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Lichtabsorbierendes Filter zum photographischen Kopieren
Die Erfindung betrifft ein lichtabsorbierendes Filter, das zusammen mit einer photographisch zu ko- pierenden Vorlage auf durchsichtigem Träger zur Herstellung einer Kopie, in der die Abstufung der Farbtöne durch das Filter korrigiert wurde, dient.
Es ist bereits bekannt, in thermographische Kopiermaschinen mit einer Infrarotstrahlungsquelle und Vorrichtung zur Aufnahme wärmeempfindlichen Kopiermaterials und des zu kopierenden Originals ein lichtdurchlässiges Filter zwischen die Strahlungsquelle und eine der beiden genannten Komponenten einzubauen, um ein scharfes Abschneiden der Infrarotstrahlung von Wellenlängen oberhalb ungefähr 5500 zu erreichen und dadurch eine störende Beeinflussung des Kopiermaterials zu verhindern. Da jedoch die Fähigkeit des Filters, sichtbares Licht durchzulassen, durch diese Strahlung nicht betroffen wird, ändert dieses in keiner Weise die Tonabstufung der hergestellten Kopien.
Das erfindungsgemässe Filter ist zunächst lichtdurchlässig und enthält in seiner Zusammensetzung eine oder mehrere photochrome Verbindungen, die, wenn sie elektromagnetischer Strahlung von Wellenlängen über 3200 ausgesetzt werden, aus ihrem normalen farblosen in einen farbigen Zustand überwechseln, und es ist die Aufgabe der Erfindung, diese Verbindung oder Verbindunger so in das Filter einzubeziehen, dass sie gegen eine mechanische Beschädigung geschützt sind und ihre Filterwirkung keine Verzerrungen hervorruft.
Gegenstand der Erfindung ist somit ein lichtabsorbierendes Filter zum photographischen Kopieren, bestehend aus einem durchsichtigen Film aus z. B. Celluloseacetatbutyrat und aus mindestens einem photochromen, d. h. unter Einwirkung von aktinischem Licht unter Farbbildung reagierenden Stoff.
Das kennzeichnende Merkmal des erfindungsgemässen Filters besteht darin, dass der photochrome Stoff bzw. die photochromen Stoffe in dem Film gleichmässig verteilt in fester Lösung vorliegt bzw. vorliegen.
In einem Beispiel für die Verwendung des Filters nach seiner Vorbereitung durch die beschriebene Anstrahlung wird ein mit einer normalen Halogensilber-Emulsion beschichtetes Aufnahmeblatt unter eine Lichtquelle gelegt, die eine einer Farbtemperatur zwischen 2800 und 70000 K entsprechende Strahlung aussendet. Diese Lichtquelle projiziert ein Bündel diffuser Lichtstrahlen durch die Vorlage des zu kopierenden Bildes, wobei die erstere ein Negativ oder ein Positiv sein kann, und anschliessend durch das durch Anstrahlung vorbereitete Filter, wodurch das Bild auf das darunterliegende lichtempfindliche Kopiermaterial projiziert wird.
Das Filter enthält erfindungsgemäss eine oder mehrere photochrome Verbindungen, die zu der Grup-
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beständig sind, jedoch in fester oder flüssiger Lösung auf ultraviolette elektromagnetische Strahlung ansprechen, indem sie Strahlung zwischen 4000 und 5500 absorbieren. Da eine Handhabung des Filters leichter ist, wenn dieses aus einer festen Lösung solcher Verbindungen besteht, ist bei der bevorzugten Form des Filters die'betreffende Verbindung bzw. sind die betreffenden Verbindungen in einem möglichst lichtdurchlässigen, festen filmbildenden Stoff gelöst, der in Blattform fest und selbsttragend ist. Um eine zusätzliche Festigkeit zu erhalten, kann der Film jedoch auch als Schicht auf ein möglichst lichtdurchlässiges Trägermaterial, wie beispielsweise Glas od. ähnl., aufgebracht werden.
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Die durch die lichtdurchlässigen Flächen der Vorlage gehende ultraviolette Strahlung beeinflusst die darunterliegenden entsprechenden Flächen des Filters mehr als die durch die dunklen Stellen der Vorlage gelangende Strahlung von entsprechend verminderter Intensität. Es wird daher auf dem Filter selbst ein
Umkehrbild der Vorlage erzeugt. Dieses Maskenbild überträgt beim Kopieren das Bild der Vorlage durch seine differenzierte Lichtabsorption, so dass die durch ihre stärker durchsichtigen Teile dargestellten Ein- zelheiten besser herausgebracht werden, ohne dass sich die Einzelheiten ihrer dunkleren Teile beim Ko- pieren verschlechtern.
Diese Besonderheiten des Filters hängen von den lichtabsorbierenden Eigenschaften der in ihm ver- wendeten photochromenVerbindung (en) ab. Diese Eigenschaften bestimmen die durch das Filter hindurch- gehenden differenzierten Lichtmengen der verschiedenen Wellenlängen.
Es versteht sich, dass die Eigenschaften des Filters auch je nach der Menge der in einer Flächeneinheit des Filters verwendeten photochromen Verbindung variieren, und dass sich daher die Menge der verwende- deten photochromen Verbindung nach den Besonderheiten des Negativs richten sollte.
Weist das Negativ grosse Unterschiede in der Deckkraft seiner Teile auf und sollen die Einzelheiten in jedem Bildteil ohne Rücksicht auf Farbtonverschiedenheiten in der Kopie herausgebracht werden, so ist es zweckmässig, das Filter feineinstellbar etwa in 6 mm Abstand von der Vorlage anzubringen ; andern- falls sollte das Filter mit dem Negativ unmittelbar in Berührung stehen.
Nimmt man an, dass der Träger für das Filtermaterial stark lichtdurchlässig ist, so genügen 0,1 bis
0,5 g der photochromen Verbindung für 10 dm2.
Das Filter kompensiert über- und unterbelichtete Teile des transparenten Bildes, so dass dadurch
Einzelheiten ohne weiteres auf dem lichtempfindlichen Material wiedergegeben werden, die normaler- weise nicht kopierfähig sind.
Das durch Beschichten einer Platte mit einer filmbildenden Lösung einer photochromen Verbindung oder mehrerer solcher Verbindungen gewonnene, getrocknete Filter ist empfindlich gegenüber Tages- und Kunstlicht und muss daher vor seiner Verwendung im Dunkeln oder stark gedämpften Licht aufbewahrt werden. Nach Verwendung des Filters zum Erzeugen einer Kopie der Vorlage bleibt das mittels des ultravioletten Lichtes erzeugte Bild auf dem Filter erhalten und kann somit zur Herstellung weiterer Kopien des gleichen transparenten Bildes verwendet werden.
Auf dem Filter wird das zu kopierende Bild der Vorlage erzeugt, indem es einem starken Licht, wie beispielsweise Sonnenlicht oder einer besonderen Quelle für ultraviolettes Licht, ausgesetzt wird, und kann dann in einem photographischen Kopierapparat, in dem entweder Kontakt- oder optische Kopien hergestellt werden, Verwendung finden. Nachdem das Maskenbild auf dem Filter durch Anwendung der beschriebenen ultravioletten Strahlung hergestellt ist, wird es mit Licht, aus dem die ultraviolette Komponente grösstenteils eliminiert ist, bestrahlt, und es ergeben sich die beschriebenen hochwertigen Kopien.
Die genannten oder diesen gleichwertige photochrome Verbindungen können einzeln oder in Mischungen in einer Lösung oder flüssigen Mischung eines normalerweise festen filmbildenden Stoffes oder in einem flüssigen Weichmacher für den filmbildenden Stoff gelöst werden. Nach Verfestigung eines daraus hergestellten, als Schicht aufgeklebten oder aufgegossenen Filmes bleiben die photochrome Verbindung oder die Verbindungen, die bei Temperaturen unter zirka 2500C fest s nd, in fester Lösung mit dem filmbildenden Stoff. Wie bereits erwähnt, kann der Film in flüssigem Zustand auf Glas oder ein gleichwertiges durchsichtiges Material aufgebracht und anschliessend zum Filter verfestigt werden oder ein auf einer glatten Fläche gebildeter Film kann nach seinem Festwerden von dieser abgezogen werden und bildet dann ein festes, selbsttragendes Filter.
Es folgen nun einige spezifische Beispiele für die Herstellung solcher filmbildender Lösungen, die Zahlenangaben bedeuten Gewichtsteile.
Beispiel l : Celluloseacetatbutyrat bestehend aus etwa 507o gebundenen Celluloseresten, 37o gebundenen Butyryl-, Igo gebundenen Acetyl-und 2% freien Hydroxylgruppen
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<tb>
<tb> Celluloseester <SEP> 25, <SEP> 0
<tb> chloriertes <SEP> Diphenyl <SEP> mit <SEP> 60 <SEP> Gew.-% <SEP> Chlorgehalt <SEP> 25, <SEP> 0
<tb> Toluol <SEP> 28,0
<tb> Methyläthylketon <SEP> 22, <SEP> 0
<tb> Äthanol, <SEP> 95going <SEP> 5 <SEP> 4
<tb> Butanol <SEP> 0,6
<tb> photochrome <SEP> Verbindung <SEP> 0, <SEP> 375 <SEP>
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Beispiel 2 :
Celluloseacetatbutyrat bestehend aus etwa 50% gebundenen Celluloseresten, 3Wo gebundenen Butyryl-, 13% gebundenen Acetyl-und 2% freien Hydroxylgruppen
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<tb>
<tb> Celluloseester <SEP> 25,0
<tb> Dioctylphthalat <SEP> 25, <SEP> 0
<tb> Toluol <SEP> 32, <SEP> 0 <SEP>
<tb> Aceton <SEP> 10,0
<tb> Äthanol, <SEP> 95'ig <SEP> 8,0
<tb> photochrome <SEP> Verbindung <SEP> 0,2
<tb>
Die vorstehenden Beispiele ergeben feste Filme, die mehr als 0,05 mm dick sind. Solche Filme können auch einseitig oder beidseitig auf durchsichtigen, steifen Kunstharzplatten oder Glasplatten aufgebracht werden, wenn vom Filter eine gewisse Steifigkeit verlangt wird.
Das nicht angestrahlte Filter wird auf der Vorlage so angebracht, dass es auf dieser ohne Zwischenraum aufliegt, worauf dann die beiden zusammen zuerst dem ultravioletten Licht ausgesetzt werden und dann als Grundlage für das eigentliche Kopieren des Bildes dienen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Lichtabsorbierendes Filter zum photographischen Kopieren, bestehend aus einem durchsichtigen Film aus z. B. Celluloseacetatbutyrat und aus mindestens einem photochromen, d. h., unter Einwirkung von aktinischem Licht unter Farbbildung reagierenden Stoff, dadurch gekennzeichnet, dass der photochrome Stoff bzw. die photochromen Stoffe in dem Film gleichmässig verteilt in fester Lösung vorliegt bzw. vorliegen.