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Spritzgussmaschine
Die Erfindung betrifft eine Spritzgussmaschine mit horizontaler Anordnung des Spritzgussaggregates, bestehend z. B. aus Spritzkopf, Plastifizierungszylinder, Presskolben, Antriebsvorrichtung für den Presskolben sowie einem Oberteil mit Granulatbehälter und Dosiervorrichtung, sowie wechselbar horizontaler und vertikaler Anordnung des Formenschliessaggregates.
Der Erfindung liegt die technische Aufgabe zugrunde, diese an sich bekannte Spritzgussmaschine so weiterzubilden, dass die Voraussetzungen für ein wahlweises Einspritzen in die Trennfuge und durch die Formenaufspannplatte hindurch quer zur Trennfuge in die Spritzgussform hinein gegeben sind und darüber hinaus die technischen Mittel für eine sehr einfache räumliche Abstimmung von Spritzzylinder und Spritzgussform in der jeweiligen räumlichen Zuordnung des Formenspannaggregates geschaffen werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass am Formenschliessaggregat die Spannplat- ten befestigt sind und dasFormenschliessaggregat in Höhe der mit der Achse der Spritzdüse übereinstimmen- den Hauptachse der Maschine mit dem Maschmenfuss formschlüssig verbunden und das gesamte Spritzgussaggregat an einem in bezug auf die Hauptachse axial verschiebbaren Träger befestigt ist.
Der Erfindungsgegenstand wird nunmehr an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigt : Fig. 1 eine Draufsicht auf die Spritzgussmaschine bei abgenommenem Oberteil, wobei das Oberteil im wesentlichen einen Granulatbehälter 8 und eine Dosiervorrichtung 9 umfasst.
Das Formenschliessaggregat 4 ist in horizontaler Anordnung mit dem Maschinenfuss verbunden ; Fig. 2 eine Seitenansicht der teilweise geschnittenen Spritzgussmaschine bei weggelassenem Untergestell ; Fig. 3 einen Schnitt nach Linie III-III von Fig. 1 ; Fig. 4 eine Vorderansicht der Spritzgussmaschine mit dem Maschinenuntergestell 19, 20, Das Formenschliessaggregat ist vertikal angeordnet ; Fig. 5 die Spritzguss-
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sowie einenmatik-oder Hydraulikzylinders 2, während das rechte Ende des Gabelkopfes den Preys- odeur Plastifizierungszylinder 3 aufnimmt. An diesen schliesst sich eine Spanneinheit an, die das Formenschliessaggregat 4 mit der Spritzgussform 5 aufnimmt, die nur in Fig. 1 eingetragen ist. Die Gussform 5 ist auf Spannplatten 5a, 5b befestigt.
In Fig. 1, welche die Spritzgussmaschine mit abgenommenem Oberteil zeigt, ist auch der Presskolben 6 sichtbar. In Fig. 1 ist die Spannplatte 5b verdeckt. In Fig. 2 ist das Oberteil 7 zu erkennen, das den Granulatbehälter 8 mit Deckel 8', die Dosiervorrichtung 9 und die Gehäuseaussparung 10 umfasst. Die Gehäuseaussparung 10 ist derart ausgebildet, dass sie eine Gewichts- oder Volumendosierungsvorrichtung aufnehmen kann. Der ganze Oberteil 7 ist abnehmbar auf dem Spritzaggregat angeordnet, was ein leichtes Auswechseln des Granulates gestattet. Das Spritzaggregat mit dem Hydraulikzylinder 2, dem Presskol- ben 6 und dem Presszylinder 3 weist eine horizontale Haupt- oder Druckachse A-A auf, die mit der Achse der Spritzdüse übereinstimmt (Fig. 1, 2).
Das Spritzaggregat ist in einem Träger 21 gelagert, der ein Lager aufweist, welches die Hauptachse A-A konzentrisch umschliesst. Der Träger 21 ist verstellbar im Maschinenfuss 1 gelagert und kann sich mittels Fortsätzen 22 gegen den Maschinenfuss abstützen. Die Verstelleinrichtung besteht, wie Fig. 3 zeigt, aus einer im Maschinengestell gelagerten Welle 11. mit der drehschlüssig Schraubenräder 12, 13 verbunden sind, welche mit Schraubenrädern 14, 15 in Eingriff
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stehen, die ortsfest, jedoch drehbar im Maschinengestell gelagert sind. Die Schraubenräder 14,15 sitzen auf parallel zur Hauptachse angeordneten und mit dem Träger 21 fest verbundenen Schraubspindeln 16,
17. Die Welle 11 kann durch Betätigen einer Handkurbel 18 in Drehung versetzt werden.
Die Verstellen- richtung ermöglicht eine Veränderung des Abstandes zwischen dem Spritzgussaggregat und dem Formen- schliessaggregat 4.
Eine solche Verstellbarkeit ist notwendig, weil der Düsenmund des Spritzgussaggregates immer genau auf die Trennfuge der Spritzgussform eingestellt werden muss, und die Lage dieser Trennfuge abhängig ist von der Grösse der Spritzgussform.
Die Spanneinheit mit dem Formenschliessaggregat 4 ist um 90 verstellbar an der Maschine angeord- net. Dies gestattet eine horizontale oder vertikale Anordnung der Spritzgussform 5. In Fig. 2 ist die Spann- einheit in horizontaler Lage dargestellt, während sie in Fig. 5 in vertikaler Lage gezeichnet ist. Die vertikale Einstellung der Spanneinheit mit der Giessform 5 ist dann zweckmässig, wenn beispielsweise im
Zentrum eines radialsymmetrischen Spritzlings ein Metallteil eingebettet werden soll. Eine genaue Ein- bettung eines solchen Metallteiles an der gewünschten Stelle im Spritzling ist nur bei vertikaler Anordnung der Giessform und damit der Spanneinheit möglich.
Aus den Fig. 4 und 5 ist zu erkennen, dass unterhalb des Fusses 1 zwei Untergestelle 19,20 angeordnet sind, welche die elektrischen, pneumatischen und hydraulischen Steuermittel sowie die Motorpumpe für die Kühlflüssigkeit enthalten.
Wesentlich für die Erfindung ist somit die Schaffung einer Spritzgussmaschine mit horizontaler Anordnung des Spritzgussaggregates, bestehend z. B. aus Spritzkopf, Plastifizierungszylinder 3, Presskolben 6, Antriebsvorrichtung 2 für den Presskolben sowie einem Oberteil 7 mit Granulatbehälter 8 und Dosiervorrichtung 9, sowie wechselbar horizontaler und vertikaler Anordnung des Formenschliessaggregates.
Dabei empfiehlt es sich, wie am Beispiel gezeigt, den Plastifizierungszylinder 3, den Presskolben 6 und die Antriebsvorrichtung 2 gleichachsig anzuordnen und als bauliche Einheit zu gestalten.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Träger 21 parallel zur Hauptachse A-A angeordnete Schraubspindeln 16,17 fest verbunden sind, auf denen im Maschinenfuss ortsfest gelagerte Schraubenräder 14,15 aufgesetzt sind, deren jedes mit einem weiteren Schraubenrad 12,13 kämmt, welch letztere drehschlüssig mit einer, im Maschinengestell gelagerten und über eine Handkurbel 18 betätigbaren Welle 11 verbunden sind.
Von besonderer Bedeutung ist weiter, dass die Achse einer jeden der Schraubspindeln 16,17 in gleicher Höhe wie die Hauptachse A-A liegt.
Durch die angeführten Massnahmen werden folgende Vorteile erzielt : Da sich sämtliche Lagerstellen bzw. Abstützpunkte von Spritzgussaggregat und Formenschliessaggregat in den beiderseits, in Höhe der und symmetrisch zur Hauptachse des Presskolbens (=Druckachse der Maschine) verlaufenden Armen des Maschinenfusses befinden, werden die beim Einspritzvorgang auftretenden axialen Drücke (verursacht durch den Presskolben) zwischen Formenspannaggregat mit Spritzgussform und Spritzgussaggregat zentral aufgefangen, ohne dass diese Drücke sich in einer Hebelwirkung äussern können. Bei bekannten Spritzgussmaschinen ist dies jedoch der Fall.
Ferner weist die erfindungsgemässe Spritzgussmaschine eine bisher unerreichte Anpassungsfähigkeit an Spritzgussformen unterschiedlicher Abmessungen sowie auch an die sonstigen spritztechnischen Erfordernisse auf.
Das Spritzgussaggregat ist nämlich stufenlos und mittels der Kurbel 18 beliebig axial verschiebbar.
Somit besteht auch die Möglichkeit, bei vertikalem Formenspannaggregat in die Trennfuge der Spritzgussform zu spritzen und hiebei durch axiale Verstellung des Formenspannaggregates Spritzdüse und Trennfuge aufeinander abzustimmen. Hiemit ist wiederum sichergestellt, bei horizontalem Formenspannaggregat durch eine Aussparung in der Aufspannplatte hindurch, rechtwinklig zur Trennfuge in die Spritzgussform zu spritzen undhiebei durch axiale Verstellung des Spritzgussaggregates (an derKurbe118) dieSpritz- düse am Plastifizierungszylinder und die Einspritzöffnung an der Spritzgussform aufeinander abzustimmen.
Diese Vorteile sind auch gegenüber den neuesten, bisher bekanntgewordenen Spritzgussmaschinen sichergestellt. So ist eine kippbare Spritzgussmaschine bekannt, bei der sowohl in stehender als auch in liegender Stellung aus einer im Drehzapfen angeordneten horizontalen Spritzvorrichtung in die Trennfuge einer Form plastifizierter Kunststoff gespritzt wird. Der Formschliessteil dieser Maschine lässt sich um den Spritzzylinder als festen Drehpunkt kippen.
Diese Spritzgussmaschine wurde auch zur Erzielung einer mühelosen bzw. stufenlosen Einstellbarkeit der Spritzdüse in bezug auf die Trennfuge weitergebildet. Eine Einspritzung des thermoplastischen Werkstoffes quer zur Trennfuge ist aber bei diesen an sich bekannten Anordnungen weder möglich noch vorge-
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sehen. Dies ist jedoch gerade wichtig, weil für die vielseitige Verwendbarkeit einer Spritzgussmaschine, insbesondere zur Herstellung von Spritzlingen, die von komplizierter Gestalt sind und in vielen Fällen nur unter Verwendung von Einlagen herstellbar sind, die mit der erfindungsgemässen Maschine geschaffenen wahlweise einstellbaren Möglichkeiten einer Einspritzung in die Trennfuge bzw. einer Einspritzung quer zur Trennfuge durch die Aufspannplatte hindurch von grosser Bedeutung sind.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Spritzgussmaschine mit horizontaler Anordnung des Spritzgussaggregates, bestehend z. B. aus Spritzkopf, Plastifizierungszylinder, Presskolben, Antriebsvorrichtung für den Presskolben sowie einem Oberteil mit Granulatbehälter und Dosiervorrichtung sowie wechselbar horizontaler und vertikaler Anordnung des Formenschliessaggregates, dadurch gekennzeichnet, dass am Formenschliessaggregat (4) die Spannplatten befestigt sind und das Formenschliessaggregat inHöhe der mit der Achse der Spritzdüse übereinstimmenden Hauptachse (A-A) der Maschine mit dem Maschinenfuss formschlüssig verbunden und das gesamte Spritzgussaggregat an einem in bezug auf die Hauptachse axial verschiebbaren Träger (21) befestigt ist.