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Garnitur von Verschalungsformen für die Erzeugung von Bauskeletten
Bisher bekannte Garnituren von Verschalungsformen und Verschalungen dienen entweder nur einem
Zweck, d. h. sind nur in beschränktem Masse verwendbar oder sind sehr kompliziert, da sie aus einer grossen Zahl von Typen und Stücken der Verschalungsteile bestehen und durch Abstützungs-und Ver- steifungsbauteile voneinander abgesondert sind, die bei jedem Eingriff auseinandergenommen und von neuem zusammengesetzt werden, was eine umständliche Manipulation und eine Reihe weiterer misslicher Umstände zur Folge hat, z. B. die Beschädigung und das Abhandenkommen der einzelnen Verbindungselemente. Die Einhaltung der Herstellungstoleranzen und der Genauigkeit beim Aneinanderfügen der zahlreichen Verschalungsstösse macht Schwierigkeiten.
Diese Unzulänglichkeiten werden von der erfindungsgemässen Garnitur von Verschalungsformen für die Fertigung von Bauskeletten beseitigt, deren Wesen darin besteht, dass die Garnitureinheiten der für das Geschoss zu erzeugenden Teile des Skeletts einerseits Formen der Säulenköpfe sind, die einen quadratischen Grundriss von der Seitenlänge 2K haben (wo K ein gewählter Modul ist), anderseits Unterzugsformen rechteckigen Grundrisses von der Breite 2K und der Länge nK sind (wo n eine ganze Zahl grösser als 2 und kleiner als 12 ist), wobei diese beiden Arten von Formen einerseits aus einer festen räumlichen Konstruktion von den erwähnten Grundrissabmessungen bestehen, anderseits aus versetzbaren oder auswechselbaren Einlagen,
welche nach dem Ansetzen und Befestigen an die erwähnte räumliche Tragkonstruktion den Verschalungsmantel für den anzufertigenden Skelett-Teil von gegebenen Abmessungen bilden und je nach den baulichen Umständen innerhalb der durch die Tragkonstruktionen gegebenen Grenzen geändert werden können. In ähnlicher Weise sind auch die Formen der Füllung, des Umfanges und der Einfassung konstruktiv gelöst.
In den Zeichnungen ist eine beispielsweise Ausführung der Erfindung dargestellt. Fig. l zeigt eine axonometrische Ansicht des Gesamtaufbaues der Verschalung, wobei einer der Säulen von kreisförmigem, die zweite von quadratischem Querschnitt ist. Dabei sind die Formen des Unterzuges und der Füllung sowie die an die kreisförmige Säulenform anliegende Einfassung für die Herstellung einer plattenförmigen, in den Unterzug eingespannten Deckenkonstruktion zusammengestellt, während die Unterzugs- und Füllungsformen sowie die an die quadratische Säulenform anliegende Umfangsform für die Herstellung einer tragfähigen rostförmigen Deckenkonstruktion zusammengestellt sind.
Die Fig. 2 und 3 zeigen in axonometrischer Ansicht eine Säulenform ovalen Querschnittes mit abgesonderter Schablone für den Fuss des nächsten Geschosses.
Die Fig. 4 und 5 zeigen in axonometrischer Ansicht eine Säulenform rechteckigen Querschnittes mit abgesonderter Schablone für den Fuss des nächsten Geschosses.
Die Fig. 6 und 7 sind axonometrische Ansichten einer Unterzugsform mit stellbarem Verschalungsmantel, in der Einstellung für Unterzugskonstruktion und für eine unterzugsfreie Konstruktion. Die Fig. 8 und 9 sind axonometrische Ansichten auf einen Teil einer Unterzugsform, u. zw. mit geformtem Mantel gemäss Fig. 8 und mit ebenem Mantel gemäss Fig. 9.
Auf den Fig. 10 und 11 sieht man axonometrische Ansichten auf eine Füllform, u. zw. auf Fig. 10 mit ebenem, auf Fig. 11 mit geformtem Mantel.
Die Fig. 12 zeigt die axonometrische Ansicht einer Umfangsform.
Wie aus Fig. l ersichtlich, besteht die Garnitur aus den Grundformen der Verschalung, u. zw. aus
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Die beschriebene Garnitur von Verschalungsformen ist als die grundlegende zu bezeichnen, sie enthält je ein Stück jeder Formtype. Die Formen werden vorteilhafterweise in einer einheitlichen Reihe und in Abmessungen hergestellt, die von einer gewählten Konstante abgeleitet und durch Vielfache dieser Konstanten bestimmt sind. Auf diese Weise ist die Möglichkeit des Zusammenstellens der Formen gesichert.
Als Grundform ist die der Säule 1 (Fig. 1) anzusehen, deren Kopf 8 im Grundriss die Grösse
2K X 2K aufweist. An die Säulenform 1 schliesst sich die Unterzugsform 2 an, deren Breite 2K beträgt, so dass sie mit der Seitenlänge des Kopfes 8 der Säulenform 1 übereinstimmt. Der An- schluss wird durchgeführt, indem man in die Führungen 18, an den Ecken des Kopfes 8 die Verbindungsmesser 26 einschiebt, die mittels des Befestigungsflansches 39 am Flansch 25 der
Unterzugsform 2 befestigt sind und durch Verbindungsbolzen 27 gesichert werden. Da die Unter- zugsformen 2 durch Flansche 25 und übliche Verbindungsmittel des Maschinenbaues (Schrauben und Muttern) miteinander verbunden werden können, kann man Unterzugsformen beliebiger Länge (als
Vielfache der Konstanten K) zusammenstellen.
Die Länge der Unterzugsformen 2 wird so festgelegt, ; dass man eine möglichst grosse Zahl verschiedener erforderlicher Längen zusammenstellen kann. Man kann beispielsweise Unterzugsformen von einer Länge von 3K und 4K in ihrer ursprünglichen Länge ver- wenden oder aber aus ihnen zusammenstellen, deren Länge 6K, 7K, 8K, 9K, eventuell 12K beträgt.
Bei einer genügenden Menge von Formen lässt sich eine komplette Reihe von Unterzugsformen von 3K aufwärts zusammenstellen, die auf Basis der Länge K abgestuft sind.
Auf ähnliche Weise ist auch die Veränderlichkeit in der Zusammenstellung der übrigen Formen ge- sichert, z. B. der Füllform 3, der Umfassungsform 5 und der Umfangsform 4.
Die gegenseitige Verbindung der Füllform 3 ist gleichfalls durch die Flansche 25'und durch übliche Verbindungsmittel gesichert. Man kann demnach bei entsprechender Menge und einem ge- nügenden Sortiment von Füllformen 3 verschiedener Abmessungen die erforderliche Grösse einer zusammengesetzten Füllform bereitstellen. Es ist z. B. möglich, aus zwei Füllformen der Grösse 3K X 4K und zwei Füllformen der Grösse 3K X 3K eine Form der Grösse 6K X 7K zusammenzustellen. Als optimal ist das Sortiment 4K X 4K, 4K X 3K, eventuell auch 3K X 3K zu bezeichnen.
Das Anschliessen einer auf die beschriebene Weise zusammengesetzten Füllform 3 erfolgt gleichfalls mittels der Führun- gen 18', die vertikal auf dem Unterzugsträger 20 angeordnet sind, und in welche Verbindungsmesser 26 ' eingeschoben werden, die auf der Füllform 3 befestigt sind, wobei Verbindungs- bolzen 27'zur Verbindung dienen.
Ähnliche Prinzipien gelten auch für die Konstruktion und den Anschluss einer Umfangsform 4, mit dem Unterschied, dass die Länge dieser Form, ob einfach oder zusammengesetzt, so gewählt oder zusammengesetzt wird, dass die Gesamtlänge um 2K grösser ist als die Länge der anliegenden Unterzugsform 2, was zum Zwecke ihres Anfügens an die Säulenform 1 (Fig. l) geschieht.
Die Umfassung 5 wird gleichfalls aus einem Sortiment gefertigt, so dass es möglich ist, eine
Umfassungslänge zusammenzustellen, die ein beliebiges Vielfaches der Konstanten K darstellt. Als optimal ist ein Sortiment der Längen 2K, 3K und 4K zu bezeichnen. Die gegenseitige Verbindung so- wie der Anschluss an die Unterzugsform 2 und an die Säulenform 2 erfolgt mittels des Versteifungselementes 54 in die Führungen 18 und 18'und durch Verbindungsbolzen 27'.
Aus dem angeführten Beispiel der Ausführung einer erfindungsgemässen Garnitur ergibt sich, dass man durch Herstellung einer bestimmten Zahl der einzelnen Formtypen und bei Vorhandensein eines genügenden dimensionalen Assortiments eine Art Baukasten hervorbringt, der sich für die Erzeugung von
Skeletten beliebiger Abmessungen und verschiedener, auf Basis der Konstanten K abgestufter Ausführungen eignet, wobei die Konstante K zugleich einen anerkannten Modul darstellen kann. Die erforder- lichen Abmessungen der erzeugten Unterzüge und Säulen werden mittels auswechselbarer oder zusam- mensetzbarer Verschalungsmäntel gebildet.
Der Schaft 7 muss nicht quadratischen oder kreisförmigen Querschnittes sein, sondern kann mit- tels Dilatationseinlagen auch eine kombinierte Form erhalten. Auch den Kopf 8 kann man in ähnlicher Weise herrichten, indem man durch einfache Auswechslung der Formeinlage 13 und Einlegen einer Dilatationseinlage 11 und einer Dilatationseinlage 14 das Profil der Konstruktion ändert.
Die Anordnung der Unterzugsform 2 ermöglicht einen Austausch des ebenen Verschalungs- mantels 30 gegen einen geformten 31 oder das Ansetzen eines verstellbaren Verschalung- mantels 32. Auch die Umfangsform 4 ist für die Auswechslung der ganzen Auskleidung der ebenen
Deckenkonstruktion eingerichtet, u. zw. in der Weise, dass der vertikale Träger 40, im Rahmen der gewählten, auf dem horizontalen Träger 41 angebrachtenTeilungen der Verbindungslöcher umsetzbar
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ist. Dadurch wird es möglich, die Ausladung von 1/4K bis 6K einzustellen. Die Herrichtung des Ver- schalungsmantels 47 der Umfangsform 4 erfolgt in ähnlicher Weise wie beim Verschalungsmantel der Unterzugsform 2. Auch die Umfassungen 5 sind auf dem Versteifungselement 54 innerhalb der gewählten Teilungen verstellbar, z.
B. von 1/4K bis 1K. Damit erzielt man die für das erzeugte
Skelett erforderlichen Abmessungen. Man kann auch durchzugslose Skelette herstellen, indem man in den Kopf 8 verschliessbare Einlagen einlegt und den Boden 35 in die obere Grenzlage verschiebt.
Aus der Beschreibung geht hervor, dass die erfindungsgemässe Garnitur von Verschalungsformen aus einer kleinen Zahl einheitlicher, selbsttragender, verschiedentlich verwendbarer Formen besteht, und sich durch eine grosse Anpassungsfähigkeit und Zusammensetzbarkeit auszeichnet sowie durch die Mög- lichkeit der Wahl einer ganzen Reihe von abgestuften Spannweiten, z. B. von 3 bis 8, 40 m (zu je 0, 6 m), wobei die Möglichkeit einer breiten Wahl von Tragfähigkeiten der herzustellenden Kon- struktionen besteht, z. B. von ISO bis 2500 kg/mz der Decken-Grundrisskonstruktion und mehr. Diese
Eigenschaften ermöglichen eine weitreichende und wirtschaftliche Ausnutzung der Garnitur bei der Herstellung von Skeletten.
Für das gegebene Objekt werden die Formen (wie oben beschrieben) unter Ausschaltung von Herstellungstoleranzen, zusammengesetzt und fest, wenngleich auseinandernehmbar, zu genauen, selbsttragenden Verschalungsformen zusammengefügt. Diese zusammengesetzten Formen werden während der ganzen Dauer des Baues des Objektes nicht mehr auseinandergenommen, sondern werden im Ganzen befördert und mittels der beschriebenen, schnell wirkenden Bolzenverbindungen zu selbsttragenden Verschalungs-Ganzteilen zusammengespannt, die für diesen Zweck als Verschalungsgebilde bezeichnet werden können.
Das Umsetzen der Verschalungsgebilde zwecks weiterer Eingriffe erfolgt demnach in zusammengesetzten Verschalungsformen durch bekannte Mittel, z. B. mittels eines teleskopischen Fahrgestells und mittels Kranen oder mittels eines mit einer grossen Plattform versehenen Bauaufzuges.
Auf diese Weise setzt man die für Manipulationen, Montagen, Demontagen und Transporte erforderliche Arbeitszeit wesentlich herab, vermeidet nicht nur Beschädigungen der Formen sondern auch Schwierigkeiten, die den Ungenauigkeiten der Herstellung zuzuschreiben sind. Die mittels genauer Schraubenbolzen schnell ausführbaren Verbindungen ermöglichen eine genaue gegenseitige Auflage der Verschalungsfläche, so dass zusätzliche Anpassungen der Oberflächen durch Verputzmaterialien entfallen.
Die erfindungsgemässe Garnitur von Verschalungsformen stellt ein neues, hoch wirtschaftliches und schnelles Verfahren der Herstellung von Skeletten dar, wobei grosse Teile des Geschosses ineinandergreifen, also komplizierte Tragkonstruktionen samt den Umfangsbändern der Fassaden in ihren definitiven Stellungen zustandekommen. Auf die beschriebene Art hergestellte Konstruktionen müssen nicht mehr transportiert, montiert, ergänzt und nach der Montage hergerichtet werden. Ausserdem ist es leicht möglich, in die montierten Formen Installations-Präfabrikate einzulegen, die unter die Oberfläche der Konstruktionen zu liegen kommen. Zusätzliche Arbeiten werden dadurch wesentlich beschleunigt und vereinfacht.
Auch wird es möglich, das Bauobjekt gleich nach dem Abformen der ineinandergreifenden Stellen abzuschliessen, was für die Beschleunigung des Reifens der Konstruktion bei ungünstigem Wetter und zur Beschleunigung der Endarbeiten von Vorteil ist. Zusammenfassend ist zu sagen, dass das Bauverfahren in hohem Grade wirksam und wirtschaftlich ist und die bis zum Bewohnen erforderlichen Zeiten beträchtlich verkürzt werden.
Die erfindungsgemässe Garnitur von Verschalungsformen bringt beträchtliche Vorteile für die Verwendung von fortschrittlichen Bauverfahren, bei denen die Eingriffsstellen mit Rücksicht auf die Grösse des Bauobjektes gewählt werden.
Bei Objekten kleiner Abmessungen ist es vorteilhaft, Formen für drei Eingriffsstellen zu verwenden.
Es wird dadurch ein unterbrochener Herstellungsprozess ermöglicht, dessen Kapazität zwei Eingriffe täglich bedeutet. Dies lässt sich so organisieren, dass eine der Arbeitsschichten die Formen zusammenmontiert und lagert, die Versteifung stabilisiert sowie die Installations-Präfabrikate und andere Einlagen unter der Konstruktionsoberfläche unterbringt, Verkleidungselemente, die in die Form einzulegen sind, einlegt und stabilisiert. Die nächste Arbeitsschicht führt die Betonnage durch, die dritte Arbeitsschicht ist für das Hartwerden des Betons bestimmt. Durch Umsetzen der Formen in die nächsten Eingriffsverhältnisse wiederholt sich der Vorgang.
Beim Bau von Objekten mittlerer Grösse erweist es sich als vorteilhaft, wenn die zur Verfügung stehende Menge von Formen für fünf Eingriffe geeignet ist. Auch in diesem Falle ist der Erzeugungsvorgang ein unterbrochener. Die zu bildende Arbeitsgruppe besteht aus Leuten, die für die Handhabung
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