AT234910B - Verfahren zur dauerhaften Verformung von menschlichen und tierischen Haaren - Google Patents

Verfahren zur dauerhaften Verformung von menschlichen und tierischen Haaren

Info

Publication number
AT234910B
AT234910B AT931862A AT931862A AT234910B AT 234910 B AT234910 B AT 234910B AT 931862 A AT931862 A AT 931862A AT 931862 A AT931862 A AT 931862A AT 234910 B AT234910 B AT 234910B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
water
dissolved
dioxythiophenol
cooling
adjusted
Prior art date
Application number
AT931862A
Other languages
English (en)
Original Assignee
Schwarzkopf Fa Hans
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Schwarzkopf Fa Hans filed Critical Schwarzkopf Fa Hans
Application granted granted Critical
Publication of AT234910B publication Critical patent/AT234910B/de

Links

Landscapes

  • Cosmetics (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur dauerhaften Verformung von menschlichen und tierischen Haaren 
Es ist bekannt, Keratinfasern durch Einwirkung von wässerigen, vorzugsweise alkalischen Lösungen anorganischer oder organischer, aliphatischer Sulfhydrilverbindungen und anschliessender oxydativer Be- handlung dauerhaft zu verformen. Die Wirkung der Sulfhydrilverbindungen beruht auf einer reduktiven
Spaltung der intermolekularen Disulfidbrücken, wodurch die Bindung zwischen den Keratinmolekülen ge- lockert und letztere so relativ zueinander verschieblich werden. Nach der Formgebung werden in der ver- änderten   Molekillanordnung   dann die Disulfidbrücken   auf oxydativem   Wege,   d. h.   durch Nachbehandlung der Haare mit chemischen Oxydationsmitteln oder einfach durch Luftoxydation geschlossen. 



   Es wurde gefunden, dass mit Hilfe von sauren, neutralen oder alkalischen Lösungen von Oxythiophe- nolen, vorzugsweise mit mindestens zwei Hydroxylgruppen im Benzolring, beispielsweise 2, 5-Dioxythio-   phenol, 2, 6-Dioxythiophenol   und/oder 2, 4, 6-Trioxythiophenol bzw. deren Homologe eine hervorragende und dauerhafte Haarverformung zu erreichen ist. Die Haare werden hiebei mit der Lösung der Oxythio- phenole, der gegebenenfalls noch Verdickungsmittel, Waschmittel, Netzmittel, Parfüms, Emulgatoren, fettende Mittel und/oder Farbstoffe zugesetzt sein können, schwach benetzt, anschliessend auf übliche Wickelkörper gewickelt und mit der Wellmittellösung gut nachgefeuchtet.

   Nach einer Einwirkungszeit von etwa 20 bis 40 min bei gering erhöhter Temperatur, beispielsweise   45-65'C,   wird mit Wasser ausge-   spUlt   und abgewickelt. 



   Das erfindungsgemässe Wellverfahren unterscheidet sich in einigen wesentlichen Merkmalen vorteilhaft von den bisher bekannten. Besonders überraschend ist, dass die Verfestigung der Haare auch in Abwesenheit von chemischen   Oxydationsmitteln   eintritt. Die Verformung der Haare kann jedoch mit Hilfe chemischer   Oxydationsmittel   verstärkt werden. Weiterhin ist eine Vorwäsche der Haare nicht erforderlich. 



  Ein zusätzlicher Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens ist der breite pH-Bereich von 2 bis   10, in   welchem das Wellmittel gleichbleibend gut wirkt. 



   Somit wird auch die Möglichkeit eröffnet, mit solchen Lösungen eine dauerhafte Haarverformung zu erzielen, deren pH-Wert im physiologisch sauren Bereich der Haut liegt. 



   Weiterhin ist   vorteilhaft, dass das crfindungsgemässe Wellmittel beliebig oft an   bereits vorbehandeltem Haar anwendbar ist   Eine irreversible Veränderung der Haarsubstanz wurde   auch bei häufigen Behandlungen und langdauernden Einwirkungen nicht beobachtet. 



   Die Lösung der sauer reagierenden Oxythiophenole kann mit Alkalisierungsmitteln, beispielsweise mit Alkalihydroxyd, Alkalicarbonat, Ammoniak, Monobasin, Tribasin auf den gewünschten pH-Wert eingestellt werden. 



   Die Oxythiophenole können sich, wie die entsprechenden Polyoxybenzole, bei Einwirkung von Luftsauerstoff verfärben, vornehmlich im alkalischen Bereich. Die Farbänderung lässt sich, ausser durch Luftabschluss, auch durch Zusatz von Antioxydantien verhindern. Als besonders brauchbar hiefür haben sich in Versuchen   Formaldehyd, Oxalsäure,   Thioharnstoff,   2-MercaptO-6-nitrobenzothiazol,   6-Thiopurin, Thioapfelsäure, Thiosalicylsäure, Diaminomethandisulfinsäure und Cystein erwiesen. 



   Die für das erfindungsgemässe Verfahren verwendeten Lösungen können beispielsweise nachstehende Zusammensetzungen haben. (Die Oxythiophenole werden zweckmässig nach den Vorschriften der franz. Patentschrift Nr. 852. 020 oder nach den Anweisungen   in"Farmaceutisk Tidende"70, S. 621   und 622 hergestellt.) 

 <Desc/Clms Page number 2> 

   Beispiel l : 3, Og2, 6-Dioxythiophenol   werden in 20,   OgVE unter   gelindem Erwärmen gelöst und auf   100, 0   g aufgefüllt. pH-Wert = 3. 



     Beispiel 2 : 4, 0 g   2,6-Dioxythiophenol werden in   20, 0g   Wasser unter gelindem Erwärmen gelöst. 



  Nach dem Erkalten wird mit Ammoniak auf einen pH-Wert von 5 eingestellt und auf 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. 
 EMI2.1 
 
3 : 2, 5g 2, 6-Dioxythiophenol werden in 20, 0 g Wasser unter gelindem Erwärmen gelöst.aufgefüllt. 



   Beispiel5 :2,0g2,6-Dioxythiophenolwerdenin20,0gWasseruntergelindemErwärmengelöst. 



  Nach dem Erkalten wird mit Ammoniak auf einen pH-Wert von 10 eingestellt und auf 100,0 g mit Wasser aufgefüllt. 



   Beispiel 6: 3,0 g 2,5-Dioxythiophenol werden in 20,0 g Wasser unter gelindem Erwärmen gelöst und auf 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. pH-Wert = 3, 0. 



     Beispiel 7 : 4, 0   g   2, 5-Dioxythiophenol   werden in   20,   0 Wasser unter gelindem Erwärmen gelöst. 



  Nach dem Erkalten wird mit verdünnter Alkalilauge   auf einen pH-Wert von 5, 5   eingestellt und auf 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. 



     Beispiel 8 : 4, 0g 2, 5-Dioxythiophenol werden   in   20. 0 g Wasser unter   gelindem Erwärmen gelöst. 



  Nach dem Erkalten wird mit Ammoniak auf einen pH-Wert von 8 eingestellt und auf 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. 



   Beispiel9 :2,0g2,6-Dioxythiophenolwerdenin20,0gWasseruntergelindemErwärmengelöst. 



  Nach dem Erkalten werden 0, 5 g Formaldehydlösung,   40% ig,   zugesetzt und auf   100, 0   g mit Wasser aufgefüllt. pH-Wert = 3. 



   Beispiel 10 : 1, 5 g   2, 6-Dioxythiophenol   werden in 20, 0 g Wasser unter gelindem Erwärmen gelöst. Nach dem Erkalten wird 0, 1 g Oxalsäure zugesetzt und auf 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. pH-Wert   = 2, 4.    



   Beispiel 11: 3,0 g 2,6-Dioxythiophenol werden in   20, 0   g Wasser unter gelindem Erwärmen gelöst. Nach dem Erkalten wird 0, 1 g Thioharnstoff zugesetzt und auf 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. pHWert =   2, 8.   



   Beispiel   12 : 2, 7 g 2, 6-Dioxythiophenol   werden in 20, 0 g Wasser unter gelindem Erwärmen gelöst. Nach dem Erkalten wird   0,     5g 2-Mercapto-6-nitrobenzothiazol   zugesetzt und auf 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. pH-Wert = 3, 0. 



   Beispiel 13: 2,5 g 2,6-Dioxythiophenol werden in 20, 0 g Wasser unter gelindem Erwärmen   ge-   löst.. Nach dem Erkalten wird 0, 05 g 6-Thiopurin zugesetzt und auf 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. pHWert =   2, 9.   



   Beispiel 14: 5,0 g 2,6-Dioxythiophenol werden in 20, 0 g Wasser unter gelindem Erwärmen gelöst. Nach dem Erkalten wird 0, 4 g Thioapfelsäure zugesetzt und mit Ammoniak auf einen pH-Wert von   6, 0   eingestellt und auf 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. 
 EMI2.2 
 löst. Nach dem Erkalten wird 0, 3 g Thiosalicylsäure zugesetzt und auf 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. pH-Wert   =3, 0.   



     Beispiel 16 : 2, 0   g 2, 6-Dioxythiophenol werden in 20, 0 g Wasser unter gelindem Erwärmen gelöst. Nach dem Erkalten wird 0, 1 g   Diaminomethandisulfinsäure   zugesetzt und mit Ammoniak auf einen pH-Wert von 6, 0 eingestellt und auf 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. 



   Beispiel 17: 3,0 g 2,6-Dioxythiophenol werden in   20,   0 g Wasser unter gelindem Erwärmen gelöst. Nach dem Erkalten wird 0, 3 g Cystein zugesetzt und 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. pH-Wert   = 3, 0.   



   Beispiel 18: 2,0 g 2,6-Dioxythiophenol werden in 20, 0 g Wasser unter gelindem Erwärmen gelöst. Nach dem Erkalten wird mit Monobasin auf einen pH-Wert von 8, 0 eingestellt und auf 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. 



   Beispiel19 :2,25g2,6-Dioxythiophenolwerdenin20,0gWasseruntergelindemErwärmengelöst. Nach dem Erkalten wird mit tribasin auf einen PH¯Wert von 7,0 eingestellt und auf 100,0 g mit Wasser aufgefüllt. 



   Beispiel 20 : 3, 0 g   2, 6-Dioxythiophenol   werden in 20, 0 g Wasser unter gelindem Erwärmen gelöst. Nach dem Erkalten wird mit Ammoniumbicarbonat-Lösung auf einen pH-Wert von 7, 0 eingestellt 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 und auf 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. 



   Beispiel 21: 4,0 g 2,6-Dioxythiophenol werden in 20,0 g Wasser unter gelindem Erwärmen   ge-   löst. Nach dem Erkalten wird mit Alkalilauge auf einen pH-Wert von 8, 0 eingestellt und auf 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. 



     Be i spi e I 22 : 5, 0 g 2, 4, 6-Trioxythiophenol   werden in 20, 0 g Wasser unter gelindem Erwärmen gelöst und auf 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. pH-Wert = 2, 5. 



     Beispiel 23 : 4, 0 g 2, 4, 6-Trioxythiophenol   werden in   20, 0 g Wasser unter gelindem Erwärmen   gelöst. Nach dem Erkalten wird mit Ammoniak auf einen pH-Wert von 6, 0 eingestellt und auf 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. 



     Beispiel 24 :   5,5 g   2,   4,   6-Trioxythiophenol   werden in 20, 0 g Wasser unter gelindem Erwärmen gelöst. Nach dem Erkalten wird mit Ammoniak auf einen pH-Wert von 8, 0 eingestellt und auf 100, 0 g mit Wasser aufgefüllt. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur dauerhaften Verformung von menschlichen und tierischen Haaren,   dadurchgekenn-   zeichnet, dass man die aufgewickelten Haarsträhne mit einer Lösung, die Oxythiophenole, vorzugsweise 
 EMI3.1 
 thiophenol und/oder 2,   4, 6-Trioxy. : hiophcnol bzw.   deren Homologe enthält und deren pH-Wert auf einen Wert von 2 bis 10 eingestellt ist, befeuchtet und bei mässig erhöhter Temperatur, beispielsweise bei 45 bis   65 C   einwirken lässt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Lösung von Oxythiophenolen verwendet, der Antioxydantien, vorzugsweise Formaldehyd, Oxalsäure, Thioharnstoff, 2-Mercapto-6-nitrobenzothiazol, 6-Thiopurin, Thioapfelsäure, Thiosalicylsäure, Diaminomethandisulfinsäure und/oder Cystein zugesetzt sind.
AT931862A 1961-12-23 1962-11-28 Verfahren zur dauerhaften Verformung von menschlichen und tierischen Haaren AT234910B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE234910X 1961-12-23

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT234910B true AT234910B (de) 1964-07-27

Family

ID=5894132

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT931862A AT234910B (de) 1961-12-23 1962-11-28 Verfahren zur dauerhaften Verformung von menschlichen und tierischen Haaren

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT234910B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE948186C (de) Mittel zur dauernden Formveraenderung von Haaren am lebenden Koerper (Dauerwellen)
DE2316600C3 (de) Verfahren zur dauerhaften Verformung von Haar
DE2021099C3 (de) Verfahren zum Bleichen von Haar oder Wolle
DE1158213B (de) Haarbehandlungsmittel
AT234910B (de) Verfahren zur dauerhaften Verformung von menschlichen und tierischen Haaren
DE1444113C3 (de) Mittel zur Behandlung von Keratinfasern auf der Basis schwefelhaltiger Verbindungen in wässriger Lösung
DE930581C (de) Haarpflegemittel
DE382086C (de) Verfahren zur Erhoehung der Festigkeit, insbesondere der Nassfestigkeit von Kunstseide, Stapelfaser und von aus ihnen hergestellten Geweben
DE1157347B (de) Verfahren zur dauerhaften Verformung von menschlichen und tierischen Haaren
DE1160984B (de) Verfahren zum Fixieren von Dauerwellen
DE905193C (de) Verfahren zur Kraeuselung oder Entkraeuselung von menschlichen oder tierischen Haaren od. dgl.
DE3139563A1 (de) Verfahren und mittel zum wellen oder glaetten von haar
DE879756C (de) Mittel zur AEnderung der Struktur von schwefelhaltigen Skleroproteinen
DE1492174A1 (de) Mittel zur Verbesserung der Haltbarkeit von Kaltwellen
AT152284B (de) Verfahren zur Vorbereitung von Fell od. dgl. für das Verfilzen.
DE1083986B (de) Verfahren zum Dauerwellen des menschlichen Haares ohne zusaetzliches Erwaermen
DE1126839C2 (de) Mittel zur Behandlung schwefelhaltiger Skleroproteine
DE899703C (de) Verfahren zur AEnderung der Struktur von schwefelhaltigen Skleroproteinen
DE958764C (de) Mittel zur dauerhaften Formveraenderung von menschlichem Haar bei Temperaturen von 20 bis 200íÒ
AT239446B (de) Dauerwellflüssigkeit und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE655845C (de) Mittel zur Herstellung von Dauerwellen
DE655735C (de) Verfahren zur Herstellung von Unterleder
DE630124C (de) Verfahren zur Herstellung von weissem Leder
AT200730B (de) Präparat zur Relaxierung von Keratinmaterial bei Raumtemperatur
DE430679C (de) Verfahren zum Fixieren von basischen Farbstoffen