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Beregnungsanlage zur Frostschadenverhütung
Die Erfindung bezieht sich auf eine Beregnungsanlage, welche durch eine durch atmosphärische Einflüsse gegebene Grösse auf elektrischem Wege geregelt ist.
Beregnungsanlagen wurden verschiedentlich zur Frostschadenverhütung eingesetzt, nachdem durch die grundlegenden Arbeiten (Kessler, O. W. und Kämpfert, W. : D e FrosrschadenverhUtung, wisst Abh. RfW 6, Nr. 2 (1940)) auf die Möglichkeit der Abwehr von Frösten durch eine Beregnung der Kulturen hingewiesen war.
Bei der Verplanung der hiefür erforderlichen Wassermenge setzte man, einer verbreiteten Auffassung folgend, voraus, dass eine Niederschlagshöhe von 2 mm ausreichen würde, um einen Frost bis zu-10 C mit Erfolg abzuwehren.
Die praktischen Erfahrungen in der Frostberegnung haben nunmehr in Verbindung mit wissenschaftlichen Untersuchungen ergeben, dass diese herkömmliche Bemessungsgrundlage für die Wasserverplanung nicht ausreichend ist. Es zeigte sich, dass z. B. eine Niederschlagshöhe von 1,5 mm ausreichend ist für eine Frosttemperatur von-4, 50 C, dass aber mit stärker werdendem Frost die Wassergaben gesteigert werden müssen, u. zw. auf 3 mm/h bei Frosttemperaturen bis zu -60 C auf 4, 5 mm/h bei Frosttemperaturen bis zu-7, 50 C und
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niedrige Kulturen.
Die Art der bisherigen Verplanung, bei welcher eine pauschale, nach der zu erwartenden Tiefsttemperatur orientierte Niederschlagshöhe vorgesehen war, die während der ganzen Frostperiode beibehalten wurde, gab jedoch nicht immer eine Gewähr für eine sichere Schadensverhütung ; unter extremen Bedingungen stellte sich in vielen Fällen heraus, dass die angesetzte Niederschlagshöhe nicht ausreichend war.
Darüber hinaus hatte die herkömmliche Wasserverplanung das Vorhandensein von Wassermengen zur Voraussetzung, die in der Regel nicht verfügbar waren oder deren Bereitstellung nicht vertretbar war.
Auch in ackerbaulicher Hinsicht war die Verregnung solch grosser Wassermengen nachteilig.
Der Erfindung liegt die technische Aufgabe zugrunde, die oben aufgezeigten Schwierigkeiten zu überwinden, insbesondere die für die Bodenkultur abträgliche Begleiterscheinungen der bisherigen Beregnung zur Frostbekämpfung durch Schaffung einer Beregnungsanlage zu beseitigen, welche die zur sicheren Schadensverhütung erforderliche Wassermenge auf ein Minimum begrenzt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass für die Steuerung von wenigstens einem das Rohrsystem der Beregnungsanlage beherrschenden Schnellschlussventil eine Steuervorrichtung vorgesehen ist, durch welche die temperaturabhängige Bewegung des temperaturanzeigenden Teils eines Temperaturmessgerätes in elektrische Kontakte übersetzt ist, deren zeitliche Abstände voneinander dem Temperatur- verlauf entsprechen, wobei das Schnellschlussventil durch diese Kontakte in einem Turnus geöffnet und geschlossen ist, der bei sinkender Temperatur zunehmend kurze, bei steigender Temperatur zunehmend lange Beregnungspausen ergibt.
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Hiedurch wird erreicht, dass bei Eintritt des Frostes, sobald die Temperaturkurve den Nullpunkt schnei- det, die Beregnung mit einer geringen Niederschlagsdichte einsetzt und diese Niederschlagshöhe entspre- chend dem stärker werdenden Frost bis zu einem Maximum gesteigert wird, das der Tiefsttemperatur des
Frostes entspricht.
In Weiterbildung des Erfindungsgedankens ist eine korrigierende Änderung der zeitlichen Abstände der
Kontakte nach Massgabe der Windstärke dadurch vorgesehen, dass die Relativbewegung des temperaturan- zeigenden Teiles des Temperaturmessgerätes durch ein Windmessgerät beeinflusst ist.
Die Berücksichtigung der Luftbewegung ist von grosser Bedeutung. Luftbewegungen während des Frostes machen es erforderlich, die Niederschlagshöhe zu erhöhen, um der der Wärmeabgabe des gefrierenden
Wassers entgegen wirkenden Komponente, nämlich der Verdunstungskälte, wirksam zu begegnen.
Die mitder erfindungsgemässen Steuerung erzielten Vorteile sind evident. Zum ersten ergibt sich eine wesentliche Wasserersparnis gegenüber der bisher geübten Praxis, die Niederschlagshöhe von vornherein entsprechend der zu erwartenden Tiefsttemperatur anzusetzen.
Durch die kontinuierliche Anpassung der Niederschlagshöhe an den Verlauf der Temperatur durch eine entsprechende Variation der Beregnungspausen ist es möglich, mit einer wesentlich geringeren Wassermen- ge einen ausreichenden Frostschutz sicher zu stellen.
Eine solche Wasserersparnis ist nicht nur von grösster Bedeutung hinsichtlich der Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens in einer Frostnacht, sondern auch für die Veranschlagung des Energieaufwandes und ebenso für die Bemessung der Speicher- und Staubecken.
Obwohl demzufolge seit Bekanntwerden der Frostschutzberegnung vor etwa 20 Jahren ein dringendes
Bedürfnis an einer Begrenzung der beregneten Wassermengen auf die zur sicheren Frostschadenverhütung erforderliche minimale Wassermenge bestand konnte die Beregnungstechnik keinerlei Vorbilder oder Anhaltspunkte für die Konzeption der Erfindung liefern.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand der Zeichnung an einigen Ausführungsbeispielen erläutert.
Es zeigen :
Fig. l eine in Abhängigkeit von der Temperatur arbeitende Steuereinrichtung der Beregnungsanlage mit Kontaktverteilerscheibe und Steuerwalzen in schematischer Darstellung, Fig. 2 eine Steuereinrichtung der Beregnungsanlage, bei welcher die Betätigung der Ventile in Abhängigkeit von der Temperatur durch eine gezahnte Kontaktscheibe erfolgt, in schemat. scher Darstellung, Fig. 3 die graphische Darstellung des absoluten Temperaturverlaufs einerseits und des entsprechenden Verlaufs der Temperatur im Kontaktthermometer (bzw. in derThermonadel) einer Steuereinrichtung anderseits, welche die unmittelbare Tempe- ratur im pflanzlichen Objekt zur Grundlage der Steuerung hat (viertes Ausführungsbeispiel der Beschreibung), Fig.
4 einen Überblick über eine Gesamtanlage mit einer Pumpe bei Anordnung des Schnellschlussventils im Pumpenhaus, Fig. 5 einen Úberblick über eine Gesamtanlage mit mehreren Pumpen und entsprechenden selbständigen Leitungssystemen, Fig. 6 einen Überblick über eine Gesamtanlage, bei welcher Schnellschlussventile vor den Regnerleitungen eingebaut sind, und Fig. 7 einen Überblick über eine Gesamtanlage, bei welcher die üblichen Rundregner durch Djsenrohrreihenregner ersetzt sind.
Ein erstes Ausführungsbeispiel für die Steuereinrichtung der erfindungsgemässen Beregnungsanlage ist in Fig. l dargestellt. Wesentlicher Bestandteil der dargestellten Einrichtung ist die zifferblattartig gestaltete Kontaktverteilerscheibe 1. Die Kontaktverteilerscheibe 1 weist an ihrem Umfang eine Kontaktleiste 2 auf, welche in vier voneinander isolierte Sektoren 2a, 2b, 2c, 2d eingeteilt ist. In der Mitte der Kontaktverteilerscheibe 1 befindet sich eine Aussparung, durch welche die Trägerachse 4 eines zeigerförmigen Kontaktgliedes 3 ragt. Die Trägerachse 4 steht mit einem Temperaturmessgerät in funktioneller Verbindung, das eine temperaturabhängige Drehung der Trägerachse 4 mit seinem zeigerförmigen Kontaktglied 3 nach Massgabe des Temperaturverlaufs im Uhrzeigersinn bewirkt.
Das Temperaturmessgerät ist geschützt in der zu beregnenden Kultur aufgestellt.
Wie aus der Fig. 1 ersichtlich, sind an den Sektorengrenzen der Kontaktleiste 2 Temperaturmarken (0, Oc) C ; - 20 C ; - 40 C ; - 60 C) angebracht, an welchen der jeweilige Stand der Aussentemperatur bei einer bestimmten Winkelstellung des zeigerartigen Kontaktgliedes 3 abzulesen ist. Die Kontaktverteilerscheibe sitzt auf einer Hohlwelle, die konzentrisch und drehbar auf der Achse 4 des Kontaktgliedes 3 gela- gertist. Eine Drehungder Kontaktverteilerscheibe l entgegen dem Uhrzeigersinn wird durch ein Windmessgerät in Abhängigkeit von der in jedem Zeitpunkt herrschenden Luftbewegung ausgelöst und bewirkt. Das
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ist proportional dendurchder Kontaktverteilerscheibe entgegen der Wirkung einer Rückholfeder erfolgt.
Die Kontaktverteilerscheibe 1 kehrt in die Ausgangslage zurück, sobald die Luftbewegung hinsichtlich ihrer Intensität eine gewisse
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Grenze unterschreitet. Infolge der gegensätzlichen Drehbewegung von Kontaktglied 3 und Kontaktvertei- lerscheibe 1 ergibt sich bei Windbewegung ein rascheres Durchlaufen der Kontaktsektoren 2a, 2b, 2c, 2d durch das Kontaktglied 3. Die Windbewegung wirkt also additiv zur Relativbewegung zwischen dem Kon- taktglied 3 und der Kontaktverteilerscheibe 1.
Der Dauerkontakt, den das Kontaktglied 3 beim Gleiten über einen Sektor 2a bzw. 2b bzw. 2c bzw. 2d der Kontaktleiste 2 gibt, bezieht auf elektromagnetischem Wege je eine Steuerwalze 5 bzw. 6 bzw. 7 bzw.
8 in den Stromkreis des Schnellschlussventils 9 ein. Die Steuerwalzen 5-8 sitzen auf einer Welle 10, die sich mit gleichmässiger Geschwindigkeit dreht. Der Antrieb der Welle erfolgt über ein Untersetzungsge- triebe vom Pumpenmotor 11 oder von einem selbständigen Antrieb aus.
Gleitet das Kontaktglied 3 beispielsweise auf dem Sektor 2a der Kontaktverteilerscheibe 1 zwischen den Temperaturmarken 0, 00 C und - 20 C, so bewirkt der durch das Kontaktglied ausgelöste Duerkon- takt die Auflage eines Kontaktstiftes 12 an der Steuerwalze 5. Die Steuerwalze 5 ist somit in den Strom- kreis 13 des Schnellschlussventils 9 einbezogen. Verlässt das Kontaktglied 3 den Sektor 2a der Kontaktlei- ste 2, so wird der freigegebene Kontaktstift 12 durch Federkraft von der Steuerwalze 5 abgehoben. Der
Stromkreis des Schnellschlussventils 9 ist in diesem Augenblick unterbrochen. Im gleichen Moment tritt jedoch das Kontaktglied 3 auf den Sektor 2b der Kontaktleiste 2 über und bezieht in gleicher Weise die
Steuerwalze 6 in den Stromkreis des Schnellschlussventils 9 ein.
Dem Sektor 2c der Kontaktleiste 2 ist die
Steuerwalze 7 zugeordnet und dem Sektor 2d die Steuerwalze 8.
Die Steuerwalzen 5 - 8 weisen Kontaktflächen 5', 6', 7', 8' von unterschiedlicher Länge auf. Die
Länge der Kontaktfläche der Steuerwalze 5 beträgt im Ausführungsbeispiel ein Viertel des Umfanges der
Steuerwalze. Die Länge der Kontaktfläche der Steuerwalze 6 nimmt die Hälfte des Umfanges dieser Steu- erwalze ein. Die Kontaktlänge an der Steuerwalze 7 beläuft sich auf 3/4 des Umfanges dieser Steuerwal- ze und die Steuerwalze 8 weist eine Kontaktfläche auf, die sich über den ganzen Umfang der Steuerwal- ze erstreckt.
Dre ! 1ensich beispielsweise die Steuerwalzen 5-8 mit einer Geschwindigkeit von vier Umdrehungen pro
Minute, so vermittelt die in den Stromkreis des bchnellschlussventils einbezogene Steuerwalze 5 während einer Umdrehung, die vier Minuten beansprucht, einen Stromkreisschluss von einer Minute. In diesem Rhythmus-Stromkreisschluss, Stromkreisunterbrechung-wird das Öffnen und Schliessen des Schnellschluss- ventils 9 gesteuert, d. h. das Ventil ist jeweils eine Minute geöffnet und anschliessend drei Minuten geschlossen.
Die Steuerwalze 6 bewirkt bei Einbeziehung in den Stromkreis ein Öffnen und Schliessen des Schnellschlussventils 9 in einem zeitlichen Abstand von jeweils zwei Minuten.
Die in den Stromkreis des Ventils 9 einbezogene Steuerwalze 7 ergibt Öffnungsperioden des Ventils 9 von jeweils drei Minuten Dauer und Schliessperioden von jeweils einer Minute, während die Steuerwalze 8 eine andauernde Öffnung des Ventils 9 und damit eine Dauerberegnung bewirkt.
Die zeitlichen Intervalle zwischen dem Öffnen und Schliessen des Schnellschlussventils 9 entsprechen also der Länge der Kontaktflächen am Umfang der Steuerwalzen 5 - 8. Daraus folgt, dass die Nie- derschlagshöhe, die der zuschützenden Kultur verabreicht wird, davon abhängt, welche Steuerwalze durch das sich in Abhängigkeit vom Temperaturverlauf drehende Kontaktglied 3 in den Stromkreis des Schnell- schlussventils 9 einbezogen ist. Bei Einbeziehung beispielsweise der Steuerwalze 5 beträgt die Niederschlagshöhe ein Viertel derjenigen, welche bei Einbeziehung der Steuerwalze 8 in den Stromkreis des Schnellschlussventils verabfolgt wird.
Es ist daran gedacht, Mittel vorzusehen, die jeweils bei Passieren der Grenze zwischen zwei Sektoren der Kontaktleiste 2 ein optisches oder akustisches Signal auslösen, das eine Überwachung der Anlage erleichtert.
Es steht nichts im Wege, im Bedarfsfalle die Kontaktverteilerscheibe von der übrigen Steuereinrichtung elektrisch zu trennen und die Einbeziehung der Steuerwalze 5 - 8 in den Stromkreis des Schnellschlussventils 9 durch einen Beregnungswärter vornehmen zu lassen, der sich (beispielsweise durch Drücken entsprechender Tasten) an den optischen bzw. akustischen Signalen der Kontaktverteilerscheibe orientiert.
Nach einem zweiten Ausführungsbeispiel, das in Fig. 2 dargestellt ist, istdasTemperaturmessgerät ebenfalls innerhalb der zu beregnenden Kultur geschützt aufgestellt. Es steuert nach Massgabe des Temperaturverlaufs die Bewegung eines Kontaktgliedes 14, welches am gezahnten Rand 15'einer sich mit gleicher Geschwindigkeit drehenden Kontaktscheibe 15 gleitet. Die temperaturabhängige vom Temperaturmessgerät gesteuerte Bewegung des Kontaktgliedes 14 erfolgt in vertikaler Richtung in dem Sinne, dass eine Temperaturverminderung eine Abwärtsbewegung und eine Temperaturerhöhung eine Aufwärtsbewegung des Gliedes bewirkt.
Bei extremstem Frost zeigt das Kontaktglied 14 seinen grössten Tiefstand, in welchem es mit seinem
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horizontal abgebogenen Ende bereits innerhalb des Zahnkranzes auf der massiven Kontaktscheibe 15 glei- tet. Da Temperaturmessgerät und Kontaktscheibe 15 im Stromkreis des Schnellschlussventils einbezogen sind, ergibt sich in dieser Stellung des Kontaktgliedes 14 ein Dauerkontakt, der das Ventil 16 ständig of- fenhält. Bei sinkendem Frost. d. h. bei steigender Temperatur, bewegt sich das Kontaktglied 14 aufwärts ; es entternt sich also vom Mittelpunkt der Kontaktscheibe 15.
Gleitet der Kontaktstift 14 beispielsweise in halber Höhe des Zahnkranzes 15'der Kontaktscheibe 15, so ist die Zeitspanne, in welcher das Glied 14 in Kontaktstellung auf einem Zahn gleitet, gleich der Zeit- spanne, in welcher das Glied 14 in kontaktfreier Stellung in einer Zahnkerbe schwebt d. h. die Ventile werden in gleichen zeitlichen Intervallen geöffnet und geschlossen. Die Dauer der Beregnungspausen ent- spricht der Dauer der Beregnungsperioden.
Steigt die Temperatur weiter, so gleitet das Kontaktglied 14 beispielsweise nurmehr noch auf den
Spitzen der Zähne 15'. Die Zeitspannen, in welchen der Kontaktstift 14 auf den Zähnen in Kontaktstel- lung gleitet, sind dann wesentlich verkürzt gegenüber den Zeitspannen, in welchen der Kontaktstift 14 in kontaktfreier Stellung zwischen den Zähnen schwebt.
Ein Windmessgerät (nicht gezeichnet) kann die Relativbewegung des Kontaktgliedes 14 zur Kontaktscheibe 15 additiv dadurch beeinflussen, dass die Achslager der Kontaktscheibe 15 vertikal beweglich angeordnet sind. Der Einfluss des Windmessgerätes ist derart, dass sich bei starker Luftbewegung die Kontaktscheibe 15 hebt und bei nachlassender Windbewegung senkt.
Eine besonders einfache Steuerung der Bewegung des Kontaktgliedes durch das Temperaturmessgerät ergibt sich dann, wenn das Temperaturmessgerät als Metall-Thermometer ausgebildet ist und das freie Ende des Bi-Metall-Streifens des Metall-Thermometers das Kontaktglied 14 führt.
Nach einem dritten Ausführungsbeispiel (nicht gezeichnet) erfolgt die temperaturabhängige Steuerung der Ventile dadurch, dass das Temperaturmessgerät die Umlaufgeschwindigkeit einer mit einer gleichmä- ssigen Höckerzeile versehenen Kontaktwalze nach Massgabe des Temperaturablaufs verändert.
In allen Fällen kann die Inbetriebsetzung bzw. die Ausserbetriebsetzung der Beregnungsanlage bei Frostbeginn bzw. bei Frostende vom Temperaturmessgerät gesteuert sein.
Nach einem vierten Ausführungsbeispiel der Steuereinrichtung der Beregnungsanlage sind zwei Kontaktthermometer in der zu schützenden Kultur so aufgestellt, dass der temperaturempfindliche Teil Regen und Wind ausgesetzt ist. Dieser temperaturempfindliche Teil weist eine Oberfläche auf, die derjenigen des Blattes der zu schützenden Kulturpflanze annäherungsweise gleicht. Hiebei sind z. B. Oberflächenei- geschaften, wie sie sich aus Wachsüberzug und Behaarung des Blattes ergeben in Betracht gezogen. Da der tempe) aturempfindliche Teil hinsichtlich seiner Witterungsexposition und seiner Oberflächengestaltung dem Pflanzenblatt selbst gleichgestellt ist, zeigen die beiden Kontaktthermometer einen Temperaturverlauf, der dem Temperaturverlauf im biologischen Objekt, insbesondere im Blatt der Pflanze gleicht.
Dieser Temperaturablauf stellt bereits eine Resultierende dar, in die sämtliche temperaturbestimmenden Komponenten eingegangen sind (absolute Temperatur, Wärmefreisetzung durch den Gefriervorgang des Beregnungswassers, Wärmeentzug infolge Wasserverdunstung).
Die Kontaktspindel des einen der beiden Kontaktthermometer ist so eingestellt, dass es bei Unterschreiten der für die zu schützende Kultur kritischen Temperaturgrenze einen Kontakt gibt, der das Öffnen der Schnellschlussventile auslöst (Unterkontakt). Das andere Kontaktthermometer ist so eingestellt, dass es einen Kontakt vermittelt, der das Schliessen der Schnellschlussventile auslöst, wenn infolge der Be- regnung in der Kulterdie für die Kulturpflanze kritische Temperaturgrenze um einen ganz bestimmten Betrag (0, 40 C) überschritten wird (Oberkontakt).
Sind die die Temperatur erniedrigenden Komponenten z. B. die absolute Frosttemperatur und die Windstärke sehr stark, so sinkt nach einer Beregnungsperiode naturgemäss die Temperatur im Pflanzenbestand ver-
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ist verkürzt. In diesem Fall sind die Beregnungspausen entsprechend kurz.
Sind die temperaturerniedrigenden Komponenten (Frost-Temperaturund Wind) verhältnismässig schwach, so ist die Zeitspanne zwischen Ober- und Unterkontakt verlängert. Die kritische Temperaturgrenze wird nach Schliessen der Ventile entsprechend später erreicht, d. h. die Beregnungspausen sind länger.
In Fig. 3 ist der absolute Temperaturverlauf einerseits (obere Hälfte der Figur) und der Temperaturverlaufin den Kontaktthermometern nach dem Ausführungsbeispiel anderseits graphisch im Koordinatensystem dargestellt. Auf der Abszisse ist der Zeitablauf dargestellt. Die Kontaktthermometer sind so eingestellt, dass der Unterkontakt bei-0, 5 C und der Oberkontakt bei-0, 1 C erfolgt. Die Beregnungsperioden sind durch gestrichelte Schrägschraffur angedeutet. Aus dem Temperaturverlauf der Kontaktthermometer ergibt sich deutlich, dass bei zunehmender absoluter Frosttemperatur der Temperaturanstieg in den Bereg-
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nungsperioden immer flacher und der Temperaturabfall in den Beregnungspausen immer steiler wird.
Es ist durchaus möglich, an Stelle eines Paares von Kontaktthermometern ein einziges zu setzen, das gleichzeitig den Ober- und Unterkontakt vermittelt.
Darüber hinaus kann die Funktion der Kontaktthermometer bzw. des Kontaktthermometers durch zwei Thermonadeln übernommen werden, welche die Temperatur im Blatt der Kulturpflanze selbst erfassen, wobei der Unterkoatakt von der einen Thermonadel, der Oberkontakt von der andern Thermonadel vermittelt wird.
Bei einer temperaturabhängigen Steuerung der Schnellschlussventile mit den in obigen vier Ausführungsbeispielen beschriebenen Mitteln ergibt sich beispielsweise folgende Progression der Niederschlagsmenge je Zeiteinheit :
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<tb>
<tb> 0-1 <SEP> C <SEP> unter <SEP> Null <SEP> einer <SEP> Niederschlagshöhe <SEP> von <SEP> 1 <SEP> mm/h
<tb> - <SEP> 2 C"""""l, <SEP> 5 <SEP> mm/h <SEP>
<tb> - <SEP> 30 <SEP> C <SEP> " <SEP> " <SEP> " <SEP> " <SEP> b1S <SEP> 2 <SEP> mm/h
<tb> - <SEP> 5 C"""""2, <SEP> 5 <SEP> mm/h <SEP>
<tb> -7 C <SEP> " <SEP> " <SEP> " <SEP> " <SEP> " <SEP> 3 <SEP> mm/h.
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Beregnungsanlage gemäss Fig.
4 wird eingerät 17 in Verbindung mit einem Windmessgerät 18 über eine Schaltanlage 19, 19' gesteuert. Mit 19'ist eine Kontaktverteilerscheibe gemäss dem ersten Ausführungsbeispiel einer Steuereinrichtung angedeutet.
Das Schnellschlussventil 20, das elektrisch, hydraulisch oder mechanisch betätigt werden kann, ist unmittelbar bei der Pumpe 21, also im Pumpenhaus 22 angeordnet. Vor dem Schnellschlussventil ist ein Rückschlagventil 35 in die einzige Hauptregnerleitung 23 eingebaut, die über Regnerleitungen 24 die Regner 25 versorgt.
In Fig. 5 ist eine Beregnungsanlage dargestellt, bei der die zu beregnende Fläche nicht von einer Hauptleitung versorgt wird sondern von drei LeitUngen 26, 27 und 28. Dabei ist die zu beregnende Fläche in Teilabschnitte unterteilt. Jedem dieser Teilabschnitte ist je eine Pumpe 29 bzw. 30 bzw. 31 zugeordnet.
Jede der Leitungen 26 - 28 besitzt ein eigenes Schnellschlussventil 32, 33, 34, wobei die Steuerung (dieser sämtlichen Ventiledurch eine gemeinsame Schaltanlage 36, 36'erfolgt, welche entweder sämtliche Einzelleitungen miteinander oder unabhängig voneinander steuert.
Eine solche Anordnung ist vorteilhaft, wenn es sich darum handelt, einen Hang (Weinberge) zu beregnen, d. h. gegen Frost zu schützen.
Legt man einer solchen Anlage eine Unterteilung, wie sie in Fig. 5 aufgezeigt ist, zugrunde, dann ist für die in Abschnitt III in der tiefsten Lage arbeitenden Regner ein weitaus geringerer Druck auf zuwenden als für die Regner in dem höher gelegenen Abschnitt II oder gar für die Regner in dem am höchstgelegenen Abschnitt I. Dementsprechend werden die einzelnen Pumpenleistungen bemessen. Durch diese Ökonomie wird die insgesamt aufzubringende Energie etwa um die Hälfte ermässigt, gegenüber der bishe- rigen Übung, den Leistungsaufwand für die gesamte Anlage entsprechend den Anforderungen der an der höchsten Stelle arbeitenden Regner anzusetzen.
Darüber hinaus ist es auch möglich, durch Aufstellung von Temperaturmessgeräten in jedem einzelnen Beregnungsabschnitt 1, 11, III einem unterschiedlichen Frostverlauf in verschiedener Höhenlage des Hanges Rechnung zu tragen.
Ein weiterer Vorteil der Anordnung gemäss Fig. 5 ist die Möglichkeit, die Durchmesser der Rohrlei- : ungen wesentlich kleiner zu wählen, wodurch die Verlegung der Rohrleitungen in Steilhängen ungefährlicher, bequemer und kostensparender wird.
Bei der in Fig. 5 dargestellten Beregnungsanlage ist in jeder Leitung 26, 27, 28 je vor dem Schnell- schlussventil 32 bzw. 33 bzw. 34 im Pumpenhaus ein Rückschlagventil 49 angeordnet. Die temperaturab- längige Steuerung der Anlage entspricht der Steuerung der Anlage gemäss Fig. 4. Temperatur-und Wind- messgerät sind geschützt in der Anlage aufgestellt und die Impulsschaltung erfolgt durch die Kontaktver- : eilerscheibe 36'Uber die Schaltanlage 36.
An Stelle der von den einzelnen Hauptleitungen angeordneten Schnellschlussventile 32, 33, 34 gemäss Fig.5 kann jedoch auch eine Anordnung gemäss Fig. 6 gewählt werden, nach der sich die Schnellschlussventile 37 - 48 vor den einzelnen Regnerleitungen befinden. Die Betätigung dieser Ventile kann entweder elektrisch oder hydraulisch und datm unter Verwendung kleinstdimensionierter Rohrleitungen erfolgen.
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Die Anordnung der Pumpen 52, 53, 54 der Rückschlagventile 50 sowie der Steuereinrichtung (Tem- peratur- und Windmessgerät in Verbindung mit Kontaktverteilerscheibe 51'und Schaltanlage 51) in der Bsregnungsanlage entspricht derjenigen in der Anlage gemäss Fig. 5.
Fig. 7 zeigt eine Beregnungsanlage. die in ihrer Grundanordnung der Beregnungsanlage von Fig. 4 entspricht, die jedoch mit sogenannten Landregen-Düsenrohren 59 ausgerüstet ist. Landregen-Düsenrohre sind
Beregnungs-Rohre, die über ihre gesamte Länge verteilt Wasseraustrittsöffnungen aufweisen ; sie sind par- allel zueinander und in gewissem Abstand von der Erdoberfläche angeordnet, um ihre eigene Achse dreh- bar gelagert und arbeiten in hin-und hergehender Schwenkbewegung, gesteuert durch einen Schaltmotor
60. Der Vorteil solcher Dusenrohranlagen liegt darin, dass die Wasserverteilung in einer Gleichmässigkeit erfolgt, wie dies bei Rundregnern nicht möglich ist.
Die Aufstellung von Temperatur- und Windmessgerät in der zu schützenden Kultur, die Anordnung dtr Pumpe 58, des Schnellschlussventils 56, des Rückschlagventils 55, der Kontaktverteilerscheibe 57'und dier Schaltanlage 57 im Pumpenhaus entspricht der Anordnung in der in Fig. 4 dargestellten Beregnungsanlage.
Es steht nichts im Wege, die temperaturabhängige Steuerung der Anlage nicht auf das Schnellschlussventil bzw. die Schnellschlussventile, sondern unmittelbar auf den das Pumpenaggregat antreibenden Elektromotor wirken zu lassen. Zu diesem Zweck sind die von der Steuervorrichtung ausgehenden elektrischen Kontakte, deren zeitliche Abstände voneinander dem Temperaturverlauf entsprechen, auf den das Pumpenaggregat antreibenden Motor übertragbar, der eine von diesen Kontakten ansprechbare Abstell- und An- lassvorrichtung aufweist. Dar Ventilöffnungsimpuls setzt hiebei den Motor in Betrieb und den Ventilschluss- impuls ausser Betrieb. In solchem Fall ist hinter der Pumpe der Anlage eine Rückschlagklappe in die Hauptleitung einzubauen.
Die Rückschlagventile können auch vor den Regnern oder vor den Regnerdüsen angebracht sein. Sie bewirken in dieser Anordnung vor den Regnerdüsen, dass sämtliche Regner innerhalb der Anlage bzw. der freigegebenen Regnerleitung gleichzeitig zu arbeiten beginnen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Beregnungsanlage, welche durch eine durch atmosphärische Einflüsse gegebene Grösse auf elektrischem Wege geregelt ist, dadurch gekennzeichnet, dass für die Steuerung von wenigstens einem das Rohrsystem der Beregnungsanlage beherrschenden Schnellschlussventil eine Steuervorrichtung vorgesehen ist, durch welche die temperaturabhängige Bewegung des temperaturanzeigenden Teils eines Temperaturmessgerätes in elektrische Kontakte übersetzt ist, deren zeitliche Abstände voneinander dem Temperaturverlauf entsprechen, wobei das Schnellschlussventil durch diese Kontakte in einem Turnus geöffnet und geschlossen ist, der bei sinkender Temperatur zunehmend kurze, bei steigender Temperatur zunehmend lange Beregnungspausen ergibt.