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Vorrichtung zum Aushärten kunstharzgebundener Schleifscheiben
Die Herstellung kunstharzgebundener Schleif- und Trennscheiben erfolgt im allgemeinen in der Wei- se, dass die Schleifkörner, z. B. gebrochener Korund, mit einem hitzehärtbaren Kunstharz vermischt werden, worauf die Masse zu scheibenförmigen Gegenständen kalt verpresst wird. Gegebenenfalls können hiebei Gewebeschichten od. dgl. Verstärkungen in den Scheibenaufbau mit eingelegt werden. Diese Roh- linge werden zu Schleifscheiben bei erhöhter Temperatur ausgehärtet. Die Aushärtung wurde bisher in speziellen Heizkammer mit Heissluftumwälzung bei Temperaturen bis zu etwa 1800C vorgenommen.
Diese Verfahrensstufe stellt bei der Herstellung der Schleifscheiben eine umständliche, langwierige und kostspielige Massnahme dar. Es werden grosse Einrichtungen, d. h. grosse Heizkammem, benötigt. Die
Aufheizung der in Stapeln aufeinandergeschichteten Scheiben durch die umgewälzte Heissluft in den
Trockenkammern erfordert eine relativ lange Zeit. Auch ist verständlich, dass die im Stapelinneren gelegenen Scheiben wesentlich später und. damit nur kurzzeitiger auf die für die Aushärtung erforderlichen
Temperaturen gelangen als die oberen oder an der Aussenseite des Stapels gelegenen Scheiben. Ausserdem ist eine spezielle Heizungsanlage mit Luftumwälzvorrichtung erforderlich.
Die Abkühlung der Stapel dauert in der Regel auch ziemlich lange, so dass die Chargenfdllung relativ lange in den Heizkammer verbleiben muss.
Erfindungsgemäss wird nunmehr vorgeschlagen, für die Aushärtung der Scheiben an Stelle der Trockenkammern mit Heissluftumwälzung eine Vorrichtung zu verwenden, die aus einem rohrförmigen Ofen mit einem hohlen Mantel besteht, der mit Hilfe eines kontinuierlich durchströmenden Heizmittel : schnell erhitzt und gegebenenfalls auch wieder rasch abgekühlt werden kann. Die Erhitzung kann gegebenenfalls auch durch elektrische Einrichtungen in dem Mantel der Heizvorrichtung erfolgen.
Die zu erhitzenden Schleifscheiben befinden sich im Innenraum des Ofens aufgereiht auf einer-Stange, vorzugsweise aus Stahl, deren Durchmesser der Bohrung der zu härtenden Schleifscheiben entspricht, wobei zwischen den einzel- nen auszuhärtenden Schleifscheiben Zwischenscheiben mit Bohrung entsprechend dem Stangendurchmesser vorgesehen sind, welche vorzugsweise am Innenmantel des Ofens anliegen. Diese Zwischenscheiben bestehen aus einem widerstandsfähigen, gegebenenfalls auch porösen, die Wärme gut leitenden Material, z. B. aus Stahl od. dgl. Mit Hilfe der Stange werden die aufgereihten Schleifscheiben und die Zwischenscheiben durch am Ende der Stange vorgesehene Verschlussmittel, z. B. Schrauben, zu einem Paket unter einem gewissen Druck zusammengehalten.
In der Zeichnung ist eine erfindungsgemässe Vorrichtung zum Aushärten kunstharzgcbundener Schleifscheiben schematisch dargestellt. Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch die Vorrichtung und Fig. 2 eine teilweise geschnittene Seitenansicht der Stange und der Schleifscheiben. Die Heizvorrichtung besteht aus einem horizontal angeordneten hohlen Rohrmantel mit Aussenwand 1 und Innenwand 2 und kann an ihren offenen Enden mit Hilfe der Deckel 3 fest verschlossen werden. Am äusseren Mantel sind Zu- und AbstrÏm- öffnungen für das Heiz-bzw. Kühlmittel vorgesehen. Im Inneren der erfindungsgemässc. n Vorrichtung befindet sich eine Stange 4, auf der Zwischenscheiben 5 aus Stahl und vorgeprcsste auszuhärtende Schleifscheiben 6 aufgeschoben sind. Mittels einer Feder 8 und einer Verschlussmutter 7 wird der Stapel zusammengehalten.
Die Zwischenscheiben 5 können vorzugsweise über den ganzen Umfang an der Innenwand des Ofens anliegen, damit eine gute und schnelle Wärmeleitung ausser durch Wärmestrahlung auch durch Kontakt des
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Heizmantels des Ofens mit den Stahlscheiben erreicht wird. Diese Zwischenscheiben sichern eine schnelle und insbesondere durchgehende Erwärmung des Scheibenstapels und verhindern darüber hinaus jedes Verziehen oder Verwerfen der Scheiben bei dem Aushärtungsvorgang. Bei besonderer Profilierung der Scheiben können entsprechend geformte Zwischenscheiben von Vorteil sein.
Die zu härtenden Schleifscheiben werden im allgemeinen ausserhalb des Ofens auf die Stange alternierend mit den Zwischenscheiben aufgereiht und der Stapel mittels der Verschlussmutter und der Feder zusammengepresst, worauf das Paket in den Ofen geschoben wird. Im Ofen kann dieser Stapel gegebenenfalls durch eine Halteeinrichtung gehalten sein. Dies wird insbesondere dann angezeigt sein, wenn der Durchmesser des Stapels bzw. der Zwischenscheiben geringer ist als der Innendurchmesser des Ofens.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung ermöglicht nunmehr, den Aushärtungsvorgang genau zu überwachen bzw. zu steuern und wesentlich schneller durchzuführen als bisher. Der Herstellungsaufwand für diese Vorrichtung ist wesentlich geringer als für die bisher verwendeten grossräumigen Heizkammern mit Luftumwälzeinrichtungen. Die Unkosten der Aushärtungsstufe sind somit geringer. Die nach vorgeschriebener Zeit erhitzten Schleifscheiben können durch Einführen eines Kühlmittels in den Mantel des Ofens, z. B. Kühlwasser, schnell abkühlen, so dass die erneute Füllung des Ofens schon kurz nach Beendigung des Heizvorgangs vorgenommen werden kann. Die Temperatursteuerung kann hiebei leicht automatisch erfolgen.
Die Vorrichtung eignet sich für Schleifscheiben verschiedener Grösse und Dicke, wobei der maximale Durchmesser der zu härtenden Schleifscheiben etwa dem der Zwischenscheiben entspricht.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Aushärten kunstharzgebundener Schleifscheiben, gekennzeichnet durch einen rohrförmigen Ofen mit Heiz-bzw. Kühlmantel und einer Stange, auf der Zwischenscheiben aus Stahl od. dgl. angeordnet sind, deren Durchmesser im wesentlichen dem inneren Durchmesser des Ofens entspricht und zwischen denen die auszuhärtenden Schleifscheiben aufzureihen sind.