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Verfahren zur Erzeugung beliebig geformter Regendecken mittels Schwenkregner,
insbesondere zum Beregnen von Vierecken Es sind Schwenkregner zum Beregnen regelmäßiger
Vielecke bekanntgeworden, bei denen die je nach der Stellung des Schwenkrohres verschieden
großen Wurfweiten dadurch erzielt werden, daß durch in der Leitung angeordnete Strömungswiderständeperiodisch
Drosselwirkungen herbeigeführt werden. Dieses Verfahren hat den Nachteil, daß die
Strömungswvderständ@e auch bei größter Durchlaßöffnung, also beim Wurf nach den
Ecken der Fläche, den Flüssigkeitsstrom beeinflussen, indem sie Wirbelbildungen
verursachen und Geschwindigkeitsverluste herbeiführen, wodurch die maximale Wurfweite
beeinträchtigt wird. Außerdem läßt sich bei eintretender Drosselung eine starke
Vergröberung des Tropfenfalles nicht vermeiden, wenn man nicht eine weitere Verkürzung
der maximalen Wurfweite durch ständige Strahlstörung mittels einer Prallvorrichtung
in Kauf nehmen will.
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Eine andere Kategorie von Viereckregnern arbeitet nach dem Strahlstörprinzip.
-Bei ihnen werden Prallbleche oder Flügelräder -durch auf Kurvenscheiben gleitende
Hebel bzw. auf Kurvenscheiben laufende Rädchen mehr oder weniger weit in die Wurfbahn
des Strahles gedrückt und führen dadurch Sprühwirkungen herbei, die eine Verkürzung
des Strahles verursachen. Da der Strahl dem Hineindrücken der Störvorrichtung in
seine Wurfbahn erheblichen Widerstand entgegensetzt, wird der Antrieb dieser Regner
unregelmäßig
stark belastet. Sie laufen infolgedessen nicht mit
Sicherheit an und bleiben leicht stecken. Der Aufwand an technischen Mitteln ist
groß und der Materialverschleiß erheblich.
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Bei einem anderen; ebenfalls nach dem Strahlstörprinzip arbeitenden
Regne- ist rund um den Regne- ein im@wesentlichen viereckiger Ablenkring mit schräg
nach oben gerichteten Prellflächen angeordnet, die den Strahl im Bereich der Seiten
mehr oder minder stark anschneiden und im Bereich der Ecken unbeeinflußt lassen.
Da die Nahberegnung bei diesem Regne- unzureichend wäre, wird zur besseren Verteilung
der Flüssigkeit ein Flügelrad verwendet, das mit Hilfe eines Getriebes gleichzeitig
als Antriebsvorrichtung dient. Der Ablenkring zwingt dazu, das Strahlrohr sehr kurz
zu halten, wenn man ihn und seine Befestigungsvorrichtung nicht unter einem. unverhältnismäßig
hohen Materialaufwand sehr groß machen will. Ein zu kurzes Strahlrohr beeinträchtigt
aber wegen der mangelhaften Gleichrichtung der Flüssigkeitsteilchen die Wurfweite.
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Bei den in den Absätzeni2, und 3 erwähnten Regnern ist die Verwendung
von Reaktionsdruck als alleiniges oder zusätzliches Antriebsmittel nicht möglich.
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Zur Vermeidung der genannten Nachteile ist erfindungsgemäß ein durch
in der Leitung angeordnete Strömungswiderstände gesteuerter Nebenstrahl vorgesehen,
der ,den Hauptstrahl oder geeignete Prellvorrichtungen je nach der Stellung des
Schwenkrohres periodisch bzw. periodisch mehr oder minder stark beaufschlagt und
dadurch Sprühwirkengen herbeiführt, wobei das Beaufschlagen desHauptstrahles imFreien
oder in entsprechenden Düsenverlängerungen erfolgen kann. Die Strömungswiderstände
werden in der Leitung so angeordnet, däß sie..den Hauptstrom im wesentlichen unbeeinflußt
lassen.
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In der Zeichnung ist i das Standrohr, 2 .das Schwenklager, 3 das Schwenkrohr,
q. das als Strömungswiderstand dienende, in .das Schwenkrohr hineinragende Ende
des Standrohres bzw. ein entsprechendes, im Standrohr befestigtes Einsatzrohr, 5
das Strahlrohr, 6 die Hauptdüse, 7 die Nebendüse, 8 die Nebenleitung, die die Nebendüse
mit der Hauptleitung verbindet, g eine Durchfaßöffnung, die zweckmäßig schlitzförmig
ausgebildet wird, io ein an der Hauptdüse angeordnetes Prallblech, -i i ein vor
der Nebendüse angeordnetes Prellblech, das mit dem Prellblech io starr verbunden
ist, 12 ein Lager, .das . ein gemeinsames Schwenken der Prellbleche ermöglicht,
13 eine Fender, 1:4 und 15 sich schneidende zylindrische Düsenverlängerungen, 16
ein Anschlag.
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Fig: i der Zeichnung zeigt eine Draufsicht auf die IMsenanordnung
bei der einfachsten Ausführungsform der Erfindung. Ausführungsformen der Strömungswiderstände,
die den von der Nebendüse 7 abgegebenen Strahl steuern, zeigen die Fig. 3, Ziff.
4, und Fig. -6 bis g.
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Beim Drehen des Schwenkrohres treten pro Zeiteinheit mehr oder minder
groAe Flüssigkeitsmengen durch. den Durchlaß g in die Nebenleiteng 8, was ein stärkeres
oder schwächeres Beaufschlagen des Hauptstrahles durch -den Nebenstrahl zur Folge
hat. Es ist möglich, den Nebenstrahl durch entsprechend geformte Strömungswiderstände
bei den Weitwürfen des Regners nach den Ecken der Fläche zum Versiegen zu bringen.
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Da die Strahlstörung am stärksten und damit die Wurfweite am kürzesten
ist, wenn die Nebendüse die größte Flüssigkeitsmenge abgibt, empfiehlt es sich,
die Strahlen sich gegenseitig oberhalb bzw. unterhalb der Mittelachsen bzw. tangentiäl
beaufschlagen zu lassen. Sie behalten dann beide ihre Wurfrichtung bei. Auf diese
Weise ist es bei der Beregnung eines Quadrates möglich, die größte Flüssigkeitsmenge
des Nebenstrahles auf die Diagonalen fallen zu lassen, wenn der Hauptstrahl die.
Seiten beregnet.
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Man kann den Strahlstörvorgang auch in zylindrischen Düsenverlängerungen
stattfinden lassen (Draufsicht Fig. 2, Ziff. ic4 und -15).
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Fig.3 der Zeichnung zeigt eine Ausführungsform der Erfindung, bei
-der .der Nebenstrahl ein gegenüber der Nebendüse in Schrägstellung befindliches
Prellblech ri beaufschlagt; das mit dem Prellblech io starr verbunden und mit diesem
bei r2 angelenkt ist. Je nach der Stärke des Aufschlagdruckes, den der Nebenstrahl
auf das Prellblech m ausübt, wird das Prellblech io mehr oder weniger weit in die
Wurfbahn des Hauptstrahles gedrückt, wodurch die erforderlichen Veränderungen der
Wurfweite herbeigeführt werden. Auch bei dieser Ausführungsform kann bei der Beregnung
von Quadraten der Nebenstrahl so abgelenkt werden, daß er die größten Flüssigkeitsmengen
auf den Bereich .der Diagonalen wirft, während der Hauptstrahl die Seiten beregnet.
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Man kann bei der in Fig.3 gezeigten Ausführungsform das Prellblech
iii auch als Antriebsvorrichtung verwenden. Um zu verhindern, daß das Prellblech
liro den Hauptstrahl beim Wurf nach den Ecken beeinflußt, werden die Prellbleche
unter die Wirkung eines Kraftspeichers, am besten einer Feder 13, gesetzt, der es
dem Prellblech io erst unter einem bestimmten Aufschlagdruck auf das Prällblech
i i gestattet, in die Wurfbahn des Hauptstrahles zu treten.
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Nach dem hier angegebenen Prinzip ist es möglich, auch andere als
quadratische oder kreisförmige Flächen zu beregnen, wenn man dem Standrohr bzw.
-lein Einsatzrohr ein der erstrebten Form der Regendecke entsprechendes kurvenförmiges
Ende gibt.
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Beim Beregnen von anderen als ,den genannten Flächen empfiehlt es
sich jedoch, Haupt- und Nebenstrahl in dieselbe Richtung zu werfen und den Störvorgang
so umzukehren, daß der Regnenicht; wie vorher beschrieben, bei größtem Druck und
damit größter (M.enge des Nebenstrahles die kleinste, sondern die größte Wurfweite
hat. Das ist möglich, wenn man das Prellblech i o (Fig. q., Ansicht aus Strahlrichtung)
von dem Kraftspeicher 13 vor der Hauptdüse in Störstellung halten und durch
das
Beaufschlagen .des Prallbleches ri durch den Nebenstrahl aus der Wurfbahn des Hauptstrahles
mehr oder minder weit bzw. ganz hinausdrücken läßt.
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Fig.5 der Zeichnung zeigt ein Prallblech, aus der Strahlrichtung gesehen,
das sich oberhalb und unterhalb seines Schwenkpunktes den Düsen gegenüber nach derselben
Seite hin in Schrägstellung befindet.
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Fig.8 und 9 der Zeichnung zeigen Ansichten von vielfach geschlitzten
Standrohrenden bzw. Einsatzrohren, die zur Steuerung der Strahlstörung bei Kreisflächenregnern
geeignet sind.
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Es ist möglich, mehrere Strahlrohre und Nebendüsen am Schwenkrohr
anzuordnen und Reaktionsdruck als alleiniges oder zusätzliches Antriebsmittel zu
verwenden. Es können aber auch Flügelräder oder andere geeignete Antriebsvorrichtungen
benutzt werden. Bei einzelnen Ausführungsformen der Erfindung, besonders bei Verwendung
:der in den Fig. 8 und 9 gezeigten Strömungswiderstände, kann eine Geschwindigkeitsregelung
der Bewegung des Schwenkrohres dadurch erzielt werden, daß man die Prallbleche durch
ein Gestänge, ein Zugseil oder eine Feder mit einer am Schwenkrohr angeordneten
und auf dem Standrohr schleifenden Bremse verbindet.
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Das obere Ende des Standrohres und das untere Ende des Schwenkrohres
können konisch ausgebildet "-erden. -Man erreicht dadurch eine gute Abdichtung zwischen
Strömungswiderständen und Durchlaß und spart bei Verwendung eines graphithaltigen
Hartöles als Schmiermittel gleichzeitig eine besondere Dichtung für das Schwenklager.
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Verkleinerungen .der Regendecke 'können mit bekannten Mitteln herbeigeführt
werden.
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Der Fortschritt besteht gegenüber -den Regnern, die nur nach dem Drosselprinzip
arbeiten, darin, daß die maximale Wurfweite größer ist, daß eine starke Vergröberung
des Tropfenfalles vermieden und gleichzeitig eine gute Nahberegnung herbeigeführt
wird.
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Gegenüber den Regnern, die nach dem Strahlstörprinzip unter Verwendung
von Kurvenscheiben arbeiten, besteht der Fortschritt darin, daß die Übertragung
der Formgebung der Regendecke vom Standrohr auf den Strahl bzw. auf die Strahlstörmittel
nicht auf mechanischem, sondern auf hvdrodvnamischem Wege erfolgt, wodurch ungleichmäßige
Hemmungen des Antriebs vermieden werden.
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Gegenüber dem Regier mit dem viereckigen Ablenkring besteht der Fortschritt
darin, daß das Strahlrohr nicht extrem kurz gehalten und damit die maximale Wurfweite
beeinträchtigt zu werden braucht, daß auch dann, wenn ein Flügelrad bzw. ein Propeller
nicht verwendet wird, eine ausreichende Nahberegnung stattfindet und daß auch Reaktionsdruck
als Antriebsmittel verwendet werden kann.
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Außerdem ist ferner fortschrittlich, daß durc@i das Abtasten von Kurven
durch eine Schlitzöffnung beliebig geformte Flächen beregnet werden können, da sich
der Flüssigkeitsstrom auch den steilsten Kurven anpaßt, was mechanischen Mitteln
nicht möglich ist.
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Es ist möglich, den Regner dic'htungs- und getriebefrei herzustellen.
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Als Schwenkregner im Sinn der Beschreibung und der Patentansprüche
gelten Regner mit umlaufenden und mit hin und her schwenkbaren Rohren.
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Die Zeichnungen sind nicht maßstäblich zu betrachten.