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Zwirnspindel, insbesondere zum Aufwärtszwirnen
Die Erfindung betrifft eine Zwirnspindel, insbesondere zum Aufwärtszwirnen, bestehend aus der eigentlichen Spindel und einem mit derSpindel rotierenden, den Kops einschliessenden, glockenförmigen Behälter, welcher gegebenenfalls durch einen Deckel abgeschlossen ist.
Beim Aufwärtszwirnen wird der Spulenkörper mit dem auf ihm in Form eines Kopses sitzenden, zu verarbeitendenMaterial inDrehung um seine Längsachse versetzt und der Faden gleichzeitig je nach dem erforderlichenDrall mehr oderweniger schnell abgezogen. Das Verfahren ist nur dann wirtschaftlich, wenn es mit sehr grosserSpindeldrehzahl durchgeführt wird. Der Spindeldrehzahl ist aber aus Gründen des Energiebedarfs eine Grenze gesetzt, denn der Energiebedarf steigt mit der Spindeldrehzahl progressiv an und ist ein wesentlicher Kostenfaktor. Ausserdem steigt mit dem wachsenden Energieverbrauch die Wärmeentwicklung und führt in den Arbeitsräumen zu hohen Temperaturen, die dann durch kostspielige Klimaanlagen auf ein erträgliches Mass abgesenkt werden müssen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Energiebedarf möglichst klein zu halten und alle diejenigen Ursachen für einen erhöhten Energiebedarf auszuschalten, die nicht naturnotwendig bedingt sind.
Eine wesentliche Ursache für die Erhöhung des Energiebedarfs bei steigender Drehzahl einer Spindel sind Unwuchten der umlaufenden Teile. Diese Unwuchten liegen meistens in den Garnkörpern oder Kopsen und entstehen beispielsweise beim Lagern derselben durch die beiwaagrechter Lagerung nach untenziehende Feuchtigkeit, sie entstehen ferner durch Deformierung der Garnkörper oder Kopse beim Transport.
Da die Unwuchten der Garnkörper oder Kopse niemals ganz ausgeschaltet werden können, wird versucht, sie unschädlich zu machen. Dies geschieht dadurch, dass bei einer Zwirnspindel der eingangs erwähnten Art erfindungsgemäss der glockenförmige Behälter ein schwungmoment vonmindestensderglei- chen, vorzugsweise drei-bis vierfachen Grössenordnung hat wie das Schwungmoment eines vollen Kopses.
Durch die Vergrösserung der Schwungmasse der Spindel wird der Einfluss von Unwuchten des Kopses auf die Spindeldrehung, d. h. insbesondere auf die Lagerbelastung, und damit die Lagerreibung vermindert, so dass mit steigender Spindeldrehzahl der Energiebedarf für den Spindelantrieb weniger stark ansteigt, als bei fehlenderschwungmasse. An sich ist die Anordnung vonZusatzgewichten beirasch rotierenden Textilspindeln bereits bekannt, doch handelt es sich hiebei jeweils um zusätzlich aufgebrachte Gewichte, von deren Schwungmoment keine Beziehung zum Schwungmoment des Kopses vorausgesetzt ist.
Um den Energiebedarf, der durch die Luftreibung der rotierenden Teile bedingt ist, herabzusetzen, kann manden denKops umschliessendenBehälter glätten, z. B. durchschleifen, Läppen, Polieren, Lackieren oder Beschichten mit Kunststoff.
Die Erfindung wird beispielsweise an Hand der Zeichnung erläutert. Es zeigt : Fig. 1 eine erfindungsgemäss ausgebildete Zwirneinrichtung, insbesondere zum Aufwärtszwirnen, und Fig. 2 ein Diagramm, in welchem der Energiebedarf verschiedener Aufwärts-Zwirneinrichtungen in Abhängigkeit von der Betriebsdrehzahl dargestellt ist.
In Fig. 1 ist die eigentlichespindel mit 10 bezeichnet ; sie ist auf einer Spindelbank 12 gelagert. Auf der Spindel 10 sitzt ein Kops 14. Dieser Kops 14 ist von einem glockenförmigen Behälter 16 eingeschlossen. Der glockenförmige Behälter 16 ist durch einen Deckel 18 abgedeckt. Der Antrieb der Spindel und mit ihr des Kopses 14 und des Behälters 16 erfolgt über einen Riemen 20 und eine Riemenscheibe 22.
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Die Schwungmomente der einzelnen Teile sind folgende :
EMI2.1
<tb>
<tb> Spindel <SEP> 10 <SEP> ohne <SEP> Behälter <SEP> 16 <SEP> und
<tb> Deckel <SEP> 18 <SEP> sowie <SEP> ohne <SEP> Kops <SEP> 0,003 <SEP> kg <SEP> m2,
<tb> Kops <SEP> 14 <SEP> 0,006 <SEP> kg <SEP> m2,
<tb> Behälter <SEP> 16 <SEP> mit <SEP> Deckel <SEP> 18 <SEP> 0,023 <SEP> kg <SEP> m2.
<tb>
EMI2.2
zeigt den Verlauf des Energiebedarfs bei einer Spindel 10 ohne Topf und ohne Spule. Kurve 24 zeigt den Energiebedarf, wenn die Spindel 10 mit Topf, Spule und Deckel ausgerüstet ist, Kurve 26 den Energiebedarf, wenn die Spindel mit Topf und Deckel oder mit Topf und Spule umläuft, Kurve 28 den Energiebedarf, wenndieSpindelmitTopfaberohneDeckel umläuft und Kurve 30 denEnergiebedarf, wenn die Spindel ohne Topf aber mit Spule umläuft.
In der Praxis erhält man somit an Stelle des Kurvenverlaufs 30 den Kurvenverlauf 24, d. h. der Energiebedarf steigt mit zunehmender Drehzahl nur sehr wenig an.