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Vorrichtung zum Herstellen von Wickeln gleicher Fadenlänge auf Ring- oder Flügelzwirnmaschinen
Eine sehr wichtige Voraussetzung für das rationelle Weiterverarbeiten von fertigen Zwirnen besteht darin, dass die Fadenlängen auf den Spulen möglichst gleich sind. Das betrifft sowohl die Weberei als auch die Wirkerei und die sonstigen Zwirnverarbeiter. Wenn z. B. beim Bewickeln eines Kettbaumes die einzelnen Spulen ungleiche Fadenlängen aufweisen, so hat dies zur Folge, dass einzelne Kettfäden ange- knüpft werden müssen bzw. Spulenreste übrigbleiben. Beides vermindert die Wirtschaftlichkeit der Verar- beitung.
Um Spulen gleicher Fadenlänge herstellen zu können, hat man deshalb an Zwirn- u. ähnl. Maschinen
Zählwerke angebracht, die das Erreichen der gewünschten Fadenlänge anzeigen bzw. die Maschine dann stillsetzen. Das Messen erfolgt dabei gemeinsam für alle Fäden, z. B. an der gemeinsam angetriebenen Fadenlieferungsvorrichtung.
Eine einheitliche Fadenlänge wird aber dabei nur dann erreicht, wenn alle Fädenvom Anfang bis zum Ende der Spulenbewicklung ohne Unterbrechung aufgewunden werden. Das ist aber nicht immer der Fall. Beispielsweise durch Fadenbrüche entstehen bis zu deren Behebung Lieferunterbrechungen, weil während dieser Zeit die Bewicklung der andern Spulen weitergeht. Der betreffende Faden wird dabei je nach der Dauer der Unterbrechung in seiner Länge reduziert, u. zw. umso stärker, je grösser die Liefergeschwindigkeit ist, mit der die betreffende Maschine arbeitet.
Diese Nachteile wurden bisher dadurch vermieden, dass an jeder Spindel durch ein dieser zugeordnetes Zählwerk eine summierende Messung der durch sie gelieferten Fadenlängen stattfindet, aus deren Ergebnis bei Erreichen der gewünschten Gesamtlänge ein Schaltbefehl für die Stillsetzung der betreffenden Fadenlieferstelle abgeleitet wird.
Es ist ein Vorschlag bekanntgeworden, welcher vorsieht, zur Verwirklichung einer derartigen Arbeitsweise drei zusätzliche Einrichtungen zu verwenden, nämlich 1) eine mit gleichbleibender Drehzahl angetriebene Zwischenabzugsrolle, über die der Faden auf seinem Wege zur Aufwickelspule läuft,
2) ein mit dieser zusätzlichen Zwischenabzugsrolle verbundenes Zählwerk, das bei Erreichen der eingestellten Messlänge den elektrischen Antrieb der Zwischenabzugsrolle und der Aufwickelspule selbsttätig unterbricht, und
3) eine von der Fadenspannung beeinflusste, zwischen der Zwischenabzugsrolle und der Aufwickelspule angeordnete Regelvorrichtung zur Steuerung der veränderlichen Drehzahl der Aufwickelspule.
Auch bei der erfindungsgemässen Vorrichtung zum Herstellen von Wickeln gleicher Fadenlänge auf Ring- oder Flügelzwirnmaschinen ist jeder Spindel ein Zählwerk zugeordnet, das von einer vom Faden umschlungenen Antriebsrolle angetrieben ist und beim Erreichen einer voreinstellbaren Fadenlänge einen Schaltvorgang zum selbsttätigen Stillsetzen der Antriebsrolle und des Aufwickelvorganges auslöst. Das angestrebte Ziel wird aber mit viel geringerem Aufwand erreicht als nach dem vorerwähnten Vorschlag, nämlich dadurch, dass erfindungsgemäss das Zählwerk mit der bei Fadenbruch selbsttätigstillsetzbaren Laufrolle des vorhandenen Lieferwerkes der Zwirnmaschine gekuppelt ist.
Durch die Erfindung werden also sowohl eine zusätzliche Zwischenabzugsrolle als auch die Verwendung
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entbehrlich. Darüber hinaus ist eine erfindungsgemäss ausgestattete Ringzwirnmaschine auch in der An- wendung wirtschaftlicher, weil sie es ermöglicht, bereits beim ersten Zwirnvorgang Wickelkörper von gleicher Fadenlänge zu gewinnen. Das hat den grossen wirtschaftlichen Vorteil, dass bereits in der Ring- zwirnerei alle Abfälle vermieden werden, die ansonsten entstehen würden, wenn in einem weiteren Ar- beitsgang der Zwirn von zwei oder mehreren im ersten Arbeitsgang gewonnenen Spulen nochmals zusam- mengezwirnt wird.
An Hand der Zeichnung, die sich auf einen Abschnitt einer Ringzwirnmaschine entsprechend einer einzelnen Spindel bezieht, sei nachstehend ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Vorrichtung erläutert.
Sie zeigt in Fig. 1 die Seitenansicht einer derartigen Einrichtung in Arbeitsstellung. Fig. 2 ist eine
Ansicht von vorne, und Fig. 3 gleichfalls eine Seitenansicht, jedoch in Ruhestellung, d. h. nach Auslösung des erwähnten Schaltvorganges. Die entsprechenden andern Abschnitte der Maschine seien in gleicher
Weise ausgebildet wie der dargestellte.
Die Linie 1 deutet den Verlauf des Fadens bzw. der Fäden an, die von einer nicht gezeichneten Zulieferstelle kommen, die Fadenlieferrolle 2 und die Fadenleitrolle 3 mehrfach gemeinsam umschlingen und schliesslich von der Fadenleitrolle zur Spule 4 gelangen, wo sie aufgewunden werden. Die Spule 4 sitzt auf der Spindel 5, die in bekannter Weise mittels eines Bandes 6 und einer Scheibe 7 angetrieben wird. Die Fadenlieferrolle 2 und die Fadenleitrolle 3 sind drehbar in einem gehäuseartigen Hebel 8 gelagert, der um den Bolzen 9 einer Lagerlasche 10 schwenkbar ist und von einer Zugfeder 11 so im Uhr- zeigersinn gezogen wird, dass in Arbeitsstellung (Fig. 1) die Fadenlieferrolle 2 mit ihrem Bord 2'an einer dauernd umlaufenden Reibscheibe 12 anliegt und von dieser angetrieben wird.
Die Fadenlieferrolle 2 sitzt auf einer Welle 13, auf deren anderem Ende ein Kettenrad 14 befestigt ist. Dieses treibt über eine Kette 15 das Kettenrad 16 eines Zählwerkes 17 an.
Die Einrichtung enthält zwei elektromagnetische Betätigungsmagnete 18 und 19. Der Betätigungsmagnet 18 drückt bei Erregung gegen den nach rechts stehenden Arm des Hebels 8, so dass dieser entgegen dem Uhrzeigersinn geschwenkt wird und die Fadenlieferrolle 2 bzw. 2'von der Reibscheibe 12 abgehoben und zum Stillstand gebracht wird. Der Betätigungsmagnet 19 wirkt bei Erregung auf einen schwenkbar gelagerten Bremshebel 20 ein, der die Spindel 5 stillsetzt (Fig. 3). Die Betätigungsmagnete 18 und 19 liegen beim Ausführungsbeispiel - nur in Fig. 1 schematisch dargestellt-parallel an einer Batterie 21 oder einer andern geeigneten Stromquelle, in deren Stromkreis ein Schalter 22 und ein nicht dargestellter Schaltkontakt des Zählwerkes 17 eingefügt sind.
Der Stromkreis ist geschlossen, wenn entweder der Schalter 22 oder der Kontaktdes Zählwerkes 17 geschlossen werden. Der Schalter 22 steht mit einem Fadenwächter in Verbindung und wird bei Fadenbruch betätigt. Parallel zu ihm könnten die entsprechenden Schalter weiterer Fadenwächter angeschlossen sein. Da die Fadenüberwachungseinrichtung jedoch ausserhalb des Rahmens
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Bei Lieferunterbrechung, z. B. durch Fadenbruch, schliesst der Schalter 22 den Stromkreis der Batterie 21, so dass die Magnete 18 und 19 anziehen und sowohl die Fadenlieferrolle 2 als auch die Spindel 5 stillsetzen. Dadurch bleibt aber jedesmal auch das der Fadenliefereinrichtung zugeordnete und mit ihr starr gekuppelte Zählwerk 17 stehen, so dass der Zählerstand, wie angestrebt, der Summe der gelieferten Fadenlängen entspricht.
Der Schaltkontakt des Zählwerkes 17 schliesst sich, sobald die Gesamtlänge des gelieferten Fadens mit dem am Zählwerk voreingestellten Wert übereinstimmt. Da die Zählwerke aller Abschnitte der Maschine auf den gleichen Wert eingestellt werden, erhalten alle Spulen genau die gleiche Fadenlänge.