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Photographische oder kinematographische Kamera mit eingebautem Belichtungsmesser
Die Erfindung betrifft eine photographische oder kinematographische Kamera mit eingebautem Belichtungsmesser, welche zur Aufnahme von Filmkassetten mit Marken zum selbsttätigen Berücksichtigen der Filmempfmdlichkeit eingerichtet ist, die von einem mit dem Belichtungsmesser in Wirkungsverbindung stehenden Fühler abgetastet werden, der beim Schliessen bzw. Verriegeln des Kameradeckeis bei geladener Kamera von einer Ausgangslage in eine durch die Filmempfindlichkeitsmarke bestimmte Abtaststellung überwechselt und mit einer Vorrichtung, welche das Messwerk des Belichtungsmessers von dessen Stromquelle trennt, solange sich keine. Kassette in der Kamera befindet.
Die Schweizer Patentschrift Nr. 423461 und die beiden deutschen Auslegeschriften 1202125 und 1247842 zeigen bereits Kameras mit einem die Marken der Filmkassette abtastenden und mit dem Belichtungsmesser in Wirkungsverbindung stehenden Fühler, der beim Schliessen bzw. Verriegeln des Kameradeckeis bei geladener Kamera von einer Ausgangslage in seine jeweilige Abtaststellung überwechselt. Der Fühler dient dabei ausschliesslich der Ermittlung des jeweiligen Filmempfmdlichkeitswertes, wobei er im entladenen und geschlossenen bzw. verriegelten Zustand der Kamera eine dem einen Grenzwert des Filmempfmdlichkeitseinstellbereiches zugeordnete Endstellung einnimmt.
Durch die österr. Patentschrift Nr. 213698 ist ferner eine Kamera mit einem von einer Batterie gespeisten Belichtungsmesser bekanntgeworden, in dessen Stromkreis ein Schalter angeordnet ist, der mittels eines durch das Einlegen eines Filmes verstellten Tastgliedes schliessbar ist. Ein solcher Schalter verhindert eine dauernde Beanspruchung und damit einen schnellen Verbrauch der den Belichtungsmesser speisenden Batterie. Bei geöffnetem Schalter nimmt das Messwerk als Zeichen dafür, dass sich kein Film in der Kamera befindet und diese somit nicht betriebsbereit ist, eine Endlage ein, auf die der Kamerabenutzer durch einen mit dem Messwerk verbundenen und im Kamerasucher spielenden Zeiger hingewiesen wird.
Nach einem andern, durch die deutsche Auslegeschrift 1229381) bekanntgewordenen Vorschlag ist zum Unterbrechen eines Messstromkreises die zum selbsttätigen Einstellen der Filmempfindlichkeit dienende Steuermarke einer Filmpatrone oder-kassette vorgesehen.
Für Demonstrationszwecke sowie zum Prüfen der Funktionsbereitschaft des Belichtungsmessers nach längerer Liegezeit der Kamera ist es erwünscht und zweckmässig, wenn sich der Belichtungsmesser auch im entladenen Zustand der Kamera vorübergehend einschalten lässt. Hiezu ist es erforderlich, die Vorrichtung, welche das Messwerk des Belichtungsmessers von seiner Stromquelle trennt, ausser Wirkung zu setzen. Dies geschieht bei den vorstehend beschriebenen, bekannten Bauarten dadurch, dass der Kamerabenutzer das bei geladener Kamera mit dem Film bzw. einer Filmbehältermarke zusammenarbeitende Tastglied der Vorrichtung erfasst und betätigt.
Eine solche Manipulation ist insofern unbequem und zeitraubend, als das Tastglied im Filmaufnahmeraum der Kamera angeordnet und deshalb für die Finger des Kamerabenutzers infolge der beengten Raumverhältnisse nur schwer oder
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überhaupt nicht zugänglich ist.
Um diese Nachteile bei einer Kamera der eingangs bezeichneten Art ohne zusätzlichen Aufwand zu beseitigen, wird nach der Erfindung vorgeschlagen, dass dem die Filmempfindlichkeitsmarken der Kassette abtastenden Fühler ein zum Betätigen der Vorrichtung dienender, sich an den Filmempfindlichkeitseinstellbereich anschliessender überweg zugeordnet ist, in den der Fühler eintritt, wenn der Kameradeckel im entladenen Zustand der Kamera geschlossen bzw. verriegelt wird. Auf diese Weise lässt sich der Belichtungsmesser auch bei entladener Kamera ohne Schwierigkeiten in Betrieb setzen. Man braucht hiezu lediglich den Kameradeckel von aussen zu entriegeln bzw. zu öffnen, so dass der Fühler den Bereich seines Überweges verlässt und in seine Ausgangslage überwechselt.
Manipulationen im Filmaufnahmeraum der Kamera, die unter Umständen zu Beschädigungen dort angeordneter empfindlicher Teile führen, sind nicht mehr erforderlich.
Nach einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist die Vorrichtung einen vom Fühler betätigten Schalter zum Unterbrechen des Messstromkreises auf.
Eine vorteilhafte Ergänzung der Vorrichtung bildet eine Anordnung, welche in Abhängigkeit von der Lage des Fühlers anzeigt, ob die Vorrichtung wirksam ist oder nicht.
Eine Bauart der Anzeigeanordnung, die sich mit Vorteil bei Messwerken verwenden lässt, deren Drehspule eine Rückstellfeder aufweist, besteht darin, dass der bewegliche Teil der Anzeigeanordnung mit der Drehspule des Belichtungsmessers verbunden und vorzugsweise im Kamerasucher sichtbar ist.
Für Belichtungsmesser mit richtkraftloser Drehspule, welche auch nach dem Unterbrechen des Stromkreises ihre jeweils eingenommene Einstellage beibehält, ist es dagegen zweckmässig, den beweglichen Teil der Anzeigevorrichtung mit dem die Marke der Filmkassette abtastenden Fühler zu verbinden.
In den Zeichnungen und der nachfolgenden Beschreibung ist die Erfindung an Hand mehrerer Ausführungsbeispiele erläutert. Es zeigen : Fig. l die für die Erfindung wesentlichen Teile einer Laufbildkamera mit eingebautem Blendenregler in einer ersten Ausführungsform in perspektivischer Darstellung.
Die Kamera ist mit einer Filmkassette geladen, jedoch noch nicht verriegelt, Fig. 2 die mit einer Filmkassette geladene Kamera nach der Verriegelung des Kameradeckeis, Fig. 3 die gleiche Kamera nach der Entnahme der Filmkassette und erneuter Verriegelung des Kameradeckeis, Fig. 4 ein zweites Ausführungsbeispiel in einer perspektivischen Darstellung und in einer Lage, wie sie die Vorrichtung
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Teil des Aufnahmelichtes über einen Umlenkspiegel --4-- auf einen Photowiderstand-5-wirft. Dieser ist über Leitungen-6, 7- (Fig. l, 3) an ein Drehspulmesswerk-8-angeschlossen. Auf einer Achse--9--dieses Werkes sitzt drehfest eine mit einer keilförmigen Lichtdurchlassöffnung --10- (Fig.
l) versehene Blendenlamelle Die Leitung --6-- enthält eine Batterie --12-- und die Leitung --7-- einen im unbeeinflussten Zustand geschlossenen Schalter-13mit zwei Kontaktzungen-14, 15--.
Die Kamera ist zur Aufnahme einer auswechselbaren Kassette --16-- eingerichtet, in die ein mit einseitiger Perforation versehener Schmalfilm-17-eingelegt ist. Die Kassette --16-- besitzt
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der Film beim Lauf der Kamera schrittweise weitergeschaltet. Seitlich oberhalb des Fensters-18- ist in einem überstehenden Rand der Kassette --16-- eine rechteckige Aussparung-19ausgebildet.
Die Unterkante --20-- dieser Aussparung dient als Marke für die Filmempfindlichkeit und wird durch einen nachstehend noch näher beschriebenen, mit dem Blendenregler--5 bis 12-der Kamera in Wirkungsverbindung stehenden Fühler --21-- abgetastet, Die Grösse der Aussparung --19-- in vertikaler Richtung, d. h. der Abstand der Kante--20--von einer Fixkante--22-, richtet sich nach der Empfindlichkeit des in der Kassette-16-befindlichen Filmes. Kassetten, die mit einem Film niedriger Empfindlichkeit geladen sind, weisen eine längere Aussparung auf als solche mit höher empfindlichen Filmen.
Jeder Filmempfindlichkeit ist somit eine ganz bestimmte Stellung des die Kante-20-abtastenden Fühlers-21-zugeordnet. In den Ausführungsbeispielen der Fig. l bis 3 und 5 ist die Kamera mit einer Kassette, die einen Film mit der niedrigsten vorgesehenen Empfindlichkeit enthält, geladen.
Der Fühler-21-ist als abgebogener Lappen an einer Platte --23-- ausgebildet, die mit zwei Schrauben--24, 25-- an einer festen platine --26-- der Kamera verschiebbar geführtist. Ein
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Bewegung des Knopfes schiebt dessen Rückstellarm-38-die Platte-23-gegen Federwirkung nach oben in ihre der grössten Filmempfindlichkeit zugeordnete Ausgangslage und hält sie in dieser Lage fest. Der Photozelle --5-- steht dabei diejenige Zone des Graufilters-28-gegenüber, welche die grösste Lichtdurchlässigkeit aufweist.
Wird der Knopf-34-in seine Riegelstellung überführt, ohne dass sich eine Filmkassette in der
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Arm-38-des--15-- des Unterbrecherschalters-13-und hebt sie von der Kontaktfeder --14-- ab. Dadurch wird das Messwerk --8-- stromlos und seine Drehspule nimmt unter dem Einfluss einer an sich bekannten, nicht gezeigten Rückstellfeder eine ausserhalb des eigentlichen Messbereiches befindliche Lage ein.
Will man den Blendenregler bei entladener Kamera vorübergehend einschalten, so braucht hiezu lediglich der Schiebeknopf-34-von der in Fig. 3 dargestellten Riegelstellung in die dem entriegelten Zustand des Kameradeckels zugeordnete Lage nach Fig. l überführt zu werden. Bei dieser
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Knopfes-34-die Platte-23-zwangsläufig--14-- an, wodurch der Stromkreis des Blendenreglers-5 bis 12-geschlossen wird. Schiebt man den Knopf --34-- wieder in seine Riegelstellung nach Fig. 3, so trennt der Lappen --39-- der Platte --23-- durch Öffnen des Schalters --13-- die Batterie --12-- erneut vom Messwerk --8--.
An Stelle der beim Ausführungsbeispiel nach den Fig. l bis 3 verwendeten Graufilters, kann zum Berücksichtigen der Filmempfindlichkeit bei der selbsttätigen Blendeneinstellung auch ein im Stromkreis des Blendenreglers angeordneter, veränderbarer Widerstand benutzt werden. Eine solche Bauart ist in Fig. 5 gezeigt. Eine gerätefest angebrachte Platte --40-- aus einem Isoliermaterial trägt einen Widerstand --41--, beispielsweise einen Kohleschichtwiderstand, dessen Länge dem Filmempfindlichkeitseinstellbereich der Kamera angepasst ist. Der Widerstand wird von einem Schleifer-42-
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Lage ausserhalb des Widerstandes--41--ein. Dies hat zur Folge, dass das Messwerk keinen Strom erhält und deshalb nicht reagiert.
Im übrigen entspricht die Arbeitsweise der Vorrichtung nach Fig. 5 sinngemäss derjenigen der Fig. 1 bis 3.
Die Achse --9-- des Messwerkes --8-- trägt einen Zeiger--45-- (Fig. l und 3), der hinter einer Linse --46-- des Kamerasuchers zwischen zwei den Blendeneinstellbereich der Kamera
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dem Messwerk zugeordneten Rückstellfeder in die in Fig. 3 gezeigte Endlage, in welcher der Zeiger im Bereich der Marke--47--liegt. Daran kann der Kamerabenutzer beim Durchblick durch den Kamerasucher erkennen, dass sich keine Filmkassette in der Kamera befindet und das Messwerk stromlos ist.
Manche Kameras haben Messwerke, die richtkraftlos sind und deshalb ihre gerade eingenommene Einstellage auch nach dem Unterbrechen ihres Stromkreises beibehalten. Damit der Kamerabenutzer auch in solchen Fällen erkennen kann, ob das Messwerk stromlos ist oder nicht, können diese Kameras mit einer Anzeigevorrichtung der in Fig. 4 gezeigten Art ausgerüstet sein. In einer Seitenwand-49des Kameragehäuses befindet sich ein Schauloch-50--, mit dem als beweglicher Teil der Anzeigevorrichtung ein abgebogener Arm--51--der den Fühler --21"-- tragenden Platte --23"-- zusammenarbeitet. Befindet sich der Fühler --21"-- in seiner Ausgangslage oder in seiner Abtaststellung, so liegt der Arm-51-ausserhalb des Schauloches-50--. Der Kamerabenutzer erkennt daran, dass das Messwerk Strom erhält und arbeitet.
Liegt dagegen der Arm--51--hinter dem Schauloch-50--, so weist dies den Kamerabenutzer darauf hin, dass sich keine Filmkassette in der Kamera befindet und der Stromkreis des Blendenreglers geöffnet ist.