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Verfahren zur Deckung des Spitzenbedarfs in der Gasversorgung mit Koksofengas und/oder Erdgas aus Gasnetzen
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durchlässigen Schichten an einem Entweichen gehindert wird. Bei der Entnahme von Gas aus dem Speicher wird das Gas von dem zurückströmenden verdrängten Wasser wieder aus der Speicherschicht und durch das Bohrloch herausgepresst bzw. aus dem Speicher abgesaugt. BeiKavernenspeichern'dienen unterirdische Hohlräume, z. B. in Ton oder in einer Salzlagerstätte, zur Aufnahme des unter einem erhöhten Speicherdruck stehenden Gases. Diese beiden Arten von unterirdischen Speichern erfordern ausserordentlich hohe Anlage- und Betriebskosten. Insbesondere sind für die Anlegung solcher Speicher aber ganz bestimmte geologische Verhältnisse erforderlich.
Diese geologischen Voraussetzungen werden aber nur sehr selten erfüllt und sind daher an den Orten, an denen der Spitzenbedarf auftritt, zumeist nicht gegeben. Derartige Speicher, insbesondere Porenspeicher, sind aber zur Deckung der äussersten Bedarfsspitzen auch deshalb wenig geeignet, da aus ihnen, ähnlich wie bei einer natürlichen Erdgas-Lagerstätte, nicht unbegrenzte Gasmengen pro Zeiteinheit entnommen werden können, da bei extrem hohen Gasentnahmen Störungen im Speicher durch unkontrolliertes Nachströmen von Wasser eintreten können, z. B. ein Verwässern der Bohrlöcher.
Diese Speicher werden deshalb bevorzugt zum Ausgleich der jahreszeitlichen Schwankungen des Gasbedarfes verwendet, d. h. sie geben im Winter möglichst gleichmässig Gas ab, wobei die abgegebene Gasmenge nur relativ geringen Mengenänderungen unterliegt, die den üblichen Schwankungen entsprechen, wie sie auch im Sommer als normale Tages-und Wochen-Schwankungen auftreten.
Vielfach sind an Gasnetze Stickstoffwerke angeschlossen, die das Koksofengas oder Erdgas zur Erzeugung von Ammoniak-Synthesegas verwenden. Durch kurzfristige Betriebsabschaltungen hat man in Notfällen diese Koksofengas- bzw. Erdgasmengen freigemacht und zur Versorgung der andern an das Gasnetz angeschlossenen Verbraucher zur Verfügung gestellt.
Abgesehen davon, dass die Abschaltung einzelner Grossverbraucher in Zeiten hohen Gasverbrauches keine echte Deckung eines Spitzenbedarfes ist, ist das auf diese Weise zur anderweitigen Verwendung freigemachte Gas mit den Kosten der Betriebsunterbrechung bei den Stickstoffwerken belastet und daher ausserordentlich teuer. Überdies ist die Massnahme auch nur bei solchen Stickstoffwerken anwendbar, die Ammoniak-Synthesegas aus dem aus dem Gasnetz entnommenen Gas herstellen, nicht aber bei solchen Werken, die Synthesegas aus Kohle oder Mineral- ölprodukten herstellen.
Man hat weiterhin Anlagen zur Spaltung von Mineralöl, zur Spaltung von Propan und zur Vergasung von Kohle verwendet, um mit den in diesen Anlagen erzeugten Gasen den Spitzenbedarf zu decken. Diese bekannten Spitzengasanlagen sind wegen ihrer hohen Anlage- und Betriebskosten und da für sie ein fachkundiges Bedienungspersonal benötigt wird, das jederzeit bereitstehen muss, nicht geeignet, um die äussersten Spitzen des Gasbedarfes zu decken, die plötzlich auftreten, u. zw. unter Umständen nur an wenigen Tagen im Jahr, beispielsweise an 1 - 2 Tagen im Jahr und nicht einmal in jedem Jahr.
Ein weiteres Problem bei der Deckung von Bedärfsspitzen ist die Bereitstellung eines Gases, das dem aus dem Gasnetz zu liefernden Gas entspricht, d. h. das mit Koksofengas oder Erdgas austauschbar ist. Es mag naheliegend erscheinen, für die Deckung der äussersten Spitzen ein Gasgemisch zu verwenden aus einem heizkräftigen Gas, wie z. B. Propan und/oder Butan, und aus einem Schwachgas, wie z. B. Wassergas oder Generatorgas, oder einem nicht brennbaren Gas,'wie z. B. Luft oder Stickstoff oder Kohlensäure, wobei der Heizwert des Gasgemisches auf den Heizwert des Versorgungsgases des Gasnetzes eingestellt wird. Ein solches Gasgemisch ist aber nicht geeignet, denn es ist mit Koksofengas oder Erdgas nicht austauschbar.
Dies soll im folgenden unter Verwendung der in der nachstehenden Tabelle 1 definieer- ten Bezeichnungen erläutert werden.
Tabelle 1
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In der nachstehenden Tabelle 2 sind in Zeile 1 und 2 die in der Gasversorgung üblichen Gastypen angegeben. Anschliessend sind als nicht typengemässe Gase in den Zeilen 3 und 4 Gase mit höherem H. eizwert und in den Zeilen 5 - 11 Gase mit niedrigerem Heizwert bzw. ohne Heizwert angegeben.
Tabelle 2
EMI3.1
<tb>
<tb> Ho <SEP> dv
<tb> 1. <SEP> Koksofengas <SEP> 4650 <SEP> (* <SEP> 2go) <SEP> 0,42 <SEP> (* <SEP> 0,025) <SEP>
<tb> 2. <SEP> Erdgas <SEP> 8600 <SEP> (A <SEP> 120) <SEP> 0, <SEP> 630 <SEP> (t <SEP> 0, <SEP> 030) <SEP>
<tb> 3. <SEP> Propan <SEP> (C) <SEP> 24320 <SEP> 1, <SEP> 562 <SEP>
<tb> 4. <SEP> Butan <SEP> (CH <SEP> 32010 <SEP> 2, <SEP> 09 <SEP>
<tb> 5. <SEP> Kokswassergas <SEP> 2680 <SEP> 0, <SEP> 56 <SEP>
<tb> 6. <SEP> Kohlengeneratorgas <SEP> 1540 <SEP> 0, <SEP> 87 <SEP>
<tb> 7. <SEP> Kohlenoxyd <SEP> (CO) <SEP> 3030 <SEP> 0,967
<tb> 8. <SEP> Wasserstoff <SEP> (H) <SEP> 3050 <SEP> 0. <SEP> 070
<tb> 9. <SEP> Stickstoff <SEP> (N <SEP> z) <SEP> - <SEP> 0, <SEP> 967 <SEP>
<tb> 10. <SEP> Luft-1, <SEP> 00
<tb> 11. <SEP> Kohlensäure <SEP> (COJ <SEP> - <SEP> 1.
<SEP> 529
<tb>
Es ist einleuchtend, dass man durch Mischen zweier Gaskomponenten mit einem unterschiedlichen
Heizwert leicht jeden Heizwert, der zwischen den Heizwerten der beiden Komponenten liegt, einstellen kann, indem man die Komponenten in einem entsprechenden Verhältnis miteinander mischt. Käme es lediglich darauf an, ein Gasgemisch mit dem Heizwert von Koksofengas oder Erdgas herzustellen, so könnten beispielsweise die in den Zeilen 3 und 4 der Tabelle 2 aufgeführten Gase, deren Heizwerte über dem Heizwert von Koksofengas bzw. Erdgas liegen, mit einem der in den Zeilen 5-11 der Tabelle 2 beispielsweise aufgeführten Gase oder Gasgemische in einem entsprechenden Verhältnis gemischt wer- den. Wie die nachstehenden Tabellen zeigen werden, besitzt ein solches Mischgas aber lediglich die
Verbrennungswärme Ho von Koksofengas bzw.
Erdgas, nicht aber das gleiche Dichteverhältnis dv und damit auch. nicht die gleiche Wobbezahl. Die Gleichheit der Wobbezahl bildet aber die wichtigste Vor- aussetzung für die Austauschbarkeit eines Gases gegen ein anderes Gas. Der Grund hiefür liegt darin, dass die Gasgeräte auf ein Gas mit bestimmten Eigenschaften, insbesondere mit einer bestimmten Verbren- nungswärme Ho und mit einem bestimmten Dichteverhältnis dv, abgestimmt sind. Von diesen Normen gehen auch die Richtlinien der Internationalen Gas-Union für die Prüfung. der Gasgeräte aus. Die in den oben genannten Spaltanlagen oder Vergasungsanlagen erzeugten Gase sind mit Koksofengas bzw. Erdgas nicht austauschbar und können daher nur in einem solchen Masse dem Koksofengas bzw. Erdgas zugesetzt werden, dass dessen Normwerte sich noch innerhalb der zulässigen Toleranzen halten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Deckung insbesondere des äussersten
Spitzenbedarfes in der Gasversorgung mit Koksofengas oder Erdgas aus Gasnetzen zu schaffen, durch das die oben geschilderten Nachteile der bekannten Methoden vermieden werden. Insbesondere soll durch die
Erfindung ein Verfahren geschaffen werden, durch das bei auftretenden Verbrauchsspitzen die erforderli- chen Gasmengen sofort zur Verfügung gestellt werden können, u. zw. an jedem beliebigen Ort und unter wirtschaftlichen Verhältnissen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss in erster Linie dadurch gelöst, dass ein mit Koksofengas bzw. mit Erdgas austauschbares Gas, das in Heizwert, Dichte und Wobbezahl dem Koksofengas bzw. dem Erdgas innerhalb der zulässigen Toleranzen entspricht, durch Mischung von Ammoniak-Synthesegas mit Pro- pan und/oder Butan hergestellt und in das Gasnetz eingespeist wird.
Mischt man die in den Zeilen 5-11 der Tabelle 2 aufgeführten Gase mit Propan (Tabelle 2, Zeile 3) in dem in der nachstehenden Tabelle 3a in den Zeilen 1 - 7 angegebenen Mischungsverhältnis, so besit- zen die Mischgase zwar die gleiche Verbrennungswärme Ho wie Koksofengas. nicht aber das gleiche
Dichteverhältnis dv und auch nicht die gleiche Wobbezahl. Diese Mischgase sind daher mit Koksofengas, dessen Werte in der Zeile 9 der Tabelle 3a gegenübergestellt sind, nicht austauschbar. Wird hingegen erfindungsgemäss Ammoniak-Synthesegas mit Propan gemischt (Tabelle 3a, Zeile 8), so erhält man überraschenderweise ein dem Koksofengas in Heizwert, Dichte und Wobbezahl entsprechendes Gas, das sonach mit Koksofengas austauschbar ist.
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Tabelle 3a
EMI4.1
<tb>
<tb> Gasgemisch <SEP> mit <SEP> Propan
<tb> Volumenverhältnis <SEP> Ho <SEP> dv <SEP> Wobbezahl
<tb> Verdünnungsgas <SEP> : <SEP> Propan <SEP>
<tb> 1. <SEP> Kokswassergas <SEP> 90, <SEP> 6 <SEP> 9,4 <SEP> 4712 <SEP> 0, <SEP> 655 <SEP> 5820
<tb> 2. <SEP> Kohlengeneratorgas <SEP> 86, <SEP> 0 <SEP> 14, <SEP> 0 <SEP> 4720 <SEP> 0, <SEP> 967 <SEP> 4800
<tb> 3. <SEP> H <SEP> 92, <SEP> 2 <SEP> 7, <SEP> 8 <SEP> 4707 <SEP> 0, <SEP> 186 <SEP> 10920
<tb> 4. <SEP> CO <SEP> 92, <SEP> 1 <SEP> 7, <SEP> 9 <SEP> 4700 <SEP> 1, <SEP> 013 <SEP> 4670
<tb> 5. <SEP> N <SEP> 80. <SEP> 7 <SEP> : <SEP> 19. <SEP> 3 <SEP> 4700 <SEP> 1, <SEP> 081 <SEP> 4520
<tb> 6. <SEP> Luft <SEP> 80, <SEP> 7 <SEP> 19, <SEP> 3 <SEP> 4700 <SEP> 1, <SEP> 108 <SEP> 4470
<tb> 7. <SEP> CO2 <SEP> 80,7 <SEP> :
<SEP> 19,3 <SEP> 4700 <SEP> 1,534 <SEP> 3790
<tb> 8. <SEP> Ammoniak-Synthesegas <SEP> 89,0 <SEP> : <SEP> 11,0 <SEP> 4710 <SEP> 0,434 <SEP> 7140
<tb> 9. <SEP> Koksofengas <SEP> (Norm) <SEP> - <SEP> 4650 <SEP> ¯ <SEP> 2% <SEP> 0,42 <SEP> ¯ <SEP> 0,025 <SEP> 7200 <SEP> ¯ <SEP> 350
<tb>
EMI4.2
gas mit Butan gemischt (Tabelle 3b, Zeile 8), so erhält man überraschenderweise wieder ein mit Koksofengas austauschbares Mischgas.
Tabelle 3b
EMI4.3
<tb>
<tb> Gasgemisch <SEP> mit <SEP> Butan
<tb> Volumenverhältnis <SEP> Ho <SEP> dv <SEP> Wobbezahl
<tb> Verdünnungsgas <SEP> Butan
<tb> 1. <SEP> Kokswassergas <SEP> 93, <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 6, <SEP> 9 <SEP> 4698 <SEP> 0, <SEP> 665 <SEP> 5810
<tb> 2. <SEP> Kohlengeneratorgas <SEP> 89, <SEP> 7 <SEP> 10, <SEP> 3 <SEP> 4680 <SEP> 1, <SEP> 033 <SEP> 4610
<tb> 3. <SEP> H <SEP> 94, <SEP> 3 <SEP> 5, <SEP> 7 <SEP> 4700 <SEP> 0, <SEP> 185 <SEP> 10900
<tb> 4. <SEP> CO <SEP> 94, <SEP> 2 <SEP> 5, <SEP> 8 <SEP> 4700 <SEP> 1, <SEP> 032 <SEP> 4630
<tb> 5. <SEP> N <SEP> 86, <SEP> 9 <SEP> 13, <SEP> 1 <SEP> 4700 <SEP> 1, <SEP> 114 <SEP> 4450
<tb> 6. <SEP> Luft <SEP> 86,9 <SEP> 13, <SEP> 1 <SEP> 4700 <SEP> 1, <SEP> 143 <SEP> 4390
<tb> 7. <SEP> CO <SEP> 86, <SEP> 9 <SEP> 13, <SEP> 1 <SEP> 4700 <SEP> 1, <SEP> 602 <SEP> 3710
<tb> 8.
<SEP> Ammoniak-Synthesegas <SEP> 91, <SEP> 9 <SEP> 8, <SEP> 1 <SEP> 4695 <SEP> 0, <SEP> 440 <SEP> 7080
<tb> 9. <SEP> Koksofengas <SEP> - <SEP> 4650 <SEP> ¯ <SEP> 2% <SEP> 0,42 <SEP> ¯ <SEP> 0,025 <SEP> 7200 <SEP> ¯ <SEP> 350
<tb>
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le 9 der Tabelle 4a gegenübergestellt sind, nicht austauschbar. Werden dagegen erfindungsgemäss Ammo- niak-Synthesegas und Propan gemäss Zeile 8 der Tabelle 4a miteinander gemischt, so erhält man überraschenderweise wieder ein dem Erdgas entsprechendes, mit diesem austauschbares Mischgas.
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Tabelle 4a
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<tb>
<tb> Gasgemisch <SEP> mit <SEP> Propan
<tb> Volumenverhältnis <SEP> Ho <SEP> dv <SEP> Wobbezahl
<tb> Verdünnungsgas <SEP> Propan
<tb> 1. <SEP> Kokswassergas <SEP> 72, <SEP> 6-27, <SEP> 4 <SEP> 8602 <SEP> 0, <SEP> 834 <SEP> 9420
<tb> 2. <SEP> Kohlengeneratorgas <SEP> 69, <SEP> 0 <SEP> 31, <SEP> 0 <SEP> 8600 <SEP> 1, <SEP> 084 <SEP> 8260
<tb> 3. <SEP> H <SEP> 73, <SEP> 9 <SEP> 26, <SEP> 1 <SEP> 8600 <SEP> 0, <SEP> 459 <SEP> 12700
<tb> 4. <SEP> CO <SEP> 73, <SEP> 8 <SEP> 26, <SEP> 2 <SEP> 8597 <SEP> 1, <SEP> 123 <SEP> 8110
<tb> 5. <SEP> N <SEP> 64, <SEP> 65 <SEP> : <SEP> 35, <SEP> 35 <SEP> 8600 <SEP> 1, <SEP> 177 <SEP> 7920
<tb> 6. <SEP> Luft <SEP> 64, <SEP> 65 <SEP> : <SEP> 35. <SEP> 35 <SEP> 8600 <SEP> 1, <SEP> 199 <SEP> 7850
<tb> 7. <SEP> CO <SEP> 64, <SEP> 65 <SEP> :
<SEP> 35, <SEP> 35 <SEP> 8600 <SEP> 1,540 <SEP> 6930
<tb> 8. <SEP> Ammoniak-Synthesegas <SEP> 71, <SEP> 4 <SEP> 28, <SEP> 6 <SEP> 8615 <SEP> 0, <SEP> 657 <SEP> 10630
<tb> 9. <SEP> Erdgas <SEP> - <SEP> 8600 <SEP> ¯ <SEP> 120 <SEP> 0,630 <SEP> ¯ <SEP> 0,030 <SEP> 10840 <SEP> ¯ <SEP> 250
<tb>
In Tabelle 4b ist an Stelle von Propan wieder Butan verwendet worden. Auch hier sind die in den Zeilen 1 - 7 aufgeführten Mischgase nicht mit Erdgas austauschbar, während das erfindungsgemässe Gemisch aus Ammoniak-Synthesegas und Butan (Zeile 8 der Tabelle 4b) wieder ein austauschbares Gas darstellt.
Tabelle 4b
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<tb>
<tb> Gasgemisch <SEP> mit <SEP> Butan
<tb> Volumenverhältnis <SEP> Ho <SEP> dv <SEP> Wobbezahl
<tb> Verdünnungsgas. <SEP> Butan <SEP>
<tb> 1. <SEP> Kokswassergas <SEP> 79, <SEP> 8 <SEP> 20, <SEP> 2 <SEP> 8595 <SEP> 0, <SEP> 855 <SEP> 9300
<tb> 2. <SEP> Kohlengeneratorgas <SEP> 76, <SEP> 8 <SEP> 23, <SEP> 2 <SEP> 8604 <SEP> 1. <SEP> 136 <SEP> 8070
<tb> 3. <SEP> H <SEP> 80, <SEP> 8 <SEP> 19, <SEP> 2 <SEP> 8605 <SEP> 0, <SEP> 444 <SEP> 12900
<tb> 4. <SEP> CO <SEP> 80, <SEP> 7 <SEP> 19, <SEP> 3 <SEP> 8610 <SEP> 1, <SEP> 169 <SEP> 7970
<tb> 5. <SEP> N <SEP> 73, <SEP> 15 <SEP> : <SEP> 26, <SEP> 85 <SEP> 8600 <SEP> 1, <SEP> 244 <SEP> 7710
<tb> 6. <SEP> Luft <SEP> 73, <SEP> 15 <SEP> 26, <SEP> 85 <SEP> 8600 <SEP> 1, <SEP> 269 <SEP> 7630
<tb> 7. <SEP> CO <SEP> 73, <SEP> 15 <SEP> :
<SEP> 26. <SEP> 85 <SEP> 8600 <SEP> 1, <SEP> 655 <SEP> 6680
<tb> 8. <SEP> Ammoniak-Synthesegas <SEP> 78, <SEP> 8 <SEP> 21, <SEP> 2 <SEP> 8600 <SEP> 0, <SEP> 675 <SEP> 10480
<tb> 9. <SEP> Erdgas <SEP> - <SEP> 8600 <SEP> : <SEP> ! <SEP> : <SEP> 120 <SEP> 0, <SEP> 630 <SEP> : <SEP> ! <SEP> : <SEP> 0, <SEP> 030 <SEP> 10840 <SEP> : <SEP> ! <SEP> : <SEP> 250 <SEP>
<tb>
Werden bei dem Verfahren nach der Erfindung die Mischungsverhältnisse der Gasgemische auf die Verbrennungswärme Ho von Koksofengas bzw. Erdgas eingestellt, so entsprechen also überraschenderweise auch die Dichte dv und die Wobbezahl den Erfordernissen. Man kann auch Propan und Butan gleichzeitig mit Ammoniak-Synthesegas mischen.
Ein grosser Vorteil des Verfahrens nach der Erfindung besteht aber darin, dass sich die austauschbaren Gasgemische aus nur zwei Komponenten, nämlich durch Mischung von Ammoniak-Synthesegas mit Propan oder mit Butan, erzeugen lassen, wodurch die Herstellung der austauschbaren Gase ausserordentlich vereinfacht wird.
Propan und Butan fallen bei der Erdöl- und Erdgasverarbeitung in grossen Mengen preisgünstig an.
Beide Gase lassen sich bekanntlich noch bei niedrigen Drücken verflüssigen und daher selbst bei sommerlichen Aussentemperaturen als Flüssiggas transportieren und speichern. Beispielsweise genügt zur Verflüssigung von Propan bei 250C ein Druck von etwa 10 atü, wobei etwa 250 Nur gasförmiges Propan zu 1 rri flüssigem Propan mit einem Heizwert von etwa 6 Mill. kcal verdichtet werden. Durch die Verflüssigung von Propan und Butan lassen sich also enorme Wärmemengen in ausserordentlich kleinen Behältern einfach und wirtschaftlich transportieren und speichern. Die Verdampfung des flüssigen Propans kann unter Druck erfolgen, so dass auch keine besonderen Kompressoren zur Einspeisung in das Gasnetz erforderlich sind.
Die andere Komponente, Ammoniak-Synthesegas, wird zur Herstellung von Ammoniak (NH) in
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allen Synthesewerken stets in der gleichen Zusammensetzung und Reinheit erzeugt, unabhängig davon, aus welchen Rohstoffen das Ammoniak-Synthesegas hergestellt wird. Es gibt z. B. Synthesewerke, die den Stickstoff in einer Luftzerlegungsanlage gewinnen, den Wasserstoff durch Tieftemperatur-Zerlegung von Koksofengas gewinnen und den Rest des Koksofengases, der hauptsächlich aus Methan und Kohlenoxyd sowie Kohlendioxyd und Stickstoff besteht, entweder zur Gewinnung weiterer Wasserstoffmengen umformen (Methan-Vergasung zu Kohlenoxyd und Wasserstoff, Kohlenoxyd-Konvertierung) oder aber zur Beheizung oder für andere Zwecke verwenden.
Andere Synthesewerke erzeugen den Wasserstoff durch Vergasung fester Brennstof-
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B.hängig von seiner Herstellungsweise, immer die in der nachstehenden Tabelle 5 angegebene Beschaffenheit.
Tabelle 5
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<tb>
<tb> Ammoniak-Synthesegas
<tb> Stickstoff <SEP> : <SEP> 25 <SEP> Vol. <SEP> -10 <SEP>
<tb> Wasserstoff <SEP> : <SEP> 75 <SEP> Vol. <SEP> -10 <SEP>
<tb> Ho <SEP> : <SEP> 2290
<tb> dv <SEP> : <SEP> 0, <SEP> 295 <SEP>
<tb> Wobbezahl <SEP> : <SEP> 4210
<tb>
Das Verfahren nach der Erfindung kann nun z. B. in der Weise durchgeführt werden, dass das austauschbare Mischgas am Ort des Synthesewerkes erzeugt wird. Zu Zeiten eines Spitzenbedarfes wird das Ammoniak-Synthesegas aus der laufenden Produktion des Synthesewerkes entnommen und mit Propan und/oder Butan gemischt, das in den erforderlichen Mengen als Flüssiggas in Vorratsbehältern gelagert werden kann. Das erzeugte Mischgas wird in das Gasnetz eingespeist. Bei diesem Verfahren können die verschiedenen Stufen und Nebenprozesse der Synthese-Gaserzeugung, wie z.
B. die Zerlegung des Aus-
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(z. B.lensäurewäsche, unverändert weiterlaufen. Lediglich die Syntheseöfen und die etwaigen Anlagen zur Weiterverarbeitung des Ammoniaks, z. B. zu Stickstoffdüngemitteln, müssen entsprechend der Entnahme
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als Ausgangsbasis für die Herstellung des Synthesegases Koks, Koksofengas, Mineralölprodukte, Erdgas od. dgl. verwendet werden. Denn selbst bei der Verwendung von Koksofengas ist das vorliegende Verfahren erheblich vorteilhafter als die oben beschriebene bekannte Methode zur zeitweiligen Stillsetzung des Stickstoffwerkes zur Freimachung des für die Synthesegaserzeugung benötigten Koksofengases.
Dies veranschaulicht an einem Beispiel die nachstehende Tabelle 6, aus der ersichtlich ist, dass je 100 Wärmeeinheiten, die als mit Koksofengas austauschbares Synthesegas-Propan-Mischgas erzeugt werden, nur 43 Wärmeeinheiten vom Stickstoffwerk als Synthesegas abgegeben werden müssen, während 57 Wärmeeinheiten durch das Propan geliefert werden. Dieses Beispiel zeigt also, dass die in Form des austauschbaren Mischgases in das Gasnetz eingespeisten Wärmemengen und Gasmengen ganz erheblich grösser sind als die vom Synthesewerk aus dem Gasnetz in Form von Koksofengas entnommenen Wärmemengen und Gasmengen.
Tabelle 6
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durch als Flüssiggas gelagertes Ammoniak ersetzt werden. Auf diese Weise wird erreicht, dass nicht nur die verschiedenen Stufen und Nebenprozesse der Synthesegaserzeugung, sondern auch die Anlagen zur Weiterverarbeitung von Ammoniak unverändert weiterarbeiten können. Es brauchen also lediglich die Syntheseöfen entsprechend der entnommenen Menge an Ammoniak-Synthesegas gedrosselt zu werden, während alle andern Anlagen des Stickstoffwerkes voll in Betrieb bleiben. Die verminderte Produktion der Syntheseöfen an Ammoniak wird durch das als Flüssiggas gelagerte Ammoniak ersetzt, so dass keinerlei Produktionsausfälle in dem Stickstoffwerk eintreten.
Da sich gasförmiges Ammoniak ähnlich wie Propan bereits bei mässigen Drücken verflüssigen lässt, können in verhältnismässig kleinen Behälteranlagen ausreichende Mengen an flüssigem Ammoniak gelagert werden.
Während Ammoniaksynthesegas selbst kaum mit einem vertretbaren Aufwand in flüssiger Form speicherbar ist, lässt sich Ammoniak, wie vorstehend gesagt, ähnlich gut wie Propan verflüssigen und daher in flüssiger Form transportieren und speichern. Weiterhin lässt sich Ammoniak (NH wieder zu Ammoniak-Synthesegas spalten, wobei 1 m flüssiges Ammoniak einer Menge von etwa 1600 Nd Synthesegas mit 3, 66 Mill. kcal entspricht. Es können also ausserordentlich grosse Wärmemengen und SynthesegasMengen in Form von verflüssigtem Ammoniak ähnlich billig wie Propan in Behältern transportiert und gelagert werden. In weiterer Ausgestaltung der Erfindung können daher Ammoniak oder AmmoniakSynthesegas und Propan und/oder Butan an jedem beliebigen Ort zur Herstellung eines austauschbaren Gasgemisches gelagert werden.
Im Gegensatz zu den bekannten Methoden ermöglicht dieses Verfahren eine Erzeugung des austauschbaren Gases unmittelbar am Ort des Spitzenbedarfes. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass bei diesem Verfahren der Betrieb des Stickstoffwerkes überhaupt nicht mehr beeinflusst wird. Ein Vorteil des Verfahrens nach der Erfindung liegt schliesslich auch darin, dass das austauschbare Gasgemisch den Anforderungen genügt, die an die Reinheit von Ferngasen für Ferngasnetze gestellt werden, und dass es ferner auch ein sogenanntes ungiftiges Gas ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Deckung des Spitzenbedarfes in der Gasversorgung mit Koksofengas und/oder Erdgas aus Gasnetzen, dadurch gekennzeichnet, dass ein mit Koksofengas und/oder Erdgas austauschbares Gas, das in Heizwert, Dichte und Wobbezahl dem Koksofengas oder Erdgas oder Koksofengas-Erdgasgemisch innerhalb der zulässigen Toleranzen entspricht, durch Mischung von Ammoniak-Synthesegas mit Propan und/oder Butan hergestellt und in das Gasnetz eingespeist wird.