt, wobei die Verbindung der einzelnen Steine mit Hilfe von Zement bewirkt wird. An den Stellen, an denen die Enden der Steine m zusammentreffen, sind Winkeleisen n vorgesehen (Fig. 2), während die äusseren Enden dieser Steine durch die senkrechten Flanschen von Winkeleisen abgestützt sind (Fig. 5), an denen klappenartig aufgehängte Türen p befestigt werden, um die einzelnen Kammern nach aussen hin abzuschliessen.
Die Zugstangen 9 dienen zum Absteifen des ganzen Apparates.
Bei Gebrauch des Apparates wird das Getreide oder die Knollen, welche zum Keimen gebracht werden sollen, in die Kammern h gebracht, u. zw. am zweckmässigsten in aus Draht geflochtenen offenen Schubladen q (Fig. 6 und 7). Bei Verwendung dieser Schubladen ist es möglich sie von jeder Seite. in jede Kammer einzuführen. Zwecks Schaffung der erforderlichen Feuchtigkeit werden die Wände mit Wasser gesättigt, oder es kann auch der Inhalt der Kammern mit Wasser behandelt werden, dessen Überschuss durch die Porosität der Wandungen angesaugt wird, wodurch die für das Wachstum nötige Feuchtig- keit beständig aufrecht erhalten bleibt, wobei die Luft gleichmässig durch die porösen
Wände durchstreicht und so das Keimen beschleunigt.
Ein Vorteil des beschriebenen Apparates liegt darin, dass das Wachstum sehr be- schleunigt wird und der Apparat ausserdem immer rein und in guter Ordnung erhalten werden kann. Die mit Kanälen versehenen Bausteine sind massiven Steinen vorzuziehen, weil sie den Umlauf der Luft besser ermöglichen. Anstatt steinartiger Baumaterialien kann man sonstige Stoffe zum Aufbau verwenden, welche aus fester, nicht vegetabilischer Substanz bestehen, die sich für die Herstellung poröser Kammerwände eignen.
Die Porosität ist. von grosser Wichtigkeit, da deren Vorhandensein eine gleichförmige, regelmässige Feuchtigkeit. die Einwirkung von Wärme, Lufzirkulation und Ventilation gleichzeitig ermöglicht, derart.
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PATENT-ANSPRÜCHE :
1. 1\eimapparat für Getreide, Knollen und ähnliche Früchte, dadurch gekennzeichnet. dass der gesamte Apparat in eine Anzahl Kammern unterteilt ist. deren Wandungen aus festem, nicht vegetabilischem Materiale, z.
B. porösem, gebranntem Tone bestehen, so dass durch diese Verteilung der Menge des Keimgutes der gesamte Inhalt jeder Keimkammer die notwendige Menge von Wärme und Feuchtigkeit erhält, ohne dass ein Umschaufeln oder Wenden des Keimgutos notwandig ist.
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