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Fernrohrbrille
Die Erfindung betrifft eine Fernrohrbrille für Fehlsichtige.
Bei bekannten Fernrohrbrillen sind ein oder zwei Fernrohre mit Objektiv und Okular in einem Brillen- gestell angeordnet. Da Träger von Fernrohrbrillen meist nicht nur schwachsichtig sondern auch fehlsichtig sind, benötigen sie ausser dem vergrössernden Fernrohr auch die Fehlsichtigkeit korrigierende Mittel. Diese Linsen sind je nach Art der Fehlsichtigkeit sphärisch und/oder zylindrisch geschliffen.
Es ist bekannt, zum Ausgleich der Fehlsichtigkeit Linsen mit der benötigten sphäro-zylindrischen Wirkung augenseitig auf die Okulare der Fernrohrbrille aufzustecken. Da es unwirtschaftlich wäre, Aufstecklinsen für jeden Typ und Grad von Fehlsichtigkeit auf Lager zu halten, müssen die Aufstecklinsen für jeden
Rezeptfall einzeln hergestellt werden.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Fernrohrbrille zu schaffen, die den Ausgleich von verschiedenen Fehlsichtigkeiten auf wirtschaftliche Weise und mit einfach zu handhabenden Mitteln ermöglicht.
Gemäss der Erfindung bestehen bei einer Fernrohrbrille für Fehlsichtige die Okulare aus zwei Gliedern, von denen das eine zugleich der sphärischen, das andere der zylindrischen Korrektion dienen kann. Diese beiden Glieder eines Okulares sind vorzugsweise zwei meniskenförmige Einzellinsen deren Hohlseiten dem Auge zugekehrt sind.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die beiden zweckmässigerweise mit Fassungsringen versehenen Glieder eines Okulares einzeln im Fernrohrtubus gegen solche anderer sphärischer oder zylindrischer Wirkung auswechselbar angeordnet.
Es hat sich gezeigt, dass bei der Fernrohrbrille gemäss der Erfindung jedes sphärische Korrektionsglas mit jedem zylindrischen Korrektionsglas kombiniert werden kann ohne dass die Güte der Abbildung beeinträchtigt wird.
Der Vorteil der erfindungsgemässen Fernrohrbrille kann durch ein Zahlenbeispiel besonders anschaulich gezeigt werden : Wird für die sphärische Korrektion (bei Über- oder Kurzsichtigkeit) ein Bereich von - 30, 0 bis +25, 0 dpt mit Stufungen von 0, 5 dpt und für die zylindrische Korrektion (bei Astigmatismus) ein Bereich von 0, 0 bis 6, 0 dpt in der Stufung 0, 25 dpt in Betracht gezogen, so ergeben sich 111 X 25 = 2 775 Kombinationen, die alle vorkommen können.
Während bei den bekannten Femrohrbrillen mit festem Okular zum Ausgleich aller dieser Arten und Grade von Fehlsichtigkeit 2774 verschiedene Aufstecklinsen benötigt werden, genügt es bei der erfindungsgemässen Brille, hiezu eine von 111 verschiedenen sphärischen Linsen mit einer von 25 verschiedenen zylindrischen Linsen zu kombinieren und als Okularglieder einzusetzen. Diese 126 verschiedenen Linsen lassen sich aber ohne Schwierigkeiten handhaben, so dass eine Rezeptanfertigung von Korrektionsgläsern nicht mehr erforderlich ist.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden an Hand der Figuren erläutert, in denen ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Fernrohrbrille dargestellt ist. Es zeigen : Fig. l die Fernrohrbrille in perspektivischer Ansicht von vorne ; Fig. 2 eine Seitenansicht und Fig. 3 eine Teilansicht von Fig. 2 mit einem Schnitt durch den okularseitigen Teil des Fernrohres.
In dem Brillengestell l der Fernrohrbrille sind beidseitig des Nasenbügels 2 zwei Fernrohre 3 mit Objektiv und Okular in bekannter Weise angeordnet. Wie die Fig. 3 zeigt, ist zu diesem Zweck in den Fassungsrand 4 des Brillengestells eine Ringscheibe 5, z. B. aus durchsichtigem Kunststoff als Träger für das optische System eingelassen, die das okularseitige Ende 6 des Fernrohrtubus 7 aufnimmt. Mittels eines auf
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das Aussengewinde 8 des Tubusendes 6 aufgeschraubten Gewinderinges 9 wird der Fernrohrtubus, der oberhalb der Ringscheibe 5 eine mit einem Ring 11 aus elastischem Material belegte Schulter 10 aufweist, gegen die Ringscheibe 5 gehalten.
Das Okular besteht erfindungsgemäss aus zwei Gliedern 12 und 13. Eines dieser Glieder, u. zw. im gezeigten Fall das augenseitig angeordnete Glied 12, dient nur der zylindrischen Korrektion, das andere Glied, hier das objektivseitige Glied 13, dient nur der sphärischen Korrektion. Beide Glieder sind meniskenförmige Einzellinsen, deren Hohlseiten dem Auge zugekehrt sind.
Die Okularglieder 12 und 13 sind einzeln in Ringen 14 und 15 gefasst. Der Fassungsring 15 liegt an einer Schulter 16 im Tubus 7 an, während der Fassungsring 14 mittels eines in das okularseitige Tubusende 6 eingeschraubten Sicherungsringes 17 gegen den Ring 15 anliegend gehalten wird.
Wird der Sicherungsring 17 herausgeschraubt, so können die Okularglieder 12 und 13 zusammen mit ihrenFassungsringen 14 und 15 leicht aus dem Tubus herausgenommen und unabhängig voneinander gegen Korrektionsglieder anderer Stärke ausgetauscht werden. Die erfindungsgemässe Fernrohrbrille kann daher bei sich ändernder Fehlsichtigkeit stets ohne Schwierigkeiten und ohne grossen Aufwand angepasst werden, was besonders bei zunehmender Kurz-oder Übersichtigkeit zu geschehen hat. In diesem Fall wird dann das Okularglied 13 durch ein stärker sphärisch korrigierendes Glied ersetzt, während das zylindrische Glied weiter verwendet werden kann.
Die in der Fig. 3 gezeigte Konstruktion lässt erkennen, dass ausserdem der azimutale Winkel des zylindrischen Korrektionsgliedes bequem nachgestellt werden sowie der Abstand der Glieder 12 und 13 voneinander und vom Objektiv zusätzlich durch Änderung der Form bzw. Höhe der Fassungsringe 14 und 15 va- riiert werden kann.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Fernrohrbrille für Fehlsichtige, dadurch gekennzeichnet, dass das oder die Okulare aus zwei Gliedern bestehen, von denen das eine zugleich der sphärischen, das andere der zylindrischen Korrektion dienen kann.