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Vorrichtung zum Abtrennen von Rohrstücken von einem beliebig langen Rohr, insbesondere einem Kunststoffrohr
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Abtrennen von Rohrstücken von einem beliebig langen Rohr, insbesondere einem Kunststoffrohr, welche einen das Rohr umfassenden Schnittring und einen in das Rohr eingeführten Dorn besitzt, wobei der Schnittring senkrecht zur Dornachse gegen eine am Dorn vorgesehene Schnittkante als Gegenmesser bewegbar ist.
Bei einer solchen bekannten Vorrichtung wird das Rohr auf zwei als Gegenmesser dienenden, mit ihren Stirnflächen in der Schnittebene liegender Dorne geschoben und zum Abtrennen eines Rohrstückes der Schnittring mit dem im abzutrennenden Rohrstück befindlichen Dorn gegenüber einem fest angeordneten Aussenring und dem zweiten, ebenfalls ortsfesten Dorn geradlinig gegen die Rohrachse bewegt. Das Rohr wird auf diese Weise abgeschert, wobei besonders bei Kunststoffrohren kein reiner Schnitt entsteht, d. h. die Schnittflächen Grate und Zipfel aufweisen.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung weist diesen Nachteil nicht auf und ist dadurch gekennzeichnet, dass der Schnittring zur Herstellung eines Einschnittes im Rohr zuerst geradlinig zur Achse des feststehend angeordneten Domes und anschliessend zum Abtrennen des Rohrstückes auf einer zur Dornachse exzentri- schen Kreisbahn bewegbar ist.
Bei der erfindungsgemässen Vorrichtung wird das Rohrstück vom Rohr nicht mit einem drückenden Schnitt, sondern durch die exzentrische Kreisbewegung des Schnittringes mit einem gezogenen Schnitt abgetrennt, so dass genaue Schnittflächen ohne Grate und Zipfel erzielt werden.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung weist demnach einen quer zum Dorn geradlinig verschiebbaren Schlitten auf, in welchem mindestens ein Exzenter gelagert ist, der in eine Bohrung des Schnittringes eingreift und bei seiner Verdrehung den Schnittring auf der exzentrischen Kreisbahn bewegt.
Bei einer bevorzugten Ausführung der Vorrichtung ist der Schnittring erfindungsgemäss in einer Führungsplatte eingesetzt und sind im Schlitten zwei Wellen vorgesehen, an deren einen Enden in Bohrungen der Führungsplatte eingreifende Exzenter und an deren andern Enden mit einem Stirnzahnrad kämmende Ritzel angeordnet sind.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung kann der Dorn einen Kopf und einen im Durchmesser kleineren Schaft aufweisen, und mit seinem Kopf gegen die Einschubrichtung des Rohres gerichtet sein, wobei seine dem Schaft zugewendete Stirnwand in der Schnittebene liegt. Diese Dornanordnung ergibt gegenüber der bekannten Vorrichtung den weiteren Vorteil, dass das Rohr unbeschränkt lang sein kann, weil auf den Dorn nur das abzutrennende Rohrstück aufgeschoben wird, während bei der bekannten Vorrichtung die Länge des Rohres der Länge des das Rohr aufnehmenden Dornes angepasst werden muss.
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel einer händisch betätigbaren Vorrichtung gemäss der Erfindung dargestellt. Fig. l zeigt einen Längsschnitt der Vorrichtung nach der Linie I - I in Fig. 3,
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in verschiedenen Phasen.
Die Vorrichtung nach Fig. 1 und 2 weist einen Bock mit einer in der Schnittebene liegenden Wand 2 auf, an der eine Führungsplatte 3 mit einem eingesetzten Schnittring 4 anliegt und gegenüber einem im Bock eingelassenen Führungsring 5 und einem zu diesem axialen Dorn 6 zur Ausführung der Schnittbewegungen gleitend geführt ist. Die geradlinige Bewegung des Schnittringes zur Herstellung eines
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Einschnittes in das auf den Dorn aufgeschobene Rohr 7 wird durch einen mit derFührungsplatte verbundenen Schlitten 8 bewirkt, der im Bock quer zur Dornachse verschiebbar ist. Die Verschiebung des Schlittens erfolgt mittels einer durch einen Hebel 9 verdrehbaren Exzenternocke 10 entgegen der Wirkung einer Feder 11.
In dem Schlitten sind zur kreisförmigen, zur Dornachse exzentrischen Bewegung derFührungsplatte bzw. des Schnittringes zwei zurDornachseparalleleWellen 12 gelagert, die an ihren einen Enden mit in Bohrungen der Führungsplatte eingreifenden Exzenter 13 versehen sind (Fig. l und 2). In zweckmässiger Weise ist die Exzentrizität der Exzenternocke 10 so gross wie die Exzentrizität der Exzenter 13. Diese Exzenter stellen auch die Verbindung zwischen dem Schlitten und der durch Schrauben 14 unter dem Druck von Federn 15 gegen die Wand 2 des Bockes gehaltenen Führungs- platte her.
An den ändern Enden der Wellen sind Ritzel 16 aufgekeilt, die mit einem auf einer im
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angeordneten AchseFig. 4 zeigt den aus einem Kopf 20 und einem im Durchmesser kleineren Schaft 21 bestehenden Dorn (s. auch Fig. l) und das aufgeschobene Rohr 7 im Querschnitt, u. zw. nach erfolgtem Ein- schnitt des mittels des Schlittens inPfeilrichtung geradlinig zur Dornachse verschobenen Schnittringes 4, welcher zur Vereinfachung durch die strichpunktiert gezeichnete Schneide dargestellt ist.
Beim Verdrehen des Stirnrades 19 mittels des Hebels 18 werden die Ritzel 16, die Wellen 12 und Exzenter 13 um 3600 verdreht, so dass die Führungsplatte und der Schnittring eine geschlossene zur Dornachse exzentrische Kreisbewegung in Pfeilrichtung ausführt, wie dies aus den Fig. 5-8 ersichtlich ist, welche vier Phasen dieser Bewegung zeigen. Es ist auch deutlich erkennbar, dass die Schneide des Schnittringes das Rohrstück mit einem gezogenen Schnitt vom Rohr abtrennt.
Mit der Vorrichtung können aber, wie ebenfalls aus den Fig. 4-8 ersichtlich ist, nicht nur Rohre mit gleichem Innendurchmesser und gleicher Stärke geschnitten werden, da die zusammenwirkenden, lösbar angeordneten Teile, der Dorn, der Schnittring und der Führungsring durch solche mit andern Abmessungen ersetzt werden können. Zwischen dem Dorn und den Ringen muss nur die Beziehung bestehen, das der Durchmesser der Schneide des Schnittringes höchstens um die Exzentrizität der Exzenter 13 grösser ist als derDorndurchmesser. Die Dicke des Rohres kann allerdingshöchstens sogross wie die Exzentrizität sein.
Der Dom wird am Ende seines Schaftes 21 von einem Träger 22 axial zum Führungsring 5 gehalten und ragt durch den Schnittring bis in den Führungsring, wobei die dem Schaft zugewendete Stirnwand 23 seines Kopfes 20, deren äusserer Rand als Schnittkante ausgebildet ist, in der Schnittebene liegt, in der auch die Schneide des Schnittringes gleitet.
Der Träger weist eine Klappe 24 auf, mit welcher der Dom im Träger festgeklemmt ist. Zum Abnehmen eines abgetrennten Rohrstückes 25 wird die Klappe geöffnet und der Dorn abgehoben. An der Klappe ist ein Anschlag 26 lösbar befestigt, bis zu welchem das Rohr eingeschoben wird. Bei Verwendung verschieden breiter Anschläge sowie verschieden langer Dorne können Rohrstücke jeder Länge abgetrennt werden.
Die Vorrichtung kann natürlich auch maschinell betätigt werden und mit einer selbsttätigenvorschubeinrichtung für das Rohr und einer Auswurfeinrichtung für das Rohrstück versehen sein.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Abtrennen von Rohrstücken von einem beliebig langen Rohr, insbesondere einem Kunststoffrohr, welche einen das Rohr umfassenden Schnittring und einen das Rohr tragenden Dorn besitzt, wobei der Schnittring senkrecht zur Dornachse gegen eine am Dorn vorgesehene Schnittkante als Gegenmesserbewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass derSchnittring (4) zur Herstellung eines Einschnittes im Rohr zuerst geradlinig zur Achse des feststehend angeordneten Domes (6) und anschliessend zum Abtrennen des Rohrstückes auf einer zur Domachse exzentrischen Kreisbahn bewegbar ist.