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Injektionsampulle
Die österr. Patentschrift Nr. 228382 bezieht sich auf eine Injektionsampulle, deren eines offenes Ende eine durchbohrbare Abdeckung oder einen durchbohrbaren Verschluss aufweist, auf dem ein Ansatzstück zur Aufnahme einer aus einer Ansteckhülse und einer Hohlnadel bestehenden Injektionsandel unverschiebbar angeordnet ist. Diese Injektionsampulle ist dadurch gekennzeichnet, dass zum Durchbohren der Abdeckung in einem Kanal des Ansatzstückes ein verschiebbares Rohr untergebracht ist, welches aus dem Ansatzstück genügend weit nach vorne herausragt, um beim Nachinnenverschieben des Rohres in bezug auf das Ansatzstück die Abdeckung der Ampulle zu durchbohren.
Das Ansatzstück der Injektionsampulle gemäss dieser Patentschrift besteht aus Kunststoffmaterial, wogegen das verschiebbare Rohr die Form einer üblichen metallischen Hohlnadel hat.
Es wurde ein metallisches Durchbohrungsrohr verwendet, da ein solches Rohr leicht sterilisierbar ist und die Durchbohrung der Abdeckung der Ampulle mit diesem Rohr keine Schwierigkeit bereitet. Im Hinblick darauf, dass das Durchbohrungsrohr im Ansatzstück verschiebbar einpassen muss, wurde letzteres aus weicherem Kunststoffmaterial ausgebildet. Um das Ansatzstück aus Kunststoff, welches eine Erweiterung aufweist, zu befestigen, wurde ein Befestigungsring aus Metall verwendet, da es schwierig ist, mittels eines Ringes aus Kunststoff die nötige Dichte zu erzielen. Es war deshalb erforderlich, das Ansatz-
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stoff bzw. Metall, herzustellen.
Das Rohr zum Durchbohren ist ein Stahlrohr, welches schief abgeschnitten ist und dadurch eine schneidende Vorderkante aufweist, deren Grate abgeschliffen wurden. Dieses Abschleifen ist unbedingt erforderlich, u. zw. teils deshalb, um sicherzugehen, dass das Rohr ohne Schwierigkeiten in der Bohrung des Ansatzes montiert werden kann, und teils um zu verhindern, dass allfällig zugegen lose Grate beim Durchbohren der Ampullenabdeckung abbrechen und dass von den Graten an der Schneidkante Teile der Abdeckung mitgenommen werden. In einem solchen Falle bestünde die Gefahr, dass sowohl metallische Gratteile als auch kleine Teilchen der Abdeckung zusammen mit dem Ampulleninhalt injiziert werden.
Beim sterilen Montieren des verschiebbaren Stahlrohres im Kanal des Ansatzstückes kann es vorkommen, dass einige Rohre wegen der nicht unbedeutenden Rohrdurchmessertoleranzen schwer verschiebbar sind, wodurch die Anordnung erschwert wird. Überdies kann das Stahlrohr, wenn es schlecht montiert wird, das Ansatzstück aus Kunststoff anbohren. Dabei kann etwas Kunststoff von den Kanalwänden abgeschnitten werden. Auf Grund der daraus resultierenden Komplikationen muss man entweder die Ampulle wegwerfen oder das Rohr herausziehen und den Einsetzvorgang wiederholen. Da es aus diesen Gründen notwendig ist, die korrekte Montage eines jeden einzelnen Rohres im Kanal sorgfältig zu überwachen, wurde diese Montagearbeit von Hand aus durchgeführt.
Wegen der Kleinheit der Rohre und wegen ihrer scharfen Schneidkanten ist es kaum möglich, bei dieser Montagearbeit Gummihandschuhe zu tragen, und da die Montage mittels Zangen umständlich ist, müssen die Finger verwendet werden, was ein gewisses
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Risiko an mangelnder Sterilität mit sich bringt.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Konstruktion, durch welche die vorerwähnten Nachteile voll- kommen vermieden werden.
Die Injektionsampulle gemäss der Erfindung ist von jener Art, bei welcher dem Hohlnadelende eine fest angeordnete, durchbohrbare Abdeckung zugeordnet ist, auf welcher eine eine Erweiterung aufwei- sende Abdeckung montiert ist, welche einen durchgehenden Kanal aufweist, in welchem ein verschieb- bares Rohr zum Durchbohren und Ausbringen der Flüssigkeit untergebracht ist, welches über das Ansatz- stück hinausragt und beim Nachinnenverschieben in bezug auf das Ansatzstück die Abdeckung der Ampul- le durchbohrt, wenn der Sockel der Hohlnadel auf das Ansatzstück aufgesetzt wird. Die erfindungsgemä- sse Injektionsampullejist durch die Kombination eines Durchbohrungsrohres aus Kunststoffmaterial und eines metallischen Ansatzstückes gekennzeichnet.
Durch diese Kombination werden eine Anzahl von Vorteilen erzielt. Wenn das verschiebbare Durch- bohrungsrohr aus Kunststoffmaterial hergestellt wird, kann ein in an sich bekannter Weise hergestellter
Schlauchstrang von einer Spule abgewickelt werden, welcher, nachdem er sterilisiert wurde, einer Ma- schine zugeführt wird, in welcher unter sterilen Bedingungen mittels eines Skalpells Stücke von geeigne- ter Länge abgeschnitten werden, derart, dass schräge Schneidvorderkanten gebildet werden. Da hiebei keine Gratbildung eintritt, erübrigt sich ein Abschleifen der Schnittenden vollkommen. Diese Arbeits- methode führt nicht nur zu einer Vereinfachung der Herstellung, sondern bringt auch wesentliche Kosten- einsparungen mit sich.
Wegen der Härte des Metalles ist die Möglichkeit, dass, wenn das Rohr schief eingesetzt wird, die
Seitenwände des Kanals angebohrt werden, ausgeschlossen. Bei Anwendung der Kombination Durchboh- rungsrohr aus Kunststoff und Ansatzstück aus Metall kann sich das Rohr beim Einsetzen nur schwach seit- lich biegen und gleitet sodann in seine richtige Lage. Beim Aufsetzen des Hohlnadelsockels besteht nicht die Gefahr, dass die Nadel deswegen, weil das schief eingesetzteDurchbohrungsrohr sich in die Wände des Ansatzstückes eingeschnitten hat, nicht ganz aufgesetzt werden kann. Man hat also immer die Gewähr, dass das Rohr so im Kanal angeordnet ist, dass eine Durchbohrung der Abdeckung der Injektionsampulle beim Aufsetzen des Hohlnadelsockels auf das Ansatzstück der Ampulle auch immer stattfindet.
Die Montage kann überdies mechanisch und ohne jedes Risiko einer unzulänglichen Sterilität erfolgen.
Als Kunststoffmaterial für das Durchbohrungsrohr sind gemäss der Erfindung Polyamide besonders geeignet, insbesondere weil dieses Material leicht beispielsweise durch Dampfsterilisation sterilisierbar ist und weiters deshalb, weil es sich gezeigt hat, dass dieses Material in Form eines Rohres mit einem geeigneten spitzen Schneidwinkel sicher eine der üblicherweise als Ampullenabdeckungen verwendeten Gummischeiben durchbohrt. Es können jedoch auch andere Kunststoffe mit ähnlichen Eigenschaften verwendet werden.
Ein Vorteil der Rohre aus Kunststoffmaterial ist weiters darin gelegen, dass diese mit extrem geringen Toleranzen hergestellt werden können und Menn das metallische Ansatzstück an seinem oberen Ende eine Anzahl von sich nach innen erstreckenden Rippen aufweist, können sich gegebenenfalls vorhandene Schwankungen zwischen dem Aussendurchmesser des Rohres und dem Durchmesser des Kanals im metallischen Ansatzstück in keiner Weise nachteilig auswirken.
Bei der oben erwähnten, bekannten Injektionsampulle ist das Ansatzstück mit dem Flansch an das nadelseitige Ende der Ampulle mittels eines metallischen Befestigungsringes befestigt. Gemäss der Erfindung ist es zweckmässig, diesen Ring als eine Einheit mit dem Ansatzstück der Ampulle auszubilden. Es wird dadurch eine vereinfachung der Herstellung und eine Einsparung an Kosten erzielt. Die Herstellung desoAnsatzstückes und des Ringes in Form einer einzigen Einheit kann zweckmässig durch Kaltpressen von beispielsweise Aluminium erfolgen. Beim Kaltpressen wird dem dem Befestigungsring entsprechenden unteren Teil der Einheit vorzugsweise ein vieleckiger Querschnitt, wie z. B. ein zwölfeckiger Querschnitt, gegeben.
Durch diese Massnahme kann das erforderliche Abschneiden der durch das Pressen gebildeten unregelmässigen Kanten erfolgen, während sich der Gegenstand noch in der Pressform befindet.
Bei der Verwendung von Aluminium oder einem andern weichen Metall für die Herstellung des Ansatzstückes ergibt sich weiters der zusätzliche Vorteil, dass der Hohlnadelsockel, der gewöhnlich aus Metall besteht, gut am metallischen Ansastzstück befestigt werden und weiter gesichert werden kann, indem man ihnscharfum den Ansatz dreht, wobei sich der relativ harte Sockel in das weichere Metall des Ansatzstückes fest einschneidet. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass kein Teil des Inhaltes der Ampulle zwischen dem Ansatzstück und dem Hohlnadelsockel austreten kann.
Durch die Zeichnung, in welcher Fig. 1 einen Längsschnitt der Vorderseite einer Ausführungsform
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der erfindungsgemässen Injektionsampulle und Fig. 2 einen Längsschnitt durch eine gebrauchsfertige Injektionsampulle mit aufgesetzter Hohlnadel zeigt, wird die Erfindung näher erläutert.
Fig. 1 zeigt eine Glasampulle 1 mit einem halsförmigen oberen Ende 2 mit dem Wulst 3, auf welchem eine Gummischeibe 4 und ein konisches metallisches Ansatzstück 5, welches eine Erweiterung 6 und einen Befestigungsring 7 aufweist, angeordnet ist. Mittels einer Rändelung umfasst der untere Teil des Ringes 7 den Wulst 3 an dessen Unterseite. Der Ring geht sodann in seinem oberen Bereich in die Erweiterung 6 über. Im Ansatzstück 5 ist ein durchgehender Kanal 9 angeordnet, in welchen ein verschiebbares Kunststoffrohr 10 mit einer vorderen Schneidkante 11 eirgesetzt ist, welches so lang ist, dass es über das Ansatzstück 5 hinaus vorsteht. Zweckmässigerweise bildet die vordere Schneidkante 11 des Rohres, 10 mit der Längsachse des Rohres einen Winkel von 25 bis 300. Um das Rohr 10 und das Ansatzstück 5 steril zu halten, ist eine Kappe 12 auf das Ansatzstück aufgesetzt.
Der obere Innenraum der Kappe 12 ist in gleicher Weise wie das Ansatzstück5 konisch, so dass eine vollkommene Abdichtung zwischen Kappe und Ansatzstück gewährleistet ist. Zum Schutze des Ampullenkopfes besitzt die Kappe weiters einen Flansch 8.
Das nicht dargestellte offene hintere Ende der Ampulle weist in an sich bekannter Weise einen als Kolben dienenden Stopfen auf. Eine Kolbenstange kann mit dem Stopfen verbunden und mit Hilfe einer am hinteren Ende der Ampulle angeordneten Führung geführt sein.
Fig. 2 zeigt den Sockel 13 einer Hohlnadel, wie z. B. einer sogenannten hypodermic recort canula, und die Hohlnadel 14. Aus der Figur ist ersichtlich, dass das aussen liegende Ende des Kunststoffrohres 10 gegen das innere Ende der Hohlnadel 14 anliegt und dass das Rohr 10, wenn es nach innen verschoben wird, die Gummischeibe 4 durchbohrt. Wenn der in der Zeichnung nicht dargestellte Kolben vorgeschoben wird, kann der Ampulleninhalt ausgespritzt werden.
In der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsform ist die Injektionsampulle in Verbindung mit einer sogenannten hypodermic recort canula verwendet. Es ist aber auch möglich, sie in Verbindung mit jeder andern Form von Injektionsnadeln, wie z. B. den sogenannten luer-lock-Nadeln zu gebrauchen, in welchem Falle dem konischen Ansatzstück 5 eine Konizität verliehen wird, die mit den genannten Konizitäten der verwendeten Injektionsnadelansteckhülsen bzw. -sockeln übereinstimmt und das Rohr 10 die erforderliche Länge aufweist, um die Abdeckung sicher zu durchbohren.
Überdies beschränkt sich die Erfindung nicht nur auf die Verwendung bei Glasampullen. Sie ist ge- aauso in Verbindung mit den in verschiedenen Ausführungen bekannten zusammendrückbaren Ampullen verwendbar.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Injektionsampulle, deren eines offenes Ende eine durchbohrbare Abdeckung oder einen durchbohrbaren Verschluss aufweist, auf dem ein Ansatzstück angeordnet ist, welches eine Erweiterung und einen durchgehenden Kanal aufweist, in welchem ein verschiebbares Durchbohrungsrohr zur Entleerung der Ampullenflüssigkeit untergebracht ist, welches über das Ansatzstück hinausragt und beim Nachinnenverschieben, lediglich durch Aufsetzen des Hohlnadelsockels auf das Ansatzstück, die Abdeckung der Ampulle durchbohrt, gekennzeichnet durch die Kombination eines Durchbohrungsrohres (10) aus Kunststoffmaterial und eines metallischen Ansatzstückes (5).