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Vorrichtung zur Verminderung des Verschleisses und zur Verbesserung des Gleitens von Sattelschlepper-Kupplungen
Sattelschlepper-Kupplungen sind bisher im wesentlichen aus zwei Teilen hergestellt worden, u. zw. aus einer Kupplungsplatte, die hinten mit offenen Gabelwangen zum Einfahren versehen ist und die vorn annähernd die Form eines Halbkreises aufweist, wobei sie gelenkig auf dem Rahmen des Zugfahrzeuges (Schleppers) gelagert ist, sowie einer mit einem starken Gelenkzapfen ausgestatteten Aufliegeplatte, die unter dem Vorderteil des Aufliegers (Hängers) eingebaut ist. Dieser wird beim Aufsatteln von den Gabelwangen zentriert, in die zentrale Öse der Kupplungsplatte eingeführt und dort verriegelt.
Die meisten Kupplungsplatten wurden bisher aus relativ billigem, niedriggekohltem Stahlguss hergestellt, teilweise sogar aus Tiefziehblech gezogen. Die Aufliegeplatte am Anhänger wurde ebenfalls aus niedriggekohltem Stahlblech hergestellt. Die ganze vertikale Last wird somit von einem axialen Gleitlager, bestehend aus diesen beiden Platten, aufgenommen. Im Betrieb treten relativ langsame oszillierende Bewegungen auf. Obschon die theoretische Lagerfläche ziemlich gross und demzufolge der spezifische Druck ziemlich klein sein müsste, treten im Betrieb rasch Verschleisserscheinungen an den beiden Gleitflächen auf.
Die üblicherweise mit Fettschmierung versehenen Gleitflächen werden durch die Kräftebeanspruchung häufig deformiert und uneben. Die Schmierung ist oft zu erneuern, wobei der Auflieger abgekuppeltund die Gleitflächen sauber gereinigt werden müssen, denn sie sind der Verschmutzung durch Strassenstaub, Split usf. stark ausgesetzt, die sich an der Fettschicht festsetzen und gleich einem Schleifmittel wirken.
. Die Erfindung will durch geeignete Wahl der Reibpaarung den Verschleiss so stark herabsetzen, dass überhaupt keine Schmierung, der Sattelschlepper-Kupplung mehr erforderlich ist. Sie unterscheidet sich von den bisherigen Ausführungen dadurch, dass zwischen der mit den Konsolen am Rahmen des Zugfahrzeuges vorgesehenen Kupplungsplatte und der relativ zu ihr verdrehbaren mit dem Rahmen des Anhängers fest verbundenen Aufliegeplatte an Stelle der Schmiermittelschicht mindestens eine als Gleitplatte wirkende Zwischenplatte aus festem Werkstoff angeordnet ist. Nach einer bevorzugten Ausführung weist die Kupplungsplatte flache Ausnehmungen auf, in denen die Gleitplatte eingesetzt und festgehalten ist, wobei die freie Fläche der Gleitplatte über der Fläche der Kupplungsplatte liegt.
Erfindungsgemäss wird für die Gleitplatte Gusseisen, Sintermetall oder Kunststoff, vorzugsweise aber ein Polyamid oder ein PolyAcetal-Harz, gegebenenfalls mitEinlagerung eines Gleitmittels wie Graphit, verwendet.
Die Zeichnung zeigt schematisch zwei Ausführungsmöglichkeiten des Erfindungsgegenstandes, u. zw. zeigen Fig. l einen Aufriss einer ersten Ausführungsform mit ringsum beaufschlagter Gleitplatte, Fig. 2 den zugehörigen Grundriss, Fig. 3 den Aufriss einer zweiten Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes mit segmentierter Gleitplatte und Fig. 4 den zugehörigen Grundriss der Kupplungsplatte nach Fig. 3.
Die Konsolen 1 werden auf dem Fahrzeugrahmen des Zugfahrzeuges (Schleppers) befestigt. In diesen Konsolen ist die Kupplungsplatte 2 schwenkbar gelagert, beispielsweise in zwei Gummikissen (nicht dargestellt). Am Rahmen 3 des Aufliegers (Hängers) wird die Aufliegeplatte 4 befestigt. Diese ist fest verbunden mit dem Kupplungszapfen 5, der eingekuppelt im Zentrum 6 der Kupplungsplatte 2 eingefahren und verriegelt ist. Der Verriegelungsmechanismus, der zumeist aus Gabeln und konischen Gestängen besteht, ist nicht dargestellt.
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TJm den Verschleiss zwischen Kupplungsplatte 2 und Aufliegeplatte 4 ohne besonders Pflege und War- tung herabzusetzen, wird gemäss der Erfindung eine Gleitplatte 7 zwischen Kupplungsplatte 2 und Auf- liegeplatte 4 eingebaut. Diese hat in der Ausführung nach Fig. l und 2 die Form eines Kreises und ist ringsum geschlossen : sie wird vorzugsweise an der Aufliegeplatte 4 befestigt. Eine zweite Ausführungs- form wird auf der Kupplungsplatte 2 befestigt ; diese weist zum Einfahren des Kupplungszapfens 5 eine dem Profil der Zentriergabel 8 und der Einfahrnut 9 angepasste hinten offene Kontur auf. Die Gleitplatte wird in diesem Fall als Scheibe in einer umlaufenden Nut der Aufliegeplatte 4 eingelassen.
Eine weitere Ausführungsform mit segmentierten Gleitplatten 37, 38 und 39 ist in den Fig. 3 und 4 dargestellt. Die Kupplungsplatte 32 weist eine abgesetzte Aussenkontur 33 und eine identische Gabelkon- tur 35 auf. In dieser Kupplungsplatte sind als Segmente drei kleinereGleitplatten 37, 38 und 39 eingesetzt, gegen Verschieben gesichert und befestigt. Es ergibt sich daraus eine eindeutige Dreipunkt-Auflage zwi- schen der Kupplungsplatte 32 und der Aufliegeplatte 34, wobei zwei Auflagepunkte direkt über die Ab- stützkonsolen zu liegen kommen. Dadurch wird eine Durchbiegung und Deformation der Kupplungsplatte 32 auch bei unebener Aufliegeplatte 34 vermieden.
Die Gleitplatten 7, 37, 38, 39 können aus verschiedenen verschleissvermindernden Materialien herge- stellt werden. Am billigsten kommt Gusseisen, sehr gute Resultate werden aber auch mit Lagermetallen und Sintermetall erzielt, wobei an die Verwendung von Mischungen aus Bronze, Blei, Graphit, Molybdän- glanz od. dgl. gedacht ist. Günstige Resultate werden ferner mit Kunststoffen erzielt, wobei Polyamide und Poly-Acetal-Harze, die in Form fester Platten eingebaut oder im plastischen, unausgehärteten Zustand auf die Kupplungs- oder Aufliegeplatten aufgetragen und nachträglich gehärtet werden, zur Ver- wendung kommen. Die besten Resultate werden mit armierten Kunststoffen erzielt, wobei zur Armierung Textilfasern, Asbestfasern, Glasfasern eingebettet werden. Zusätze von Graphit, Molybdänglanz oder an- dern Schmiermitteln verbessern deren Eignung.
Vorteilhafterweise kann die Gegen-Reibfläche oberflächengehärtet werden.
Die Vorteile der Erfindung liegen in der Herabsetzung des Verschleisses an zwei relativ teuren Bauteilen. Bei einer Kupplung gemäss der Erfindung kann jegliche Wartung entfallen, was für den Fahrzeughalter Einsparungen und betriebliche Vereinfachungen ergibt.
Vom konstruktiven Standpunkt aus wäre es natürlich erwünscht, auch die Gleitplatte einsparen zu können, d. h. die Werkstoffpaarung. Kupplungsplatte und Aufliegeplatte selbst so zu wählen, dass der Ver- schleiss vermieden wird. Da jedoch infolgedergrossenBelastungen. ind Stosse, die während der Fahrt auf eine Kupplungsplatte (und auf die Aufliegeplatte) einwirken, grosse Biegebelastungen auftreten und die Form aus konstruktiven Gründen mit natürlichen Kerben versehen ist, müssen für diese beiden Teile eher gut dehnbare Materialien vorgesehen werden, die aber einem grossen Verschleiss unterliegen. BeiVerwen- dung von Sphäroguss für die Kupplungsplatte ist jedoch mit einem Teilerfolg in dieser Richtung zu rechnen.
Auf eine Schmierung kann dann aber nicht ganz verzichtet werden und somit bleibt der Aufwand für den Betriebsunterhalt wieder gleich.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Verminderung des Verschleisses undzur Verbesserung desGleitens vonSattelschlep- per-Kupplungen, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der mit den Konsolen (1) am Rahmen des Zug- fahrzeuges vorgesehenen Kupplungsplatte (2, 32) und der relativ zu ihr verdrehbaren, mit dem Rahmen (3) des Anhängers fest verbundenen Aufliegeplatte (4, 34) an Stelle der Schmiermittelschicht mindestens eine und diese gleichsam ersetzende, als Gleitplatte (7, 37, 38, 39) wirkende Zwischenplatte aus festem Werkstoff angeordnet ist.