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Vorrichtung zur Luftfeuchtigkeitsregelung von Selbstwähl-Telephonzentralen od. dgl., beispielsweise in Postämtern
Die Erfindungbetrifft eine Vorrichtung zur Luftfeuchtigkeitsregelung von Selbstwähl-Telephonzentralen od. dgl. beispielsweise in Postämtern, wobei ein geführter Luftstrom aus einer beheizbaren verdunstungsschale mit Feuchtigkeit angereichert und der Feuchtigkeitsgrad von einem durch die Raumluft beeinflussten Hygrostaten, z. B. elektromagnetisch, gesteuert ist. Durch einen Hygrostaten gesteuerte Luftbehandlungsvorrichtungen, in welchen einem umgewälzten Luftstrom Feuchtigkeit in veränderbaren Mengen zugesetzt wird, sind an sich für Prüfräume, Lagerhäuser von Pelzwaren und auch für Werkstatträume bekannt.
Diese bekannten Einrichtungen arbeiten aber in bezug auf den Dauerbetrieb gesehen nicht feinfühlig und konstant genug, so dass sie den Anforderungen in den mit elektrotechnischen Anlagen ausgerüsteten Räumen von Selbst- wähl-Telephonzentralen od. dgl. nicht genügen. Bei einer bekannten Bauart wird ein von Hygrostaten gesteuerter Dampferzeuger vorgesehen, der in einen Prüfraum dosierte Mengen des Dampfes einstrahlt. Das Vermengen mit der umgewälzten Luft ist unregelmässig. Da mit Steuerfehlern und einer hiedurch hervorgerufenen zu hohen Luftbefeuchtung gerechnet wird, sind Vorkehrungen zum Zusetzen von Trockenluft notwendig. Bei der Luftbehandlung für Lagerhäuser steht eine Verdunstungsschale ständig mit dem von der umgewälzten Luft durchströmten Verdunstungsraum der Behandlungsvorrichtung in Verbindung.
Der Hygrostat steuert lediglich in der Ansaugeöffnung für Raumluft angeordnete Regelklappen, und es können weiterhin auch die in den Ausblasöffnungen der Vorrichtung befindlichen Steuerklappen unter diesen Einfluss gestellt werden. Diese Luftbehandlungsvorrichtung setzt voraus, dass in der Ansaugeöffnung ein Kühlaggregat angeordnet wird, welches zum Ausfällen von Wasser aus dem Luftstrom dient, da andernfalls durch die ständig offene Verdunstungsschale eine zu grosse Anreicherung des umgewälzten Luftstromes an Feuchtigkeit unvermeidbar ist.
Die Erfindung geht nun von der Erkenntnis aus, dass der Grad der Luftfeuchtigkeit besonders in den mit elektrotechnischen Anlagen ausgerüsteten Räumen die Güte der Gesprächsübermittlung stark beeinflusst.
Bekanntlich schwankt die relative Luftfeuchtigkeit im Verlauf eines längeren Zeitabschnittes und auf Grund weiterer, beispielsweise atmosphärischer Einwirkungen in starkem Masse, wobei sich solche Veränderungen auch auf die an sich geschlossenen oder weitestgehend isolierten Räume von Selbstwähl-Telephonzentralen übertragen. Eine weitestgehende Gleichmässigkeit der relativen Luftfeuchtigkeit, insbesondere bei Werten von ungefähr 60 bis 70%, bildet die Grundlage für die Aufrechterhaltung guter Sprechverbindungen.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine solche Luftbehandlungsvorrichtung zu schaffen, welche die auf starke Schwankungen der relativen Luftfeuchtigkeit zurückzuführenden Störungen in solchen mit elektrotechnischen Anlagen ausgerüsteten Räumen von Selbstwähl-Telephonzentralen od. dgl. weitestgehend und mit grösstmöglicher Sicherheit ausschliesst, Diese Aufgabe ist aber nur zu lösen, wenn es gelingt, die aus der Verdunstungsschale austretende Feuchtigkeitsmenge feinfühlig zu regeln und auf jeden Fall zu verhindern, dass bereits in der Nähe dieser Luftbehandlungsvorrichtung an den im Raum befindlichen Geräten unerwünschte Feuchtigkeitsausscheidungen auftreten.
Die Aufgabe der Erfindung wird in einfacher und vorteilhafter Weise nunmehr dadurch gelöst, dass zwischen Verdunstungsschale und Luftführungskammer eine den Verdunstungsraum überdeckende, dessen Austrittsquerschnitt regelnde Verschliesseinrichtung aus mehreren, insbesondere parallelgeschalteten Regelklappen angeordnet ist, wobei das Verstellglied für die Regelklappen der Verdunstungsschale durch den Hygrostaten gesteuert ist.
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Die Besonderheit des Erfindungsvorschlages besteht nunmehr darin, dass die unmittelbar unterhalb des umgewälzten Luftstromes die Basisfläche des Verdunstungsraumes bildende Verdunstungsschale einen regelbaren Verschluss erhält, um auf diese Weise die Oberfläche des Verdunstungsraumes zwischen Null und einem Maximalwert verändern zu können. Der an sich langsam erfolgende Verdunstüngsvorgang kann keine plötzliche Übersättigung der umgewälzten Raumluft herbeiführen. Bei Erreichen des zweckmässigsten Sättigungsgrades schliesst der Hygrostat die Oberfläche der Verdunstungsschale vom kreisenden Luftstrom ab.
Die Funktionsfähigkeit der Verdunstungsschale bleibt aber trotzdem erhalten, so dass in Abhängigkeit von dem Messwert des Hygrostaten entsprechend der Öffnungsstellung der Regelklappen der Verdunstungschale kleinste Feuchtigkeitsmengen in breiter Grundfläche vom umgewälzten Raumluftstrom aufgenommen werden müssen.
Bei geschlossenen Regelklappen der Verdunstungsschale kondensiert der Wasserdunst innerhalb der jetzt geschlossenen Verdunstungsschale. Es findet keine zu starke Anreicherung von Feuchtigkeit im Luftstrom der Raumluft statt, so dass auf die zusätzliche Verwendung von Feuchtigkeitsabscheidevorrichtungen verzichtet werden kann. Die ideale Arbeitsweise der Luftbehandlungsvorrichtung ist erreichbar, wenn erfin- dungsgemäss die Ansaugeöffnung für die Raumluft zwischen der aus Regelklappen gebildeten Verschliesseinrichtung der Verdunstungsschale und einer Luftheizvorrichtung angeordnet ist. Die Anordnung von Luftheizvorrichtungen in einem der Luftumwälzung dienenden Vorrichtungsgehäuse ist an sich bekannt.
Bei der Bauart nach der Erfindung wird durch diese bekannte Zuordnung der Luftheizvorrichtung jedoch die spezielle Betriebsweise ermöglicht, die an sich nicht mit Feuchtigkeit übersättigte umgewälzte Raumluft um ein solches Mass zu erwärmen, dass an der Luftaustrittsöffnung der Vorrichtung der relative Wert der
Luftfeuchtigkeit geringer als im Raum ist. Hiedurch wird eine schnelle und gleichmässige Verteilung dieser aus der Vorrichtung ausströmenden Luft in den Raum unterstützt und Feuchtigkeitsausscheidungen an den in
Vorrichtungsnähe stehenden elektrischen Geräten vermieden. Die Heizvorrichtung stellt mithin lediglich ein vorteilhaftes Kombinationsmerkmal der mit der regelbaren Verdunstungsschale versehenen Vorrichtung dar.
Die Vorrichtung nach der Erfindung wird zweckmässig weiterhin mit solchen Regelvorrichtungen ausgerüstet, dass auch die Luftheizvorrichtung in Abhängigkeit von der Stellung der Regelklappen der Verschliesseinrichtung des Verdunstungsraumes oder der Betriebslage der Heizkörper der Verdunstungsschale ein-bzw. ausgeschaltet wird. Es lassen sich auf diese Weise die den jeweiligen örtlichen Verhältnissen entsprechenden Betriebszustände weitestgehend einregeln.
In der Zeichnung ist die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel erläutert : Fig. 1 zeigt eine Prinzipskizze für die Anordnung der Vorrichtung zur Luftfeuchtigkeitsregelung. Fig. 2 zeigt die Vorrichtung im vertikalen Schnitt, Fig, 3 ist ein Schnitt nach Linie III-III der Fig. 2.
In der Prinzipskizze gemäss Fig. 1 sind beispielsweise in einem Wählers aal 1 die Montagegestelle 2 angedeutet, die zur Aufnahme der Geräte des Telephonselbstwähldienstes dienen. An einer geeigneten Stelle des Raumes ist die Vorrichtung 3 aufgestellt, die zur Luftfeuchtigkeitsregelung dient. Dieser Vorrichtung ist beispielsweise am andern Ende des Raumes ein Hygrostat 4 zugeordnet. Der Hygrostat ist durch Leitungen mit der Vorrichtung 3 verbunden.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel besitzt die Vorrichtung eine isolierte Verdunstungsschale 5, in welcher Heizkörper 6 angeordnet sind. Diese Wanne besitzt ein Wasserbad 7. Über der Wanne ist eine aus Regelklappen 8 gebildete Verschliesseinrichtung vorgesehen. Diese Regelklappen sind durch ein Gestänge 9 verbunden, das an einen Haltemagneten 10 angeschlossen ist. Die Regelklappen stehen weiterhin unter der Wirkung mindestens einer Rückholfeder, die in der Zeichnung nicht dargestellt ist.
Der Haltemagnet zieht die Regelklappen ? in die Offenstellung, während die Rückholfeder bei Ausschaltung des Magneten die Klappen 8 in die Schliessstellung schwenkt, derart, dass der über der Verdunstungsschale befindliche Verdunstungsraum 11 abgedeckt ist und kein Wasserdunst aufsteigen kann.
Oberhalb der Verschliessvorrichtung ist eine Luftführungskammer 12 vorgesehen, die eine seitliche Lufteintrittsöffnung 13 besitzt. In der Öffnung 13 ist ein Staubfilter angeordnet. Es können ausserdem Luftführungsflächen 14 vorgesehen sein. Oberhalb der Öffnung 13 ist in dem Luftführungskanal 12 ein Konvektor 15 oder eine aus Elektroheizstäben oder sonstigen Elementen gebildete Aufheizvorrichtung angeordnet. Diesem Konvektor 15 od. dgl. ist ein Lüfter 16 nachgeschaltet. Am oberen Ende des Luftführungska- nals ist eine Ausblasöffnung 17 vorgesehen, die beispielsweise schräg zum Raum hin bzw. gegen die Decke gerichtet sein kann. Die vorgenannten Teile der Vorrichtung sind von einem Gehäuse 18 umschlossen, derart, dass ein transportables Gerät gebildet ist.
Diese im Raum aufgestellte Vorrichtung wälzt bei eingeschaltetem Lüfter 16 die Raumluft durch den Luftführungskanal 12 um. Bei beheiztem Konvektor 15 wird der umgewälzte Luftstrom gleichzeitig er-
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wärmt. Bei ausreichend relativer Luftfeuchtigkeit kann der Konvektor 15 abgeschaltet sein. Der Verdun- stungsraum 11 ist geschlossen.
Sinkt die relative Luftfeuchtigkeit, dann wird mit Hilfe des Hygrostaten 4 der Haltemagnet 10 einge- schaltet. Dieser Magnet 10 zieht die Regelklappen 8 der Verschliessvorrichtung in die Öffnungsstellung.
Jetzt tritt Wasserdunst aus dem Wasserbad 7 der Verdunstungsschale 5 in den Luftstrom. Die Menge des
Wasserdunstes wird zweckmässig beeinflusst durch eine Badbeheizung, wobei die Temperatur derart gering gehalten wird, dass keine Kocherscheinungen auftreten. Der mit Wasserdunst angereicherte Luftstrom wird in dem Konvektor 15 aufgeheizt, so dass augenblicklich hinter dem Konvektor eine Verringerung der relativen
Luftfeuchtigkeit eintritt. Der Lüfter strÅahlt über die Öffnung 17 diese angefeuchtete Luft in den Raum aus. wo sie sich durch Mischung mit der Raumluft auf die gewünschte Raumtemperatur einstellt. In diesem Fall steigt der Wert der relativen Luftfeuchtigkeit wieder auf die gewünschte Höhe, die auch von dem Hygrostaten gemessen wird.
Sobald der gewünschte Wert erreicht ist, wird vom Hygrostaten der Haltemagnet 10 ausgeschaltet, und die Regelklappen 8 fallen in die Schliessstellung. Der Verdunstungsraum 11 ist abge- deckt bzw. geschlossen und die aufsteigende Feuchtigkeit kondensiert an den Regelklappen und tropft in das Wasserbad zurück. Das Bad kann beheizt bleiben, es können aber auch die Heizstäbe 6 abgeschaltet werden, weil in diesem geschlossenen Verdunstungsraum die Badwärme noch über einen längeren Zeitraum erhalten bleibt. In diesem Verdunstungsraum bleibt eine gewisse Menge an Wasserdunst zur Verfü- gung, so dass beim Öffnen der Regelklappen sofort eine Anreicherung des Luftstromes mit Feuchtigkeit erfolgt.
Da die Verschliessvorrichtung schnell öffnet und schliesst, oder auch in geeigneter Weise auf Zwi- schenstufen eingestellt sein kann, ist eine feinstufige Regulierung der relativen Luftfeuchtigkeit innerhalb eingestellter Grenzbereiche möglich.
Der Verdunstungsschale kann ein Temperaturregler zugeordnet sein, derart, dass bei einem vorbestimmten Tiefstwert eine vorübergehende Aufheizung erfolgt. Es ist eine Verbindung der Schaltung der Badbeheizung mit der Verschliessvorrichtung in einer solchen Weise möglich, dass das Aufheizen des Bades bereits vor dem Öffnen der Verschliessvorrichtung einsetzt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Luftfeuchtigkeitsregelung von Selbstwähl-Telephonzentralen od. dgl., beispielswei- se in Postämtern, wobei ein geführter Luftstrom aus einer beheizbaren Verdunstungsschale mit Feuchtigkeit angereichert und der Feuchtigkeitsgrad von einem durch die Raumluft beeinflussten Hygrostaten, z. B. elektromagnetisch, gesteuert ist, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Verdunstungsschale (5) und Luftführungskammer (12) eine den Verdunstungsraum (11) überdeckende, dessen Austrittsquerschnitt regelnde Verschliesseinrichtung (8, 9) aus mehreren, insbesondere parallelgeschalteten Regelklappen (8) angeordnet ist, wobei das Verstellglied für die Regelklappen der Verschliesseinrichtung durch den Hygrostaten (4) gesteuert ist.