AT232470B - Verfahren zum Färben und Bedrucken von hydroxylgruppenhaltigen Materialen - Google Patents

Verfahren zum Färben und Bedrucken von hydroxylgruppenhaltigen Materialen

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AT232470B
AT232470B AT247762A AT247762A AT232470B AT 232470 B AT232470 B AT 232470B AT 247762 A AT247762 A AT 247762A AT 247762 A AT247762 A AT 247762A AT 232470 B AT232470 B AT 232470B
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Fritz Dr Baumann
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Bayer Ag
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  Verfahren zum Färben und Bedrucken von hydroxylgruppenhaltigen
Materialien 
Es wurde gefunden, dass man auf hydroxylgruppenhaltigen Materialien, wie Fasern, Fäden, Bändern,
Folien   u.dgl.,insbesondere auf cellulosehaltigen Textilstoffen,wertvolle   nassechte Färbungen und Drucke erhält, wenn man auf diese Materialien solche Farbstoffe aufbringt, die mindestens ein reaktionsfähiges
Halogenatom in einem carbocyclisch-aromatischen Ring aufweisen, und die Farbstoffe in Gegenwart säurebindender Mittel, vorzugsweise bei erhöhter Temperatur, unter Ausbildung einer carbocyclischen
Aryläthergruppierung mit den Hydroxylgruppen enthaltenden Materialien fixiert. 



   Das Verfahren kann in einigen Fällen, insbesondere bei Azofarbstoffen, dahingehend abgewandelt werden, dass man zunächst Farbstoffvorprodukte, die mindestens ein reaktionsfähiges Halogenatom in einem carbocyclisch-aromatischen Ring aufweisen, auf die Materialien aufbringt, in Gegenwart säure- bindender Mittel unter Ausbildung einer carbocyclischen Aryläthergruppierung mit den Hydroxylgruppen enthaltenden Materialien fixiert und anschliessend auf der Faser in üblicher Weise die fixierten Farbstoff- vorprodukte zu den gewünschten Endfarbstoffen abwandelt.

   So lassen sich beispielsweise Azofarbstoffe auf der Faser derart aufbauen, dass man   eineDiazoverbindungodereinediazotierbareVerbindungmitderer-   wähnten Gruppierung auf der Faser fixiert, im Falle der Verwendung einer diazotierbaren Verbindung diese diazotiert und anschliessend durch Aufbringen einer geeigneten Kupplungskomponente den Farbstoff entwickelt. In analoger Weise können zunächst Kupplungskomponenten auf der Faser fixiert und anschlie- ssend mit geeigneten Diazoverbindungen behandelt werden. 



   Zum Färben von Cellulose werden die erfindungsgemäss zu verwendenden Farbstoffe vorzugsweise in einer wässerigen Lösung eingesetzt, die mit alkalisch reagierenden Stoffen, wie Alkalihydroxyd (NaOH, KOH, LiOH), Alkalicarbonat   (NaCOg, K COg), Natrium-oder   Kaliumacetat, Borax   (NaB), Ammo-   niumhydroxyd,   Barium- oder Magnesiumhydroxyd, Kaliumfluorid,   Natriumphosphat oder Gemischen solcher alkalischen Substanzen   (Puffergemische), oder mitin   alkalisch reagierende Stoffe übergehenden Verbindungen, wie Alkalibicarbonaten    (NAHCO s'KHCO.), Natriumhydrogenphosphat   oder trichloressigsauren Salzen, versetzt werden kann. Der Lösung können weitere Hilfsmittel zugesetzt werden, die jedoch mit den Farbstoffen nicht in unerwünschter Weise reagieren sollen.

   Solche Zusätze sind beispielsweise oberflächenaktive Substanzen, wie Alkylsulfate oder die Wanderung des Farbstoffes verhindernde Stoffe oder andere Färbereihilfsprodukte, wie Harnstoff, oder indifferente Verdickungsmittel, wie   Öl-Wasser-Emul-   sionen,   z. B. Benzinverdiekungen, ferner   Traganth, Alginat, Methylcellulose, Caprolactam, Türkischrotöl, Dimethylformamid, N-Methylpyrrolidon oder Acetamid. 



   Die so hergestellten Lösungen oder Pasten werden auf das zu färbende Material, beispielsweise durch Aufklotzen im Foulard (kurze Flotte, Verhältnis   l : l-l :   15) oder durch Aufdrucken aufgebracht und anschliessend einige Zeit auf erhöhte Temperatur, vorzugsweise   30 - 2000C,   bevorzugt   40-160 C,   erhitzt. Das Erhitzen kann in der Hotflue, im Dämpfapparat, auf erhitzen Walzen oder durch Einbringen in erhitzte konzentrierte Salzbäder sowohl für sich allein als auch in beliebiger Reihenfolge hintereinander ausgeführt werden. 

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   Bei Verwendung einer Klotz-oder Färbeflotte ohne Alkali wird eine Passage der trockenen Ware durch eine alkalisch reagierende Lösung, der zweckmässigerweise Salz, wie Kochsalz oder Glaubersalz, zuge- setzt wird, angeschlossen. Der Salzzusatz vermindert hiebei das Abwandern des Farbstoffes von der
Faser. 



   Man kann ebenfalls das zu färbende Material mit einem der vorgenannten säurebindenden Mittel vor- behandeln, anschliessend mit der Lösung oder Paste des Farbstoffes behandeln und schliesslich, wie ange- geben, bei erhöhter Temperatur fixieren. 



   In einigen Fällen lässt sich im sogenannten Klotz-Kaltverweilverfahren eine nachträgliche Erhitzung des geklotzten Gewebes dadurch ersparen, dass man das Gewebe über einige Stunden bis Tage, z. B. 15 bis 40 h, bei Raumtemperatur lagert. In diesem Verfahren wird als Alkali vorzugsweise Natronlauge ein- gesetzt. 



   Zum Färben aus langer Flotte geht man in eine wässerige Lösung des Farbstoffes   (Flottenverhältnis     l :   15 bis   l :   100) bei Raumtemperatur ein und färbt, gegebenenfalls unter Erhöhung der Temperatur bis   auf 85oC,   unter anteilweiser Zugabe anorganischer Salze und anschliessend alkalischer Substanzen, bei- spielsweise   Natriumphosphateî. 1, Natriumcarbonat   oder Alkalien. Im allgemeinen sind hier die gewünsch- ten Farbtiefen nach 10 - 90 min erreicht. 



   Nach erfolgter Fixierung unter Ausbildung einer carbocyclischen Aryläthergruppierung mit den
Hydroxylgruppen des behandelten Materials wird das Färbegut heiss gespült und, falls es der Verwendungs- zweck des gefärbten Materials erfordert, abschliessend geseift, wobei nicht vollständig fixierte Reste des
Farbstoffes entfernt werden. Man erhält ausgezeichnet nassechte Färbungen. 



   Zum Bedrucken von Hydroxylgruppen enthaltenden Materialien wird eine Druckpaste aus der Farb- stofflösung, einem Verdickungsmittel, wie Natriumalginat, und einer alkalisch reagierenden oder beim
Erhitzen Alkali abspaltenden Verbindung, wie Natriumcarbonat, Natriumphosphat, Kaliumcarbonat, Ka- liumacetat oder Natrium- und Kaliumbicarbonat oder andere bereits erwähnte alkalische Verbindungen verwendet und das bedruckte Material gespült und gegebenenfalls abschliessend geseift. 



   Enthalten die Farbstoffe,   z. B.   in der Reihe der Azofarbstoffe, metallkomplexbildende Gruppierungen, so können die Färbungen und Drucke durch Nachbehandeln mit metallabgebenden Mitteln, wie Kup- fersalzen, z. B. Kupfersulfat, Chrom-, Kobalt- und Nickelsalzen,   wieChromacetat, Kobaltsulfatoder   Nickelsulfat, häufig in ihren Echtheiten verbessert werden. 



     Farbstoftvorprodukte   mit reaktiven   Halogensubsutuenten   in einem aromatisch-carbocyclischen Ring werden im Prinzip in gleicher Weise auf die Materialien, insbesondere Cellulosetextilmaterialien, aufgebracht. Nach erfolgter Fixierung schliesst sich dann die Umwandlung des Vorproduktes zum gewünschten   Endfarbstoffan.   



   Die gemäss dem Verfahren zu verwendenden Farbstoffe sind zum Teil neu. Sie können den verschiedensten Klassen angehören. Zu erwähnen sind beispielsweise Azo-, Azomethin-, Polymethinfarbstoffe, Anthrachinonfarbstoffe sowie deren Substitutionsprodukte und Kondensationsprodukte, Oxazin- und Dioxazin-, Azin-, Thiazin-, Indigo-, Chinophthalon-, Acridin-, Thiazol-, Xanthen-, Perinon-, Peridicarbonimid-,   Nitro-und Nitrosofarbstoffe, Triphenylmethanfarbstoffe   sowie polycyclische höherkondensierte Farbstoffsysteme aus der Reihe der Benzanthrone und Dibenzanthrone und deren Kondensationsprodukten.

   Enthalten diese Farbstoffe metallkomplexbildende Gruppierungen, beispielsweise in der Reihe der   Mono-oder Polyazo-und Azomethinverbindungen,   so lassen sich die Farbstoffe vielfach mit Vorteil in   Form ihrer Metallkomplexverbindungen, wie Kupfer, Kobalt-,   Chrom-, Eisen-und Nickelkomplexe, verwenden oder auf der Faser nachmetallisieren. Unter den Azoporphinfarbstoffen haben wegen ihrer vergleichsweise leichten Zugänglichkeit die Phthalocyaninfarbstoffe bevorzugtes Interesse. Diese können sowohl als metallfreie Verbindungen als auch mit komplexgebundenen Metallen,   z. B.   als Kobalt-, Kupfer- und Nickelphthalocyanine, Verwendung finden. 



   Die Farbstoffe enthalten definitionsgemäss ein an einen carbocyclisch-aromatischen Ring gebundenes reaktionsfähiges Halogenatom, das unter den Bedingungen der alkalischen Fixierung befähigt ist, mit den Hydroxylgruppen der zu behandelnden Materialien unter Ausbildung einer Aryläthergruppierung zu reagieren. Unter den reaktiven Halogenatomen haben F, Cl und Br bevorzugtes Interesse. Das Halogenatom ist an einen carbocyclisch-aromatischen Ring gebunden, der entweder Bestandteil des Farbstoffgrundmoleküls selbst ist (im   folgenden"kerngebunden"genannt)   oder mit diesem über beliebige Brückenglieder verknüpft ist (im folgenden "extern gebunden" genannt).

   Unter den Brückengliedern sind beispielsweise zu erwähnen Sulfonamid-, Sulfonylamino-, Carbonamid-, Carbonylamino-,   Alkylen-, Aralkylen-.   Arylen-, Amino-, Alkylenamino-, Aralkylenamino-, Arylenamino-, gegebenenfalls durch Alkyl-, Aryl-, Aralkyl-oder Acylgruppen substituierte Aminogruppen, Bisacylimidgruppen, wie Bissulfonylamidgruppen 

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 und   Sulfonyl-carboxylimid- oder Sulfonyl-triazinyl- bzw.-pyrimidinylimidgruppen, ferner   Harnstoffund Urethangruppierungen, heterocyclische Ringsysteme, wie Triazinylamino- und PyrimidinylaminoReste sowie Sauerstoff- und Schwefelatome. Selbstverständlich können die Farbstoffe auch mehr als eines solcher reaktiver Halogenatome kern-oder extern gebunden enthalten. 



   Die Aktivierung des carbocyclisch-aromatisch gebundenen Halogenatomserfolgt durch bekannterma- 
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 und/oder   p-Stellung   zum Halogen stehen. Im Falle der Verwendung von Diazoniumverbindungen (Farb- stoffvorprodukte) erweist sich auch die Diazogruppe, insbesondere zusammen mit andern Gruppen der erwähnten Art, als aktivierend auf im selben   carbocyclisch-aromatischen   Kern befindliches Halogen.
Gruppierungen mit positiver Ladung, wie Diazonium-,   Ammonium-und Carbeniumgruppen   geben eine besonders starke Aktivierung auf o-oder p-ständiges Halogen. In der Reihenfolge abnehmende Aktivierung schliessen sich die Nitro-, Sulfon- und Cyangruppe an. 



   Starke Aktivierung eines Fluoratoms, beispielsweise durch o-und/oder p-ständige Nitrogruppen, er- möglicht die Fixierung der Farbstoffe oder Farbstoffvorprodukte auf den Hydroxylgruppen enthaltenden
Materialien bereits unter milden Reaktionsbedingungen, z. B. bei Zimmertemperatur in Gegenwart von
Natriumcarbonat. Liegen weniger stark aktivierende, z. B. CN-Gruppen im halogenhaltigen aromatischen
Carbocyclus vor, so werden verstärkte Reaktionsbedingungen für die Fixierung,   d. h.   die Ausbildung einer carbocyclischen Aryläthergruppierung, beispielsweise mit Cellulose erforderlich. In diesen Fällen emp- fiehlt es sich, bei erhöhter Temperatur und gegebenenfalls unter stärker alkalischen Bedingungen,   z. B.   unter Verwendung von Natronlauge, zu arbeiten.

   Kräftige'Reaktionsbedingungen sind im allgemeinen auch erforderlich, wenn das zu aktivierende Halogen Cl oder Br ist. Durch Kombination mehrerer geeigneter stärker aktivierender Gruppen hat man es jedoch in der Hand,   Cl-und Br-Atome   derart zu aktivieren, dass eine Reaktion mit den Hydroxylgruppen des zu behandelnden Materials unter milden Bedingun- gen ermöglicht wird. 



   Unter den zahlreichen Substitutionsmöglichkeiten des aromatischen Carbocyclus sind einige besonders geeignet, die Fixierung der Farbstoffe beim Färben aus langer Flotte zu ermöglichen. Hiezu zählen durch Nitro-, Sulfon-, Cyan-, Keton- und Carbonamidgruppen aktiviertes Fluor. Selbstverständlich kann der Carbocyclus auch mehrere aktivierende Substituenten aufweisen. Die entsprechenden weniger aktiven Cl- und Br-Verbindungen sind neben den Fluorverbindungen bevorzugt für das Färben aus kurzer Flotte   (Foulardier-Klotz-Färbung)   geeignet. 



   Um eine möglichst starke Aktivierung des aromatisch-carbocyclisch gebundenen Halogens zu erreichen, empfiehlt es sich, das Halogen durch mehrere aktivierende Substituenten beweglich zu machen. Zu diesem Zweck enthalten die aromatischen Carbocyclen zwei gleiche oder zwei voneinander verschiedene aktivierende Substituenten der erwähnten Art oder einen stärker aktivierenden Substituenten dieser Gruppe in Kombination mit einer Sulfonamid-, Carbonamid-, Carbonsäureester-, Rhodan-, Phenyl-, Tri-   chlormethyl,-B= (OH),-oder-C=C-Gruppierung.   In vielen Fällen wirkt auch ein Brückenglied, über das der halogenhaltige aromatische Carbocyclus mit dem Farbstoffgrundmolekül verknüpft sein kann, auf das Halogen aktivierend, z. B. eine Sulfonamid-, Carbonamid-, Sulfon-, Keton-, Methin-, Azomethin-, Azogruppe oder ein Phenylenrest.

   In einzelnen Fällen kann die Aktivierung des Halogens auch allein von einem solchen Brückenglied ausgehen, oder auch von entfernter stehenden aktivierenden Gruppen über das Brückenglied auf das aromatisch-carbocyclische Halogen, z. B. durch konjugierte Doppelbindungen, übertragen werden. 



   Während grundsätzlich die Aktivierung des Halogens durch o-und p-ständige Substituenten den grössten Effekt zeigt, ist auch eine zusätzliche Aktivierung durch m-ständige Substituenten oder bei Vorliegen mehrkerniger carbocyclischer aromatischer Systeme,   z.     B.   im Falle des Naphthalins, auch durch Substituenten in andern Stellungen, wie in peri-und amphi-Stellung, möglich. 



   Im folgenden sind einige charakteristische Beispiele für Systeme mit carbocyclisch-aromatisch gebundenem reaktivem Halogen angegeben, die jedoch naturgemäss nur eineh kleinen Ausschnitt aus den brauchbaren Kombinationsmöglichkeiten für die in Betracht kommenden Substituenten geben. Einen allgemeinen Hinweis dafür, welche Substituenten zur Aktivierung des carbocyclisch-aromatisch gebundenen 
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 stoffen verwendet werden, wenn man diese mit aromatischen oder heterocyclischen Aldehyden konden- siert. 



   Anstatt die Azofarbstoffe in Substanz herzustellen, lässt sich die Kupplung der Ausgangskomponenten nach den eingangs erwähnten Verfahren auch auf den Hydroxylgruppen enthaltenden Materialien, insbesondere auf Textilien aus nativer und regenerierter Cellulose verwirklichen, indem man eine der Ausgangskomponenten mit reaktivem Halogen zunächst auf der Faser fixiert und anschliessend mit einer beliebigen andern   Diazo- bzw.   Kupplungskomponente zum Azofarbstoff entwickelt. 



   In der Reihe der Anthrachinon-, Indigo-, Phthalocyanin- und Stilbenfarbstoffe sowie bei Farbstoffen mit höherkondensierten Carbo- oder Hetero-Ringsystemen wird man aus Gründen der präparativen Einfachheit im allgemeinen vorziehen, den reaktives Halogen enthaltenden aromatischen Carbocyclus in die bereits vorgebildeten Farbstoffe einzuführen. In vielen Fällen ist dieses Verfahren auch bei Azofarbstoffen vorteilhaft. Man kann zu diesem Zweck auf folgende Weise vorgehen :
1.

   Umsetzung eines eine primäre oder sekundäre Aminogruppe enthaltenden Farbstoffes mit einem aromatischen Carbocyclus, der neben dem aktiven Halogen eine mit der Aminogruppe des Farbstoffes umsetzbare funktionelle Gruppe, wie eine Carbonsäurechlorid-, Sulfonsäurechlorid-, Arylurethan, Ha-   logentriazinylamino-, Halogenpyrimidinylaminogruppe   oder ein weiteres bewegliches Halogenatom enthält. 



   2. Umsetzung von   Farbstoffsäurehalogeniden, wie Sulfonsäurechloriden, Carbonsäurechloriden,   Sulfofluoriden   u. dgl., mit einem eine primäre   oder sekundäre Aminogruppe enthaltenden aromatischen Carbocyclus, der zusätzlich ein aktiviertes Halogenatom aufweist. 



   3. Umsetzung von Farbstoffen, die kern-oder extern gebunden ein reaktives Halogenatom enthalten, z. B. Chlormethylphthalocyaninfarbstoffe oder chlortriazinylamino-bzw. chlorpyrimidinylaminogruppenhaltige Farbstoffe, mit einer aromatisch-carbocyclischen Verbindung, die neben dem reaktiven Halogenatom eine primäre oder sekundäre Aminogruppe aufweist. 



   4. Verknüpfung von Farbstoffen, die primäre oder sekundäre Aminogruppen enthalten, und primäre oder sekundäre Aminogruppen enthaltenden aromatischen Carbocyclen, die zusätzlich ein reaktives Halogen aufweisen, mit bi- oder polyfunktionellen Acylierungsmitteln, wie Cyanurchlorid, Di-, Tri- oder 
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Die geschilderten präparativen Methoden können durch eine Reihe weiterer bekannter Herstellungsverfahren ergänzt werden. 



   Zur Einführung der Reaktivgruppe in Anthrachinonfarbstoffe setzt man beispielsweise sulfochloridoder carbonsäurechloridgruppenhaltige   Phenylaminoanthrachinone   mit aminogruppenhaltigen aromatischen Carbocyclen, die zusätzlich ein aktives Halogenatom tragen, unter Ausbildung der entsprechenden Sulfonamid-bzw. Carbonamidgruppen um. In umgekehrtem Sinn lassen sich aromatisch-carbocyclische 

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 Verbindungen, die neben einem reaktiven Halogenatom eine   Sulfonsäurechlorid-oder Carbonsäurechlo-   ridgruppe aufweisen, mit solchen Anthrachinonverbindungen kondensieren, die kerngebunden oder über Phenylaminosubstituenten primäre oder sekundäre Aminogruppen aufweisen. In gleicher Weise sind Umwandlungs- und Kondensationsprodukte der Anthrachinonreihe einzusetzen.

   Als Beispiele sind die folgenFarbstoffe zu   erwähnen :   
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Durch Umsetzen von Bromaminsäure   (l-Amino-4-bromanthrachinon-2-sulfonsäure) mit entsprechen-   den Aminkomponente erhält man z. B. Farbstoffe des folgenden Typs : 
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In der Reihe der Phthalocyaninfarbstoffe lassen sich Chlormethylphthalocyanine oder Phthalocyanin-   sulfochlorid-sulfonsäuren   mit geeigneten aminogruppenhaltigen carbocyclisch-aromatischen Verbindungen, die reaktives Halogen tragen, umsetzen und gegebenenfalls nachsulfieren.

   Man erhält dabei unter anderem folgende Farbstoffe : 
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 Aus weiteren Farbstoffklassen können unter anderem nachfolgende Typen aufgebaut werden : 
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In den vorangegangenen Formeln findet sich das aktivierte Halogenatom stets in einem Phenylkern. 



  Das aromatisch-carbocyclische Ringsystem ist aber nicht darauf beschränkt, vielmehr kann man auch biund polycyclische Verbindungen,   z. B.   solche der Naphthalin- und Anthracenreihe, sowie solche carbocyclisch-aromatischen Ringsysteme einsetzen, die heterocyclische Ringe ankondensiert enthalten. 



   Je nach Anzahl der für die Umsetzungsreaktionen in Betracht kommenden reaktionsfähigen Gruppierungen im Farbstoffrest oder in den Farbstoffvorprodukten lassen sich eine oder mehrere aromatisch-carbocyclische Reste mit aktivem Halogen einführen. In den meisten Fällen wird die Zahl solcher Reste 4 nicht   überschreiten. Jedochsind   auch Farbstoffe, insbesondere solche höhermolekularer Struktur mit mehr als 4,   z. B.   bis zu 8 der in Frage kommenden reaktiven Reste zu synthetisieren. Die Farbstoffe sind im Hinblick auf den beabsichtigten Verwendungszweck bevorzugt in Wasser löslich.

   Die Farbstoffe können im übrigen übliche Substituenten enthalten, wie Sulfonsäure-, Carbonsäure-,   Sulfonsäureester-,   Carbonsäureester-, gegebenenfalls substituierte Sulfonamid-, Carbonamid-, Sulfon-, Alkylamino-,   Aralkylamino-,   Arylamino-, Acylaminogruppen, Disulfimid-, Nitro-, Cyan-, Halogen-, Hydroxy-, gegebenenfalls weitersubstituierte Alkyl- und Alkoxygruppen, Azogruppierungen u. dgl. 



     Beispiel 1 : 0, 2   g des Farbstoffes der Formel 
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 werden in 200 ml Wasser gelöst. Nach Eingabe von 10 g Baumwollstrang wird die Temperatur innerhalb 1 h auf   800C   gesteigert. Man gibt 30 g Natriumsulfat und 3 g Soda zu und färbt 1 h bei   80 C.   Nach dem Spülen und kochenden Seifen (20 min) erhält man eine brillantrote Färbung von ausgezeichneten Nassechtheiten. 



   Der in diesem Beispiel verwendete Farbstoff kann auf folgendem Wege hergestellt werden : 
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  Bei Zimmertemperatur und einem pH von 6 bis 8 wird eine   30% igue   Lösung von 3-Nitro-4-fluor-benzoylchlorid in Aceton bis zur nahezu quantitativen Umsetzung eingetropft. Nach dem Ansäuern mit Salzsäure wird der Farbstoff durch vorsichtige Zugabe von Kaliumchlorid ausgefällt, abgesaugt, mit 10loger Kaliumchloridlösung neutral gewaschen und im Vakuum getrocknet. Der Farbstoff kann durch Lösen in hei- sser verdünnter Salzsäure und vorsichtiges Ausfällen mit Kaliumchlorid gereinigt werden. 



   Nach dem Färbeverfahren dieses Beispiels erhält man auf nativer und regenerierter Cellulose auch mit den folgenden Farbstoffen nassechte Färbungen in den angegebenen   Farbtönen. Je   nach Löslichkeit des Farbstoffes kann der Zusatz der Na. SO-Menge von   2 - 30   g variiert werden. An Stelle von    NA. CO,   können 
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 andere säurebindendeBeispiel 3: 0,2 g des Farbstoffes der Formel 
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 werden in 200 ml Wasser gelöst.

   Man geht mit 10 g Baumwollstrang ein und steigert die Temperatur innerhalb 1 h auf   100 C.   Nach Zugabe von 25 g Kochsalz und 10 g Soda wird 1 h bei   800C   gefärbt. Nach dem Spülen und dem kochenden Seifen (20 min) erhält man eine korinthfarbene Färbung von ausgezeichneten Nassechtheiten. 
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 waschechten grünstichig blauen Druck. 



   In gleicher Weise lassen sich die folgenden Farbstoffe auf Baumwolle in den angegebenen Farbtönen aufbringen : 
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 und anschliessend mit einer alkalischen   ss-Naphthol-Lösung   entwickelt. Man erhält auf dem Baumwollgewebe eine sehr nassechte orangefarbene Färbung 
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8 : 18. 1wahrscheinlichen Formel 
 EMI18.2 
 durch Absaugen isoliert. Die weitere Reinigung kann gewünschtenfalls über das Natriumsalz der Verbindung erfolgen. 



   5 Teile dieses Produktes werden in Form des Natriumsalzes in 2000 Teilen Wasser gelöst. In diese Lösung werden 100 Teile eines Baumwollgewebes eingebracht und anschliessend 300 Teile Kochsalz und 20 Teile Natriumcarbonat zugesetzt und das Färbebad 40 min auf   90-95 C   erwärmt. Anschliessend wird gespült und kochend geseift. Das Baumwollgewebe wird in einem frischen Bad mit   2go   seines Gewichtes an p-Nitrobenzoldiazoniumsalz versetzt und während 20 min durch Behandeln in der Kälte die Kupplung bewirkt, wobei zur Beschleunigung der Kupplung noch   10/0   Natriumcarbonat zugesetzt wird. Das Gewebe ist dann in einem nassechten braunstichigen Orange gefärbt. 
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 Orange nassecht gefärbt. 



   Beispiel 9 : Auf ein Baumwollgewebe werden 5 Teile einer Kupplungskomponente der Formel 
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 analog den Angaben des Beispiels 8 fixiert und das Gewebe mit dem Diazoniumsalz von p-Nitrobenzol nachbehandelt. Man erhält ein nassechtes blaustichiges Bordo ; mit dem Diazoniumsalz der Anilin-sulfonsäure- (2) erhält man ein nassechtes rotstichiges Bordo. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zum Färben und Bedrucken von hydroxylgruppenhaltigen Materialien, insbesondere von Textilmaterialien aus nativer und regenerierter Cellulose, dadurch gekennzeichnet, dass man auf diese Materialien solche Farbstoffe oder Farbstoffvorprodukte aufbringt, die mindestens einmal ein reaktionsfähiges Halogenatom in einem carbocyclisch-aromatischen Ring aufweisen, die Farbstoffe bzw. Farbstoffvorprodukte in Gegenwart säurebindender Mittel, vorzugsweise bei erhöhter Temperatur, unter Ausbildung einer carbocyclischen Aryläthergruppierung mit den Hydroxylgruppen enthaltenden Materialien fixiert und im Falle der Verwendung von Farbstoffvorprodukten, diese zu den gewünschten Endfarbstoffen abwandelt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass man wasserlösliche, vorzugsweise Sulfonsäure- bzw. Carbonsäuregruppen enthaltende Farbstoffe oder Farbstoffvorprodukte verwendet. <Desc/Clms Page number 19>
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man die zu behandelnden Materialien-zunächst mit einem säurebindenden Mittel, bevorzugt mit einem Alkali, behandelt und anschliessend die Farbstoffe bzw. Farbstoffvorprodukte aufbringt und fixiert.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man Farbstoffe bzw. Farbstoffvorprodukte der gekennzeichneten Art gemeinsam mit einem säurebindenden Mittel auf das zu behandelnde Material aufbringt und fixiert.
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man zunächst die Farbstoffe bzw. Farbstoffvorprodukte auf das zu behandelnde Material aufbringt und anschliessend mit einem säurebindenden Mittel behandelt.
    6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass man Farbstoffe bzw. Farbstoffvorprodukte, die ein durch o-und/oder p-ständige Nitro-, Sulfon- und/oder Ammoniumgruppen aktiviertes Fluor-, Chlor- oder Bromatom enthalten.
    7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass man als säurebindende Mittel Alkalien, Alkalicarbonate, Alkalibicarbonate bzw. Alkaliphosphate verwendet.
AT247762A 1961-03-27 1962-03-27 Verfahren zum Färben und Bedrucken von hydroxylgruppenhaltigen Materialen AT232470B (de)

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