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Kerngarn
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Garn zu schaffen, das, zu Maschenwaren oder Webwaren verarbeitet, den Waren eine hohe Elastizität gibt und ausserdem das Aussehen, den Griff und die Eigenschaften einer aus natürlichen Gespinsten, z. B. Baumwollgarn, Wollgarn, Leinengarn u. dgl., und/oder deren Gemischen hergestellten Ware verleiht.
Es wurde durch die österr. Patentschrift Nr. 209229 bereits ein voluminöses Kerngarn mit einer Seele aus kontinuierlichen Fasern und einer Umkleidung aus diskontinuierlichen Fasern bekannt, bei welchem insbesondere die Voluminosität des Garnes durch Längenverminderung der Seele erreicht wird. Dieses Garn ist dadurch gekennzeichnet, dass die Seele aus synthetischen gekräuselten Elementarfäden besteht. Dieses
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nämlich durch eine Überdehnung des Kräuselgarnes und eine darauffolgende Verzwirnung, erhalten. Demnach findet eine gemeinsame Verdrehung von nur zwei Fäden, also eine Verzwirnung zweier Fäden, statt. Daher kommt der Kunststoffaden an die Oberfläche des Garnes, zumal sein maximaler Abstand von dieser gleich der Stärke des mitverzwirnten Fadens ist. In Ware, z. B.
Wäsche, verarbeitet, ergibt sich daher eine hohe Häufigkeit von Hautberührungen mit dem Kräuselfaden.
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zwei im entgegengesetzten Drehsinn laufenden dünnen Fäden, z. B. Haar, zu umspinnen. Dieses Garn, in der brit. Patentschrift Nr. 373, 303 beschrieben, ist unelastisch.
Gegenüber den bekannten gedeckten Kräuselgarnen unterscheidet sich das Garn nach der Erfindung dadurch, dass die Umkleidung aus mindestens zwei in an sich bekannter Weise im entgegengesetzten Drehsinn laufenden Fäden besteht.
Der besondere Vorteil des erfindungsgemässen Garnes bzw. der daraus hergestellten Ware 0liegt darin, dass der synthetische Kernfaden durch die Umwickelung, Umf1echtung oder Umklöppelung nicht unmittelbar mit der Haut in Berührung kommen kann, weil sich die Umhüllungsfäden kreuzen und daher der Abstand der Kunststoffseele von der Oberfläche des Garnes in jedem Spannungszustand des Garnes gleich der doppelten Fadenstärke des umhüllenden Fadens ist. Das Aufliegen von synthetischen Fäden, insbesondere von Kräuselfäden, wird bekanntlich von empfindlicher Haut nicht immer vertragen. Deshalb ist der Kernfaden derart umwickelt, umflochten bzw. umklöppelt, dass die beiden Deckfäden den Kernfaden in seiner Gebrauchslage vorteilhaft abdecken.
Die aus einem solchen Garn hergestellte Ware ist, im Gegensatz zu einem aus rein synthetischen Garnen hergestellten Produkt oder zu einem nur einen natürlichen Faden aufweisenden Garn, besonders schweisssaugend und daher hygienisch einwandfrei. Durch die vorgeschlagene Umhüllung hat ein aus diesem Garn hergestellter Artikel den Vorteil, dass er die-auch aus gesundheitlichen Gründen - sehr geschätzten Eigenschaften eines reinen Baumwoll-, Woll-, Leinen-u. dgl.
- Artikels, wie Griff, Saugfähigkeit und Luftdurchlässigkeit, ungeschmälert zur Wirkung bringt und ausserdem noch die hohe Elastizität und Strapazfähigkeit des Kräuselgarnes repräsentiert. Weiters behält ein solches Produkt nach der Wäsche seine Form und Elastizität bei.
Da als Deckfäden Gespinste aus verschiedenen Materialien, vorzugsweise aus natürlichen- Fasern und/oder deren Gemischen, verwendet werden können, lassen sich bei mit erfindungsgemässen Fäden hergestellten Maschenwaren und Webwaren, z. B. beim Färben, verschiedene Effekte erzielen. Überdies kann auch der Kernfaden mit verschiedenartigen Gespinsten, z. B. verschieden aufgemachten oder verschieden eingefärbten Fäden, gedeckt werden.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung werden an Hand der schematischen Zeichnung, welche beispielsweise die Erzeugung von erfindungsgemässen Fäden auf einer Gummiumspinnmaschine veranschaulicht, nachstehend näher erläutert.
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Wie aus der Zeichnung ersichtlich, wird der zu umwickelnde Kräuselfaden 1 vorzugsweise von einem sogenannten"Pineapple"-Cone 2 über Kopf abgenommen und durch eine Fadenbremse 3 gezogen, welche der Kräuselfaden 1 in vollkommen gespanntem Zustand verlässt. Dieser gespannte (geglättete) Faden 1 passiert dann eine obere Hohlspindel 4 bzw. 5, auf welcher sich Spulen mit dem Umwickelgut befinden.
Die beiden Spindeln 4,5 und die darauf befindlichen Spulen rotieren in entgegengesetzter Richtung, so dass die von den Spulen ablaufenden Umspinnfäden im Uhrzeigersinn bzw. entgegengesetzt zu diesem um den Kernfaden (Seele) herumgewickelt werden. Der dann nach dem Verlassen der oberen Spule 5 fertig umwickelte Faden 1 gelangt über eine Zugvorrichtung 6 und 7 zu einer Einrichtung 8, welche das fertige Garn entspannt auf Spulen, Haspeln od. dgl. aufwindet.
Das Umwickeln erfolgt in zwei Lagen, wobei die den Kern umwickelnden Fäden in an sich bekannter Weise im entgegengesetzten Drehsinn laufen. Beim Umflechten werden die Fäden des Systems von dem einen Ende nach dem andern durch Verschränkung (Kreuzung) vereinigt. Beim Umklöppeln hingegen werden die Fäden des Systems von dem einen Ende nach dem andern fortschreitend durch Schränkung (Kreuzung) und Zwirnung vereinigt.
Der erfindungsgemässe Faden ist geradeliegend und besitzt den grössten Teil der Elastizität seiner Seele, also des Kräuselfadens. Die Dehnbarkeit des Fadens nach der Erfindung reicht vollkommen für die Herstellung von hochelastischen Maschen- und Webwaren aus.