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Mehrfach-Blitzvorrichtung für photographische Zwecke
Die Erfindung betrifft eine Mehrfach-Blltzvonichtung für photographische Zwecke mit mehreren in einen wenigstens in der gewünschten Leuchtrichtung lichtdurchlässigen Behälter fest eingesetzten, nacheinander zur Zündung kommenden Blitzlampen, wobei die beim Abbrennen einer Blitzlampe entwickelte Wärme einen Schaltvorgang für das Inbereitschaftschalten einer nächsten Blitzlampe hervorruft.
Bei einer bekannten Serienblitzeinrichtung dieser Art ist jeder Blitzlampe ein Bimetallglied zugeordnet, das sich durch die beim Abbrennen der Blitzlampe erfolgende Erwärmung verformt und dadurch eine unter Federspannung stehende mehrteilige Schaltvorrichtung freigibt, die durch ihren Bewegungsablauf die Schaltung vollzieht. Nach dem Abbrennen der Blitzlampenserie kann man die nun unbrauchbaren Blitzlampen gegen neue brauchbare Blitzlampen auswechseln, und die Schaltvorrichtung kann mittels besonderer Bauteile in die ursprüngliche Schaltstellung zurückgestellt werden. Die Möglichkeit der Vielfachbenutzung dieser Serienblitzvorrichtung rechtfertigt den erheblichen mechanischen Aufwand für diese Schaltvorrichtung.
Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, eine Mehrfach-Blitzvorrichtung zu schaffen, die ebenfalls in Abhängigkeit von der beim Abbrennen einer Blitzlampe entstehenden Wärme die Inbereitschaftschaltung einer weiteren Blitzlampe vollzieht, jedoch wesentlich einfacher aufgebaut ist und deshalb mit einem Blitzlampenbehälter ausgerüstet sein kann, der nur für ein einmaliges Zünden der Blitzlampenserie bestimmt ist und danach weggeworfen wird.
Ein Blitzlampenbehälter dieser letztgenannten Art ist an sich bekannt. In dessen würfelförmigem Gehäuse sind vier Blitzlampen mit je einem nach einer Würfelseite hin ausgerichteten Reflektor angeordnet. Nach dem Zünden einer Blitzlampe muss das Gehäuse um 900 gedreht werden, damit die nächste noch zündfähige Blitzlampe mit ihrem Reflektor in Richtung auf die Aufnahmeszenerie hinweisend steht. Eine für die Verwendung eines derartigen Blitzlampenbehälters bestimmte photographischeKame- ra muss eine diese Drehung des Blitzlampenbehälters vollziehende Vorrichtung haben und ausserdem eine elektrische Kontaktvorrichtung besitzen, durch die lediglich die zur Aufnahmeszenerie hinweisende Blitzlampe bei einer Verschlussauslösung gezündet wird.
Erfindungsgemäss ist eine Blitzvorrichtung der anfangs genannten Art dadurch gekennzeichnet, dass die Blitzlampen, mit Ausnahme der zuletzt zu zündenden, räumlich nahe bei einem im Zündstromkreis der nachfolgenden Blitzlampe liegenden Schalter angeordnet sind, dessen Kontakt von seinem zu einem Fusskontakt der nachfolgenden Blitzlampe führenden Gegenkontakt durch eine wärmeempfindliche Halterung in Abstand gehalten ist und durch Veränderung der Halterung infolge Wärmeeinwirkung beim Abbrennen der Blitzlampenfüllung in Berührung mit dem Gegenkontakt kommt.
Die Erfindung ermöglicht die Schaffung einer Mehrfach-Blitzvorrichtung für eine nur ein einziges Mal zu zündende Blitzlampenserie, für deren Benutzung an einer photographischen Kamera oder an einem Blitzlichtgerät eine mechanische Schaltvorrichtung nicht erforderlich ist, denn im erfindungsgemäss ausgestalteten Blitzlampenbehälter sind die Blitzlampen nebeneinander, mit zueinander parallel verlaufenden Strahlungsachsen ihrer Reflektoren angeordnet. Der Schaltvorgang erfolgt auf sehr einfache Weise dadurch, dass sich die wärmeempfindliche Halterung bei Wärmeeinwirkung in ihrer Gestalt oder
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einer sonstigen physikalischen Eigenschaft derart verändert, dass die vorher durch sie elektrisch getrennt gehaltenen Kontakte und Gegenkontakte in elektrisch leitende Verbindung kommen.
Die Erfindung wird nachfolgend an Hand von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit Zeichnungen näher erläutert. Dabei sind noch weitere vorteilhafte Ausgestaltungsmöglichkeiten beschrieben und dargestellt.
Es zeigen : Fig. l eine Mehrfach-Blitzvorrichtung mit einem Behälter für Blitzlampen in Vorderansicht ; Fig. 2 den Behälter in Draufsicht im Schnitt längs der Linie II-II der Fig. 1 ; Fig. 3 den Behälter in Seitenansicht, im Schnitt längs der Linie III-III der Fig. 1 ; Fig. 4 eine der Fig. 3 entsprechende Darstellung bei anderem Funktionszustand der Blitzlampe ; Fig. 5 und 6 in einer den Fig. 3 und 4 entsprechenden Darstellungsart ein zweites Ausführungsbeispiel einer Schaltvorrichtung ; Fig. 7 und 8 in einer den Fig. 3 und 4 entsprechenden Darstellungsart ein drittes Ausführungsbeispiel einer Schaltvorrichtung ; Fig. 9 in schematischer Darstellung die Kabelführung und die Kontaktanordnung bei dem Gerät gemäss den Fig. 7 und 8.
Die dargestellte Mehrfach-Blitzvorrichtung weist einen Behälter 1 für Blitzlampen auf. Seine wesentlichen Bauteile sind ein Sockel 2, ein einen einzigen Teil bildender Reflektorkörper 3 und eine diesen Reflektorkörper 3 überdeckende klardurchsichtige Haube 4, die z. B. durch Klebung am Sockel 2 befestigt ist.
Am Sockel 2 ist ein Steckfuss 5 ausgebildet. Weiter sind im Sockel 2 Ausnehmungen vorhanden, in die Blitzlampen 6 mit ihrem Quetschfuss 7 eingesetzt werden können. Diese Ausnehmungen sind so bemessen, dass den Blitzlampen 6 eine feste mechanische Halterung gegeben ist, die durch die Formgebung des Reflektorkörpers 3 noch erhöht ist. Wie insbesondere aus den Fig. 3 und 4 ersichtlich, ist in den Reflektorkörper 3 für jede Blitzlampe 6 ein kugelschalenartiger Reflektor 3a solcher Form eingedrückt, dass jede Blitzlampe 6 sich mit einer Fläche ihres Glaskolbens in Anlage an dem Reflektorkörper 3 befindet, der seinerseits durch seine Gesamtform in sich eine gewisse Steifheit hat und ausserdem mit mehreren seiner Flächen gegen die Innenfläche der Haube 4 anliegt. Die am Sockel 2 befestigte Haube 4 hält also den Reflektorkörper 3 und die Blitzlampen 6 fest in ihren Lagen.
Die Zündung der Blitzlampen 6 erfolgt durch Stromstösse, die durch am Steckfuss 5 befindliche Kontakte 8 und 9 von einer elektrischen Zündvorrichtung her abgenommen werden. Gegenkontakte für diese Kontakte 8 und 9 sind in einem dem Steckfuss 5 angepassten Steckschuh angeordnet. Dieser Steckschuh kann an einer photographischen Kamera angebracht sein, in die die Bauteile der elektrischen Zündvorrichtung derart eingebaut sind, dass bei einer Auslösung des Verschlusses der Kamera der Zündstromstoss für die Blitzlampen 6 gegeben wird.
Der Steckschuh mit den Gegenkontakten für die Kontakte 8 und 9 kann aber auch an einem Gehäuse angebracht sein, das lediglich die Bauteile der elektrischen Zündvorrichtung enthält und seinerseits mit einer photographischen Kamera verbunden werden kann und von deren Verschluss her bei dessen Auslösung den Impuls zur Zündung der Blitzlampen erhält.
Schliesslich kann der Steckschuh auch an einem Zwischenstück angebracht sein, das seinerseits mit einer Kamera oder mit einem die Bauteile der Zündvorrichtung enthaltenden Gehäuse verbunden werden kann. Dieses Zwischenstück kann z. B. ein Kupplungsstück besitzen, das zum Einsetzen in eine in der Kamera oder im erwähnten Gehäuse vorhandene übliche Fassung für Blitzlampen geeignet ist. An Stelle der sonst in diese Fassung einzusetzenden Blitzlampe kann also das Zwischenstück in die Fassung eingesetzt werden. Der an die Kontakte der Fassung gegebene Zündstromstoss wird an Gegenkontakte des Kupplungsstückes weitergeleitet und von diesen an die Kontakte seines Steckschuhes und an die an jene anliegenden Kontakte 8 und 9 weitergegeben.
Die Kontakte 8 und 9 sind durch im Behälter 1 untergebrachte Stromleitungen und Kontakte so mit den Blitzlampen 6 verbunden, dass bei jedem an die Kontakte 8 und 9 gegebenen Zündstromstoss jeweils nur eine der Blitzlampen 6 gezündet wird.
Wie aus den Fig. l und 2 ersichtlich, steht der Kontakt 8 elektrisch leitend mit einer Stromleitung 10 in Verbindung, die zu den einen Quetschfusskontakten 61 jeder Blitzlampe 6 führt. Die Stromleitung 10 kann ein Kabel oder eine Kontaktschiene sein, an das bzw. die die Quetschfusskontakte 61 angeschlossen sind bzw. anliegen.
Der andere Kontakt 9 ist (Fig. 1) durch eine Leitung 11 mit einem Lappen 12 des Reflektorkörpers 3 verbunden, der seinerseits aus elektrisch leitendem Material besteht oder zumindest eine elektrisch leitende Oberfläche hat. Mit einem weiteren Lappen 13 des Reflektorkörpers 3 steht über eine Leitung 14 der Quetschfusskontakt 62 der als erste zu zündenden Blitzlampe, im erläu-
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zerflossen ist und die beiden Kontaktfedern 21d, 22d durch den entstandenen kompakten Zinntropfen nun elektrisch leitend miteinander verbunden sind.
Aus der in Fig. 9 schematisch dargestellten Kabelführung und Kontaktanordnung ist ersichtlich, dass durch den ersten an die Kontakte 80b und 90b gegebenen Zündstromstoss lediglich, entsprechend dem Beispiel nach den Fig. 1-4, die direkt mit diesen verbundene Blitzlampe 600a gezündet wird. Der nahe ihr angebrachte Schmelzkontakt 23a zerfliesst dabei und stellt die elektrisch leitende Verbindung der Kontakte 80b, 90b mit der Blitzlampe 600b her ; denn deren Quetschfusskontakt 620 kommt durch den nun geschlossenen Schmelzkontakt 23a über die Stromleitung 20 mit dem Kontakt 90b in Verbindung, und der Quetschfusskontakt 610 ist ohnehin durch die Stromleitung 100b mit dem Kontakt 80b verbunden.
Durch den zweiten an die Kontakte 80b, 90b gegebenen Zündstromstoss wird dann die Blitzlampe 600b gezündet, und der nahe ihr angeordnete Schmelzkontakt 23b schaltet dann die Blitzlampe 600c den Kontakten 80b, 90b zu. In gleicher Weise erfolgt bei deren Zündung das Zuschalten der nächsten zu zündenden Lampe an die Kontakte 80b, 90b.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Mehrfach-Blitzvorrichtung für photographische Zwecke mit mehreren in einen wenigstens in der gewünschten Leuchtrichtung lichtdurchlässigen Behälter fest eingesetzten, nacheinander zur Zündung kommenden Blitzlampen, wobei die beim Abbrennen einer Blitzlampe entwickelte Wärme einen Schaltvorgang für das Inbereitschaftschalten einer nächsten Blitzlampe hervorruft, dadurch gekennzeichnet, dass die Blitzlampen, mit Ausnahme der zuletzt zu zündenden, räumlich nahe bei einem im Zündstromkreis der nachfolgenden Blitzlampe liegenden Schalter angeordnet sind,
dessen Kontakt von seinem zu einem Fusskontakt der nachfolgenden Blitzlampe führenden Gegenkontakt durch eine wärmeempfindliche Halterung in Abstand gehalten ist und durch Veränderung der Halterung infolge Wärmeeinwirkung beim Abbrennen der Blitzlampenfüllung in Berührung mit dem Gegenkontakt kommt.