AT249540B - Verfahren zum Befestigen von Klingen in Heften - Google Patents
Verfahren zum Befestigen von Klingen in HeftenInfo
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Description
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Verfahren zum Befestigen von Klingen in Heften
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ständigkeit der nichtrostenden Klingen. Befreit von jeglichem schützendem Fettfilm finden die depassivierend wirkenden Substanzen jetzt Gelegenheit, schon in geringsten Konzentrationen und mit grösster Wahrscheinlichkeit einen Angriff auszulösen. Der früher mit gutem Erfolg angewendete Magnesia-SulfatZement ist deshalb heute den verschärften Anforderungen im Gebrauch nicht mehr gewachsen.
Es wurde nun gefunden, dass sich die bisherigen Nachteile beheben lassen und eine dauerhafte und korrosionsbeständige Befestigung von Klingen in Heften, insbesondere von Messerklingen in den Heften von Tafelmessern erfindungsgemäss erreichen lässt dadurch, dass die Klingen mit einer Magnesia-Zement-Mischung, die als eine auf den Edelstahl passivierend wirkende Komponente mindestens 20 Gew. -0/0, bezogen auf die wasserlöslichen Bestandteile der trockenen Mischung, an löslichen Nitraten enthält, eingegossen und die Masse anschliessend, vorzugsweise durch Erwärmen auf etwa 70-95 C, zum Abbinden und Erhärten gebracht wird.
Dabei ist es vorteilhaft, wenn die an der Abbindereaktion beteiligten Komponenten der Zement-Mischung ausschliesslich aus Magnesiumoxyd und Magnesiumnitrat bestehen. Das Mischungsverhältnis von Magnesiumoxyd zu Magnesiumnitrat soll dabei zweckmässig zwischen etwa 30 : 70 und 70-30 liegen.
Es ist zwar grundsätzlich bekannt, dass kaustisch gebrannte Magnesia auch mit von Sulfaten oder Chloriden verschiedenen, wasserlöslichen Magnesiumsalzen abbindet. Weiterhin ist bekannt, dass Salpetersäure oder saure Nitratlösungen potentialerhöhend, also passivierend auf Edelstahl wirken. Reine wässerige Magnesiumnitratlösungen besitzen zwar einen PH-Wert von etwa 5. In der Mischung mit Magnesiumhydroxyd wird dieser aber bis auf PH 7 angehoben, da das Magnesiumhydroxyd vermöge seiner basischen Eigenschaften die hydrolytische Aufspaltung des Magnesiumnitrats verhindert.
Da in neutralen Nitratlösungen erfahrungsgemäss die Passivierung nicht gefördert wird, muss es als sehr überraschend angesehen werden, dass sich die nitrathaltigen Massen in Verbindung mit Stahl verarbeiten lassen, ohne dass korrodierende Wirkung eintritt. Es war nicht vorauszusehen, dass die bei der Anwendung von Magnesiumsulfat-Zement auftretenden Korrosionserscheinungen durch einen Zusatz von Magnesiumnitrat unterbunden werden können. Man konnte nicht erwarten, dass die beschriebene Spaltkorrosion be-
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dass die Festigkeit reiner abgebundener Magnesia-Magnesiumnitrat-Mischungen für den beschriebenen Zweck, also zum Einbetten von Messerklingen in Griffe von Tafelmessern, vollständig ausreicht.
Als Magnesia-Zement kann jeder übliche Zement auf Magnesiumoxyd-Basis verwendet werden. Das üblicherweise in diesen Zementen enthaltene Magnesiumsulfat oder Magnesiumchlorid kann beim erfindungsgemässen Verfahren ausser durch Magnesiumnitrat in beschränktem Umfang auch durch Alkalinitrate ersetzt werden.
Je nachBedarf können dem Zement übliche Zuschlagstoffe, wie Quarzsand, Farbpigmente, gegebenenfalls Kunststoff-Zusätze u. dgl. beigegeben werden.
DieZementmischung kann erfindungsgemäss ohne irgendwelche besondere Vorbereitung in die gereinigten Hefte eingefüllt und die Klingen eingesetzt und sorgfältig, ohne jeden Zeitdruck, ausgerichtet werden, wonach dann das Abbinden und Hartwerden der Masse zweckmässig im Wasserbad über etwa 30 bis 60 min bewirkt wird. Überschüssiger, aussen am Griff ansitzender Zement lässt sich auf einfache Weise durch blosses Abwischen entfernen. Die Gefahr einer Beschädigung des Griffes durch mechanische Bearbeitung besteht dabei nicht.
Der besondere Vorteil des erfindungsgemässenverfahrens besteht insbesondere darin, dass vcrmöge der
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Zusammensetzungmässen Verfahren befestigten Klingen sehr hoch liegt und sich im Gegensatz zu der von eingebleiten Mes- sern auch durch sehr intensive Beanspruchung nicht verringert.
Beispiel l : Es wurden 550 g Magnesiumoxyd (kaustisch gebrannte Magnesia) und 450 g Magnesiumnitrat (kristallisiert mit 6 Mol HO) in einem schnellaufenden Rührer homogen gemischt und mit etwa 100 g Wasser angerührt. Es entstand ein vergiessbarer Brei. Dieser wurde in mittels Sandstrahl gereinigte Hefte, die sich in einer Haltevorrichtung befanden, bis zum oberen Rand der Hefte eingefüllt. Danach wurden die Klingen eingesetzt und mit einer Spannvorrichtung fixiert. Es wurden etwa aussen am Griff befindliche Zementreste durch Abwischen entfernt und die Klingen ausgerichtet. Die gesamte Einrichtung wurde in ein auf etwa 700C temperiertes Wasserbad eingebracht und darin während etwa 40 min belassen.
[n dieser Zeit setzte das Abbinden und Hartwerden der Masse ein. Nach dieser Zeit wurde die Einrichtung aus dem Wasserbad herausgenommen und bei Raumtemperatur noch etwa 24 h stehen gelassen. Danach wurden. die fertigen Messer aus der Haltevorrichtung gelöst. Der Kropf der Klinge wurde anschliessend bündig geschliffen. Die Zerreisskraft. die aufgewendet werden muss, um eine eingegossene Klinge aus dem
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Griff herauszuziehen, lag bei 350 kg.
Die Griffe können anschliessend in üblicher Weise fertiggestellt, z. B. galvanisch versilbert werden. Beispiel 2 : Es wurde wie in Beispiel 1 angegeben gearbeitet, jedoch wurde ein Zement folgender
Zusammensetzung verwendet :
500 g MgO
250 g MgS04
250 g KNOS und die Temperatur des Wasserbades, in dem die Abbindereaktion einsetzt, wurde auf 90 - 930 C eingestellt.
Auch die nach diesem Beispiel befestigten Klingen zeigten eine hohe Festigkeit, die auch nach längerer intensiver Beanspruchung nicht verringert war.
PATENTANSPRÜCHE : l. Verfahren zur korrosionsverhindernden Befestigung von Klingen in Heften, insbesondere von Messerklingen in den Heften von Tafelmessern, dadurch gekennzeichnet, dass die Klingen mit einer Magnesia-Zement-Mischung, die als eine auf den Edelstahl passivierend wirkende Komponente mindestens 20 Gew. -0/0, bezogen auf die wasserlöslichen Bestandteile der trockenen Mischung, an löslichen Nitraten enthält, eingegossen werden, und die Mischung anschliessend vorzugsweise durch Erwärmen auf etwa 70 - 9SoC zum Abbinden und Erhärten gebracht wird.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als diean der Abbindereaktion beteiligten Komponenten der Zement-Mischung ausschliesslich Magnesiumoxyd und Magnesiumnitrat eingesetzt werden.3. Verfahren nach Anspruch 1 oder. 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Mischungsverhältnis von Magnesiumoxyd zu Magnesiumnitrat zwischen 30 : 70 und 70 : 30 verwendet wird.
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