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Fahrzeug für den wahlweisen Transport von flüssigen oder pulverfömigen Materialien und von Stückgütern
Die Erfindung bezieht sich auf Fahrzeuge, die sowohl für den Transport von flüssigen oder pulver- förmigenMaterialien als auch für den Transport anderer Güter, insbesondere von Stückgütern verschiede- ner Art, verwendet werden können.
Es ist bekannt, dass der Transport von flüssigen oder pulverförmigen Materialien, wenn er, wie dies meist üblich ist, mit Hilfe von Tankwagen erfolgt, relativ hohe Kosten verursacht. Fahrzeuge dieser Art können nämlich im allgemeinen nur auf 50% der gesamten Fahrstrecke ausgenützt werden, weil sie in- folge ihrer speziellen Ausbildung und Zweckbestimmung in der Regel nur auf der Hinfahrt oder auf der
Rückfahrt beladen sind und die andere Fahrt leer ausführen. Ein typisches Beispiel dieser Art bieten die
Tankwagen, die für den Transport von Benzin verwendet werden und nur auf der Fahrt von den Raffine- rien oder Speichern zu den verschiedenen Tankstellen beladen sind, die Rückfahrt hingegen leer ausfüh- ren.
Um den geschilderten Nachteil zu vermeiden, ist schon vorgeschlagen worden, die Fahrzeuge mit
Behältern auszustatten, die aus biegsamen Hüllen bestehen, welche nach dem Entladen zusammengefaltet werden können, so dass hernach das Fahrzeug für den Transport verschiedener anderer Güter zur Verfü- gung steht. Nach diesem bekannten Vorschlag liegen jedoch die gefalteten Hüllen auf der Ladefläche des Fahrzeuges und sind daher noch immer zu einem gewissen Grade hinderlich. Überdies sind sie der Ge- fahr einer Beschädigung durch das darüber gelagerte Ladegut ausgesetzt.
Ferner werden die Hüllen von Hand aus gefaltet oder aufgewickelt, so dass im Hüllenstoff unerwünschte Falten oder Runzeln entstehen, die bei der normalen Benutzung des Behälters zu erhöhten Beanspruchungen und zu einem Abrieb der Hülle an der Ladefläche führen.
Es ist ferner zu erwähnen, dass Behälter der beschriebenen Art mit dem Fahrzeug meist nur an ihrer Un- terseit, verbunden sind, also weit unterhalb des normalen Flussigkeitsspiegels im Behälter, wodurch es schwierig ist, die Schwingungen der flüssigen Masse während der Fahrt abzufangen bzw. zu dämpfen.
Bei andern bekannten Ausführungsformen von Transportfahrzeugen der angegebenen Art werden mehrere oben auf einer Tragkonstruktion aufgehängte Behälter mit biegsamen Hüllen verwendet, die im leeren Zustand in Längsrichtung des Fahrzeuges zusammengedrückt werden können, wobei aber nicht die gesamte Ladefläche freigelegt werden kann.
Schliesslich ist es bekannt, balgartig zusammenfaltbare Behälter zu verwenden, die, wenn sie oben an einer Tragkonstruktion aufgehängt sind und nach oben zusammengefaltet werden, die ganze Ladefläche freigeben. Solche balgartig faltbare Behälter sind aber relativ kompliziert und teuer und erreichen zudem eben wegen der erforderlichen Faltung nicht die Lebensdauer glatter Behälter.
Die Erfindung zielt nun darauf ab, die geschilderten Nachteile zu vermeiden. Ein gemäss der Erfindung ausgebildetes Fahrzeug für den wahlweisen Transport von flüssigen oder pulverförmigen Materialien und von Stückgütern, das eine Ladefläche aufweist und im Bereich dieser Ladefläche mit Seitenwänden und mit einer hochliegenden Tragkonstruktion für eine einen Behälter bildende biegsame Hülle ausgestattet ist, ist dadurch gekennzeichnet, dass als Tragkonstruktion oberhalb der Ladefläche zumindest eine Aufwickelwalze vorgesehen ist, mit der die den Behälter bildende biegsame Hülle verbunden ist, so dass
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diese Hülle im gefüllten Zustand als Behälter auf der Ladefläche aufliegt, im Leerzustand jedoch auf die Aufwickelwalze aufwickelbar ist.
Bei einem derartigen Fahrzeug kann die leere biegsame Hülle ohne besondere mechanische Beanspruchung des Materials nach oben aufgewickelt werden, wobei die gesamte Ladefläche freigelegt wird.
Gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung ist die Behälterhülle vorteilhaft an ihrer Oberseite mit einem flossenähnlichen Ansatzstreifen versehen, der parallel zur Achse der Aufwickelwalze verläuft und dazu dient, die Hülle mit der Walze zu verbinden und dadurch dem Behälter selbst eine hohe Stabilität in Längs- und Querrichtung zu verleihen. Auf diese Weise erfüllt die Walze, abgesehen von der schon erläuterten Aufgabe, ein Aufwickeln der leeren Hülle zu ermöglichen, noch die weitere Aufgabe einer festen Verankerung des gefüllten Behälters.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung gehen aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles hervor, das insbesondere für den Transport von Benzin oder Rohöl bestimmt ist. Fig. l der Zeichnung stellt eine Seitenansicht des Fahrzeuges mit gefülltem Behälter dar und Fig. 2 ist eine zu- gehörige Draufsicht. Fig. 3 zeigt einen Schnitt längs der Linie III-III in Fig. 1. Fig. 4 ist eine Ansicht des
Fahrzeuges von hinten und zeigt den Behälter in Gebrauchslage. Fig. 5 ist eine der Fig. 3 ähnliche Schnitt- ansicht, wobei jedoch die biegsame Behälterhülle auf die Aufwickelwalze aufgewickelt ist, und Fig. 6 zeigt schliesslich einen schematischen Querschnitt durch den Randsaum von zwei geschichteten biegsamen
Flachteile, welche die Behälterhülle bilden.
Das erfindungsgemässe Fahrzeug hat ein übliches Chassis mit einer Ladefläche 1, die von Seitenwän- den 2 begrenzt wird. Diese Ladefläche befindet sich unter einer Tragkonstruktion, die aus fest mit dem
Chassis verbundenen Pfosten 3 besteht, in welchen eine oberhalb der Ladefläche verlaufende Aufwickel- walze 4 gelagert ist. Mit dieser Walze ist eine biegsame, den Behälter für den Transport von flüssigen
Materialien bildende Hülle 6 mit Hilfe eines flossenähnlichen Ansatzstreifens 5 verbunden. Die Gesamt- länge dieser Flosse, die auch aus mehreren Teilen bestehen kann, ist so gewählt, dass eine möglichst ho- he Stabilität, der gefüllten Behälterhülle sichergestellt wird.
Beim dargestellten Beispiel beträgt die Ge- samtlänge der Flosse etwa 3/4 der Gesamtlänge der Hülle;
In der Gebrauchslage liegt die Hülle 6 auf der Ladefläche 1 auf und füllt den gesamten Laderaum des
Fahrzeuges aus. Die Hülle kann dabei mit dem Fahrzeug auch mit Hilfe von elastischen Bändern 7 ver- bunden werden, die mehrere Halteringe 8 an der Hülle 6 durchsetzen. Diese Ringe 8 sind in der horizon- talen Mittelzone des Hüllenmantels angeordnet und an der Hülle 6 unter Zwischenlage von Verstärkungsbändern 8a (Fig. 3) befestigt. Die Bänder 7 durchsetzen eine Reihe von Haken 9, die in geeigneter Weise an den Seitenwänden 2 des Fahrzeuges angebracht sind.
Die leere Hülle 6 wird von der Aufwickelwalze 4 aufgenommen und dadurch von der Ladefläche 1 abgehoben. Es sind natürlich geeignete Einrichtungen zum Drehen der Walze 4 zwecks Aufwickelns der Hülle vorgesehen. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel dienen hiezu zwei Kettenräder 10 und 11, die über eine endlose Kette 12 miteinander verbunden sind ; das Kettenrad 11, auf dessen Welle ein Klinkenrad 14 sitzt, kann von Hand aus mit Hilfe einer Kurbel 13 gedreht werden.
Um ein leichtes Aufwickeln der Hülle 6 auf die Walze 4 zu ermöglichen, wird die Hülle zweckmässig durch randseitiges Verbinden von zwei Flachteile 23 aus biegsamem Material hergestellt, die einander gegenüberliegen, in ihrem Unterteil einen im wesentlichen rechteckigen Umriss haben und an denbeiden Seitenrändern so gekrümmt sind, dass die Stoffbreite einerseits zu der mit der Hülle verbundenen Flosse hin und anderseits auch nach unten zu allmählich abnimmt. Die dichte Verbindung der Ränder der beiden Flachteile 23 erfolgt, wie in Fig. 6 schematisch angedeutet ist, mit Hilfe eines Streifens 22, der mit den Innenränder der Flachteile 23 verbunden ist, sowie mit Hilfe von innen und aussen anliegenden Stossbändern 24 bzw. 25.
Der gekrümmte Verlauf der Ränder der Flachteile 23 zu der mit der Flosse 5 verbundenen Oberkante hin sowie zur Unterkante hin gewährleistet, dass sich beim Aufwickelvorgang die RÅandsäume der Seitenkanten über einen grösseren Abschnitt der Aufwickelwalze verteilen, so dass im Wickel keine übermässigen örtlichen Verdickungen auftreten.
Die geschilderte Ausführung der Hülle sichert somit eine gute Aufwickelbarkeit ohne die Gefahr einer Faltenbildung, was insofern wichtig ist, als solche Falten bei der Relativbewegung der Behälter an der Ladefläche während des Füllens oder des Transports Anlass zu einer raschen Abnutzung der Hülle geben würden. Die leere Hülle hat eine praktisch flache Form und kann daher leicht und faltenfrei auf die Walze 4 aufgewickelt werden.
In der Gebrauchslage hat die Hülle einen birnenähnlichen Querschnitt, gebildet von einer Bodenfläche, die sich praktisch über die gesamte Ladefläche erstreckt, und Seitenflächen, dieallmählichnach
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oben bis zum flossenähnlichen Streifen 5 zusammenlaufen, der die Hülle mit der Walze 4 verbindet.
Als Material für die Hülle 6 wird vorzugsweise ein Gewebe aus Superpolyamid verwendet, das in geeigneter Weise behandelt und gummiert ist. Dieses Gewebe ist an der Innenseite der Hülle mit einer Schicht aus einem gegen die Einwirkung von Kohlenwasserstoffen widerstandsfähigen Gummi bedeckt, wogegen die Aussenfläche des Gewebes mit einer andern Gummischicht bedeckt ist, die gegenüber Abrieb und atmosphärischen Agentien widerstandsfähig ist.
Die auf die schon geschilderte Weise ausgebildeten Säume des Gewebes werden vorteilhaft an dem noch nicht vulkanisierten Gewebe in solcher Weise vorbereitet, dass durch die nachfolgende Vulkanisa- tion eine vollkommen geschlossene Hülle entsteht, die in jeder Beziehung einem einstückigen Gewebe- schlauch gleichwertig ist. Es ist anderseits aber auch möglich, die verschiedenen Teile der Hülle erst nach der Vulkanisation des Gewebes miteinander zu verbinden.
Der flossenähnliche Ansatzstreifen 5 wird ebenfalls aus gummiertem Gewebe hergestellt.
Gemäss der Erfindung ist die wahlweise zu füllende und zu entleerende Hülle 6 mit mindestens zwei Öffnungen versehen, an die beim dargestellten Beispiel biegsame Schlauchansätze 15,16 angeschlossen sind. Der zur Füllung des Behälters dienende Schlauchansatz 15 ist im Oberteil der Hülle angeordnet und wird in der Weise geschlossen, dass er gefaltet und mit einer Klammer 17 zusammengedrückt wird. Hiedurch wird der Vorteil erreicht, dass die Hülle leicht von oben mit Flüssigkeit gefüllt werden kann, ohne dass es erforderlich ist, die Flüssigkeit unter Druck zu setzen, wie dies bei den gegenwärtig üblichen Behältern bzw. Tanks der Fall ist.
Der Schlauchansatz 16, der zum Entleeren dient, ist an den Bodenteil der Hülle angeschlossen, durchsetzt eine in der Ladefläche 1 vorgesehene Ausnehmung la und ist lösbar mit einer (nicht dargestellten) Armatur verbunden, an die auch der äussere, bewegliche Entleerungsschlauchangeschlossen ist. Auf einer Seite des Fahrzeuges befindet sich an einer leicht zugänglichen Stelle ein Handrad 19zur Betätigung eines auf den biegsamen Schlauchansatz 16 einwirkenden Klemmventils 18, das ein Öffnen und Schliessen des Schlauchansatzes ermöglicht.
Diese Entleerungseinrichtung, bei der das Ausströmen der Flüssigkeit auf Grund der Schwerkraft erfolgt, ist im Rahmen der Erfindung besonders vorteilhaft und ermöglicht eine vollständige Leerung des Behälters, was noch durch das gleichzeitige Aufwickeln der Behälterhülle erleichtert wird.
Das erfindungsgemässe Fahrzeug ist ferner mit einer Abdeckung 20 versehen, die von einem Längsstab 21 getragen wird, der seinerseits von den Pfosten 3 der Tragkonstruktion für die Aufwickelwalze 4abgestützt wird. Diese Abdeckung 20 trägt gemeinsam mit den Seitenwänden 2 des Fahrzeuges zum Schutze der Behälterhülle 6 gegen mögliche Beschädigungen während des Transporte und gegen die Einwirkung von atmosphärischen Agentien bei.
Aus dem vorstehenden ist erkennbar, dass die beschriebene Anordnung der Einzelteile des erfindungsgemässen Fahrzeuges die günstigste Ausnutzung des Fahrzeuges ermöglicht und es insbesondere erlaubt, das Fahrzeug wahlweise für den Transport von Flüssigkeiten und von Stückgütern zu verwenden, wobei die Behälterhülle 6 im aufgewickelten Zustand die Zugänglichkeit der Ladefläche des Fahrzeuges in keiner Weise behindert und auch die Ladekapazität nicht herabsetzt. Überdies wird beim Fahrzeug nach der Erfindung infolge der Verankerung des Behälters durch den flossenähnlichen Ansatzstreifen 5 und die Strippen 7 ein Schwingen der Flüssigkeit bei gefülltem Behälter vermieden, was eine ruhige und sichere Fahrt ermöglicht.
Ein Fahrzeug gemäss der Erfindung kann statt mit einem einzigen Behälter mit einer einzigen Aufwickelwalze der beschriebenen Art auch mit mehreren Behältern ausgestattet werden, die mit parallelen Aufwickelwalzen verbunden sind, wobei die Aufwickelwalzen parallel zur Längsachse des Fahrzeuges oder quer oder auch teils quer und teils parallel zu dieser Achse liegen können.
Die erfindungsgemässe Fahrzeugausbildung mit einem oder mehreren aufwickelbaren Behältern kann auch bei andern Arten von Fahrzeugen, insbesondere bei Anhängern, Güterwagen sowie auch bei Wasserfahrzeugen angewendet werden. Die konstruktive Ausbildung der Einzelteile des erfindungsgemässen Fahr- zeuges kann natürlich noch auf verschiedene Arten abgewandelt werden.
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