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Fassung für ein pankratisches Objektiv
Die Erfindung betrifft eine Fassung für ein pankratisches Objektiv mit mindestens zwei nach verschiedenen Bewegungsgesetzen verschiebbaren Gliedern, die mit ihren Fassungen vorzugsweise auf Säulen axial verschiebbar angeordnet sind, wobei zwei Objektivglieder durch Stifte steuerbar sind, welche mit an einem koaxialen Zylinder oder an einer Scheibe angeordneten Steuerflächen zusammenwirken, welcher bzw. welche zur Brennweitenänderung verstellbar ist.
Bei bekannten Konstruktionen dieser Art ist für jedes verschiebbare Glied eine Steuerfläche vorgesehen. Diese sind üblicherweise als Schlitze in einer ebenen Kurvenscheibe ausgebildet. In einer andern Variante sind die Steuerflächen in einem die Objektivfassung umschliessenden koaxialen Zylinder angeordnet und nach Art eines Gewindeganges mit variabler Steigung ausgebildet. Diese Lösungen sind besonders dann relativ aufwendig, wenn das Objektiv drei oder mehrere verschiebbare Objektivglieder aufweist, die nach verschiedenen Bewegungsgesetzen zu steuern sind.
Es ist ein Ziel der Erfindung, eine Fassung für solche pankratische Objektivsysteme herzustellen, die sich durch besondere Einfachheit in der Erzeugung und Montage auszeichnen. Dieses Problem wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass zwei Fassungsteile mit den Stiften durch eine Federanordnung verbunden sind, welche auf die Fassungsteile gegensinnig einwirkt und die Stifte nur einseitig und kraftschlüssig an eine zugehörige Steuerfläche anlegt. Besondere Vorteile des Erfindungsgegenstandes ergeben sich bei optischen Systemen, bei welchen die beiden verschiebbaren Objektivglieder bei der Brennweitenänderung grosse Verschiebewege aufweisen, während die Relativbewegung zwischen den beiden Gliedern klein ist.
Bei einer solchen Lösung ergeben sich relativ geringe Federwege, wodurch sich die Andruckkraft der Stifte an den Steuerflächen und damit die Reibungswerte an diesen Steuerflächen, nur in sehr kleinen Grenzen ändern.
Gemäss einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die beiden Stifte in einer gemeinsamen, die optische Achse enthaltenden Ebene angeordnet, in welcher auch die Angriffspunkte des Federelementes liegen. Durch diese Massnahme wird ein Verkanten der Fassungen der einzelnen Objektivglieder an ihren Führungselementen mit Sicherheit vermieden und eine ausserordentlich hohe Gleichmässigkeit der zur Brennweitenänderung notwendigen Kräfte gewährleistet.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles und unter Bezugnahme auf die Zeichnungen. Die Fig. l zeigt schaubildlich und schematisch ein pankratisches System mit drei nach verschiedenen Bewegungsgesetzen verstellbaren Objektivgliedern. Die Fig. 2 zeigt im vergrösserten Massstab einen Axialschnitt durch ein pankratisches System gemäss Fig. 1. Die Fig. 3 zeigt die Abwicklung eines Steuerzylinders für eine Fassung eines pankratischen Systems, die gegenüber der in Fig. l dargestellten Lösung geringfügig modifiziert ist.
In Fig. l ist mit--l--das Frontglied des Objektivs bezeichnet, das bei einer Brennweitenverstellung ortsfest bleibt. Auf das Frontglied--l--folgt ein negatives Glied--2--, dessen Fassung --3-- an zwei Säulen-4 und 5-in Richtung der optischen Achse verschiebbar geführt ist. Dieses negative Glied ist primär für eine Brennweitenänderung verantwortlich und ist längs eines relativ grossen Weges verschiebbar. An der Objektivgliedfassung-3-ist ein Stift-6-
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angeordnet, der in den Steuerschlitz eines in Fig. 1 nicht dargestellten Zylinders eingreift und das Objektivglied--2--in Axialrichtung verschiebt.
Auf das negative Glied --2-- folgen zwei weitere verstellbare Objektivglieder--7 und 8--. Das negative Glied--7--wird durch einen negativen Meniskus gebildet, dessen Fassung--9--an den achsparallelen Säulen-4, 5 und 10--verschiebbar geführt ist. Um ein Verkanten der Objektivgliedfassung zu vermeiden, weist diese einen sich axial erstreckenden Bügel auf, dessen beide Lagerstellen an der Säule --10-- einen relativ grossen axialen Abstand besitzen. Das Objektivglied-8-wird durch eine Bikonvexlinse gebildet, die in einer Fassung --12-- gehalten ist. Diese Fassung wird ebenfalls an den Säulen --4,5 und 10-geführt und besitzt in Übereinstimmung mit der Fassung des Objektivgliedes --7-- einen ebenfalls an der Säule --10-- gelagerten und sich axial erstreckenden Bügel --13--.
Die Steuerung der Objektivglieder--7 und 8--erfolgt durch Stifte--14 und 15--, die an den Fassungen der jeweiligen Objektivglieder angeordnet sind. Eine die Säule --10-- umgebende und zwischen den Bügeln--11 und 13-- eingespannte Druckfeder --16-- ist bestrebt, den axialen Abstand der beiden Objektivglieder zu vergrössern und die Stifte-14 und 15-an die Steuerflächen eines in Fig. 1 nicht dargestellten Zylinders anzupressen. Mit-17-ist das Grundobjektiv des pankratischen Systems bezeichnet, welches das vom pankratischen Vorsatz-1, 2, 7 und 8-erzeugte virtuelle Bild des Aufnahmeobjektes in der Filmebene einer Kamera abbildet. Das Grundobjektiv weist eine feste Brennweite auf und besitzt daher keine verschiebbaren Objektivglieder.
Die Fig. 2 zeigt im Axialschnitt Details der Fassung des pankratischen Vorsatzes gemäss Fig. l. Die
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der Stift --15-- der Fassung des Objektivgliedes --8-- unter der Wirkung der Druckfeder --16-- anliegen. Der Zylinder --21-- weist ferner einen in Fig. 2 nicht dargestellten
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eingeschraubten Bolzens --24-- verdrehbar.
Die Fig. 3 zeigt schliesslich eine Abwicklung eines Steuerzylinders --31--, der gegenüber der in den Fig. l und 2 dargestellten Lösung insofern abgeändert ist, als die Führungsstifte --14 und 15-der beiden Objektivglieder--7 und 8--nicht in einer gemeinsamen Meridianebene, sondern versetzt angeordnet sind. In Übereinstimmung mit Fig. 2 weist der Steuerzylinder--31--einen durch die Führungsflächen --22 und 23-- begrenzten Führungsschlitz --34-- auf. Zur Steuerung des Objektivgliedes --2-- ist ein Steuerschlitz--35--vorgesehen.
Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Beispiele beschränkt. So ist es im Rahmen der nachfolgenden Patentansprüche möglich, an Stelle des Steuerschlitzes-34-erhabene Kurven auf dem Steuerzylinder anzubringen. In diesem Fall liegen die Führungsstifte--14 und 15--an der Aussenkontur des Körpers an und werden durch eine Zugfeder an die entsprechenden Steuerflächen angepresst.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Fassung für ein pankratisches Objektiv mit mindestens zwei nach verschiedenen Bewegungsgesetzen verschiebbaren Gliedern, die mit ihren Fassungen vorzugsweise auf Säulen axial verschiebbar angeordnet sind, wobei zwei Objektivglieder durch Stifte steuerbar sind, welche mit Steuerflächen an einem zu den Fassungen koaxialen Zylinder oder an einer Scheibe zusammenwirken,
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dass zwei Fassungsteile mit den Stiften durch eine Federanordnung verbunden sind, welche auf die Fassungsteile gegensinnig einwirkt und die Stifte nur einseitig und kraftschlüssig an eine zugehörige Steuerfläche anlegt.
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