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Schussgreifer an Rosshaar-Webstühlen od. dgl.
Die Erfindung betrifft einen Schussgreifer an Rosshaar- Webstühlen od. dgl. in Form einer Entnahmezange, welche am freien Ende der Schusseintragnadel angeordnet ist und mit einem Widerlager zusammenarbeitet, welches die Zange zur Entnahme der Haare aus dem Bündel öffnet, welches in einem absatzweise drehbaren Behälter vorgesehen ist.
Die Vorrichtung eignet sich zur Verwendung bei Webstühlen, bei denen der Schuss durch eine verschiebbare Stange bzw. durch einen Schützen eingeführt wird. Ferner eignet sich die Vorrichtung dann zur Verwendung, wenn aus einem Bündel aus Ross- bzw. Kunsthatr jeweils ein Haar entnommen werden soll, wie dies z. B. bei der Herstellung von aus einer Haarseele und einer Umwicklung aus Baumwollgarn oder sonstigen Werkstoffen bestehenden Geweben der Fall ist.
Bisher bekannte Schussgreifer der angegebenen Art besitzen den Nachteil, dass keine konstante Entnahme je eines einzigen Haares bzw. Fadens erfolgt, sondern jedes Mal mehr als ein Haar bzw. ein Faden mittleren oder kleineren Durchmessers erfasst wird, oder dass ein einziges Haar bzw. ein einziger Faden mittleren Durchmessers erfasst werden kann, wobei alle Haare bzw. Fäden grösseren Durchmessers ausgeschlossen werden und es unvermeidlich ist, dass zwei oder mehrere Haare bzw. Fäden geringen Durchmessers erfasst werden.
Erfindungsgemäss wird dieser Nachteil dadurch behoben, dass die Entnahmezange einen an seinem freien Ende um 1800 zu einem Haken gebogenen Stift aufweist, dessen zugespitztes Ende sattelartig geformt ist und der an der Eintragnadel befestigt ist sowie eine mit einer durchgehenden, sich zum Ende der Spitze hin konisch erweiternden Axialbohrung versehene und mit dem Ende des Stiftes zusammenwirkende Büchse umfasst, deren dem Spitzenende zugewendete Stirnseite abgeschrägt und keilförmig-konkav ausgebil-
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ten, gegenüber der letzteren beim Anschlagen an das Widerlager entgegen der Wirkung einer Feder beweglichen Hohlkörper befestigt ist.
Die Erfindung schafft somit eine Vorrichtung, die einwandfrei arbeitet, indem dieselbe jeweils bestimmt nur ein Haar entnimmt, u. zw. entgegen bekannten Vorrichtungen, die häufig eine Abstellung der Arbeit bedingen, um die durch nicht erfolgte Entnahme bzw. Entnahme mehrerer Schussfäden entstehenden Störungen zu beheben.
Die Erfindung wird nun an Hand eines Ausfilhrungsbeispieles unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert.
In den Zeichnungen zeigt Fig. 1 die Vorrichtung bei Anwendung bei einem Webstuhl mit nadelförmigem Schusszufuhrglied in teilweisem Schaubild, Fig. 2 die Vorrichtung nach Fig. 1 in Ansicht teilweise im Schnitt, Fig. 3 eine Draufsicht der Fig. 2, Fig. 4 den Entnahmekopf, wie letzterer bei der in den vorhergehenden Figuren dargestellten Vorrichtung verwendet wird, im Längsschnitt in vergrössertem Massstab, Fig. 5 eine Draufsicht der Fig. 4 teilweise im Schnitt, Fig. 6 eine Einzelheit des Entnahmekopfes in vergrössertem Massstab, Fig. 7a, 7b, 7c je eine Einzeldarstellung des Hakens in stark vergrössertem Massstab, Fig. 8 eine Abwandlung der Vorrichtung zur Anwendung bei einem mit einem Schiffchen arbeitenden Webstuhl schematisch in der Zeichnung, Fig. 9 eine Ansicht des bei der Vorrichtung nach Fig.
8 verwen-
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deten, mit zwei Entnahmckupfen versehenen Schiffchens, Fig. 10 und 11 den einen im Schützen angeordneten Enmahmekopf in geschlossener bzw. offener Stellung zur Entnahme des Haares aus dem Bündel in Seitenansicht, Fig. 12 eine Schnittansicht des Entnahmekopfes nach Linie XII-XII der Fig. 9, Fig. 13 eine Einzeldarstellung des durch den Schützen getragenen Kopfes in vergrössertem Massstab, Fig. 14 eine Schnittansicht nach Linie XIV-XIV der Fig. 13
In den Fig. 1-7 bezeichnet 4 die Lade eines Webstuhles, welche in bekannter Weise um eine untere Querachse 4a hin- und herschwingt. An der Lade 4 wird eine Querstange 30, die als Schuss- zuführer wirkt, in axialer Richtung hin-und hergeführt.
Die Stange 30 dient zur Zufuhr der hier aus Haar bestehenden Schussfäden zwischen die Kettenfäden 0 zwecks Bildung des Gewebes T.
An einem Ende der Lade ist ein zylinderförmiger Topf 2 stehend angeordnet, welcher um seine Achse drehbar in einer Büchse 3 geführt wird, und einen oberen Anschlag 5 und einen unteren Zahnkranz 6 aufweist.
Innerhalb des Topfes 2 ist ein Behälter 15 angeordnet, welcher durch eine Klemmschraube 15a festgehalten wird und ein als Schussfaden für das Gewebe dienendes Rosshaarbündel 14 enthält. Die Haare des Bündels werden mit den Wänden des Behälters 15 durch eine innere, schraubenförmig gewundene Blattfeder 16 dauernd in Berührung gehalten.
Der Zahnkranz 6 kämmt mit einem Ritzel 7, das mit einem Zahnrad 10 fest verbunden ist, welches mit einer Sägeverzahnung versehen ist. Die Zahnräder 7,10 sind um einen Zapfen 8 angeordnet, der durch einen Bügel 9 getragen wird, der seitlich an der Büchse 3 befestigt und hiedurch mit der Lade fest verbunden wird.
Um den Zapfen 8 ist ferner ein Arm 13 schwenkbar angeordnet, der eine Klinke 11 trägt, die mit dem Zahnrad 10 unter Bildung eines Schaltgetriebes zusammenarbeitet und durch die Kraft einer Feder 12 mit dem Zahnrad 10 im Eingriff erhalten wird. Der Arm 13 ist durch eine Stange
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feststehenden Webstuhlgehäuse durch ein Gelenk verbunden, wodurch die Hin-und Herschwingun-enthaltene Haarbündel 14 übertragen wird.
Die Anzahl der Zähne des Zahnkranzes 6 und des Rades 7 sind zueinander Primzahlen, so dass das Haarbündel 14 bei aufeinanderfolgenden Umdrehungen nie dieselben Winkelstellungen einnimmt.
Das eine Ende der Stange 30 ist mit einem Ansatz 31 geringeren Durchmessers versehen. Um das Stangenende und den Ansatz 31 ist das zylinderförmige Gehäuse 18 eines Entnahmekopfes gelagert, das-Aushöhlungen 22,23 aufweist, deren Durchmesser demjenigen des Teiles 30 der Stange bzw. des Ansatzes 31 entsprechen. Das Gehäuse 18 ist ferner mit einem oberen, in Längsrichtung verlaufenden Schlitz 25 versehen und trägt ferner eine durch eine Klemmschraube 21 befestigte Büchse 19. Die Büchse 19 weist eine durchgehende Bohrung 19a, einen vorderen Randabschnitt 19b und einen im wesentlichen kegelförmigen, einspringenden Sitz 19c auf, der zur Bohrung 19a gleichachsig ist.
Der Ansatz 31 der Stange trägt vorne einen zu einen Haken gebogenen Stift 24, welcher mittels einer Klemmschraube 32 gehalten, am Einschnitt 25 des Gehäuses IS geführt wird und ferner in einen inForm eines halbkreisförmigenHakens abgebogenenTeil 24a ausläuft. Die Hakenspitze weist einen Sitz 24b auf, der in den Fig. 7a, 7b, 7c sichtbar und der Büchse 19 zugekehrt ist, wobei der Sitz 24b mit dem inneren Sitz 19c der Büchse zusammenarbeitet, um ein Haar 14b aus dem Haarbündel 14 (Fig. 6) festzuklemmen.
Im Innenraum 22 des Gehäuses 18 ist eine Schraubenfeder 33 angeordnet, welche den Berührungsdruck zwischen der Spitze des Hakens 24a und der Büchse 19 ausübt.
In der Stange 30 ist ein Querschlitz 42 ausgespart, welcher einen um einen Zapfen 40 schwenkbaren Hebel 39 aufnimmt. Die Enden des Hebels 39 werden ferner durch zwei im Gehäuse 18 ausgesparte Längsschlitze 43,44 geführt und erstrecken sich über das Gehäuse hinaus.
An der Lade 4 ist neben dem das Haarbündel aufnehmenden Topf 2 ein Widerlager 38 befestigt, welches einen im wesentlichen kegelförmigen inneren Sitz 38a (Fig. 2, 3) aufweist, in welchen die Spitze 18a des Gehäuses 18 am Ende der Vorwärtsbewegung der Stange 30 hineinreicht.
Infolge ihres Trägheitsmomentes bewegt sich die Stange 30 zusammen mit dem Haken 24a über eine gewisse Strecke unter Zusammendrücken der Feder 33, während das Gehäuse 18 in Berührung mit dem Widerlager 38 stillsteht. Hiedurch entfernt sich der Haken. 24a von der Büchse 19 und reicht in das Haarbündel 14 (Fig. 2) hinein.
Am Anfang der Rückbewegung der Stange 30 kommt die Spitze des Hakens 24a erneut mit der
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vorgesehenen Anschlag auftrifft, welcher die Feder 33 zusammendrückt und die Spitze des Hakens
24a von der Büchse 19 entfernt, wodurch das Haar 14b inmitten der Kettenfäden 0 abgelegt wird.
Die Spitze des Hakens 24a ist derart bemessen, dass dieselbe jeweils nur ein Rosshaar festklemmt, wenn auch die Stärke des Haares sich zwischen einem Höchstwerte nach Fig. 7a und einem Mindestwert nach Fig. 7c ändert.
Das Rosshaarbündel 14 nimmt bei jedem Hub der Stange 30 infolge der intermittierenden Dreh- bewegung eine neue Winkelstellung ein. Hiedurch wird die ununterbrochene einwandfreie Arbeitsweise der
Vorrichtung bis zum Erschöpfen des Haarvorrates im Bündel gewährleistet, ohne dass die Arbeit unterbro- chen zu werden braucht, um die Haare des Bündels im Behälter 15 in Ordnung zu bringen.
Durch das Anhalten und Öffnen des Entnahmekopfes durch das Widerlager 38 wird das Haarbündel
14 beim jeweiligen Entnehmen des Haares entlastet, wodurch die bei ähnlichen bekannten Vorrichtungen auftretende Notwendigkeit, das Bündel häufig zu kämmen oder zu glätten, und das hiedurch bedingte
Abstellen der Maschine vermieden wird. Die Vorrichtung gemäss der Erfindung ermöglicht daher höhere
Arbeitsgeschwindigkeiten, weil das Haarbündel durch den Entnahmekopf keinem Stoss unterworfen wird.
Die eben bezeichnete Vorrichtung zur Zufuhr des Schusses lässt sich auch in der Mitte der Lade an- ordnen, um eine doppelte Ausnutzung mittels zweier an entgegengesetzten Stangenenden angeordneten Entnahmeköpfen zu ermöglichen.
Die Fig. 8-14 zeigen die Anwendung der Vorrichtung bei einem mit Schützen arbeitenden Webstuhl.
Hiebei sind zwei entsprechende Haarbündel 14 enthaltende Töpfe 2a, 2b an den Stellungen ange- ordnet, die die Enden der Lade beim Vorwärtsschwingen einnehmen. Die Töpfe 2a, 2b sind im wesentlichen stehend angeordnet und vollführen, wie vorher beschrieben, eine absatzweise Drehbewegung um ihre Achse.
Der Schützen 51, der sich zum Einlegen der Schussfäden zwischen die Kettenfäden 0 längs der Lade hin-und herbewegt, enthält zwei Entnahmeköpfe, die auf derselben Seite an ihren entgegengesetzten Enden angeordnet sind. Die Köpfe bestehen je aus einem im wesentlichen kastenförmigen Gehäuse 52, welches vollkommen in den Schützen eingebaut ist und einen Ansatz 53 aufweist, der zur Befestigung am Schützen mittels einer Schraube 54 dient.
Die Gehäuse 52 tragen je einen Haken 24, die in eine Spitze 24a ausläuft, die wie bei der vorher beschriebenen Ausführung einen vorderen kugelförmig nach innen verlaufenden Sitz 24b aufweist. Der Haken ist quer zu den Schützen 51 angeordnet und steht von der Schützenseite vor. Im Gehäuse 52 ist ein gleichfalls kastenförmiger Block 55 angeordnet, der zur Schützenachse quer verschiebbar ist. Der Block 55 trägt nach aussen eine Büchse 19, die durch eine'Klemmschraube 56 in einer solchen Lage befestigt wird, dass sie mit ihrem kegelförmigen vorderen Sitz 19c mit der Spitze des Hakens 24a zusammenarbeitet.
Der Block 55 weist eine Nut 55a auf, in welche der Ansatz 57 einer am Gehäuse 52 befestigten Schraube eingreift, und wird durch eine Feder 58 nach aussen gedrückt, die bestrebt ist, die Büchse 19 mit dem Haken 24 in Berührung zu halten. Der Block wird in dieser Stellung durch den Ansatz 57 der Schraube gehalten, derart, dass der Haken 24 entlastet wird.
Die verschiebbaren Blöcke 55 der Entnahmeköpfe tragen je eine Rolle 59a bzw. 59b, die unten bzw. oben (Fig. 9) angeordnet sind und mit in verschiedener Höhe an der Lade befestigten Schienen 60a bzw. 60b zusammenarbeiten. Die Rollen 59a bzw. 59b treffen daher jeweils nur auf der Schiene 60a bzw. 60b auf.
Der Schützen 51 bewegt sich in bezug auf den in Längsrichtung schwingenden Laden in gerader Richtung hin und her, so dass der Schützen jeweils am Hubende abwechselnd mit dem einen bzw. dem andern Entnahmekopf gegenüber dem die Haarbündel 14 enthaltenden Topf 2a bzw. 2b zusammenkommt.
Der die Rolle 59a tragende Kopf entnimmt Rosshaar aus dem in Fig. 1 auf der linken Seite befindlichen Topf 2a, wobei der mit der Rolle 59b versehene Kopf Rosshaar aus dem in der Figur auf der rechten Seite befindlichen Topf 2b entnimmt.
Gegen Ende der Vorwärtsschwingungoder Lade trifft der Block 55 des jeweils arbeitenden Entnahmekopfes auf den Oberrand des einen Topfes 2a, 2b (Fig. 11) auf, welcher den Block entgegen der Federkraft 58 um eine kurze Strecke zurückbewegt, wodurch die Büchse 19 vom Haken 24 entfernt wird.'Zwischen die Büchse 19 und den Haken 24 rückt daher eine Anzahl Rosshaare 14a hinein.
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Bei Rückschwingung des Ladens nimmt der Block 55 unter der Federkraft 58 allmählich wieder die ursprüngliche Lage ein, wobei die Büchse 19 herangerückt wird, bis dieselbe gegen die Hakenspitze 24 schliesst. Bei Heranrücken der Büchse an die Hakenspitze erfolgt die Auswahl des zwischen den beiden Teilen befindlichen Rosshaares, wobei nur jeweils ein Haar 14b zwischen dem Haken und der Büchse zwecks Entnahme fe'stgeklemmt wird.
Nachdem der Sitz 19c an der Büchse inspringt, wird das Haar bei Entnahme gebogen, wodurch die Entnahme mehr als jeweils eines Haares verhindert wird, wie sich dies bei den angestellten Versuchen erwies.
Das durch den Kopf bzw. die Zange entnommene Haar 14b wird durch den Schützen befördert und zwischen die Kettenfäden 0 gelegt, derart, dass das Haar danach infolge der Schwingung der Lade zwischen die Kettenfäden eingelegt wird.
DasAblegen des Haares zwischen die Kettenfäden erfolgt durch das Anlegen der Rolle 59a des jeweiligen Entnahmekopfes an das Widerlager 60a der Lade. Durch dieses Anlegen bewegt sich der Block 55 einwärts, wodurch die Büchse 19 vom Haken 24 entfernt wird.
Am entgegengesetzten Hubende des Schützens wird das Haar durch den andern Entnahmekopf aus dem rechts befindlichen Topf 2b entnommen, und zwischen die Kettenfäden infolge Anlegens der Rolle 59b an den Vorsprung 60b der Lade abgelegt.
Gemäss einer Abwandlung kann die Büchse 19 durch einen Teil aus elastischem Werkstoff ersetzt werden, welcher durch die Hakenspitze verformt wird.