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Verfahren zum Schutz von Textilien
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schutz von Textilien gegen die Einwirkung schädlicher Organismen, wie Schwämme und Bakterien, u. zw. soll die Schutzwirkung auch nach wiederholtem Waschen und Reinigen der Textilien erhalten bleiben. Insbesondere handelt es sich bei der Erfindung um ein Verfahren zum Schutz von Textilien durch Imprägnieren oder Überziehen der Textilien mit Mischungen von Neomycin und Bacitracin, Zinkneomycin und Bacitracin, Zinkbacitracin und Neomycïn, Zinkbacitracin und Zinkneomycin, Kupferneomycin und Kupferbacitracin, Kupferneomycin und Bacitracin oder Neomycin und Kupferbacitracin.
Die Textilindustrie hat lange nach einem zufriedenstellenden Mittel zum Schutz von Textilien gegen die Einwirkung schädlicher Organismen, wie Schwämme und Bakterien, im Verlaufe der Lagerung und des Gebrauches sowie nach wiederholten Wasch- und Reinigungsmassnahmen, die schliesslich die vorher verfügbaren Schutzmittel entfernten, gesucht. Diese Aufgabe wurde noch dadurch kompliziert, dass die Textilstoffe unterschiedliche Zusammensetzung haben und beim Gebrauch sehr verschiedenen Anforderungen unterliegen, unter denen der Schutz gewährleistet sein soll. Beispielsweise liegt die praktische Nützlichkeit von Textilien, die selbst nach wiederholtem Waschen gegen Bakterieneinwirkung geschützt bleiben, auf der Hand.
Die antibakteriellen Eigenschaften solcher Textilien vermindern die Bildung von Körpergerüchen infolge der Bakterien, welche unbehandelte Textilstoffe ver- unreinigen und nach Ausdünstung von Schweiss und andern Körpersekreten gedeihen. Auch würde die Umwandlung von Harnstoff in Ammoniak in mit Urin verunreinigter Körperkleidung, insbesondere in von Kindern getragener Leinenkleidung oder Unterwäsche älterer Leute, verhindert oder herabgesetzt werden.
Aus solchen Textilien hergestellte Kleidung würde Infektionen infolge pathogener Fungi, die auf der Haut an den Füssen, Gelenken oder sonstigen Bezirken wachsen, zu verhindern helfen. Es hat sich gezeigt, dass viele Verbindungen den Textilien einen anfänglichen Schutz erteilen, aber sie sind nicht überall verwendet worden, weil sie entweder komplizierte Fixierungsverfahren erfordern oder aus den Textilien durch die bei der Reinigung verwendeten Detergentien und Lösungsmittel leicht ausgewaschen werden.
Obgleich auch einige Zusammensetzungen leicht aufgebracht werden können und dauerhaften Schutz nach wiederholten Reinigungsmassnahmen geben würden, würden sie doch nur gegen bestimmte Fungi und Bakterien wirksam sein, und damit ist ihre Brauchbarkeit begrenzt.
Es ist bekannt, Textilien mit einer wässerigen Lösung von Neomycin bzw. seinen Salzen zu imprägnieren, doch müssen diese Imprägnierungsmittel in wesentlich grösseren Mengen angewandt werden und zeigen ein geringeres Wirkungsspektrum als die antibiotischen Imprägnierungsmittel nach dieser Erfindung.
Es wurde nun eine neue Art von Textilschutzmitteln gefunden, die weitgehend frei von den Mängeln vorher verfügbarer Textilschutzmittel sind, sich leicht und billig auf Textilien aufbringen lassen und daraus durch die Wirkung von Reinigungs- und Lösungsmitteln während normaler Säuberung nicht leicht entfernt werden.
Es wurde gefunden, dass Gemische, bestehend aus Neomycin und Bacitracin, Zinkneomycin und Bacitracin, Zinkbacitracin und Neomycin, Zinkbacitracin und Zinkneomycin, Kupferneomycin und Kupferbacitracin, Kupferneomycin und Bacitracin sowie Neomycin und Kupferbacitracin, Textilien wirksam gegen schädliche Organismen, wie Fungi und Bakterien, schützen, indem die beiden Antibiotika in jeiem Gemisch in solcher Weise zusammenwirken, dass die Gesamtwirksamkeit des Gemisches grösser ist
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als die Summe der Effekte jedes Antibioticum, wenn man es für sich allein verwendet.
Neomycin, das in Wirklichkeit ein Gemisch von zwei sehr eng verwandten Antibiotika, bekannt als Neomycin B und Neomycin C, ist, wird durch einen Bodenorganismus der Streptomycesgruppe ähnlich dem Streptomyces fradiae erzeugt, wenn er in einem Nährboden wächst.
Bacitracin wird durch den Organismus Bacillus subtilis geliefert, wenn er in verschiedenen flüssigen Nährboden gezüchtet wird.
Die Zink- und Kupfersalze von Bacitracin und Neomycin werden hergestellt, indem man eine wässerige Lösung von Bacitracin bzw. Neomycin mit Zinkchlorid oder Kupferchlorid und einer Base, wie Natriumhydroxyd, behandelt, um entweder das Zinkbacitracin, Zinkneomycin, Kupferbacitracin oder Kupferneomycin auszufällen.
Obgleich die beim Verfahren nach der Erfindung verwendeten Verbindungen in jeder gewünschten Weise aufgebracht werden können, bringt man vorzugsweise bei Anwendung von freiem Neomycin oder freiem Bacitracin in Kombination mit einem Zink- oder Kupfersalz entweder von Neomycin oder Bacitracin zuerst das Zink- oder Kupfersalz auf das Textil auf. Das Textil kann in geeigneter Weise mit einem Zink- oder Kupfersalz von Neomycin bzw. Bacitracin behandelt werden, indem man den Textilstoff in eine wässerige Bacitracin- oder Neoniycinlösung einlegt, eine Lösung von etwa 1, Wo Zinkchlorid oder Kupferchlorid zusetzt, den pH-Wert der vereinigten Lösungen mit Natriumhydroxyd auf Ausfällung des Zinksalzes auf den Textilstoff einstellt, letzteren aus der Lösung entfernt und den so behandelten Stoff trocknen lässt.
Nach der Trocknung kann der Stoff entweder mit freiem Neomycin oder freiem Bacitracin behandelt werden, indem man den Textilstoff in eine Neomycin- oder Bacitracinlösung, vorzugsweise unter Verwendung eines niederen Alkohols, wie Methanol oder Butanol, als Lösungsmittel einlegt, den Stoff aus der Lösung herausnimmt und ihn dann trocknen lässt.
Wenn Mischungen von freiem Neomycin und freiem Bacitracin gebraucht werden, können sie aufgebracht werden, indem man den Textilstoff in eine Lösung von Neomycin und Bacitracin, vorzugsweise unter Verwendung niederer Alkohole, wie Methanol oder Butanol usw., als Lösungsmittel einlegt, den Stoff aus der Lösung entfernt und ihn dann trocknen lässt.
Wenn Gemische von Zinkbacitracin und Zinkneomycin oder von Kupferbacitracin und Kupferneomycin erwünscht sind, kann der Textilstoff in geeigneter Weise behandelt werden, indem man ihn in eine wässerige Lösung von Bacitracin und Neomycin einlegt, eine Lösung von etwa 1, 00/0 Zinkchlorid oder Kupferchlorid zugibt, den pH-Wert der vereinigten Lösungen mit Natriumhydroxyd auf Ausfällung von Zinksalzen bzw. Kupfersalzen auf den Textilstoff einstellt, letzteren aus der Lösung herausnimmt und ihn dann trocknen lässt.
Die bei der Behandlung von Textilien zu gebrauchende genaue Menge der obigen Gemische wird stark schwanken und zu gewissem Grade von der Textilart abhängen, für die das Material verwendet werden soll, sowie von den jeweiligen schädlichen Organismen, gegen die ein Schutz erwünscht ist. Im allgemeinen hat sich jedoch gezeigt, dass Konzentrationen der oben erwähnten Gemische von nur
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zweckmässig. Vorzugsweise verwendet man jedoch Konzentrationen im Bereich von etwa 0, 1 bis etwa 1, Cf1/0.
Die Verhältnisse von Neomycin oder seinen Kupfer- bzw. Zinksalzen zu Bacitracin oder seinen Kupfer-bzw. Zinksalzen in den oben erwähnten Konzentrationen können auch stark schwanken und hängen von dem jeweiligen schädlichen Organismus ab, gegen den ein grösster Schutz angestrebt wird. Im allgemeinen liessen sich jedoch günstige Ergebnisse erreichen, wenn die Textilien mit den obigen Konzentrationen der Gemische in relativen Anteilen von etwa 100 Einheiten neomycinhaltiger Verbindung auf eine Einheit Bacitracinverbindung bis eine Einheit neomycinhaltiger Verbindung auf fünf Einheiten bacitra- cinhaltiger Verbindung imprägniert wurden.
Es wurde festgestellt, dass die oben erwähnten Gemische sicher sind für den Gebrauch in Berührung mit der Haut und sogar mit offenen Wunden. Daher sind mit diesen Verbindungen überzogene Textilien besonders brauchbar, wo eine grosse Körperhygiene erforderlich ist. Sie sind besonders wirkungsvoll in der Behandlung und Verhinderung von Infektionen. Deshalb sind sie besonders geeignet für den Gebrauch in Krankenhäusern sowie für Verbandstoffe.
Die folgenden Beispiele erläutern näher die Erfindung und zeigen die Wirkung der Gemische nach der Erfindung für den Schutz von Textilien gegen die Organismen M. flavus und B. subtilisJDie Erfindung soll jedoch auf die darin angegebenen Verfahren, Mengen und Massnahmen nicht beschränkt werden.
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Beispiel l : Zur Prüfung der Widerstandsfähigkeit von mit Kombinationen von Neomycin und Zinkbacitracin behandelten Geweben wurden drei Streifen Baumwollrupfengewebe in eine wässerige Lösung von Bacitracin gelegt. Dann wurde eine 1, 0%ige Zinkchloridlösung zugegeben und der pH-Wert mit Natriumhydroxyd auf Ausfällung von Zinkbacitracin auf dem Gewebe eingestellt. Nach ausreichender Aufsaugung wurden die Streifen abgequetscht und trocknen gelassen. Die behandelten Streifen enthielten 0,5 Gew. -0/0 Zinkbacitracin, bezogen auf das Streifengewicht. Sie wurden dann in eine Methanollösung von Neomycin gelegt. Nach ausreichender Aufsaugung wurden die Streifen abgequetscht und trocknen gelassen. Die behandelten Streifen enthielten etwa 0,2 Gew. -0/0 Neomycin, bezogen auf das Streifengewicht.
Alle drei so behandelten Streifen wurden 13mal in einer Waschmaschine unter Verwendung eines
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Trocknungs-0,1 ml des Organismus M. flavus und 0,1 ml des Organismus B. subtilis enthielt. Die Scheiben wurden dann 92 h lang bei 37 C bebrütet. Nach Ablauf der Bebrütungsdauer wurde festgestellt, dass keine Organismen auf irgendeiner der behandelten Scheiben gewachsen waren.
Beispiel 2 : Um die Eignung von Kombinationen von Neomycin und Kupferbacitracin zum Schutz von Textilien gegen schädliche Organismen nachzuweisen, wurde der Verfahrensgang des Beispiels 1 unter Verwendung von Kupferchlorid an Stelle von Zinkchlorid befolgt. Es wurden ähnliche Verhinderungseffekte, wie im Beispiel 1 angegeben, beobachtet.
Be'ispiel 3 : Um die Widerstandsfähigkeit von mit Kombinationen von Zinkneomycin und Baci- tracin behandelten Geweben zu prüfen, wurden drei Streifen Baumwollrupfengewebe in eine wässerige Neomycinlösung gelegt. Eine 1, obige Zinkchloridlösung wurde dann zugegeben und der pH-Wert wurde mit Natriumhydroxyd auf Ausfällung von Zinkneomycin auf dem Gewebe eingestellt. Nach ausreichender Aufsaugung wurden die Streifen abgequetscht und trocknen gelassen. Die behandelten Streifen enthielten 0,4 Gew. -0/0 Zinkneomycin, bezogen auf das Streifengewicht. Die Streifen wurden dann in eine methanolische Bacitracinlösung gelegt. Nach ausreichender Aufsaugung wurden die Streifen abgequetscht und trocknen gelassen.
Die behandelten Streifen enthielten etwa 0,3 Gew. -0/0 Bacitracin, bezogen auf das Streifengewicht. Alle drei so behandelten Streifen wurden im ganzen 13mal in einer automatischen Waschmaschine unter Verwendung eines üblichen Haushaltswaschmittels gewaschen und getrocknet. Nach Beendigung der 13. Wasch- und Trocknungsmassnahme wurde je eine Scheibe von 25 mm Durchmesser aus jedem Streifen geschnitten und auf einen getrennten Teller von 100 mm Durchmesser gelegt, der 15 ml Nähragar, geimpft mit 0,1 ml des Organismus M. flavus und 0, 1 ml des Organismus B. subtilis, enthielt. Die Scheiben wurden dann 72 h lang bei 370C bebrütet. Nach Ablauf dieser 72 h wurde auf keiner der Scheiben ein Wachstum beobachtet.
Beispiel 4 : Um die Eignung von Kombinationen von Kupferneomycin und Bacitracin zum Schutz von Textilien gegen schädliche Organismen nachzuweisen, wurde der Verfahrensgang des Beispiels 3 unter Verwendung von Kupferchlorid an Stelle von Zinkchlorid befolgt. Es wurden ähnliche Verhinderungsergebnisse, wie sie in Beispiel 1 angegeben sind, beobachtet.
Beispiel 5 : Um die Widerstandsfähigkeit von mit Kombinationen von Neomycin und Bacitracin behandelten Geweben zu prüfen, wurden drei Streifen aus Baumwollrupfengewebe in eine methanolische Lösung von Bacitracin und Neomycin gelegt. Nach ausreichender Aufsaugung wurden die Streifen abgequetscht und trocknen gelassen. Alle drei so behandelten Streifen wurden insgesamt 13mal in einer automatischen Waschmaschine unter Verwendung eines üblichen Haushaltsreinigungsmittels gewaschen und getrocknet. Nach Abschluss der 13. Wasch- und Trocknungsmassnahme wurde je eine Scheibe von 25 mm Durchmesser aus jedem Streifen ausgeschnitten und auf einen getrennten Teller von 100 mm Durchmesser gelegt, der 15 ml Nähragar, geimpft mit 0, 1 m1 des Organismus M. flavus und 0, 1 ml des Organismus B. subtilis enthielt.
Die Scheiben wurden dann 72 h bei 370C bebrütet. Nach Ablauf dieser 72 h wurde auf keiner der Scheiben ein Wachstum beobachtet.
, Beispiel-6 : Um die Widerstandsfähigkeit von mit Kombination von Zinkbacitracin und Zinkneomycin behandelten Geweben zu prüfen, wurden drei Streifen Baumwollrupfengewebe in eine wässerige Lösung von Bacitracin und Neomycin gelegt. Eine 1, Ooige Lösung von Zinkchlorid wurde dann zugegeben, und der pH-Wert wurde mit Natriumhydroxyd auf Ausfällung von Zinkbacitracin und Zinkneomycin auf dem Gewebe eingestellt. Nach ausreichender Aufsaugung wurden die Streifen abgequetscht und trocknen gelassen. Alle drei so behandelten Streifen wurden insgesamt 13mal in einer Waschmaschine unter Verwendung eines üblichen Haushaltsreinigungsmittels gewaschen und getrocknet.
Nach Abschluss der 13. Wasch-und Trocknungsmassnahme wurde je eine Scheibe von 25 mm Durchmesser aus den Strei-
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fen ausgeschnitten und auf einen getrennten Teller von 100 mm Durchmesser gelegt, der 15 ml Nähragar, geimpft mit 1, 0 ml des Organismus M. flavus und 0, 1 mil des Organismus B. subtilis, enthielt.
Die Scheiben wurden dann 72 h lang bei 37 C bebrütet. Am Schluss der Bebrütung wurde beobachtet, dass auf keiner der behandelten Scheiben ein Organismus gewachsen war.
Beispiel 7 : Um die Eignung von Kombinationen von Kupferneomycin und Kupferbacitracin zum Schutz von Textilien gegen schädliche Organismen nachzuweisen, wurde der Verfahrensgang des Beispiels 6 unter Verwendung von Kupferchlorid an Stelle von Zinkchlorid befolgt. Es wurden ähnliche Verhinderungswirkungen, wie in Beispiel 6 angegeben, beobachtet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Behandlung von Textilien, um ihnen einen auch nach wiederholten Reinigungen beständigen Schutz gegen schädliche Organismen zu verleihen, wobei als Wirksubstanz Neomycin oder dessen Salze verwendet werden, dadurch gekennzeichnet, dass man die Textilien mit Gemischen von Neomycin und Bacitracin, Zinkneomycin und Bacitracin, Zinkbacitracin und Neomycin, Zinkbacitracin und Zinkneomycin, Kupferneomycin und Kupferbacitracin, Kupferneomycin und Bacitracin oder Neomycin und Kupferbacitracin, vorzugsweise in Form ihrer Lösungen in Wasser oder organischen Lösungsmitteln, imprägniert.