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Verfahren und Einrichtung zum Umführen von Walzgut Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Umführen von Walzgut auf seinem Wege von einem Walzengerüst zum nächsten sowie eine Einrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Ziel der Erfindung ist es, das sogenannte Peitschen des Walzgutes beim Auslaufen aus einer Walzstufe, insbesondere bei offenen Strassen, zu dämpfen und dadurch die Bildung von Verschlingungen zu- 'verlässig zu vermeiden.
Es wurden bereits verschiedenerlei Einrichtungen zur Erreichung dieses Zieles vorgesehen und vorgeschlagen. Insbesondere sind bereits sogenannte Peitschkästen, Schlagkästen oder Fangschächte vorgesehen worden. Die Fliehkraft des peitschenden Walzgutendes bewirkt jedoch beim Auftreffen auf die Seitenwände solcher Einrichtungen einen Rückprall, der unweigerlich eine Verformung des Walzgutes zu einer sogenannten Klanke zur Folge hat. Diese Klanke kann beim Einlaufen in die nächste Walzstufe abreissen und den Einlauf verlegen, wobei sie zu empfindlichen Betriebsstörungen Anlass gibt.
Die vorgenannten bisher bekannten Einrichtungen mussten deshalb sehr kompliziert ausgeführt werden, um einigermassen eine Gewähr dafür zu geben, dass Verschlingungen des Walzgutendes nicht auftreten.
Es wurde beispielsweise vorgeschlagen, den Boden des Schlingenbsttes stufenförmig ansteigend auszubilden, wobei sich das anstauende Walzgut von Stufe zu Stufe bewegen muss, wenn sich die Walzgutschlinge allmählich vergrössert. Das Peitschen der Walzgutendes soll hiebei dadurch gemildert werden, dass sich das Walzgut infolge der Fliehkraft jeweils gegen eine der Stufen des Schlingenbettes legt. Diese konstruktiv komplizierte Einrichtung kann jedoch nur dann befriedigend wirksam werden, wenn sie in ihren Dimensionen jeweils genau den im Einzelfall vorliegenden Walzverhältnissen angepasst ist. Dies erfordert naturgemäss eine Vielzahl solcher verschieden dimensionierter Einrichtungen und dementsprechend einen hohen Kostenaufwand.
Die Erfindung löst das eingangs erwähnte Problem hingegen in einer wesentlich einfacheren Weise.
Beim Umführen von Walzgut in einer in ihrer Grösse veränderlichen Schlinge wird gemäss der Erfindung diese Schlinge zumindest teilweise durch eine Flüssigkeit geführt. Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass die von dieser Flüssigkeit auf das auslaufende Schlingenende ausgeübte Dämpfung so wirksam ist, dass ein Peitschen dieses Schlingenendes in einem unerwünschte Verformungen verursachenden Ausmass zuverlässig vermieden wird.
Als Flüssigkeit wird im allgemeinen Wasser verwendbar sein. In manchen Fällen ist aber auch die Verwendung eines Öles, einer Emulsion od. dgl. empfehlenswert, so z. B. beim Walzen legierter Stähle, bei denen eine wenngleich nur geringe Abschreckwirkung in der Flüssigkeit vermieden werden muss.
Die Flüssigkeit muss in diesen Fällen auf eine Temperatur erhitzt werden, bei welcher eine solche Abschreckwirkung zuverlässig vermieden ist.
Eine zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens geeignete Einrichtung besteht vorzugsweise aus einer im Bereich der Walzgutschlinge angeordneten Flüssigkeitswanne. Diese Wanne ist zweckmässig in einem solchen Abstand von der Schlingenführung anzuordnen, dass die aus dieser Schlingenführung austretende, sich vergrössernde Walzgutschlinge allmählich in die Flüssigkeitswanne eintritt.
Die Flüssigkeitswanne kann ferner eine obere Abdeckung aufweisen, die z. B. beim Auftreten von Fehlleitern, d. h. von Walzgut, das den Einlauf verfehlt, nötigenfalls als Schlingenbett bzw. zur Abfuhr des Walzgutes benutzbar ist.
Um das jeweilige Ausmass der sich vergrössernden Schlinge des Walzgutes beobachten zu können, empfiehlt es sich nach einem weiteren Erfindungsmerkmal, die Abdeckung mit Schauöffnungen zu versehen ; diese Schauöffnungen dienen gleichzeitig zur Abfuhr der in der Wanne sich entwickelnden Dämpfe.
Es ist vorteilhaft, den Wannenboden gegen die Schlingenführung hin ansteigen zu lassen. Neben andern Vorteilen wird damit die Anordnung einer Auslassöffnung an der tiefsten Stelle der Wanne ermöglicht. Diese Auslassöffnung kann zur Entfernung von Verunreinigungen benutzt werden, z. B. zur Entfernung von in der Flüssigkeit befindlichem Walzzunder.
Gemäss einer vorteilhaften Nebenerscheinung des erfindungsgemässen Verfahrens tritt eine Minderung der Zunderbildung an dem in die Flüssigkeit eingeführten Walzgut dadurch ein, dass dieses Walzgut eine bloss oberflächliche, leichte Abschreckung in der Flüssigkeit erfährt, welche die Oberflächentemperatur
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