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Filmkamera, besonders Schmalfilmkamera, mit elektromotorischem
Antrieb
Die Erfindung betrifft eine Filmkamera, besonders Schmalfilmkamera, mit elektromotorischem Antrieb, bei welcher der Motor mit Hilfe mindestens eines fliehkraftbetätigten Schalters geregelt und die dem Motor zugeführte Spannung bei mindestens einer erhöhten Aufnahmegeschwindigkeit aufeinen er- erhöhten Wert umgeschaltet wird, wobei die Batterie des Motors aus mindestens zwei Teilen besteht, die bei höherer Bildgeschwindigkeit hintereinander geschaltet sind.
Es ist bekannt, dem Motor einen Fliehkraftschalter, gegebenenfalls parallel dazu einen Widerstand, vorzuschalten und ihn so zu bemessen, dass er bei geschlossenem Schalter zu schnell, bei geöffnetem Schalter zu langsam läuft. Abhängig von der sich einstellenden Drehzahl öffnet und schliesst sich der Schalter ständig und regelt dadurch eine gewünschte Motordrehzahl ein.
Soll nun die Kamera für verschiedene. Bildgeschwindigkeiten eingerichtet sein, so ist es denkbar, den Elektromotor elektrisch auf verschiedene Drehzahlen zu schalten und jeder Drehzahl einen besonderen Fliehkraftschalter zuzuordnen, der durch besondere Schalter bei der Wahl der Drehzahl in den Motorstromkreis eingefügt wird. Erfahrungsgemäss hat diese Anordnung eine Reihe von Nachteilen. Einmal arbeitet der Motor nur in einem begrenzten Bereich mit seinem besten Wirkungsgrad, was bei Batteriebetrieb besonders zu beachten ist, zum andern verursacht die Verwendung mehrerer Fliehkraftschalter Betriebsgeräusche und schränkt die Betriebssicherheit ein ; sie vermehrt zumindest die Fehlerquellen.
Anderseits ist es auch von Nachteil, wenn der Motorstrom über den Fliehkraftschalter geleitet wird.
Der Schalter muss dann entsprechend bemessen sein. Seine Kontakte sind verhältnismässig stark beansprucht, und es können leicht Funkstörungen auftreten, wenn nicht besondere Massnahmen zur Entstörung ergriffen werden. Besonders wenn mehrere Schalter angeordnet werden, braucht eine solche Einrichtung verhältnismässig viel Platz und ist auch recht schwer, was besonders bei einer kleinen, gewöhnlich in der Hand getragenen Kamera unangenehm ist, die leicht, handlich, billig, überall und vielseitig verwendbar sein und eine lange Lebensdauer ohne Reparaturen haben soll.
Trennt man anderseits die Fliehkraftschalter vom Motorstrom, so dass sie einen Steuerstromkreis beeinflussen, wozu zweckmässigerweise, wie an sich bekannt, eine elektronische Sperre benützt werden kann, so wäre bei Verwendung mehrerer Fliehkraftschalter eine gleiche Anzahl von Sperren nötig oder müssten zusätzlich Umschalter vorgesehen sein, welche die Fliehkraftschalter wechselweise an die Sperre anschliessen, was entweder Energieverluste oder weitere Störungsmöglichkeiten bedeutet.
Es gibt anderseits die Möglichkeit, für den entsprechend den Bildwechselzahlen verschiedene Drehzahlen annehmenden Motor nur einen Fliehkraftregler vorzusehen, der je nach der gewünschten Geschwindigkeit verstellbar ist. Es hat sich aber gezeigt, dass solche Fliehkraftregler nicht genügend billig, genau, leicht und betriebssicher sind. Diese teils zueinander im Widerspruch stehenden Bedingungen darf man aber besonders bei klein zu bauenden Kameras, die in grossem Umfang von nicht sachkundigen Laien benutzt werden, nicht übersehen.
Des weiteren ist zu beachten, dass der Motor beim Anlauf für grosse Vorführgeschwindigkeiten ein grosses Drehmoment entwickeln muss, da er die Massen der Kamera rasch beschleunigen soll. Elektroni-
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sehe Sperren sind aber, mindestens wenn sie unter optimalen Bedingungen arbeiten soll, auf Spannungen eines begrenzten Bereichs angewiesen.
Die genannten Nachteile werden unter Berücksichtigung der aufgeführten Forderungen dadurch ver- mieden, dass die Batterieteile bei geringerer Bildgeschwindigkeit parallelgeschaltet sind, dass ein einzi- ger den Motor auf stets gleiche Geschwindigkeit regelnder Fliehkraftschalter in an sich bekannter Weise verschiedene Drehzahlen des Kameragetriebes bewirkendes Schaltgetriebe vorgesehen sind, dass im Mo- torstromkreis in an sich bekannter Weise ein Widerstand und parallel dazu ein an sich bekannter, elek- tronischer, durch einen besonderen Steuerstromkreis des Fliehkraftschalters beeinflusster Überbrückungs- schalter liegt, und dass der Steuerstromkreis unbeeinflusst von den die Motorspannung verändernden
Schaltern an einem Teil der Stromquelle angeschlossen ist.
Auf diese Weise wird nur ein einziger Fliehkraftschalter benötigt, wodurch zusätzliche Laufgeräu- sche mehrerer Fliehkraftschalter vermieden werden und die Betriebssicherheit der Kamera erhöht wird.
Ausserdem kommt man ohne besondere Schalthilfsmittel mit einem einzigen Transistor aus, so dass des- sen Preis nicht ins Gewicht fällt. Er hat stets eine mindestens nahezu gleichbleibende Steuerspannung zu verarbeiten, kann also dieser genau angepasst sein.
Die Schaltung des Motorstroms ist ebenfalls verhältnismässig einfach, die Spannung der Stromquelle lässt sich leicht prüfen. Das Schaltgetriebe sorgt dafür, dass mit Sicherheit die verschiedenen Bildge- schwindigkeiten im gewünschten Verhältnis zueinander stehen. Die Verknüpfung der genannten Merkmale führt also zu einer sehr einfachen, betriebssicheren Kamera, die vielseitig verwendbar ist.
In besonders vorteilhafter Weise ist die Kamera so ausgebildet, dass das Schaltglied des Schaltgetrie- bes mit den Schaltern der elektrischen Stromquelle gekoppelt ist. Das führt zu einer mechanischen Vereinfachung der Kamera.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt. Sie zeigt einen Längsschnitt durch eine Kamera mit den für die Erfindung wesentlichen Teilen in vereinfachter Darstellung.
In einem Gehäuse 1, an dessen Vorderseite das Objektiv 2 der Kamera sitzt, ist ein elektrischer Motor 3 untergebracht. Seine Welle 4 trägt drei Zahnräder 5, 6,7 und einen Fliehkraftschalter 8, zu dem zwei Schleifringe 9 und 10 gehören sowie ein umlaufender, mit dem Schleifring 9 verbundener Kontakt 11, der bei niedrigen Drehzahlen auf einem Ring 12 aufliegt, sich aber oberhalb der gewünschten Betriebsdrehzahl des Motors unter dem Einfluss seines Gewichts von dem Ring 12 abhebt. Der Ring 12ist mit dem Schleifring 10 leitend verbunden ; beide sind von der Welle 4 und dem Schleifring 9 isoliert.
Den Zahnrädern 5,6, 7 gegenüber liegen drei Zahnräder 13,14, 15, die zu einem Block 16 vereinigt und auf einer Getriebewelle 17 verschiebbar, aber nicht drehbar befestigt sind. Die Getriebewelle 17 trägt an ihrem vorderen Ende ein Zahnrad 18, das in ein auf einer Blendenwelle 19 sitzendes Zahnrad 20 greift. Auf der Blendenwelle ist eine Umlaufblende 21 befestigt, die in der üblichen Art ausgebildet ist und den Strahlengang hinter dem Objektiv 2 durchschneidet.
An dem Block 16 ist eine Nut 22 angebracht, in welche ein Bolzen 23 eines Hebels 24 greift. Der Hebel ist mit einer Achse 25 schwenkbar im Gehäuse 1 gelagert ; auf der Aussenseite des Gehäuses trägt die Achse 25 einen Bedienungshebel 26 mit einer Marke 27. Diese wirkt mit einer auf der Gehäuseaussenseite angebrachten Skala 28 zusammen, auf der verschiedene Aufnahmegeschwindigkeiten (Bild-' wechselzahlen 16,24, 48) angegeben sind.
Die Stromquelle der Kamera besteht aus zwei Batterien 29,30. Vom Pluspol der Batterie 29 führt eine Leitung 31 über einen Widerstand 32 zum Motor 3 ; dieser ist über eine zweite Leitung 33 mit dem negativen Pol der Batterie 30 verbunden. Der positive Pol der Batterie 29 ist ausserdem über eine Leitung 34 an den Schaltarm 35 eines ersten Schalters, der negative Pol derselben Strom quelle über eine Leitung 36 an den Schaltarm 37 eines zweiten Schalters angeschlossen.
Dem Schaltarm 35 liegen drei Kontakte 38-40, dem Schaltarm 37 drei Kontakte 41-43 gegenüber.
Die Kontakte 38,39 und 43 sind über eine Leitung 44 mit dem positiven Pol der Batterie 30, die Kontakte 41 und 42 über eine Leitung 45 mit deren negativem Pol verbunden.
Parallel zu dem Widerstand 32 ist ein Transistor 46 geschaltet, u. zw. über Emitter 47 und Kollektor 48. Die Basis 49 des Transistors ist über eine Leitung 50 und einen Widerstand 51 mit. einem auf dem Schleifring 9 schleifenden Kontakt 52 verbunden ; von einem auf dem Schleifring 10 schleifenden Kontakt 53 fahrt eine Leitung 54 zum negativen Pol der Batterie 29.
Parallel zu Kollektor 48 und Basis 49 des Transistors ist ein Kondensator 55 gelegt.
Die Achse 25 ist durch mechanische Mitnehmer 56 mit-den Schaltarmen 35 und 37 gekuppelt. Die Mittel zum Auslösen und Anhalten des Antriebs sowie zum Befördern des Films sind in der üblichen Art ausgeführt und nicht dargestellt.
Durch Schwenker des Bedienungshebels 26 wird die Kamera auf die von der Marke 27 angezeigte
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