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Stossfreie Dauerbremse.
Bei elektrisch betriebenen Motorwagen werden zumeist elektromagnetische Bremsen (Scheiben-, Solenoidbremsen u. dgl.) verwendet, welche von den als Generatoren laufenden Wagenmotoren gespeist werden. Die Wirkung derartig betätigter elektrischer Bremsen ist von dem Verlaufe des Bremsstromes abhängig, so dass bei verminderter Wagengeschwindigkeit auch eine verminderte Bremswirkung erzielt wird. Ferner besitzen diese Bremsen noch den Nachteil, dass ihre Wirkung sowohl beim Einschalten als auch beim Ausschalten des Bremsstromes stossweise erfolgt. Bei Bremsen der nachstehend beschriebenen Anordnung sind diese Nachteile beseitigt.
In der Zeichnung (Fig. 1 und 2) sind zwei Ausführungsformen der Erfindung dargestellt.
Der Raum A (Fig. 1 und 2) vor einem als Kolben ausgebildeten Solenoidkerne K1 ist mit mittels der Rohrleitung Z durch Zwischenschaltung des Ventiles K mit dem Raume B
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oder dgl. ). Mit dem Kerne K, (Fig. 1) bzw. mit dem Kolben K2 (Fig. 2) ist das rems- gestänge starr oder federnd verbunden.
Die Wirkungsweise ist nun die folgende : Wird in das Solenoid's'ein elektrischer Strom gesendet, so wird der Kern K1 angezogen und trachtet die im Raume A vorhandene Flüssigkeit zu verdrängen. Bei entsprechendem Querschnitte der Rohrleitung Zerfolgt dito Verdrängung der Flüssigkeit infolge des Bewegungswiderstandes ganz allmählich, was zur Folge hat, dass auch das Bremsgestänge nur allmählich, also nicht stossweise, zur Wirkung
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Drucke ausgesetzt ist, wogegen bei der.
Anordnung nach Fig.2 die Flüssigkeit stets einen bestimmten, der jeweiligen Bremskraft entsprechenden Druck erhält Einen Nachteil der Anordnung nach Fig. 1 bildet der Umstand, dass bei Anwesenheit von Luft neben der
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(Fig. l) erfolgt, u. zw. so weit, bis die Flüssigkeit und die Luft im Raume B eine der Bremskraft entsprechende Spannung bzw. einen entsprechenden Durck erhält. Dieser Umstand ist bei der Anordnung nach Fig. 2 ganz ausgeschlossen, nachdem daselbst sowohl die Flüssigkeit als auch die Luft schon vom Hause aus immer die richtige Spannung besitzt.
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geöffnet und die Bremse wird angezogen.
In der Stellung I, des Hebels H geht der Strom durch den Widerstand 11', zu den Solenoiden s und, ; das Ventil T ist also geschlossen
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und verhindert dadurch eine weitere Bewegung dos Kernes K1 bzw. Ka. auch wenn das Solenoid 8 unter Strom ist. Das Solenoid S kann auch kurzgeschlossen oder ganz ausgeschaltet werden, wie dies in Fig. 2 (Stellung I. punktiert und 3) eingezeichnet ist. Die Schaltungsweisen bei den Stellungen II und 11a sind analog jenen der Stellungen 1 und 1a, nur ist der Widerstand W2 ausgeschaltet ; es kann daher eine stärkere Bremswirkung erzielt werden.
Die Schaltungsweise bei den Stellungen 1 und 2 ist analog jener der Stellungen I und la, nur erfolgt jetzt die Betätigung der Bremse und des Ventiles nicht vom Bremsstrome, sondern von dem den Wagen befördernden Strome oder von einer beliebigen Stromquelle. In der Stellung 3 ist nur das Solenoid 81 eingeschaltet, das Ventil ist also geöffnet und die Bremse kann in üblicher Weise mittels einer Feder ganz gelockert werden. Die Solenoide können je nach Zweckmässigkeit entweder alle oder ein Teil derselben sowohl als Spannungs-als auch als Stromspulen ausgeführt worden, desgleichen können dieselben je nach Erfordernis nebeneinander oder hintereinander geschaltet werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Stossfreie Dauerbremse, dadurch gekennzeichnet, dass die vor einem Solenoidkerne (Kl) oder vor einem mit dem Solenoidkerne starr oder federnd verbundenen Kolben vorhandene Flüssigkeit zwangsweise durch eine Zuleitung (Z) von geeignetem Querschnitte in den
Raum (B) hinter dem mit dem Bremsgestänge starr oder federnd verbundenen Solenoidkerne (K1) geführt und in beliebiger Lage des Kernes durch Schliessung eines in die Zuleitung eingeschalteten Ventiles (V) abgesperrt wird, wodurch eine stossfreie, dauernde und vom Verlaufe des Bremsstromes unabhängige Bremswirkung erzielt wird.