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Verfahren zum gleichmässigen Bestreuen von Flächen mit einem Zentrifugalstreuer
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum gleichmässigen Bestreuen von Flächen mit einem Zentrifu- galstreuer, der zwei bezüglich der Fahrtrichtung symmetrisch arbeitende Streuorgane aufweist. Sie zielt darauf ab, in einfacher Weise bei allen Streustoffarten, unabhängig von ihrer Beschaffenheit und den
Streumengen, ein gleichmässiges Bestreuen von grösseren Flächen zu ermöglichen.
Ein bekanntes Verfahren zur Festlegung der Arbeitsbreite eines Zentrifugalstreuers der einleitend angegebenen Art besteht darin, dass der Landwirt an Hand einer Bedienungsanleitung für bestimmte
Streustoffe jene Arbeitsbreite wählt, die der Hersteller der Maschine auf Grund von Versuchen empi- risch als günstigste ermittelt hat. Die Arbeitsbreiten werden dabei durch Messung des gesamten Streu- fächers der beiden Streuorgane ermittelt. Es ist jedoch kaum möglich, eine Streutabelle zu erstellen, in der alle Düngersorten aufgeführt sind, so dass es für den Landwirt sehr schwierig ist, für nicht aufge- führte Düngersorten die richtige Arbeitsbreite festzulegen.
Ferner sind auch die Streustoffe je nach ihrer Beschaffenheit sehr unterschiedlich in ihren Streueigenschaften. Dem Landwirt wurde bislang von dem Maschinenhersteller geraten, sicherheitshalber selbst eine kurze Streuprobe zu machen und den Gesamtstreufächer zu messen. Für verschiedene Streustoffe mit unterschiedlicher Beschaffenheit und verschiedene Streumengen ergeben sich jedoch Richtungsverschiebungen der beiden von den Streuorganen abgeschleuderten Streufächer. Das Gesamtstreubild der beiden Fächer erhält je nach Art, Menge und Beschaffenheit des Streustoffes sehr unterschiedliche Formen. Überlappen die beiden Streufächer einander sehr stark, so entsteht bei den Gesamtstreufächern in der Mitte eine starke Streustoffanhäufung, liegen die beiden Streufächer weit auseinander, so wird in der Mitte des Gesamtstreufächers eine entsprechend geringe Streumenge ausgebracht.
Es ist deshalb unmöglich, an Hand der Messung des Gesamtstreufächers in allen Fällen die Flächen gleichmä- ssig zu bestreuen.
Es ist auch schon bekannt, zur Erzielung einer regelmässigen Bestreuung die zu bestreuenden Flä- chen doppelt zu überfahren, u. zw. entweder indem beim Anschlussfahren als Arbeitsbreite die Hälfte des gesamten Streufächers beider Streuorgane gewählt wird oder indem als Arbeitsbreite die effektive Streubreite des Gesamtfächers gewählt und nach Bestreuen der Flächen die Streubahnen noch einmal in gleicher Weise, jedoch überkreuz bestreut werden. Bei beiden Streuverfahren lassen sich die Fehler innerhalb der Gesamtstreubahn nur teilweise ausgleichen. Es lassen sich aber Stellen mit Streustoffanhäufungen und solche mit zu wenig Streustoff nicht vermeiden.
Diesen Nachteil beseitigt die Erfindung dadurch, dass vor dem Beginn der Streuarbeit die effektive Streubreite des Streufächers eines der Streuorgane für das verwendete Streugut festgestellt und diese Streubreite beim Anschlussfahren als den mittleren Spurabstand bestimmende Arbeitsbreite des Zentrifugalstreuers gewählt wird, so dass jeder Flächenteil der zu bestreuenden Fläche von zwei Streufächem erfasst wird. Hiedurch wird es möglich, ganz gleich, wie die einzelnen Streufächer zur Maschine liegen, immer ein regelmässiges Streubild zu erhalten, weil bei der gewählten Arbeitsbreite für das Anschlussfahren automatisch die Unregelmässigkeiten innerhalb des Gesamtstreufächers einer Streubahn beim nächsten oder übernächsten Anschlussfahren völlig wieder ausgeglichen werden.
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Die Feststellung der Arbeitsbreite durch Messung eines einzelnen Streufächers kann auch durch den Maschinenhersteller vor dem Verkauf der Maschine erfolgen.
Die Erfindung soll nun an Hand der Zeichnungen genauer erläutert werden. Es zeigen : Fig. 1 zwei
Streubahnen, bei denen die einzelnen Streufächer der beiden Streuorgane einander nur wenig überlappen, Fig. 2 zwei Streubahnen, bei denen die einzelnen Streufächer der beiden Streuorgane einander stark überlappen, Fig. 3 zwei Streubahnen, bei denen die einzelnen Streufächer der beiden Streuorgane einander völlig überlappen, Fig. 4 zwei Streubahnen, bei denen die einzelnen Streufächer der beiden Streuorgane einander überkreuzen und überlappen, Fig.
5 zwei Streubahnen, bei denen die einzelnen Streufächer der beiden Streuorganenicht überlappen, Bei den fünf Ausführungsbeispielen der Erfindung liegen die Streufä- cher 1, 1', 2, 2', 3, 3', 4, 4', 5, 5' jeweils symmetrisch zu den beiden Streuorganen 6, 6. Jeder der Streufächer 1, 1'-5, 5'hat eine effektive Streubreite B, die gleich gross ist der zu wählenden Arbeitsbreite A der Maschine. Von jedem Streuorgan 6, 6' wird eine Streustoffmenge ausgebracht, die der Höhe h entspricht.
Wird die Arbeitsbreite A gleich B der effektiven Streubreite eines der Fächer 1, 1'-5, 5' gewählt, so wird, wie alle Ausführungsbeispiele zeigen, auf jedem Flächenstück eine Streustoffmenge ausgebracht, die der Höhe H entspricht, die doppelt so gross wie die von einem einzelnen Streufächer erzielte Höhe h ist, d. h. die Gesamtfläche wird, ganz gleich, wie die Fächer 1, 1'-5,5' zu den Streuorganen 6, 6' liegen, bei einem Anschlussfahren im Abstand der effektiven Streubreite B eines der Streufächer 1,1'-5,5' eines der Streuorgane 6,6' durch die Überlappungen exakt von beiden Streufächern 1, 1'-5, 5' bestrichen.