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Rollenherdofen zum Isolieren und Glühen von Texturblechen
Die Erfindung bezieht sich auf einen Rollenherdofen zur Glühbehandlung von geschnittenen und gestanzten Texturblechen und-bändern mit kontinuierlichem oder periodischem Durchlauf durch ein
Tauchband mit Isoliermasse sowie zum anschliessenden Trocknen, Einbrennen und Glühen.
Die für die Herstellung von Transformatorkernen verwendeten Texturbleche sind im
Anlieferungszustand mit einer keramischen Isolierschicht versehen. Sie werden im Anschluss an die
Schneid- und Stanzbearbeitung zum Zwecke der Wiederherstellung des Ausgangsgefüges einer
Glühbehandlung unterworfen.
Da auf den Texturblechen die Stärke der Isolierschicht und damit der elektrische Querwiderstand oft in beachtlichen Grenzen schwankt und die Isolierschicht beim Transport und durch die nachträgliche Bearbeitung leicht verletzt wird, ist man bei der Transformatorenberechnung gezwungen, unter Berücksichtigung dieser Umstände die Transformatorkerne zu überdimensionieren, um die Eisenverluste auf die Garantiewerte zu senken. Diese überdimensionierung der Transformatorkerne verteuert den Transformator erheblich. Es ergibt sich daher die Notwendigkeit, zusätzlich zur Glühbehandlung noch eine Wiederherstellung der Isolierschicht vorzunehmen.
In diesem Zusammenhang ist es aus der deutschen Patentschrift Nr. 685657 bereits bekannt, Transformatorbleche vor dem Glühen durch Eintauchen in ein Phosphatbad mit einem Schutzüberzug zu versehen. Es ist ferner aus der deutschen Patentanmeldung A 19262 VI/48d ein Verfahren zum Herstellen einer dünnen, isolierenden Schicht auf für Eisenkerne vorgesehene Bleche bekannt. Auf die Metalloberfläche wird dabei eine Salzlösung in dünner Schicht aufgebracht. Die Salzlösung oxydiert dann infolge Trocknung und Wärmebehandlung zusammen mit der Metalloberfläche und bildet mit dieser die Isolierschicht. Zum Trocknen und Bilden der Isolierschicht kann hiebei die üblicherweise nach dem Walzen der Bleche erforderliche Glühbehandlung ausgenutzt werden.
Es ist bei diesen beiden bekannten Verfahren jedoch nicht gewährleistet, dass die Isolierschicht überall auf der Fläche des behandelten Bleches die gleiche Dicke erhält. Auch ein mit solchen Blechen hergestellter Transformator müsste also noch erheblich überdimensioniert werden. Weiterhin ist in keiner der genannten Druckschriften gesagt worden, wie man die bekannten Verfahren auf technisch einfache Weise kontinuierlich ausführen kann. Es wäre beispielsweise günstig, wenn die zu behandelnden Bleche kontinuierlich bzw. periodisch durch das Isolierstofftauchbad zur Glühzone des Rollenherdofens transportiert werden könnten. Für kontinuierliche Transporte werden häufig Förderbänder benutzt.
Normale Förderbänder sind im vorliegenden Fall aber ungeeignet, da eine gleichmässige Isolierstoffbeschichtung im Tauchbad auf der Ober- und Unterseite der Bleche kaum zu erwarten ist.
Aus der USA-Patentschrift Nr. l, 532, 017 ist nun ein Verfahren zum kontinuierlichen, gleichmässigen Wärmebehandeln von emaillierten Gegenständen bekannt, bei dem Förderbänder mit Spitzenauflagen verwendet sind. Die USA-Patentschrift gibt aber keinen Hinweis darauf, wie eine Isolierschicht auf Texturblechen unmittelbar vor deren Glühbehandlung aufgebracht bzw. erzeugt werden kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Rollenherdofen zur Glühbehandlung von geschnittenen oder gestanzten Texturblechen und Bändern mit kontinuierlichem oder periodischem Durchlauf zur Wiederherstellung des Ausgangsgefüges zu schaffen, bei dem die Glühbehandlung auf einfache Weise mit einem zusätzlichen Isoliervorgang verbunden ist und wobei der Isoliervorgang die
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Schaffung von Isolierschichten gleichmässiger Dicke gewährleistet.
Erfindungsgemäss sind zur Förderung der Texturbleche im Tauchbad Förderbänder mit an sich bekannten Spitzenauflagen vorgesehen, nach dem Tauchbad sind Walzen zur Homogenisierung der Isolierschicht sowie zum Abstreifen überschüssigen Isoliermaterials angeordnet und anschliessend ist zur Förderung der in die Rollenherdaufheizzone ein gleichfalls mit Spitzenauflagen versehenes Förderband, welches die Trocken-, Einbrenn- und Aufheizzone durchläuft, vorgesehen.
Das Aufbringen der zusätzlichen Isolierschicht vor der Endglühung vermindert die Streuung des Isolierwertes der Texturbleche im Anlieferungszustand und die Sicherheitszuschläge können verringert werden. Vorteilhaft ist die spitzenförmige Auflagerung der Texturbleche auf dem Förderband, weil sie einen allseitigen Zutritt des Bades zu den Oberflächen ermöglicht. Die Übergabe der Texturbleche vom Förderband auf den Rollenherd erfolgt oberhalb der Temperatur, bei welcher die Isolierschicht bereits trocken und soweit verfestigt ist, dass ein Transport auf dem Rollenherd ohne Beschädigung der Isolierschicht möglich ist. Der Rollenherd fördert sodann die Texturbleche durch die für die Endglühung im Anschluss an die Aufheizzone liegende Glüh- und Kühlzone des Ofens.
In der Zeichnung ist die Erfindung schematisch dargestellt. Über den angetriebenen
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--1-- gelangen- -5-- hineintaucht. Ab Badaustritt angeordnete Walzen--6-ziehen die Texturbleche --2-- aus dem Bad--5-heraus und bringen sie auf ein ebenfalls mit Spitzenauflagen --3-- versehenes nachgeschaltetes Förderband--7--, welches die anschliessende Trocken-, und Einbrenn- und Aufheizzone-8-durchläuft. Von hier gelangen die Bleche--2-in den Rollenherdofen-9-.
Der erfindungsgemässe Rollenherdofen zeichnet sich vor allem durch besondere Einfachheit aus, insbesondere weil mit seiner Hilfe ein mehrteiliger Arbeitsprozess im Fliessbandverfahren abwickelbar ist.
Die Gedrängtheit bedingt eine einfache Handhabung der Anlage, eine Zeitersparnis bei der Vergütung der Texturbleche und damit auch eine Einsparung an Arbeitsplätzen bzw. Arbeitskräften. Da diese erfindungsgemässe, auf einfache Weise durchzuführende Nachbearbeitung der Texturbleche einerseits ohnehin erforderlich ist und anderseits sehr gute Ergebnisse liefert, können die vorgefertigten Bleche mit relativ geringer Masshaltigkeit der Isolierschichtdicke, also kostensparender hergestellt werden. Bei der Vorfertigung der Texturbleche kann die erforderliche Isolierschichtdicke sogar unterschritten und erst erfindungsgemäss in ökonomischer Weise und mit der geforderten Güte hergestellt werden.
Ein wesentlicher Fortschritt der Erfindung besteht demnach darin, dass die in einem Zuge erfolgende Behandlung der Texturbleche im Tauchbad eine gleichmässige Anlagerung der Isoliermasse und die nachfolgende Homogenisierung mittels am Tauchbadausgang angeordneter Walzen eine hochwertige Isolierschicht ergibt, die im erfindungsgemässen Rollenherdofen auch noch verfestigt wird.
Es handelt sich also um eine Kombination von Merkmalen, die zu einem einheitlichen technischen Erfolg zusammenwirken, der die Summe der Teileffekte erheblich übertrifft. Es ist erfmdungsgemäss unter Arbeits- bzw. Zeit-, Material- und folglich Kostenersparnis ein Produkt mit gegenüber dem Bekannten verringerter Streuung seiner Isolationswerte erzeugbar, mit dessen Hilfe im Elektromaschinenbau, insbesondere bei der Herstellung von Transformatorenkernen, die garantiebedingte überdiniensionierung in tragbaren Grenzen gehalten werden kann.