AT246093B - Verfahren zur Herstellung von atmendem Kunstleder - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von atmendem Kunstleder

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    • D06N3/00Artificial leather, oilcloth or other material obtained by covering fibrous webs with macromolecular material, e.g. resins, rubber or derivatives thereof
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Description


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  Verfahren zur Herstellung von atmendem Kunstleder 
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 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Alle diese   vorbekannten Massnahmen   erfordern aber zusätzliche Arbeitsgänge, die Auswahl bestimmter Fasermaterialien und Kunststoffe und bringen damit die oben   aufgezeigten Vorteile von Lederaustausch-   stoffen zumindest teilweise wieder in Wegfall. 



   Es wurde nun gefunden, dass sich diese Schwierigkeiten und   zusätzlichen Arbeitsgänge   vermeiden lassen, wenn man bei einem Verfahren zur Herstellung von atmendem Kunstleder durch Koagulation mindestens eines Kunststoffes auf einem Trägermaterial aus einer Auflösung des Kunststoffes in einem organischen Lösungsmittel mit Hilfe einer weiteren organischen Flüssigkeit, die mit dem Lösungsmittel mischbar ist, den Kunststoff dagegen nicht oder nur wenig löst unmittelbar nach der Beschichtung oder Imprägnierung des Trägermaterials mit der Kunststofflösung, welche die den Kunststoff   nichtlösende organische Flüssig-   keit in einem solchen Mengenverhältnis enthält, dass noch keine sichtbare Ausflockung stattfindet, beide organischen Flüssigkeiten unter Temperaturbedingungen weggedampft werden,

   bei denen der Kunststoff noch nicht schmilzt. 



   Durch die Zugabe einer organischen Flüssigkeit, die den Kunststoff nicht oder zumindest nur wenig löst, zur Kunststofflösung wird der Kunststoff koaguliert und scheidet sich in Form sehr kleiner Partikelchen ab, die durch eine Vielzahl von Grenzflächen voneinander getrennt sind.   Überraschenderweise hat   sich nun gezeigt, dass durch das vollständige Wegdampfen der beiden organischen Flüssigkeiten und beim Trocknen kein vollständig dichtes Material erhalten wird, sondern ein Gebilde, das gänzlich unerwartet hervorragende Werte für die   Luft-und Wasserdampfdurchlässigkeit ergibt,   ohne dass eine zusätzliche Nachbehandlung erforderlich ist oder man bei der Auswahl der Kunststoffe und des Trägermaterials auf ganz bestimmte Typen angewiesen ist. 



   Als Kunststoffe für das Verfahren nach der Erfindung eignen sich solche, die in organischen Lösungsmitteln ausreichend löslich sind und mit Hilfe von andern flüchtigen organischen Verbindungen koaguliert werden können. Gut bewährt haben sich beispielsweise Zelluloseäther und Zelluloseester, Vinylpolymersate und Mischpolymerisate wie beispielsweise die des Styrols, des Vinylchlorids, des Vinylidenchlorids, der   Acrylsäure   und der Methacrylsäure, des Vinylacetats, Polykondensationsprodukte wie beispielsweise solche des Formyldehyds mit Phenolen oder Aminen. 



   Es ist ein besonderer Vorteil der Arbeitsweise im Sinne der Erfindung, dass sich auf diesem Weg auch sehr gut Kombinationen verschiedener Kunststoffe verarbeiten lassen, wie sie beispielsweise bei der Extrudertechnik dann nicht zum Einsatz kommen können, wenn sie in ihrem thermoplastischen Bereich weit auseinanderliegen. Auch Weichmacher, Stabilisatoren, organische Farbstoffe, anorganische Füllstoffe und Farbpigmente lassen sich der Kunststofflösung zugeben und so auf einfachem Wege dem Kunststoff einverleiben. 



   Eine bevorzugte Ausführungsform des   erfindungsgemässen Verfahrens   besteht darin, dass die den Kunst- 
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Flüssigkeitfungsgeschwindigkeit wegen zuerst das Lösungsmittel verdampft wird, während die schwerer flüchtige orga nische Flüssigkeit noch in der Lösung verbleibt und auf den Kunststoff koagulierend wirkt. 



   Die Auswahl der Lösungsmittel ist einmal abhängig von dem betreffenden Kunststoff, zum andern von   demNichtlösungsmittel,   das die Koagulation des Kunststoffes bewirkt und das mit dem Lösungsmittel homogen vermischbar sein muss. 
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Flüssigkeitensollen sie in ihrer Verdampfungsgeschwindigkeit zweckmässig so weit auseinanderliegen, dass nach Verdampfen des Lösungsmittels noch genügend Nichtlösungsmittel vorhanden ist, um den Kunststoff zu koagulieren. 



   Die Temperaturen, bei denen zweckmässig die organischen Flüssigkeiten abgedämpft werden, hängen jeweils von dem Kunststoff und den verwendeten   Lösungs- und   Nichtlösungsmitteln ab, so dass sich keine allgemein gültigen Zahlenwerte angeben lassen. Ganz allgemein müssen die Abdampftemperaturen unter dem Schmelzpunkt des betreffenden Kunststoffes liegen, um zu verhindern, dass der Kunststoff zu einer homogenen, dicken und transparenten Folie zusammenschmilzt, die die erstrebte Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit nicht mehr hat. 



   Es hat sich gezeigt, dass für   alleKunststoffeTemperaturen über 90"C vermieden werden   sollten und der bevorzugte Temperaturbereich zum Abdampfen der beiden Flüssigkeiten zwischen 50 und   700C   liegt. 



   Nachfolgend werden einige der für das Verfahren geeigneten Kunststoffe und für den jeweiligen Kunst-   stoff geeignete Lösungs- und   Nichtlösungsmittel   aufgeführt,   ohne dass diese Zusammenstellung erschöpfend ist und das erfindungsgemässe Verfahren auf die genannten Kunststoffe beschränkt ist. 



   Als Celluloseester kommen vorzugsweise die Veresterungsprodukte von Cellulose mit niederen all-   phatischen Monocarbonsäuren, wie Essigsäure,   Propionsäure, Buttersäure oder. mit Gemischen dieser Säuren 

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 in Betracht. Bei dem am häufigsten verwendeten und am einfachsten   zugängigenCelluloseester,   der Ace- tylcellulose, werden der besseren Löslichkeit wegen   Veresterungsprodukte   mit weniger als drei Säureestern je Glukosebaustein verwendet. 



   Diese Ester sind auch unter   der Bezeichnung secundäre Acetate   bekannt und haben einen Essigsäurege- halt von 50 bis   57%,   der einem Substitutionsgrad von annähernd 2, 1 bis 2,7 entspricht. Bei den höheren
Säuren oder Gemischen von Estern wie Celluloseacetobutyrat (zwei   Essigsäurereste,   ein Buttersäurerest) können jedoch alle drei   OH-Gruppeli   substituiert sein und diese Ester sind trotzdem noch in organischen
Lösungsmitteln sehr gut löslich. 



   Als Lösungsmittel werden für die Celluloseester Aceton und höhere Ketone sowie Essigsäureäthylester verwendet, als   Nichtlöserlsopropanol. Butanol,   Isobutanol, aliphatische und aromatische Kohlenwasser- stoffe, wie Benzin und Toluol. 



   Auch Celluloseester anorganischer Säuren eignen sich für das   erfindungsgemässe   Verfahren, so ins- besondere Nitrocellulose mit einem Substitutionsgrad von 1, 9   bis 2. 7. das entspricht annähernd einem  
Stickstoffgehalt von 10, 75 bis 13, 4%. 
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   Nitrocelluloseester sind Acetonsäureäthylester, Nichtlöser Äther, niedere aliphatische Kohlenwasserstoffe, wie Benzin und Chlor-Kohlen- wasserstoffe. 



   Als Celluloseäther eignen sich besonders die mit einem Substitutionsgrad von 1 bis   2. 6. Hiebei   ist aber zu bemerken, dass die Auswahl der am besten geeigneten Substitutionsprodukte von der Art des Sub-   stituemen   abhängt. Allgemein ist es so, dass die Celluloseäther mit niedrigem Substitutionsgrad in or- ganischen Lösungsmitteln schlecht loslich sind, so dass wegen der besseren Loslichkeit Celluloseäther mit einem Substitutionsgrad über 2 bevorzugt werden. 



   Geeignete Vertreter von Celluloseäthern sind Methylcellulose, Äthylcellulose,   Oxyäthylcellulose   und Benzylcellalose sowie Mischäther der eben erwähnten Alkohole. 



   Als Lösungsmittel für Methylcellulose wird Methylenchlorid   (CHC) oder Äthylalkohol verwendet,   für Äthylcellulose, bei der der bevorzugte Substitutionsgrad 2, 2-2, 6 (= 44-49% Äthoxylgehalt) be- trägt Essigester, Butylacetat, Aceton, Benzol und Toluol, für Benzylcellulose mit bevorzugtem Substi- tutionsgrad von 2 bis 2,2   Äthylacetat,   Butylacetat, Cyclohexanon und Methylenchlorid. 



   Für alle   dissc Celluloseäther   sind niedere aliphatische Kohlenwasserstoffe, wie Benzin. das geeignete   Nichtlösungsmittel.   



   Bei den Celluloseäthern empfiehlt es sich noch, Stabilisatoren zum Schutz gegen Lichteinwirkungen zuzugeben, wie ein-und mehrwertige Phenole und cycloaliphatische und aromatische Amine. 



   Von den Polymerisations-Kunststoffen ist zunächst das Polyvinylchlorid und seine Mischpolymerisate mit Vinylacetat, Acrylsäureestern und Vinylidenchlorid zu erwähnen. Für Polyvinylchlorid allein und
Mischpolymerisate mit Vinylidenchlorid sind Cyclohexanon, Dioxan und Tetrahydrofuran Lösungsmittel. 



   Mischpolymerisate mit   2 - l !,} % Vinylacetat   werden vorzugsweise in Dioxan gelöst ;
Mischpolymerisate mit Acrylsäureestern bzw. Methacrylsäureestern in Estern, Ketonen und ChlorKohlenwasserstoffen mit Methylenchlorid. 



   Polymerisate auf der Grundlage von   Vinylidenehlorid   kommen vor allem in Form von Mischpolymerisaten mit 5-20% Vinylchlorid oder Acrylnitril zum Einsatz und werden in Cyclohexanon, Dioxan oder Tetrahydrofuran gelöst. 



   Als Nichtlöser kommen niedere Alkohole und aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe in Betracht. 



   Allen diesen chlorhaltigen Kunststoffen werden zweckmässig Metallseifen wie Calciumstearat und Butylsalizylat oder organische Zinnverbindungen zugegeben. 



   Polystyrol wie in Estern, Ketonen, aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Benzol und Toluol, Methylenchlorid gelöst und mit niederen Alkoholen, wie   Äthanol, Propanol,   Butanol, Isobutanol oder Mineral- öl als Nichtlöser versetzt. 



   Für Polyacrylsäureester und   Polymethacrylsäureester   sowie deren Mischpolymerisate mit Acrylnitril, Styrol, Vinylchlorid und Vinylacetat sind aromatische Kohlenwasserstoffe, wie Benzol und Toluol und Ester gute Lösungsmittel. 



   Als Nichtlöser werden niedere Alkohole zugegeben, wie Propanol und Butanol bzw. deren Isoverbindungen. 



   In der Kunststoffklasse der Kondensationsprodukte haben sich ihrer besseren Löslichkeit wegen vor allem die niedermolekularen Kondensationsprodukte bewährt. 



   Von den Phenol-Formaldehyd-Kondensationsprodukten werden so die Resole und Novolak-Typen ver- 

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Claims (1)

  1. <Desc/Clms Page number 5> und Melamin-Formaldehyd-Kondensationsprodukten4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer EMI5.1
AT738663A 1963-09-13 1963-09-13 Verfahren zur Herstellung von atmendem Kunstleder AT246093B (de)

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