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Drehkondensator
Die Erfindung betrifft einen Drehkondensator, besonders einen mit Luft als Dielektrikum.
Drehkondensatoren, wie sie in weitem Umfang in Rundfunkgeräten und andem elektronischen Apparaten benutzt werden, bestehen im wesentlichen aus zwei Sätzen von elektrisch leitenden Platten, die in Abstand voneinander und in der Plattenebene gegeneinander beweglich angeordnet sind, damit diese Platten in veränderbarem Ausmass ineinander eingreifen können. Luft wird fast universell als Dielektrikum verwendet (obwohl für spezielle Zwecke auch andere Gase und isolierende Flüssigkeiten vorgezogen werden können), nicht nur wegen des einfachen Aufbaues, sondern auch deshalb, weil sie ein homogenes Dielektrikum mit geringen Verlusten darstellt. Es entstehen dabei aber Probleme für den mechanischen Aufbau, weil es offensichtlich wesentlich ist, dass sich die Flügel der beiden Sätze nicht berühren dürfen.
Diese widerstreitenden Erfordernisse haben eine Grössenverringerung eines sogenannten Luft-Dielektrikum-Kondensators, wie er in üblichen Rundfunkempfängern verwendet wird, unter gewisse Grenzen herab verhindert, während fast alle andern Teile eines solchen Empfängers in hohem Ausmass verkleinert werden konnten.
Eine bekannte Anordnung zum Verhüten einer Berührung zwischen den Stator- und Rotorplattensätzen besteht aus an den Statorplatten befestigten dünnen Platten aus Isoliermaterial, die mit Schlitzen versehen sind, um die dielektrischen Verluste zu verringern. Trotz dieser Schlitze sind aber die dielektrischen Verluste, vor allem bei voller Kapazität des Kondensators, immer noch unerwünscht hoch.
Um diese Nachteile zu beseitigen, d. h. das Ausmass des zwischen den Plattensätzen befindlichen Isoliermaterials zu vermindern und zugleich eine zügige Relativbewegung der Plattensätze zu gewährleisten, ist bei einem Drehkondensator mit Luft als Dielektrikum, mit einem festen und einem beweglichen Plattensatz, wobei der Abstand zwischen gegenseitig gegenüberstehenden Flächen der Platten der beiden Sätze durch zwei oder mehrere zwischen die Platten eingeschaltete einzelne kleine Abstandhalter aufrecht erhalten ist, erfindungsgemäss vorgesehen, dass jene Teile der Platten der beiden einander zugeordneten Plattensätze, die in der Stellung, die der Minimalkapazität entspricht, einander gegenüberliegend verbleiben, jeweils wenigstens einen Abstandhalter zwischen sich einschliessen,
während die übrigen Abstandhalter erst beim Verdrehen des Kondensators wirksam werden.
Die Anordnung gemäss der in den vorangehenden Absätzen definierten Erfindung kann mit Vorteil bei Kondensatoren jeder beliebigen geometrischen Grösse angewendet werden. Das Hauptanwendungsgebiet liegt jedoch bei Kondensatoren, bei welchen der Luftspalt zwischen je zwei gegenüberliegenden Platten nicht grösser als 0, 5 mm ist. Anders ausgedrückt, bei Kondensatoren, bei denen die Platten eines jeden Satzes nicht mehr als 1, 9 mm, insbesondere nicht mehr als 1, 3 mm voneinander entfernt sind.
Besonders bei diesen Kondensatoren treten nämlich die erwähnten mechanischen und elektrischen Probleme auf.
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Weitere Merkmale der Erfindung werden aus der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels eines variablen Kondensators gemäss der Erfindung ersichtlich werden. Die Beschreibung bezieht sich auf die Zeichnungen, in welchen Fig. 1 und 2 einen teilweise geschnittenen Aufriss und einen Grundriss eines Kondensators zeigen, auf den die Erfindung anwendbar ist.
Fig. 3 zeigt eine Frontansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemässen Kondensators, bei dem ein Teil des Gehäuses entfernt ist, um die Gestalt und Relativlage der Platten zu zeigen, wobei sich die beweglichen Platten in der Stellung der Maximalkapazität befinden, Fig. 4 entspricht der Fig. 3, zeigt jedoch die Platten in der Stellung der Minimalkapazität, Fig. 5 ist ein Schnitt nach der Linie V-V der Fig. 4 und zeigt einen Teil in stark vergrössertem Massstab, Fig. 6 zeigt verschiedene Stadien bei der Herstellung von Kondensatorplatten nach den Fig. 3-5, und schliesslich zeigen die Fig. 7 und 8 einen Aufriss und einen teilweise geschnittenen Grundriss einer modifizierten Kondensatorform nach der Erfindung.
Die Kondensatoranordnung nach den Fig. 1 und 2 ist für Abstimmkondensatoren in Rundfunkempfängern typisch. Die Einzelheiten des Aufbaues sind für das Verständnis der Erfindung unwesentlich und werden deshalb hier nur kurz beschrieben.
Die Kondensatoranordnung besteht aus zwei Einzelkondensatoren 10 und 11, welche je eine Maximalkapazität von zirka 300 pF besitzen. Die beiden Einzelkondensatoren sitzen auf einer gemeinsamen Achse 12, welche in Lagern drehbar gelagert ist. Die Lager sind in einem Gestell 13, welches aus U-förmig gebogenem Metallblech gebildet ist und ein Gehäuse für das Kugellager 14 in einer Wand trägt, angeordnet. Das vom Kugellager entfernte Ende der Achse wird von einer Stützschraube 15 gehalten, die eine abgeflachte Stirnfläche zur Aufnahme einer am Achsende gehaltenen Kugel trägt. Zwei identische Sätze 16 von Rotorplatten sind in Schlitzen der Achse 12 befestigt und zusammen mit dieser drehbar. Die Spitzen der Platten sind mittels eines Metallstreifens 17 verbunden und in korrektem Abstand gehalten. Dieser Metallstreifen 17 erstreckt sich über beide Kondensatorabschnitte.
Die bewegliche Leitungsverbindung zwischen den Rotorplatten und dem Kondensatorgestell ist durch eine Kontaktfeder 18 gebildet, welche so gebogen ist, dass sie an einer Schulter der Kondensatorwelle anliegt und am Gestell 13 befestigt ist. Ein Teil der Feder 18 ragt über das Gestell vor, um eine Anschlussfahne 19 zu bilden.
Die Statorplattenanordnung besteht aus je einer gleichen Anzahl von Statorplatten, die korrekt ausgerichtet, von Backen 21 zusammengehalten sind. Diese Backen dienen auch dazu, die Statorplattenanordnung an isolierenden Bolzen 22 des Gehäuses zu befestigen. Voneinander unabhängige Anschlussfahnen 23 ragen für jeden der beiden Statorplattensätze aus dem Gehäuse heraus.
Die beiden Einzelkondensatoren sind auf diese Weise voneinander elektrisch unabhängig, jedoch über eine gemeinsame Achse 12 zugleich verstellbar. Solch eine Kondensatoreinheit wird hauptsächlich zur gemeinsamen Abstimmung des Antennen- und des Oszillatorkreises in Überlagerungsemp- fängern verwendet.
Der in den Fig. 1 und 2 dargestellte und im vorangehenden beschriebene Kondensatoraufbau ist typisch für variable Kondensatoren mit Luft-Dielektrikum, welche seit jeher in Rundfunkempfängern für Abstimmung und verwandte Zwecke verwendet werden. Die ersten Kondensatoren dieser Art, welche in den Jahren 1920 - 1930 in grösserer Anzahl erzeugt wurden, waren massive Konstruktionen mit schweren Messing-öder Aluminiumflügeln von zirka 1 mm Dicke, die von Luftspalten von etwa 2,5 mm
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relativ weit voneinander entfernten Flügel ihren Abstand unter allen normalen Betriebsbedingungen einhielten.
Die folgende Entwicklung auf dem Gebiete der Luft-Dielektrikum-Kondensatoren war auf die Herstellung von Einheiten gerichtet, die unter Erhaltung der elektrischen Eigenschaften der älteren Typen sowohl den Ausmassen nach kleiner als auch billiger herzustellen sind. Bei gewissen derzeit üblichen Kondensatoren scheint dieser Prozess sein Ende gefunden zu haben. Diese Kondensatoren haben eine Plattenteilung von weniger als 1, 3 mm und jede weitere Grössenverringerung erscheintbei Kondensatoren der üblichen Bauweise unwahrscheinlich.
Irgendwelche Änderungen des Abstandes zwischen den Platten des Kondensators sind im Gebrauch natürlich unerwünscht. Die zwei Plattensätze könnten einander berühren oder sich einander zumindest so weit nähern, dass Staubpartikel zwischen ihnen praktisch einen Kurzschluss bedeuten würden. Änderungen des gegenseitigen Abstandes ohne tatsächliche Berührung würden eine Kapazitätsänderung bewirken, welche die Einstellgenauigkeit des Kondensators beeinträchtigen könnte, während Änderungen,
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die durch Vibrationen der Platten entstehen, z. B. durch akustische Rückkopplung vom Lautsprecher des Empfängers, Mikrophonie hervorrufen können.
Diese Schwierigkeiten vermehren sich in dem Mass, als die geometrische Grösse des Kondensators verringert wird, weil es schwieriger ist, eine proportional gleich genaue Einhaltung des Plattenzwischenraumes zu erreichen, wenn die Flügel dUnner werden und ihr Abstand sich verringert. Ein Kondensator mit einer Plattenteilung von 1, 3 mm gibt eine Empfangsqualität, die z. B. in einem tragbaren Transistorempfänger noch ausreichend ist. Er nimmt dort jedoch einen Rauminhalt von 32 cm ein und ist neben dem Lautsprecher noch immer der umfangreichste Teil des Empfängers. Weiters ist in vielen Fällen seine Qualität, insbesondere hinsichtlich Einstellgenauigkeit und Anfälligkeit für Mikrophone, kaum ausreichend. In solchen Fällen werden Kondensatoren mit einem Plattenabstand von 1, 5 mm. gefordert.
Die Schwierigkeit, bei der Kondensatorherstellung den Plattenabstand genau einzuhalten, hat zur Verwendung von Kondensatorrotoren mit geschlitzten Endflügeln geführt. Die so gebildeten Flügelsektoren konnten gebogen werden, um die Kapazitätswerte bei verschiedenen Rotorstellungen genau einstellen zu können, sobald der Kondensator fertig zusammengesetzt war. Die geschlitzten Platten konnten dabei von grösserer Dicke sein als die übrigen Platten des Rotors.
Diese geschlitzten Platten sind die Ursache für Schwierigkeiten, weil sie die Nennkapazität ver- ändern und zu Vibrationen neigen. Verschiedene andere Vorschläge für Luft-Dielektrikum-Kondensatoren sind von Zeit zu Zeit aufgetaucht. Eine solche Kondensatorbauart sieht Folien aus isolierendem Material vor, welche die benachbarten Rotor- und Statorplatten völlig trennen. Durch diese Anordnung kann ein hoher Kapazitätswert bei relativ kleinen Volumen erzielt werden, die Konstruktion ist jedoch in mehrfacher Hinsicht unbefriedigend. Ihr Zusammenbau ist ein komplizierterer Prozess mit erhöhter Anfälligkeit für Fehler.
Hochwertiges dielektrisches Material ist erforderlich, wenn der Verlustwinkel klein bleiben soll, während die Einstellgenauigkeit gering bleibt, wegen der völlig willkürlich variierenden Breite des Luftspaltes zwischen dem Dielektrikum und den Platten an jeder Seite davon.
Die Fig. 3, 4 und 5 der Zeichnungen zeigen Plattentrennglieder nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung, durch welche eine wesentliche Verringerung aller Dimensionen eines Kondensators der in den Fig. l und 2 gezeigten Art erreicht werden kann, ohne gleichzeitigen Verlust an elektrischer GUte. So zeigen die Fig. 3, 4 und 5 Plattenanordnungen, bei denen die Teilung der Rotorund Statorplatten 0,9 mm nicht überschreitet. Dadurch kann ein Zweifachkondensator, wie er in den Fig. 1 und 2 dargestellt ist, mit einer Gesamttiefe, ausgenommen die Achse 12, von 2, 5 cm und weniger hergestellt werden. Wahlweise können dieselben Plattentrennglieder auch zur Verbesserung der elektrischen Güte von Kondensatoren mit gösserer Plattenteilung verwendet werden.
Jeder Teilkondensator der Einheit besteht aus acht Rotorplatten 30 (Fig. 3, 4 und 5), welche zwischen sieben Statorplatten 31 eingreifen. Die Rotorplatten sind aus Metallblech, z. B. aus Aluminiumblech von 0, 35 mm Dicke ausgestanzt, während die Statorplatten, welche durch die Backen 21 besser gestützt sind, aus Blech von nur 0, 25 mm Stärke ausgestanzt sind. Die Teilung der Rotor- sowie der Statorplattensätze beträgt 0, 9 mm ; dadurch entsteht ein Luftspalt von 0, 125 mm Nenndicke zwischen gegenüberliegenden Flächen der Rotor- und Statorplatten. Alle Rotorplatten sind gleich geformt.
Geschlitzte Endplatten zur genauen Kapazitätseinstellung sind nicht erforderlich.
Der Luftspalt wird innerhalb bestimmter Grenzen gehalten mittels der Abstandhalter 32 und 33, welche aus isolierendem Material von niedrigen Verlusten, wie z. B. Polystyren, gefertigt sind. Jede Rotorplatte 30 trägt auf jeder ihrer Flächen je zwei dieser Abstandshalter 32, welche dort auf einem Kreisbogen zwischen dem Zentrum und der Peripherie der Platte angebracht sind. Einer der Abstandshalter ist relativ nahe zum"Einführrand"der Platte angeordnet. (Unter"Einführrand"ist jener Rand zu verstehen, der beim Ineinanderdrehen von Rotor und Stator voranläuft). Der andere Abstandshalter ist so angeordnet, dass er zwischen die Statorplatten eintritt, wenn Rotor und Stator etwa zur Hälfte ineinander eintauchen.
JedeStatorplatte 31 trägtaufjederihrerFlächennocheineneinzelnenAbstandshalter 33, welcher nahe der äussersten Spitze des Flügels angeordnet ist. Jede Rotorplatte besitzt an der äussersten Spitze
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4)haltern 33 an deren Spitze befindet.
Die in den Fig. 3 und 4 vollausgezogenen dargestellten Rotorplatten sind die Endplatten des Satzes.
Diesen stehen auf der äusseren Seite keine Statorplatten gegenüber, und deshalb haben die Abstandshalter 32, welche auf dieser Seite des Rotors gezeigt sind, keine Bedeutung. Sie sind jedoch in dieser Weise dargestellt, um einerseits die Lage der Abstandshalter auf den inneren Platten des Satzes zu ver-
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anschaulichen und weil diese Abstandshalter wegen des speziellen, noch zu beschreibenden Herstellungs- prozesses auch dann an ihrem Platz belassen werden, wenn sie keine Funktion haben. Bei der Minimalkapa- zitätsstellung, welche in Fig. 4 gezeigt. ist, wird der Abstand von Rotor- und Statorplatten durch die Abstandshalter 33 an den Statorplatten erhalten.
Wird der Rotor aus der Minimal-in die Maximalstellung bewegt, treten die Abstandshalter 32 nacheinander in den Spalt zwischen den Statorplatten ein, wobei der Abstand der einander gegenübertretenden Platten aufrechterhalten wird, bis in der Maximalstellung (Fig. 3) alle Abstandshalter wirksam sind, um den richtigen Abstand zwischen den Platten aufrecht zu erhalten. Der Abstandshalter 33 sichert, dass die Rotorplatten beim Eintritt der Abstandshalter 32 korrekt zentriert sind. Aus Fig. 3 ist ersichtlich, dass in der Stellung für Maximalkapazität die Abstandshalter über die gesamte gegenüberstehende Fläche der Platten verteilt sind und dass die Abstandshalter auf Bogen von verschiedenen Radien liegen, so dass sie einander nicht behindern.
Die Gesamtfläche, die von den drei Abstandshaltern in jedem Plattenzwischenraum eingenommen wird, beträgt nur etwa ein Vierzigstel der gesamten in Eingriff stehenden Plattenfläche. Dieser Anteil ist klein genug, dass er hinsichtlich der elektrischen Güte des Kondensators werden kann.
Die relativ kleine Fläche der Abstandshalter sowie der geringe Reibungskoeffizient zwischen Polystyren und glattem Metall sichert, dass der Reibungswiderstand bei der Drehung der Rotorplatten infolge der Abstandshalter 32 und 33 sich nicht in unzulässiger Weise vergrössert.
Die Statorabstandshalter 33, welche ständig in Eingriff mit den Rotorplatten verbleiben, stehen über die Oberfläche der Statorplatten um einen Betrag vor, der das Nennmass der Luftspaltstärke, 0, 125 mm, nicht übersteigt, und nähern sich diesem Mass so weit, als normale Fertigungstoleranzen dies zulassen, z. B. in Grenzen von 0, 1 bis 0, 125 mm, während die Rotorabstandshalter 32, welche allmählich in den Luftspalt zwischen den Statorflügeln eingreifen, wenn der Rotor in die Stellung mit Maximalkapazität bewegt wird, um z. B. zirka 0, 05 mm niedriger sind. Diese Anordnung sichert, dass die Rotorabstandshalter 32 zwar hoch genug sind, um den richtigen Flügelabstand zu sichern, jedoch zwischen die Statorplatten eintreten können, ohne eine merkliche Änderung des Drehwiderstandes im Augenblick des Eintretens zu verursachen.
Es ist darauf hinzuweisen, dass die Zahl und die Anordnung der Rotor- und Statorabstandshalter in den Fig. 3, 4 und 5 als ein vorzugsweises Beispiel gezeigt sind, dass diese Faktoren je nach Bedarf und Bauweise bei den einzelnen Kondensatoren in weitem Ausmass geändert werden können. Bei dieser Konstruktion, welche kleine, an einer Stelle konzentrierte Abstandshalter benutzt, wird es erforderlich sein, mindestens zwei Abstandshalter in jedem Luftspalt zwischen den Platten anzuordnen, um hinreichend gleichmässige Abstände zu erzielen. Natürlich kann auch eine grössere Anzahl von Abstandshaltern verwendet werden, doch ist es wünschenswert, dass der Flächenanteil der Abstandshalter nicht grösser ist als etwa ein Zehntel der Gesamtfläche der Platten.
In diesem Zusammenhang sei auch bemerkt, dass Abstandshalter von relativ kleinem Flächenausmass vor allem deshalb benutzt werden, um den Flächenanteil der Platten, in dem die Dielektrizitätskonstante willkürlichen Schwankungen unterworfen sein kann, zu verringern. Diese Schwankungen kommen dadurch zustande, dass die Dielektrizitätskonstante jedes Abstandshalters und der Luftspalt, der dessen Oberfläche von der benachbarten Plattenfläche trennt, willkürlich variieren können. Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Verminderung von möglichen Schleifspuren, welche zwischen zwei Platten durch dazwischenliegende Abstandshalter entstehen können, auf ein Minimum.
Die Minimalzahl möglicher Schleifspuren ist eine Funktion der Fläche und der Gestalt der Abstandshalter sowohl in Richtung der Plattenebene als auch im Aufriss und wird üblicherweise dadurch auf ein Minimum reduziert, dass Abstandshalter von möglichst kleiner Fläche verwendet werden.
Die Abstandshalter 32 und 33 können in verschiedenster Weise geformt und an ihren Platten befestigt sein. Beispielsweise können die Abstandshalter bloss aus Polystyrenscheiben von genau entsprechender Dicke bestehen, welche auf die Platten aufgeklebt sind. Jedoch besteht eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung darin, dass jedes Paar von Abstandshaltern (einer auf jeder Seite einer Platte) aus den abgeflachten Enden eines stöpsel- oder nietartigen Polystyrenstückes 40 besteht, welches durch die Platte hindurchgesteckt ist. Diese Konstruktion ist für Fliessbandfertigung geeignet, nach Verfahren, die jetzt beschrieben werden sollen.
Die Fig. 6 der Zeichnungen zeigt aufeinanderfolgende Stadien eines Verfahrens zur Herstellung von Statorplatten für einen Kondensator nach den Fig. 1 - 5. Die Verfahrensschritte bestehen im Einsetzen und Formen der Abstandshalter 33 in einen Metallblechstreifen, aus dem die einzelnen Statorflügel 31 am Schluss des Arbeitsganges ausgestanzt werden.
Die Fig. 6A-6C zeigen im Grund- und Aufriss das Einsetzen eines kurzen Polystyrenstiftes 51,
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so dass dieser durch einen Vorratsstreifen von Metallblech 52 hindurchdringt, mittels eines hin-und hergehenden Werkzeuges 50. Hin- und herbewegliche Formen 54 führen den Streifen für die Ein- setzoperation und überwachen die Tiefe des Eindringens des Stiftes 51. Der Stift 51 steht auf jeder Seite des Blechstreifens 52 (Fig. 6B) gleich weit vor um einen Betrag, der nicht grösser als der
Durchmesser des Stiftes ist.
Die fortlaufende Länge des Vorratsstreifens 52 mit den Stiften 51 wird sodann zwischen einer
Reihe von Düsen 55 (Fig. 6C) hindurchbewegt, die über die Stifte 51 einen Luftstrom mit einer
Temperatur leiten, die hoch genug ist, um die Stifte auf eine Temperatur über ihrer Erweichungstem- peratur, jedoch unter ihrer Schmelztemperatur zu erwärmen. Dadurch kommen die Stifte in plastischen
Zustand. Die Erwärmung des Polystyrens bewirkt ein Schrumpfen in axialer Richtung, wodurch die
Extrusionsspannungen vermindert werden, während die hohe Oberflächenspannung des erweichten Poly- styrens die Formung runder nietartiger Köpfe 56 bewirkt.
Sowie sich der Streifen aus der Zone des
Luftstromes hinaus bewegt, kühlt sich das Polystyren ab und nimmt dauernd die in Fig. 6C gezeigte Form an, wodurch es sehr fest in die Öffnungen des Vorratsstreifens 52 hineingefügt ist. Bei kontinuierlicher
Zuführung verbleibt jeder Stift etwa 1 sec lang in der Erwärmungszone. Dabei wird Luft von etwa
1200C verwendet.
Der nächste Arbeitsgang (Fig. 6E) besteht darin, den Streifen mit den geformten Stiften zwischen einem Paar rotierender Schneidwerkzeuge 57 passieren zu lassen, welche genau über der Oberfläche des Streifens angebracht sind und wobei der Streifen durch nicht gezeigte Führungen der Höhe nach so geführt ist, wie es der Höhe der fertigen Abstandshalter entspricht. Überschüssiges Polystyren wird durch die Schneidwerkzeuge abgeschabt, so dass der fertige Propfen 40 von den gewünschten Dimensionen übrig bleibt. Zum Schluss wird die Form des Statorflügels aus dem Vorratsstreifen ausgestanzt, wie Fig. 6F ausschnittweise zeigt.
Der in Fig. 6C gezeigte Verfahrensschritt, die vorstehenden Enden des Stiftes durch einen Heissluftstrom zu formen, kann durch eine Arbeitsweise nach Fig. 6D (Auf- und Kreuzriss) ersetzt werden, bei welcher die Stifte durch geheizte Rollen 58 erwärmt werden, welche oberhalb der Streifenoberfläche, jedoch entfernt von dieser rotieren. Derselbe Vorgang wie der Vorgang nach Fig. 6C erzeugt die nietartigen Köpfe 56 des Stiftes ohne tatsächlichen Kontakt derselben mit den Rollen.
Ein genau gleichartiges Verfahren kann natürlich bei der Herstellung der Rotorplatten für den in Fig. 3-6 gezeigten Kondensator angewendet werden, wobei die zwei Abstandshalter in jeder Rotorplatte in gleichzeitig ablaufenden Prozessen, wie in Fig. 6 gezeigt, geformt werden.
Die unter Bezugnahme auf die Fig. 1-6 beschriebenen Kondensatoren enthalten als Abstandshalter "Kerne" von sehr kleiner Flächenausdehnung.
Die Fig. 7 und 8 zeigen Ansichten einer alternativen Anordnung nach der Erfindung. Wie bei der Anordnung nach den Fig. l - 5 ist jedes Paar benachbarter Rotor- und Statorplatten 74 bzw. 73 durch drei Abstandshalter 72 getrennt. Die Gesamtfläche der Abstandshalter ist klein im Verhältnis zu der gegenüberliegenden Fläche der beiden Platten. Bei dieser Form der Erfindung sind jedoch die Abstandshalter 70, welche zwischen den verschiedenen Plattenpaaren liegen, als Fortsätze eines einzigen Rückenstreifens 71 geformt, so dass das Ganze eine kammartige Anordnung 72 bildet. Der Rückenstreifen 71 erstreckt sich über die Breite eines Satzes von Statorplatten, an welche die Abstandshalteranordnung befestigt ist, z. B. durch Klebung.
Die drei Abstandshalter 72 sind rund um den Umfang des Statorplattensatzes verteilt, so dass verteilte Stützen für die Rotorplatten 74 entstehen, wenn diese in den Stator eingreifen. Damit die Rotorplatten sicher weich in die Spalten zwischen den Abstandshaltern 70 hineingleiten, ist jeder Rotor mit einer Nase 75 versehen, die von seiner Einführkante vorspringt. Die Nase ist vom äusseren Rand der Platte genügend weit zurückgesetzt, so dass die Abstandshalter 70 frei passieren können. Die Nase 75 trägt ein "Kern" -Abstandshalter 76 auf jeder Seite. Diese "Kerne" können aus den vorstehenden Enden eines Polytyrenstoppels geformt sein, der die Platte durchsetzt, so wie in Verbindung mit den Fig. 3-6 beschrieben worden ist.
Die Nasen 75 und die Abstandshalter 76 ragen zumindest zum Teil zwischen gegenüberliegende Paare von Statorplatten hinein, wenn sich der Rotor in der Stellung für Minimalkapazität befindet.
Die Abstandshalter 72 können leicht durch Spritzguss oder irgendeinen äquivalenten Prozess aus einem isolierenden Material, wie Polystyren, hergestellt werden. Sie können in fortlaufenden Längen hergestellt und nachfolgend auf die für jeden Kondensator benötigte Länge zugeschnitten werden.
Bei allen Ausführungsformen der Erfindung, die bisher beschrieben worden sind, ist als Material für die Abstandshalter Polystyren verwendet worden. Es ist selbstverständlich für die Erfindung wesentlich,
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dass die Abstandshalter aus isolierendem Material bestehen, welches möglichst nicht hygroskopisch sein, keine Kratzer verursachen und einen niedrigen Verlustwinkel besitzen soll. Die Werte seiner Dielektrizitätskonstante sind von untergeordneter Bedeutung, doch soll sie im Idealfall so niedrig sein, als es gerade noch mit den andern primär zu fordernden Materialeigenschaften verträglich ist. Das Material soll auch eine möglichst grosse Formbeständigkeit besitzen und soll sich möglichst genau bearbeiten lassen.
Wenn der im Zusammenhang mit Fig. 6 beschriebene Herstellungsprozess für die Herstellung von Abstandshaltem mit kleiner Flächenausdehnung, sogenannte "Kerne" angewendet wird, welche in den Fig. 3, 4 und 5 dargestellt sind, soll das Material auch thermoplastische Eigenschaften besitzen, zumindest im Zeitpunkt des Einsetzens in das Flügelmaterial.
Polystyren, Polyäthylen und Polypropylen sind leicht erhältliche Materialien, welche alle diese Forderungen erfüllen. Die Abstandshalter, die in den Fig. 7 und 8 dargestellt sind, können aus diesen Materialien durch Spritzguss hergestellt werden, während für die "Kern" -Abstandshalter nach den Fig. 3, 4,5 und 6 gezogene Stangen von zirka 1, 25 mm Durchmesser ein geeignetes Ausgangsmaterial bilden.
Polytetrafluoräthylen kann ebenfalls an Stelle der genannten Materialein für die Abstandshalter verwendet werden, wenn die Herstellungsmethoden entsprechend modifiziert werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Drehkondensator mit Luft als Dielektrikum, mit einem festen und einem beweglichen Plattensatz, wobei der Abstand zwischen gegenseitig gegenüberstehenden Flächen der Platten der beiden Sätze durch zwei oder mehrere zwischen die Platten eingeschaltete, einzelne kleine Abstandshalter aufrecht erhalten ist, dadurch gekennzeichnet, dass jene Teile der Platten der beiden einander zugeordneten Plattensätze, die in der Stellung, die der Minimalkapazität entspricht, einander gegenüberliegend verbleiben, jeweils wenigstens einen Abstandshalter (33, Fig. 3. 4 : 76, Fig. 7, 8) zwischen sich einschliessen, während die übrigen Abstandshalter (32 ; 72) erst beim Verdrehen des Kondensators wirksam werden.