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Schaftstab für Webschäfte
Gegenstand der Erfindung ist ein Schaftstab für Webschäfte, der aus einem Metall-Hohlprofil, z. B. aus Leichtmetall, besteht und auf mindestens einer Seite mit einem Steg versehen ist.
Die Schaftstäbe sind bekanntlich während des Gebrauches Biegungsbeanspruchungen ausgesetzt, die umso grösser sind, je grösser die Arbeitsbreite der Webmaschine ist. Beträgt dieselbe 200 oder 300 cm und mehr und wird mit hohen Schusszahlen gearbeitet, so können erhebliche Durchbiegungen auftreten. Dieselben haben zur Folge, dass die Weblitzen entweder gestaucht oder gedehnt werden und nicht mehr richtig spielen können. Gespannte Weblitzen und solche, die sich schräg stellen, beeinträchtigen den guten Lauf der Webmaschine und die Qualität des erzeugten Gewebes. Insbesondere wenn die Litzen im schnellen Wechsel gespannt und entspannt werden, können bei den Endösen Brüche auftreten, wodurch der Webvorgang gestört wird.
Man versuchte bisher, die erwähnten Nachteile durch Verwendung stärkerer Schaftstäbe und durch das Einsetzen von Zwischenstreben zu verhüten. Diese letzteren werden aber in der Weberei gerne vermieden, weil sie die Webkette trennen und die Kettfäden einer zusätzlichen Reibung aussetzen. Der Vergrösserung der Hohlprofil-Dimension sind durch das dadurch bedingte höhere Gewicht und die steigenden Kosten Grenzen gesetzt. Weil durch die Geschirrteilung der Webmaschine der Dicke der Schaftstäbe Grenzen gesetzt sind, können sie zweckmässigerweise nur höher gestaltet werden.
Gemäss der Erfindung wird nun die gewünschte Verstärkung des Schaftstabes mit einem minimalen Gewichts- und Kostenaufwand dadurch erreicht, dass der Steg von einer ebenen Metallplatte oder von mehreren, zueinander parallelen Metallplatten gebildet ist, deren Höhe zu den Enden des Schaftstabes hin abnimmt und welche mit dem Schaftstab gegebenenfalls lösbar verbunden ist bzw. sind.
Die Anordnung von Stegen in Schaftstäben ist zwar bereits vorgeschlagen worden. Dabei haben diese bekannten Stege jedoch nicht den Zweck, die Schaftstäbe biegungssteif zu machen, sondern sie dienen lediglich zur Aufnahme der Aufhänge- und Niederzugselemente, wie sie in Webstühlen mit Oberbau erforderlich sind. Die Stege auf der gegen die Schaftmitte gerichteten Seite des Schaftstabes dienen zur Befestigung der Halter für die Litzentragschienen. Aus dieser Zweckbestimmung und auch auf Grund der Herstellung durch Strangpressen ergibt sich, dass der innere wie auch der äussere Steg über ihre ganze Länge gleich hoch sind. Demgegenüber dient der erfindungsgemäss vorgesehene ein-oder mehrteilige Steg, dessen Höhe gegen die Enden des Schaftstabes hin abnimmt, dazu, auf einfache und billige Weise biegungssteife Schaftstäbe zu erhalten.
Die Steghöhe wird dabei entsprechend den Biegungsbeanspruchungen bestimmt. Es ist möglich, auf diese Weise eine maximale Biegungsfestigkeit mit einem Minimum an zusätzlichem Gewicht zu erreichen. Dabei ist es durch zweckmässige Formgebung des Steges möglich, die Biegespannung bei Belastung über die ganze Schaftstablänge wenigstens annähernd konstant zu halten.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemässen Ausbildung des Schaftstabes besteht darin, dass es für viele Fälle genügt, nur noch eine einzige Abmessung von Hohlprofilen vorzusehen. Für die verschiedenen Webschaftbreiten und Beanspruchungsverhältnisse muss lediglich der aufgesetzte Steg entsprechend bemessen werden. Im übrigen können aber alle Bearbeitungen und alle Anbau- sowie Einsatzteile auf ein einziges Hohlprofil ausgerichtet werden.
In den Zeichnungen ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes dargestellt,
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u. zw. zeigen Fig. 1 einen Schaftstab mit angrenzenden Seitenstützen-Abschnitten in Ansicht von vorne und Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II - II in Fig. 1 in grösserem Massstab.
In Fig. 1 bezeichnet 1 den oberen Schaftstab als Ganzes. Mit ihm sind in bekannter und deshalb nicht dargestellter Weise die Seitenstützen 2 und 3 verbunden.
Der Schaftstab 1 seinerseits umfasst einMetall-Hohlprofil 4, z. B. aus Leichtmetall oder Stahl.
Auf der Aussenseite des Schaftstabes 1 sitzt ein z. B. aus einem Blech oder Band gebildeter Steg 5, dessen Aussenseite eine Einfassung 7 trägt. Diese Einfassung dient als Verstärkung und als Kantenschutz. Die Verbindung des Steges 5 mit dem Hohlprofil 4 erfolgt über Halter 6, deren Zahl sich nach der Länge des Schaftstabes richtet. Wie aus den Zeichnungen ersichtlich, ragen die Halter 6 durch Aussparungen 8 in denHohlraum des Hohlprofils 4 ; sie sind mit dem letzteren durch Schwei- ssen, Nieten usw. fest verbunden. Der aus dem Hohlprofil heraustretende Halterteil weist in der Längsrichtung des Schaftstabes einen Schlitz 9 auf, in welchen die untere Kante des Steges 5 eintritt.
Die Verbindung des Steges mit den Haltern kann fest oder lösbar sein.
Die Höhe des Steges wird entsprechend den Biegebeanspruchungen gewählt. Sie wird in der Mitte am grössten sein und kann gegen die Enden des Schaftstabes hin abnehmen, sei es nach einer Kurve oder nach einer geraden Linie. Es ist dabei auch möglich, den Steg 5 bis über die Seitenstützen 2,3 hinaus zu führen.
DerSteg 5 kannmitgewichtsparendenDurchbrechungen und/oder mit Vertiefungen, z. B. Sicken, versehen sein.
Der Steg kann einteilig ausgebildet sein, wie dies bei der dargestellten Ausführungsform dargestellt ist. Der Steg kann aber auch mehrteilig ausgebildet sein und z. B. zwei nebeneinanderliegende, an ihrer Unterseite mit dem Hohlprofil verbundene Bänder oder Streifen umfassen.
Die Einfassung 7 wird entsprechend denAnforderungen bestimmt. Die durch diese Einfassung herbeigeführte Verstärkung gestattet es wieder, die Steghöhe kleiner zu halten.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Schaftstab für Webschäfte, der aus einem Metall-Hohlprofil besteht und auf mindestens einer Seite mit einem Steg versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg von einer ebenen Metallplatte oder von mehreren, zueinander parallelen Metallplatten gebildet ist, deren Höhe zu den Enden des Schaftstabes hin abnimmt und welche mit dem Schaftstab gegebenenfalls lösbar verbunden ist bzw. sind.