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Einzelkornsämaschine mit Zellenrad
Bei Einzelkornsämaschinen mit Zellenrad ergeben sich häufig Störungen, z. B. Beschädigungen der Samenkörner, Klemmungen, Blockieren der Maschine, wenn übergrosse Samenkörner, mehrere Samenkörner oder Fremdkörper, z. B. Steine, Eisen- oder Holzstücke in die Zellen gelangen.
Um diesen Übelstand zu beseitigen, ist bereits eine Einzelkomsämaschine mit Zellenrad vorgeschlagen worden, bei welcher das Zellenrad einen durchlochten Kranz und zwischen diesem und dem Kernteil des Zellenrades eine Manschette aus nachgiebigem Material, z. B. Gummi, aufweist, welche zusammen die Zellen bilden. Diese nachgiebige Manschette gestattet ein Nachgeben des Zellenbodens, z. B. bei übergrossen Körnern.
Diese Nachgiebigkeit des Bodens der Zellen reicht indessen nicht für alle Anforderungen aus, z. B. bei grossen flachen Samenkörnern wie Maissamen, Reissamen, Sonnenblumensamen, da diese Körner in der Flächenausdehnung häufig Übergrössen aufweisen, wobei dann die Randteile an den Seitenwänden der Zellen gebrochen werden. Die bekannte Anordnung ist auch nur für umhüllte Samenkörner vorgesehen-.
Um allen Anforderungen zu genügen, sieht die Erfindung vor, dass nicht nur der Boden der Zellen, sondern auch die Seitenwände der Zellen aus nachgiebigem Werkstoff bestehen, so dass die Zellenwände in allen Richtungen federnd nachgiebig sind. Dadurch werden die vorgenannten Nachteile bei allen Formen von Übergrössen der Samenkörner oder in die Zellen gelangender Fremdkörper vermieden.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist das Zellenrad eine Umfangsnut auf, in die eine Einlage aus nachgiebigem Werkstoff eingebracht ist, welche die einzelnen Zellen enthält. Diese Ausbildung ist für eine allseitige Federung der Zellenwände, gute Wirkung der Maschine und für eine wirtschaftliche Herstellung des Zellenkranzes von besonderem Vorteil.
Zum Eingriff eines Auswerfers ist nach der Erfindung, wie an sich bekannt, eine durch die Zellenreihen geführte Umfangsrille von geringerer Breite und vorzugsweise grösserer Tiefe als die Zellen vorgesehen.
In weiterer Ausbildung der vorgenannten Anordnungen sieht die Erfindung ferner vor, dass der oder die die Zellen bildenden Körper aus federnd nachgiebigem Werkstoff ausser den Zellenöffnungen weitere Aussparungen aufweisen, welche ein Ausweichen des nachgiebigen Werkstoffes bei Auftreten von Druck auf diesen durch die Samenkörner bzw. dessen Deformation ermöglichen bzw. unterstützen.
Dies ist von besonderer Bedeutung bei der Herstellung der die Zellen bildenden Körper aus federnd nachgiebigem Werkstoff, z. B. Gummi, welche nur dann eine Federung aufweisen, wenn ihre Masse ausweichen kann.
Vorzugsweise werden nach der Erfindung dieAusweichaussparungen in den die Zellen bildenden Körpern unterhalb der Zellen angeordnet.
Vorteilhafterweise wird bei Anordnung einer die Zellen aufweisenden ringförmigen Einlage diese erfindungsgemäss an der Innenseite mit einer ringsumlaufenden Ausweichaussparung versehen.
In gewissen Fällen, z. B. bei flachen Samenkörnern wie Mais, Reis, Sonnenblumenkernen, deren Ungleichmässigkeiten hauptsächlich in ihren Breiten liegen, ist es nicht erforderlich, dass der Boden der Zellen nachgiebig ist.
Die Erfindung sieht daher auch die Ausbildung der Zellen lediglich mit Seitenwandungen aus nachgiebigem Werkstoff vor.
Die Erfindung bezieht sich weiter auf eine Ausbildung, bei welcher die Einlage aus nachgiebigem Werkstoff von zwei in der Achsrichtung des Zellenrades in Abstand voneinander stehenden Hälften besteht,
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welche einer halben Zelle entsprechende, halbkreisförmige, mit der offenen Seite einander zugekehrte Aussparungen besitzen, welche sich zu kreisförmigen Zellen ergänzen.
Als die Zellen bildende nachgiebige Werkstoffe werden vorzugsweise Gummi, Schaumstoffe od. dgl. verwendet.
In den Zeichnungen ist eine Einzelkornsämaschine nach der Erfindung in verschiedenen Ausführungs- formen beispielsweise dargestellt. Es zeigen Fig. 1 einen senkrechten Schnitt quer zur Achse durch eine
Sämaschine mit Zellenrad, Fig. 2 und 3. je einen Schnitt nach Linie A-B der Fig. 1, wobei in Fig. 2 ein
Samenkorn normaler Grösse in einer Zelle und in Fig. 3 ein Samenkorn in Übergrösse in einer Zelle ver- anschaulicht sind, Fig. 4 und 5 ähnliche Schnitte wie Fig. 2 und 3 durch ein Zellenrad mit andersgestalteter, die Zellen bildender Einlage, wobei in Fig. 5 die Verformung der Zellenwandungen durch ein übergrosses Samenkorn angedeutet ist, Fig. 6 zum Teil in einem ähnlichen Schnitt wie Fig. 2 und 3 und teilweise in Seitenansicht ein Zellenrad mit einer weiteren Ausführung der die Zellen bildenden Ein- lage.
In den Zeichnungen bezeichnet a das Zellenrad, b den Vorrats- und Zuführtrichter für die Samenkörner, c eine drehbare Abstreifrolle, d eine Führungsleiste und f den Auswerfer für die Samenkörner.
Nach Fig. 1, 2 und 3 weist der Kranz al des Zellenrades am äusseren Umfang eine ringsumlaufende Nut g auf. In diese ist eine ringförmige Einlage h aus elastischem (federndem) Material, z. B. Gummi, Schaumstoff od. dgl. eingesetzt, welche die Zellen i bildenden Aussparungen von kreisförmiger Gestalt aufweist. k ist die durch die Zellenreihe geführte Umfangsrille zur Aufnahme des Auswerfers.
In Fig. 1 und in Fig. 3 ist ersichtlich, wie die Wandungen der Zellen bzw. die federnd nachgiebige Einlage durch ein übergrosses Samenkorn nachgeben kann bzw. elastisch verformt wird, so dass auch z. B. übergrosse Samenkörner glatt unter die Abstreifrolle und die Führungsleiste hindurchgehen, ohne Störungen im Betrieb der Maschine oder Beschädigungen der Samenkörner zu bewirken. Nach Auswerfen z. B. der übergrossen Samenkörner, Fremdkörper od. dgl. gehen die Zellen zufolge der Elastizität der Einlage wieder in ihre ursprüngliche Gestalt zurück.
Bei der Ausführung der Einzelkornsämaschine nach Fig. 4 und 5 ist die an der Aussenseite die Zellen i bildende Einlage h aus nachgiebigem Material in eine ringsumlaufende Aussparung g des Zellenradkernes eingesetzt. Die Einlage h weist an der Innenseite einen ringsumlaufenden Ausschnitt 1 auf, welcher in einem Abstand unterhalb der Zellen i liegt. Durch diesen Ausschnitt bildet die Einlage an der Innenseite seitlich ringsumlaufende Schenkel m mit in Richtung der Drehachse des Zellenrades nach innen geneigten inneren Flächen ml. Zwischen der Aussparung l und den Zellen i befindet sich ein Steg n in der Einlage h.
Bei der Ausführungsform der Einzelkornsämaschine nach Fig. 6 besteht der Boden der Zellen i nicht aus nachgiebigem Material. Er wird von dem Kranz al des Zellenrades gebildet, welcher vorzugsweise aus Metall besteht. Die Einlage aus nachgiebigem Material wird von zwei ringförmigen Hälften hl, h1 gebildet, welche an den benachbarten Seiten in Abstand voneinanderstehen und dadurch die Rille k für den Auswerfer f bilden. Die Hälften hl weisen halbkreisförmige Aussparungen p auf, welche sich zu kreisförmigen Zellen i ergänzen. Sie gehen bis zum Boden der Aussparung g des Radkranzes al durch. q sind die Verformung der Zellenwandungen ermöglichende oder unterstützende Aussparungen in den Einla- gen h1.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einzelkornsämaschine mit Zellenrad, bei der der Boden der einzelnen Zellen aus nichtnachgiebigem oder nachgiebigem Werkstoff wie Gummi, Schaumstoff od. dgl. besteht, dadurch gekennzeichnet, dass nur oder auch die Seitenwände der Zellen (i) aus nachgiebigem Werkstoff hergestellt sind.