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Meldeschalterbetätigung bei Freilufttrennern
Bei Freilufttrennern, insbesondere bei solchen für hohe und höchste Spannungen, ist es üblich, die Kraftantriebe (Druckluftantrieb, Motorantrieb u. dgl.) für die Betätigung der Trenner unmittelbar an diese anzubauen. Dadurch werden Zwischengestänge und deren Lagerstellen, die nicht nur störungsanfällig sind, sondern auch die freie Disposition der Trenner behindern, vermieden. In solchen Fällen werden auch die für die Stellungsmeldung erforderlichen Meldeschalter in gekapselter Bauart unmittelbar an die Trenner angebaut. Die Trennerbetätigungswelle des Kraftantriebes führt meist eine Drehbewegung von etwa 1800 aus, weil damit eine günstige Kraftübersetzung zwischen Antrieb und Trenner sowie eine selbsttätige Endlagensperrung (Totpunktlage der Betätigungskurbel am Kraftantrieb) erreichbar sind.
Die Betätigung des Meldeschalters erfolgt in der Regel von der Trennerwelle oder einem TrennerDrehisolator aus, die Bewegungen von etwa 900 ausführen. Bei dieser Art der Meldeschalterbetatigung entstehen insofern Schwierigkeiten, als bei Freilufttrennern für hohe und höchste Spannungen, bedingt durch den grossen erforderlichen Öffnungsweg an der Trennstrecke, der Kontaktweg nur einige Prozente des Schaltweges beträgt und die massgebenden Vorschriften beispielsweise eine"EIN"-Meldung frühestens nach Zurücklegung des halben Kontaktweges fordern. Unter diesen Umständen sind die unvermeidlichen Ungenauigkeiten und Leerwege bereits grösser als der am Meldeschalter für das Zustandekommen einer
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verbessern, wurde z.
B. versucht, mittels einer Kulisse den"EIN"-Meldebereich am Meldeschalter auf Kosten seines Öffnungsweges zu vergrössern. Eine auf diese Weise erzielbare Verbesserung reicht aber bestenfalls aus, um bei Freilufttrennern für mässig hohe Spannungen eine halbwegs befriedigende "EIN"Meldung herbeizuführen. Sie ist aber ungenügend für die besonders ungünstigen Verhältnisse bei Höchstspannungstrennern. Ein wesentlich grösserer Arbeitsweg für eine genaue Endlagenmeldung steht bekanntlich dann zur Verfügung, wenn der Meldeschalter von der Trennerbetätigungswelle des Kraftantriebes betätigt wird.
Diese Welle führt, wie eingangs erwähnt, eine Drehbewegung von etwa 1800 aus, und die mit Hilfe von zwei Hebeln und einer Kuppelstange herbeigeführte Bewegungsübertragung auf die eine Drehbewegung von etwa 900 ausführende Trennerwelle bzw. den Trenner-Drehisolator bewirkt, dass an der Trennerbetätigungswelle des Antriebes gegen Ende der"EIN"-und"AUS"-Bewegung infolge der Totpunktlage in den beiden Endstellungen ein verhältnismässig grosser Schaltwinkel zurückgelegt wird, ohne dass an der Trennerwelle eine nennenswerte Bewegung stattfindet.
Wird im Gegensatz hiezu die Meldeschalterwelle von der Trennerbetätigungswelle des Antriebes über ein Getriebe mit gleichmässiger bzw. kontinuierlicher Übersetzung. beispielsweise einem Zahnradgetriebe. betätigt, so kann der auf diese Weise gewonnene Arbeitsweg vorteilhaft für eine genaue Endlagenmeldung ausgenützt werden. Eine solche ist, abgesehen von der Einhaltung der bereits erwähnten Vorschriften über die Stellungsmeldung, bei Betätigung der Freilufttrenner mittels Kraftantrieben noch deshalb besonders wichtig, weil dadurch eine vorzeitige Absteuerung des Kraftantriebes verhindert wird.
Im Hinblick auf die Aufstellung der Trenner im Freien, wobei sich auch der angebaute Kraftantrieb sowie der angebaute, gekapselte Meldeschalter im Freien befinden, bereitet es jedoch erhebliche Schwierigkeiten, das erforderliche, kontinuierliche Getriebe zwischen der Trennerbetätigungswelle des Kraftan-
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triebes und der Meldeschalterwelle genügend wetterbeständig auszubilden bzw. entsprechend zu kapseln oder zu verschalen. Handelt es sich beispielsweise um ein auf der Welle des Antriebes aufzubringendes
Zahnrad und eine in dieses eingreifende und entsprechend geführte Zahnstange als Koppelglied zwischen dem Zahnrad und einem Hebel auf der Meldeschalterwelle, so ist entweder eine sehr kostspielige Ver- schalung bzw.
Kapselung erforderlich oder es kommt infolge eines ungenügenden Schutzes schon nach kurzer Betriebszeit zu Störungen und zu einem Versagen des im Verhältnis zur Kraft des Antriebes schwach bemessenen Hilfsgetriebes für die Meldeschalterbetätigung. Ferner ist zu beachten, dass die örtliche ge- genseitige Lage von Kraftantrieb und Meldeschalter je nach Art und Grösse des Freilufttrenners sehr unter- schiedlich sein kann, so dass ein derartiges Getriebe sowie dessen Kapselung erst nachträglich nach dem
Anbau des Antriebes und des Meldeschalters vorgesehen werden können.
Die nachstehend beschriebene Erfindung beseitigt alle diese Schwierigkeiten und ermöglicht mit ei- nem besonders geringen zusätzlichen Aufwand die einwandfreie Betätigung des Meldeschalters durch die
Trennerbetätigungswelle des Kraftantriebes. Die Erfindung macht sich dabei die übliche Bauweise von
Kraftantrieben zunutze, wonach zwischen dem krafterzeugenden Mittel und der Abtriebswelle - vorste- hend als Trennerbetätigungswelle bezeichnet - ein mechanisches Getriebe vorgesehen ist, das in einem wetterfesten Gehäuse untergebracht sein muss, aus dem die Abtriebswelle ins Freie herausgeführt ist. Dies ist beispielsweise bei einem Druckluftantrieb der Fall, dessen Kolben mit einer Zahnstange versehen ist, die über ein auf der Abtriebswelle angeordnetes Zahnrad diese Welle bewegt.
Kolben, Zahnstange und
Zahnrad sind dabei innerhalb eines wetterfesten Gehäuses angeordnet, das zugleich die Zahnstangenführung und die Lagerung der Abtriebswelle enthält. Bei einem Motorantrieb ist meist zwischen der Motor- welle und der Abtriebswelle ein Schneckengetriebe vorgesehen, das ebenfalls von einem wetterfesten Ge- häuse eingeschlossen ist, das auch die erforderlichen Lagerstellen enthält.
Gemäss der Erfindung ist aus dem Gehäuse des Kraftantriebes eine weitere gesonderte Welle für die
Betätigung des Meldeschalters herausgeführt, die innerhalb des Kraftantriebes von dessen Trennerbetätigungswelle über ein Getriebe mit annähernd konstanter Übersetzung betätigt ist und eine Drehbewegung von etwa 900 oder weniger ausführt. und dass ferner ausserhalb des Kraftantriebes die Übertragung der Be- wegung von der Meldeschalterbetätigungswelle mittels eines Getriebes so erfolgt, dass die Drehbewegung an der Meldeschalterwelle annähernd gleichförmig mit der an der Meldeschalterbetätigungswelle verläuft. Bei dem gewählten Drehwinkel von etwa 900 oder weniger ergibt bereits ein einfacher Trieb, bestehend aus je einem Hebel auf den beiden Wellen und einer Koppelstange, eine derartige Drehbewegung an der Meldeschalterwelle.
Ein solcher Hebeltrieb kann aber ohne weiteres und ohne besonderen Schutz im Freien arbeiten, insbesondere dann, wenn beispielsweise die Drehzapfen der Koppelstange und deren Lager aus korrosionsbeständigen Werkstoffen bestehen.
Besonders einfach lässt sich das Getriebe zwischen Trennerbetätigungswelle und Meldeschalterbetätigungswelle innerhalb des Kraftantriebes gestalten, wenn die Trennerbetätigungswelle mit einem Zahnrad versehen ist, in das ein auf der Meldeschalterbetätigungswelle angeordnetes Zahnsegment eingreift.
Ferner ist es vorteilhaft, die Meldeschalterbetätigungswelle aus dem Gehäuse des Kraftantriebes auf der gleichen Seite herauszuführen, an der die Trennerbetätigungswelle mit einer Kurbel oder einer Kupplung für die Verbindung mit der Trennerwelle bzw. dem Trenner-Drehisolator versehen ist.
Einfach und übersichtlich lässt sich die Meldeschalterbetätigung gemäss der Erfindung noch dadurch gestalten, dass das Getriebe zwischen der Meldeschalterbetätigungswelle des Kraftantriebes und der Meldeschalterwelle derart beschaffen ist, dass die Drehbewegung an der Meldeschalterwelle annähernd gleichförmig mit der an der Meldeschalterbetätigungswelle des Kraftantriebes verläuft.
Als Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Fig. 1 - 3 ein mit einer erfindungsgemässen Meldeschalterbetätigungswelle versehener Doppelkolben-Druckluftantrieb dargestellt und im folgenden dessen erfindungsgemässe Ausführung näher beschrieben.
Das nach aussen vollkommen wetterfest abgeschlossene Getriebegehäuse 1 enthält die nach oben und unten herausgeführte Abtriebswelle 2, auf der innerhalb des Gehäuses 1 das Zahnrad 3 befestigt ist. Das Zahnrad 3 steht in Eingriff mit der verzahnten Kolbenstange 4, an deren Enden je ein Kolben 5 sitzt. Die Kolben 5 werden innerhalb der Zylinder 6 von der an der Zylinderstirnseite einströmenden Drucklufthinund herbewegt. Mittels der bereits erwähnten verzahnten Kolbenstange 4 und des Zahnrades 3 wird der Kolbenhub in eine Drehbewegung umgeformt. Hiebei sind der Teilkreisdurchmesser des Zahnrades 3 bzw. der Kolbenhub so gewählt, dass die Abtriebswelle 2 eine Drehbewegung von etwa 1800 ausführt. Ausserhalb des Getriebegehäuses ist auf der Welle 2 die Kurbel 7 befestigt, die zur Betätigung einer Trennerwelle oder eines Trenner-Drehisolators dient.
Die Abtriebswelle 2 wird daher auchalsTrennerbetätigungs- welle bezeichnet.
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Im Getriebegehäuse 1 ist ferner die Welle 8 gelagert und nach oben herausgeführt. Die Welle 8 wird innerhalb des Gehäuses 1 von der Trennerbetätigungswelle 2 in eine Drehbewegung versetzt, indem auf der Welle 2 ein weiteres Zahnrad 9 befestigt ist, das in ein auf der Welle 8 sitzendes Zahnsegment 10 eingreift. Da die Welle 8 zur Betätigung eines Meldeschalters dient, wird sie als Meldeschalterbetätigungswelle bezeichnet. Die Teilkreisdurchmesser des Zahnrades 9 und des Zahnsegmentes 10 sind so gewählt, dass die Meldeschalterbetätigungswelle 8 eine Drehbewegung von etwa 900 oder weniger ausführt.
Am äusseren Ende der Meldeschalterbetätigungswelle 8 ist die Kurbel 11 befestigt, an die beispielsweise eine Koppelstange angelenkt ist, deren anderes Ende an einer Kurbel von gleicher Länge wie die Kurbel
11 angreift, die auf der Welle des zu betätigenden Meldeschalters sitzt. Auf diese Weise führt die Meldeschalterwelle eine Drehbewegung von annähernd gleicher Winkelgeschwindigkeit über den gesamten Drehwinkel aus. In den Zeichnungen ist dieses Getriebe zwischen der Meldeschalterbetätigungswelle des Druckluftantriebes und der Meldeschalterwelle nicht mehr dargestellt, weil sich bereits aus der vorstehenden Beschreibung ein eindeutiges Bild ergibt.
Die Fig. 3 stellt einen Schnitt des Getriebegehäuses 1 dar, wobei die Trennerbetätigungswelle 2, die Meldeschalterbetätigungswelle 8 sowie das Zahnrad 9 und das Zahnsegment 10 besser zu sehen sind.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Freilufttrenner mit unmittelbar angebautem Kraftantrieb sowie ausserhalb des Kraftantriebes angeordneten und ebenfalls unmittelbar an den Trenner angebauten, gekapselten Meldeschaltern, wobei die Trennerbetätigungswelle des Kraftantriebes eine Drehbewegung von etwa 1800 ausführt, dadurch gekennzeichnet, dass aus dem Kraftantrieb eine weitere gesonderte Welle für die Betätigung des Meldeschalters herausgeführt ist, die innerhalb des Kraftantriebes von dessen Trennerbetätigungswelle über ein Getriebe mit annähernd konstanter Übersetzung betätigt ist und eine Drehbewegung von etwa 900 oder weniger ausführt, und dass ferner ausserhalb des Kraftamriebes die Übertragung der Bewegung von der Meldeschalterbetätigungswelle des Kraftantriebes auf die Meldeschalterwelle mittels eines Getriebes so erfolgt,
dass die Drehbewegung an der Meldeschalterwelle annähernd gleichförmig mit der an der Meldeschalterbetätigungswelle verläuft.