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Dammbalkensatz Ein Dammbalkensatz vor den Wehrverschlüssen, Schleusentoren, Turbineneinläufen usw., dient mei- stensdazu, einenteileines Flussquerschnittes zu versperren, damit im Schlitze der Baumbalkensperre Re- paraturarbeiten, Anstricharbeiten u. dgl. durchgeführt werden können.
Er kann aber auch als eine Art Sicherheitstor im Gefahrenfalle fU ! 1gieren, wenn z. B. der dahinter lie- gende reguläre Betriebsverschluss sich nicht ganz schliessen lässt, der Leitapparat einer Turbine nicht pro- grammgemäss arbeitet od. dgl.
In solchen aussergewöhnlichen Betriebsfällen besteht die Gefahr, dass der Stausee oder die Haltung ausfliesst od. dgl.
Aus solchen und vielerlei andern Gründen kann es erwünscht sein, den Dammbalkensatz nicht bloss in ruhendem sondern auch in strömendem Wasser einbringen zu können.
Besonders hauf1g wlId wahrend der Bauausführung ein Dammbalken im strömenden Wasser zu versetzen sein, damit dahinter Bauarbeiten, z. B. Aufbetonieren eines Wehrrückens, durchgeführt werden können.
Die für solche Zwecke eigens gestalteten Dammbalken sollen als Strömungsdammbalken bezeichnet werden. Die österr. Patentschriften Nr. 203419 und 204960 geben Richtlinien für ihre konstruktive Durchbildung.
Nicht minder wichtig als die Konstruktion der Strömungsdammbalken ist aber die Ausbildung der dazugehörigen Hebezeuge.
Hiefürkommen, indenNischengetrennt laufende, Flaschenzüge, die mit Ausklinkmechanismus ausgestattet sind, wie sie im Prinzip in der österr. Patentschrift Nr. 220556 beschrieben sind oder Zangenbalken in Betracht.
Soferne man nun aus irgendwelchen Gründen eine Anordnung der ersten Art nicht verwirklichen kann, muss man sich der Zangenbalken bedienen.
Die bisher bekannten Zangenbalken bestehen bei grösseren Anlagen aus einem Fachwerksystem ohne Stauwand, in dem ein Zangen-Mechanismus zum Versetzen der Dammbalken eingebaut ist. Auch allseitig mit gekrümmten Wanden versehene, röhrenartige Zangenbalken, mit stromlinienformiger Oberfläche, sind bekannt.
Ein eingehendes Studium und die zur Kontrolle duichgeführten Modellversuche haben nun bewiesen, dass die Zangenbalken der bekannten Bauweisen im strömenden Wasser so bedeutende Kräfte hervorrufen, dass unter Umständen selbst Strömungsdammbalken nicht versetzt oder nicht gelöst werden können, weil der Zangenbalken in der Strömung zu grosse, nach aufwärts gerichtete, hydrodynamische Kräfte enthält, die ein Ausklinken verhindern.
Die an einem Zangenbalken auftretenden hydraulischen Kräfte werden aber erträglich, wenn sie ähn- lich wie die sogenannten Ström Jngsdammbalken, ausgebildet werden, also mit einer ebenen, vertikal angeordneten Stauwand, die vorzugsweise in der gleichen Ebene wie jene der Stauwand der Dammbalken liegt. Die vertikale Stauwand kann im übrigen ein beliebig geformtes Flächenwerk, z. B. eben, gebogen, gewellt, gekantet od. dgl. sein.
Der Zangenbalken ist für den sich bei der beabsichtigten Verwendung ergebenden grössten Druck zu bemessen.
Erfindungsgemäss ist daher ein Dammbkensaz vorgesehen, dessen Zangenbalken, aus beliebigem Material, eine vertikale Stauwand aufweist und als oberster Dammbalken versetzt ist oder lediglich zum Ziehen des Dammbalkens benUtzt wird.
Der Zangenbalken kann also nicht allein zum Einbringen und Ziehen der Dammbalken, sondern zu-
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gleich als oberster Dammbalken verwendet werden.
Wenn ein Kran mit hoher Tragfähigkeit ohnedies vorhanden ist (etwa zum Ein- und Ausbau von Maschinensätzen), kann der Zangen-Dammbalken gleich hoch wie die übrigen Dammbalken gewählt werden. Ist die Leistungsfähigkeit des Krans jedoch durch den Dammbalkensatz allein bedingt, dann wird man aus wirtschaftlichen Gründen dem Zangen-Dammbalken eine geringere Bauhöhe geben.
Die Bauweise des neuen Strömuigsdammbalkensatzes ist in der Zeichnung in mehreren willkürlich gewählten Beispielen schematisch dargestellt.
Fig. l zeigt die Anordnung mit einem reinen Dammbalkcnkian, Fig. 2 die Anordnung bei Vorhandensein eines Maschinenkranes etwa einer Freiluftkraftstation, Fig. 3 zeigt die Verwendung des Dammbalkensatzes als Betriebsverschluss (Dammbalkenwehr). Mit 1 sind die Strömungsdammbalken, mit 2 die Zangenbalken, mit 3 der Kran und mit 4 die auch beim Zangenbalken vorhandene Stauwand bezeichnet.