<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren und Vorrichtung zum Wellen von Faserzementplatten
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Wellen vorgefertigter, frischer Faserzementplatten auf einem mit Sauglöchern versehenen Formunterbau unter Benutzung einer über diesen nachgiebig gespann- ten, flexiblen Auflage, mit welcher die daraufliegende Platte gegen die wellenförmige Oberseite des
Unterbaues geschmiegt und verformt wird. Die Erfindung befasst sich weiters mit Vorrichtungen zur Durch- führung dieses Verfahrens.
Bei einem der bisher bekannten Verfahren dieser Art wird die frische Faserzementplatte auf eine wellenförmige, starre Formunterlage aufgelegt und mit einer Gegenform in Gestalt von Walzen, die an einem absenkbaren Rahmen höhenverschieblich angeordnet sind, einer Druckeinwirkung unterzogen. Diese Walzen sind in unterschiedlichen Höhenlagen an absenkbaren Rahmen so aufgehängt, dass die zur Bildung der mittleren Welle der Platte dienende Walze beim Niedersenken des Rahmens zuerst auf die Faserzementplatte aufsetzt und dann nach Formung der mittleren Welle nacheinander die zu beiden Seiten der mittleren Walze angeordneten Walzen paarweise gleichzeitig immer zwei Wellen erzeugen unter stufenweisem Heranziehen der Seitenabschnitte der Faserstoffplatte an die zuerst eingewellte mittlere Plattenzone.
Bei einem andern bekannten Verfahren wird eine Einrichtung benutzt, bei welcher der Formunterteil und der Formoberteil aus Einzelkörpern bestehen, die eine der zu bildenden Welle angepasste Arbeitsfläche und eine langgestreckte Gestalt aufweisen und die beim Niedersenken des Formoberteiles quer zu ihrer Längsausdehnung gegen den mittleren Einzelkörper hin zusammengeschoben werden. Hiebei wird die auf eine lose, auf die Einzelkörper des Formunterteils aufgelegte flexible Lage aus Gummi oder anderem elastischem Werkstoff aufgebrachte, frische Faserzementplatte beim Niedersenken des Formoberteiles und dem dabei erfolgenden Zusammenschieben der Einzelkörper zwischen der flexiblen Lage des Formunterteiles und einer an der Unterseite des Formoberteiles angebrachten gleichartigen flexiblen Lage eingewellt.
Zur Sicherstellung des Festhaftens der flexiblen Lagen an den Einzelkörpern ist vorgesehen, die Einzelkörper hohl zu gestalten und an den die Arbeitsflächen bildenden Wandungen mit Löchern zu versehen, an denen die flexiblen Unterlagen mittels eines in den Einzelkörpern erzeugten Vakuums an den Wandungen der Einzelkörper festgesaugt werden.
Ebenfalls auf der Verwendung von gegeneinander verschiebbaren steifen Formkörpern beruht die Arbeitsweise einer weiterhin bekannten Einwellvorrichtung, bei der jedoch auf die Benutzung eines Formunterteiles mit gegeneinander verschiebbaren Einzelkörpern verzichtet ist. Die gegeneinander verschiebbaren Formkörper des Formoberteiles sind in einem aus einer flexiblen Umhüllung gebildeten Saugstempel mit mehreren, in ihrem Volumen veränderbaren Kammern untergebracht. Der Saugstempel kann, da der unterseitig Abschnitt der Umhüllung luftdurchlässig ist, durch Saugwirkung eine zu verformende ebene Faserstoffplatte aufnehmen und tragen.
Das Einwellen der Platte erfolgt durch mechanisch bewirktes Zusammenschieben der steifen Formkörper, während die Umhüllung mit der zu verformenden Platte durch Saugwirkung an der Unterseite der Formkörper festgehalten ist.
Bekannt ist weiterhin ein Verfahren zum Wellen von vorgefertigten frischen Faserzementplatten unter Verwendung eines Formtisches, der an der Oberfläche die Gestalt der zu bildenden Wellplatte aufweist. Auf die Formtischoberfläche wird die Faserzementplatte durch eine fahrbare Fördereinrichtung von oben her so abgelegt, dass sie sich durch Eigengewichtswirkung in Wellenform auf die Formtischoberfläche auf-
<Desc/Clms Page number 2>
lagert, und durch einen vertikalen Glättdruck wird sie zum satten Anschmiegen gegen die Formerober- fläche gebracht. Der"GU1ttdruck wird entweder mit Hilfe leichter Walzen und/oder durch einen von unten her gegen die Wellentäler der Formtischoberfläche wirkenden Unterdruck erzeugt.
Durch den Unterdruck wird zugleich derjenige Abschnitt der bereits in Wellenform abgelegten Faserzementplatte mit den Wel- lentälern an der Oberfläche des Formtisches fixiert, der sich unmittelbar vor der jeweiligen Ablegestelle befindet.
Die Schwierigkeit des Einwellens von frischen Faserzementplatten beruht in erster Linie darin, dass bei Bildung der Wellenscheitel und der Wellentäler die konvex gekrümmten Abschnitte auf Zug und die konkav gekrümmten Abschnitte auf Druck beansprucht werden. Hiebei besteht die Gefahr, dass das Ober- flächengefüge der weichen frischen Faserzementplatte eine Gefügeveränderung erfährt und an den Wel- lenscheiteln leicht Risse entstehen, die zu erhöhter Wasseraufnahme und dadurch zu Frostschäden führen können.
Die Erfindung setzt sich nun zum Ziele, diese Gefahr der Rissbildung auszuschliessen und ausserdem die Profilhaltigkeit gewellter Faserzementplatten zu verbessern sowie schliesslich das Einwellverfahren wesentlich zu vereinfachen und zu verbilligen.
Nach der Erfindung wird dies durch derart vorteilhafte Ausgestaltung des Einwellverfahrens der ein- gangs beschriebenen Art erreicht, dass die auf ein luftdurchlässiges, während des ganzen Einwellvorganges unter quer wirkenden starken Zugkräften stehendes Gewebe od. dgl. aufgelegte Faserzementplatte durch vorzugsweise in deren Mitte einsetzende und gegen die Randabschnitte fortschreitende Beaufschlagung mit Saugluft an die mit Sauglöchern versehene, profilierte Decke des starren Saugkastens angesaugt wird.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung dieses Einwellverfahrens wird durch die Vakuumeinwirkung zu- erst in der Mittelzone der Faserzementplatte eine erste Welle gebildet und werden anschliessend nach- einander immer beiderseits gleichzeitig zwei weitere Wellen erzeugt.
Das erfindungsgemässe Verfahren unterscheidet sich demgemäss von allen bisher bekannten und in der
Praxis gebräuchlichen Einwellverfahren prinzipiell dadurch, dass die Wellenbildung nicht, wie bisher, unter alleiniger bzw. zusätzlicher Anwendung von mechanisch arbeitenden, hin und her bzw. auf-und abwärts bewegten Mitteln, sondern ausschliesslich durch ein auf die eine Plattenseite wirkendes, nach- einander die verschiedenen Plattenzonen erfassendes Vakuum auf einer stufenweise nachgezogenen flexiblen, luftdurchlässigen Lage durchgeführt wird. Hiebei werden die Fasern in den kritischen Zonen, d. h. in den Wellenscheitel und in den Wellentälern, bei weitem nicht so stark beansprucht, wie bei unmittelbarer mechanischer oder pneumatischer Druckeinwirkung auf die Faserzementplatte in vertikaler oder in horizontaler Richtung.
Der Scheitel einer bereits gebildeten Welle ist durch Saugkraft an der Formunterlage unverschiebbar festgelegt und bleibt, wenn im weiteren Verlauf der Wellenbildung die seitlichen Abschnitte der flexiblen Lage mit der Faserzementplatte in Richtung auf die bereits gewellte mittlere Zone der Faserzementplatte nachgezogen werden, von jeder Zug- und Druckbeanspruchung frei.
Beim Einwellen der Faserzementplatte nach dem erfindungsgemässen Saugverfahren finden in den einzelnen Schichten der Wellenscheitel keine Verzerrungen statt, die Faserzementplatte wird vielmehr sanft um die Wellenscheitel der Saugkastendecke herumgezogen, ohne dass in der Faserzementplatte eine Gefilgeänderung eintritt. Das gleiche gilt für die Bildung der Wellentäler. Damit ist die Hauptursache für das Entstehen von Oberflächenrissen beseitigt.
Da die auf der gesamten Fläche mit einer Vielzahl von Löchern kleinen Durchmessers versehene Formunterlage einen in sich starren Körper mit unveränderlicher exakter Oberfläche bildet und die Wellenformung ausschliesslich durch Vakuumeinwirkung erfolgt, wobei die in der Querrichtung wirkenden Saugkraftkomponenten von der flexiblen Lage aufgenommen werden, ist eine genaue, profilgetreue Formgebung der Platten mit fest zusammenhängender Oberfläche sichergestellt. So ist es möglich, Asbestzement-Wellplatten mit grosser, mittlerer und kleiner Wellenhöhe sowohl mit symmetrischer als auch, was bislang stets besondere Schwierigkeiten bereitet hat, mit asymmetrischer Wellenform einwandfrei herzustellen.
Bekannt ist ein Verfahren zur Herstellung von gewellten Faserstoff-Zementplatten, bei welchem eine pastenförmige Mischung von Faserstoffen und Zement auf die gewellte und mit Sauglöchern versehene Decke eines mit einer flüssigkeitsdurchlässigen Gewebelage bedeckten Saugkastens aufgetragen wird. Bei dem bekannten Verfahren ist die Gewebelage von vornherein gegen die gewellte Decke des Saugkastens, dessen Wellenform genau folgend, dicht angeschmiegt, und sie bleibt bei der mit hin-und herbewegten Verteilerwalzen und Druckwalzen durchgeführten Plattenbildung und der dabei stattfindenden Materialverdichtung unverändert auf der Saugkastendecke liegen. Durch die Saugwirkung des Saugkastens wird überschüssiges Wasser aus der pastenförmigen Faserstoff-Zementmischung abgesaugt, wobei die Gewebe-
<Desc/Clms Page number 3>
lage als Filter dient.
Ausserdem wird durch die Saugwirkung des Saugkastens das die Mischungsmasse tra- gende Gewebe an der Saugkastendecke festgehalten, wenn die Verteilerwalzen und die Druckwalzen über die Mischungsmasse hin-und hergeführt werden, um die Masse zu einer Wellplatte zu formen.
Bei dem erfindungsgemässen Verfahren kann die gegen die gewellte, perforierte Formunterlage wir- kende Saugkraft auf die gesamte Fläche der Faserzementplatte gleichmässig stark oder variabel so zur
Einwirkung gebracht werden, dass das Faserzementmaterial an allen Stellen zweckentsprechend verdichtet wird, unabhängig davon, ob die Faserzementplatte im frischen, ebenen Ausgangszustand an einzelnen
Stellen fertigungsbedingte Stärkendifferenzen im Rahmen der zulässigen Toleranzen aufweist oder beiden nacheinander zur Behandlung kommenden Faserzementplatten Stärkendifferenzen vorhanden sind.
Die schonende Behandlung der weichen Faserzementmasse wird durch die straff über die Formunterlage gespannte flexible Lage begünstigt und kann weiterhin auch dadurch erreicht werden, dass Vakuumhöhe und
Einwirkungsdauer des Vakuums entsprechend der Eigenart des Faserzementmaterials bei jeder einzelnen Einwellungszone zweckentsprechend angewendet werden. So kann es für die Erhaltung des Oberflächengefüges der frischen Faserzementplatte von Nutzen sein, die Bildung der ersten Welle jeder Platte etwas langsamer und der übrigen Wellen in schnellerer Taktfolge durchzuführen. Der gesamte Einwellvorgang nimmt wesentlich geringere Zeit in Anspruch als bei den bisher bekannten Einwellverfahren, wodurch eine grössere Leistungsfähigkeit und eine erhöhte Rentabilität der aus sehr einfachen Vorrichtungen bestehenden Anlage gegeben ist.
Bei dem erfindungsgemässen Einwellverfahren erweist es sich weiterhin als zweckmässig, dass jede einzelne Welle zuerst unter schwachem Vakuum (von etwa 30%) gebildet und danach auf die Talzone mit verstärktem Vakuum (etwa 800/0) eingewirkt wird.
Zur Durchführung dieses oben beschriebenen Verfahrens können Vorrichtungen mit einem Saugkasten, dessen starre, gewellte Decke mit zahlreichen Sauglöchern versehen und von einer flexiblen, luftdurchlässigen Auflage aus Gewebe od. dgl. überdeckt ist, verwendet werden.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung werden solche Vorrichtungen derart vorteilhaft ausgebildet, dass der Saugkasten in einzelne, je einer Welle seiner Decke zugeordnete Kammern unterteilt ist, die an eine gemeinsame Saugleitung angeschlossen und mit Absperrorganen für ihr nacheinander stattfindendes, stufenweises Einschalten ausgerüstet sind, und dass über der gewellten Decke die luftdurchlässige, dünne flexible Auflage beispielsweise aus zerreissfestem Kunststoffgewebe durch Belastungsgewichte gespannt angeordnet ist.
Bei dieser Vorrichtung können unter den Zonen an den Wellentälern der Saugkastendecke getrennte Kanäle gebildet sein, die nach Erzeugung eines schwachen Vakuums in den sie umgebenden Kammern mit verstärktem Vakuum beaufschlagt werden.
Weiters sind zweckmässig an den Wellenbergen der Kastendecke die Scheitelbereiche ohne Sauglöcher geschlossen ausgeführt, wodurch in den Scheiteln der Wellenberge das Oberflächengefüge der Faserzementplatte erhalten bleibt.
Weiters ist wesentlich, dass nach Bildung jeder Welle an der Faserzementplatte der Wellenscheitel auf der gelochten Formunterlage unverschiebbar festgelegt wird. Zu diesem Zwecke sind bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung an den Wellenbergen der Kastendecke die Scheitelbereiche aus feststehenden oder drehbaren Walzen gebildet, an deren Mäntel unter Freilassung von über die ganze Dekke verteilten schmalen Saugschlitzen die übrigen Blechabschnitte der Kastendecke heranreichen.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung kann, dank ihrer baulichen Einfachheit, ohne Schwierigkeiten in kürzester Zeit für die Fertigung von verschiedenen Wellplattenprofilen umgestellt werden. Hiezu muss lediglich sowohl der Saugkasten als auch der Saugstempel je in einen andern mit der gewünschten Profilierung ausgetauscht werden, eine Arbeit, die in weniger als einer Stunde durchführbar ist. Die bislang gebräuchlichen Einwellvorrichtungen lassen zum grössten Teil eine Umstellung für die Fabrikation ver- schiedener Wellplatten überhaupt nicht zu.
Soweit einige der bekannten Vorrichtungen umbaufähig sind, erfordern die Umbauarbeiten einen Arbeitszeitaufwand von etwa einer Woche, womit nicht nur hohe Lohnkosten verbunden sind, sondern was vor allem auch den grossen Nachteil mit sich bringt, dass die Vorcichtung während dieser Zeit für die Fabrikation ausfällt.
Die Absperrorgane können vorteilhaft mittels einer elektrischen Steuereinrichtung automatisch betätigt werden. Durch Auswechseln der Belastungsgewichte ist es möglich, die die Gewebelage spannende Kraft auf das Gewicht der jeweils einzuwellenden Faserzementplatten abzustimmen.
Die Belastungsgewichte müssen nach Beendigung des Einwellvorganges in der erreichten HöchststelLung gesperrt werden, damit sie, wenn die gewellte Faserstoffplatte mittels eines Saugstempels bekannter rt von der Decke des Saugformkastens abgehoben wird, nicht nach unten fallen und durch unkontrollier-
<Desc/Clms Page number 4>
bares Spannen der Gewebelage die frisch eingewellte Platte deformieren oder beschädigen können.
In Weiterausbildung dieses Erfindungsgedankens schlägt die Erfindung vor, die flexible Lage mit ihren seitlichen Randkanten an Walzen festzulegen und für das gegenläufige Drehen der Walzen entgegen den durch Gewichtsbelastung auf sie einwirkenden Drehmomenten einen zwangsläufigen Antrieb durch einen Bremsgetriebemotor vorzusehen, der durch ein das zeitlich nacheinander erfolgende Einschalten der einzelnenSaugkammern bewirkendes elektrisches Koataktwerk so gesteuert ist,
dass die Belastungsgewich- te nach Massgabe der für das Bedecken der jeweils mit Saugluft beaufschlagten Abschnitte der Saugkastendecke erforderlichen Zonenbreiten der flexiblen Lage mit langsamer gesteuerter Hubgeschwindigkeit ab- gehoben und nach Abnehmen der fertig gewellten Faserzementplatte durch den automatisch auf Rilek- wärtsgang umgeschalteten Bremsgetriebemotor wieder in die Ausgangsstellung abgesenkt werden.
Hiebei rutscht die flexible Lage mit der darauf liegenden frischen Faserzementplatte unter genauer Abstimmung auf das Intätigkeittreten der einzelnen Saugkammern langsam nach, und das Einwellen der einzelnen Flächenabschnitte der Faserzementplatte erfolgt mit konstanter Einwellgeschwindigkeit so langsam, dass der zu wellenden Platte entsprechend ihrer Dicke genügend Zeit zur Wellenverformung verbleibt. Nach Beendigung des Einwellvorganges und nach Abnehmen der fertiggewellten Faserzementplatte von der Decke des Saugkastens wird der Bremsgetriebemotor automatisch auf Rückwärtsgang umgeschaltet. Die Belastungsgewichte, die die flexible Lage über der Saugkastendecke straff gespannt halten, werden dabei langsam in ihre Ausgangsstellung niedergesenkt, ohne dass auf die flexible Lage übermässig hohe Spannkräfte einwirken können.
Ein besonderes Problem ist das Einwellen von übernormal starken Faserzementplatten. Beim Einwellen starkwandiger Faserzementplatten auf den bisher bekannten mechanisch wirkenden Einwellvorrichtungen treten in jedem Fall an den Aussenseiten der Wellenberge Risse auf. Selbst bei Anwendung des vorbe- schriebenen Saugverfahrens nach der Erfindung lassen sich beim Einwellen von überstarken Faserzementplatten Risse nicht immer vermeiden. Die Ursache hiefür liegt offenbar darin, dass das Material der Faserzementplatten infolge der grossen Plattenstärke in der äusseren Schicht eine zu starke Dehnung erfährt, wenn es über die Wellenberge der Saugkastendecke herumgezogen wird.
Der Schwierigkeit des Einwellens von Faserzementplatten grosser Wandstärke auf mechanisch wirkenden Verformungseinrichtungen hat man in der Praxis bislang dadurch zu begegnen versucht, dass man dem Asbestzementmaterial, aus dem die einzuwellenden Platten auf der Formatwalze vorgefertigt werden, Beimischungen von organischen Stoffen, beispielsweise Zellulose, zusetzt, die bis zu 40% des Rohgewichtsanteiles des Fasermaterials betragen. Die zusätzlichen organischen Beimischungen ermöglichen, da sie dem Plattenmaterial erhöhte Plastizität verleihen, eine bessere, teilweise sogar rissefreie Einwellung, verringern aber auf der ändern Seite die Witterungs- und Alterungsbeständigkeit der Fertigerzeugnisse in erheblichem Ausmass.
Aus diesem Grunde ist die Beimischung von Zellulose bei der Herstellung von Asbestzement-Wellplatten nach den deutschen und internationalen Normen für Asbestzement nicht zulässig.
Beim Einwellen überstarker Asbestzementplatten wurde weiters auch versucht, durch Anfeuchten der Platten zu besseren Ergebnissen zu kommen. Durch Anfeuchten kann man zwar die Plastizität des Plattenmaterials erhöhen, muss damit aber den schwerwiegenden Nachteil einer beträchtlichen Verminderung der Festigkeit der fertigen Platte in Kauf nehmen. Das Plattenmaterial wird zudem durch die Anfeuchtflüssigkeit aufgeschwemmt, was sich in einer Erhöhung des Porenvolumens und in einer unerwünschten Vergrösserung des Wasseraufnahmevermögens der fertigen Wellplatte ungünstig auswirkt.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemässen Einwellverfahrens werden nun diese beim Einwellen starkwandiger Faserzementplatten entstehenden Schwierigkeiten dadurch beseitigt, dass die frische Faserzementplatte zur Erzeugung einer Vorwellung auf einem mit Längsstegen versehenen Förderband an den Saugkasten herangebracht und in dem durch die Stege vorgewellten Zustande, in welchem die Teilung der nach oben gewölbten Längsstreifen grösser ist als diejenige der Wellen der Kastendecke, mittels eines Saugstempels, der mit zu den durch die Stege des Förderbandes vorgewölbten Längsstreifen der Faserzementplatte passenden muldenförmigen Ausnehmungen versehen ist, so auf die straff gespannte, flexible Auflage übertragen wird,
dass die Längsstreifen der Platte auf der flexiblen Auflage hohl liegen und beim zonenweisen Ansaugen derselben gegen die profilierte Kastendecke von dem zuerst an dieser festgelegten mittleren Zonenstreifen bzw. von den bei der vorangegangenen Beaufschlagung mit Saugluft fertiggeformten Wellen her auf der flexiblen Auflage entgegengesetzt zu deren Einziehrichtung ein kleines Stück nachrutschend gegen die Wellenscheitel der gewellten Kastendecke zum Anschmiegen gebracht werden, wobei die Wellenscheitel der Längsstreifen denjenigen jener Wellenberge der Kastendecke genau gegenüberstehen, die bei der nächstfolgenden Saugung die Wellenverformung bewirken.
<Desc/Clms Page number 5>
Eine andere Ausbildung des erfindungsgemässen Verfahrens dient insbesondere für das Einwellen stark- wandiger Faserzementplatten zu kleinen Wellen und besteht darin, dass die frische Faserzementplatte durch einen sie vom Zubringer auf die über die Saugkastendecke nachgiebig gespannte, flexible Auflage übertragenden, zonenweise nacheinander mit Saugluft beaufschlagten Saugstempel in breiten Längsstrei- fen zu Wellen vorgeformt wird, die breiter, aber flacher und in grösserer Teilung angeordnet sind als die
Wellen der profilierten Kastendecke, und die beim zonenweisen Ansaugen der flexiblen Auflage gegen die profilierte Decke von dem zuerst an dieser festgelegten mittleren Zonenstreifen bzw.
von den bei der vorangegangenen Saugung fertiggeformten Wellen her auf der flexiblen Auflage entgegengesetzt zu deren
Einziehrichtung ein kleines Stück nachrutschen gegen die Wellenscheitel der Kastendecke zum An- schmiegen gebracht werden, wobei die Wellenscheitel der vorgewellten Längsstreifen denjenigen jener
Wellenberge der Kastendecke genau gegenüberstehen, die bei der nächstfolgenden Saugung die Wellenverformung bewirken.
Der konstruktive Aufbau sowie weitere Erfindungsmerkmale der zur Durchführung des beschriebenen
Einwellverfahrens bestimmten Vorrichtung werden an Hand der in der Zeichnung dargestellten beispielsweisen Ausführungsformen solcher Einwellvorrichtungen beschrieben. Es zeigen Fig. 1 bzw. 2 und 3 die einfachste Form des Saugkastens in Ansicht bzw. Querschnitte desselben, vergrössert, Fig. 4 die Vorder- ansicht einer maschinellen Antriebseinrichtung für das periodische stufenweise Nachziehen der flexiblen Lage und für das Wiederabsenken der sie spannenden Belastungsgewichte und Fig. 5 eine Draufsicht zu Fig. 4, Fig. 6 das Schaltschema des zu der Einrichtung nach Fig. 4 gehörenden Kontaktwerkes und Fig. 7 die einzelnen Schaltstellungen, Fig. 8-16 Einrichtungen und dazu gehörige Einzelteile für das Vorwellen der Faserzementplatten.
In Fig. 1 bezeichnet 1 einen prismatischen Blechkasten von länglich-rechteckiger Grundrissform in Längen- und Breitenabmessungen, die etwas grösser sind als die Länge und Breite der einzuwellenden Faserzementplatte 6 im flach ausgebreiteten Zustand. Der Kasten 1 ist nach oben durch eine wellenförmig gestaltete Decke 2 abgeschlossen, die mit einer Vielzahl von über die gesamte Deckenfläche verteilten Löchern 3 versehen ist. Der Kasteninnenraum ist durch parallel zu den Kastenlängswänden verlaufende vertikale Zwischenwände 4 in mehrere Einzelkammern 5 unterteilt, deren Zahl um eins grösser ist als die Anzahl der Wellen in der zu bildenden Wellplatte.
Im gezeichneten Ausführungsbeispiel ist eine Vorrichtung zur Herstellung von Wellplatten dargestellt, die, wie üblich, an der einen Randkante in einem ansteigenden Wellenschenkel 6a und an der andern Randkante in einem absteigenden Wellenschenkel6b endet und beispielsweise fünf Wellen aufweist.
Die Zwischenwände 4 sind, unter luftdichtem Abschluss der einzelnen Kammern 5 gegeneinander, unterhalb der Scheitellinien der einzelnen Wellenberge der gewellten Kastendecke 2 angeordnet. Jede einzelne Kammer 5 ist durch einen Stutzen 7 mit einer T-förmigen Saugleitung 8 verbunden, deren Abzweigrohr 8'an einen in der Zeichnung nicht dargestellten Vakuumerzeuger, z. B. ein Sauggebläse bekannter Bauart angeschlossen ist. In jeden der Anschlussstutzen 7 ist ein Absperrorgan 9 eingebaut, das mittels eines Betätigungshebels 9'von Hand oder, besser noch, durch eine geeignete Steuereinrichtung automatisch geöffnet und geschlossen werden kann.
Über die gewellte Decke 2 des Saugformkastens 1 ist eine luftdurchlässige flexible Lage 10, beispielsweise eine Gewebelage aus zerreissfesten Kunststoffäden, gelegt. Die über Konsolen 13 an den beiden Kastenlängswänden herunterhängenden Randkantenabschnitte der flexiblen Lage 10 sind mit Hohlsäumen 11 versehen, in welche als Belastungsgewichte wirkende Metallstangen 12 eingesteckt sind. Das Gewicht der Metallstangen 12 ist auf das Gewicht der einzuwellenden Faserzementplatte 6 so abgestimmt, dass die flexible Lage im straff gespannten Zustand die auf sie aufgelegte ebene Faserzementplatte 6 zu tragen imstande ist.
Die Arbeitsweise der vorstehend in den wichtigsten Teilen beschriebenen Einwellvorrichtung ist folgende :
Nachdem die in weichen, verformbarem Zustand als flache Tafel von der Formatwalze kommende Faserzementplatte 6, die vorher auf das richtige Format zurechtgeschnitten wird, auf die luftdurchlässige Unterlage 10 aufgebracht ist, wird durch Betätigung des Hebels 9'an dem zur mittleren Kammer 5 des Saugformkastens 1 führenden Verbindungsstutzen 7 in dieser Kammer ein Vakuum von etwa 30% erzeugt.
Hiebei wird der mittlere Längszonenstreifen der Faserzementplatte 6 mit der luftdurchlässigen Unterlage 10 in den oberhalb der vakuumbeaufschlagten Saugkammer befindlichen Abschnitt der Welldecke 2 hineingezogen und so in der Faserzementplatte 6 die erste Welle gebildet. Anschliessend werden durch gleichzeitiges Öffnen der Absperrorgane 9 der der mittleren Saugkammer benachbarten Kammer 5 letztece mit der Saugleitung verbunden, und es entstehen beiderseits neben der zuerst gebildeten Welle in der
<Desc/Clms Page number 6>
Faserzementplatte 6 zwei weitere Wellen.
Auf gleiche Weise werden nachfolgend die beiden äusseren
Wellen erzeugt, und zuletzt wird die in Fig. 1 hinter der vorn liegenden Kastenlängswand befindliche
Saugkammer 5 eingeschaltet, um den den abfallenden Schenkel 6b der Wellplatte 6 bildenden Randab- schnitt der frischen Faserzementplatte 6 zur innigen Anlage gegen die Oberfläche der gewellten Decke 2 des Saugkastens 1 zu bringen.
Mit dem periodisch aufeinanderfolgendenEinschalten der einzelnen Saugkammern 5 wird die auf der luftdurchlässigen Gewebelage 10 liegende Faserzementplatte 6 von beiden Seiten her stufenweise zur Plat- tenmitte herangezogen. Der hiebei auftretende Reibungswiderstand ist zufolge der Zwischenschaltung der glatten flexiblen Gewebelage 10 gering und kann durch den weiter unten beschriebenen Einbau von Wal- zen in den Saugformkasten noch weiter verringert werden.
Sobald alleSaugkammern 5 in der beschriebenen Weise nacheinander eingeschaltet sind und die Ein- wellung der Faserzementplatte 6 beendet ist, werden alle Absperrorgane 9 gleichzeitig geschlossen. Da- mit in diesem Augenblick die gewichtsbelastete flexible Unterlage 10 nicht zu einer Rückverformung der gewellten Faserzementplatte führen kann, müssen die stangenförmigen Belastungsgewichte 12 in der Höhenlage, die sie in der Endstufe des Arbeitsvorganges erreicht haben, arretiert werden.
Die dazu erforderliche, mechanisch oder elektrisch betätigte Sperreinrichtung kann vorteilhaft so ausgebildet sein, dass sie die stangenförmigen Belastungsgewichte 12 eine Zeitlang festhält und, während die fertig eingewellte Faserzementplatte 6 mittels eines Saugstempels vom Saugformkasten l, 2 abgehoben und auf einen Stapelwagen abgelegt wird, langsam in die Ausgangsstellung zurückgehen lässt. Ein Herniederfallen der Belastungsgewichte muss auf jeden Fall vermieden werden, weil dies zu einer Beschädigung der frisch geformten Faserzementplatte und zu einem vorzeitigen Unbrauchbarwerden der flexiblen Unterlage 10 führen würde.
Im Vorstehenden ist das erfindungsgemässe Einwellverfahren in der einfachsten Durchführungsform beschrieben worden, mit der durchaus befriedigende Ergebnisse zu erzielen sind. Dabei ist angenommen, dass die die einzelnen Saugkammern 5 voneinander trennenden Zwischenwände 4 unmittelbar bis gegen die Unterseite der Wellenberge der gewellten Decke 2 des Saugformkastens 1 heranreichen, wie es in Fig. 2 der Zeichnung dargestellt ist. Die längs den Scheitellinien der Wellenberge sich erstreckenden Zonen der Kastendecke sind ohne Sauglöcher belassen. Hiemit wird bezweckt. den kritischen Scheitelbereich in den Wellenbergen der gewellten Faserzementplatte 6 von der Vakuumeinwirkung auszunehmen, um jede Gefugeänderung an der Oberfläche der Wellenscheitel zu vermeiden, da dies zu Rissen führen kann.
Anderseits ist der Scheitelbereich im Wellenberg zwischen einer bereits geformten und der nachfolgend zu bildenden Welle der Faserzementplatte 6 dadurch gegen seitliches Verschieben und gegen Zugbelastung gesichert auf der gewellten Formkastendecke 2 festgelegt, dass der Scheitelbereich an den Sauglöchern 3 der vorher eingeschalteten Saugkammer 5 festgehalten wird und beim Einschalten der benachbarten Saugkammer 5 die Faserzementplatte 6 mit der luftdurchlässigen dünnen Unterlage 10 zuerst in der Zone gegen die jetzt in Tätigkeit tretenden Sauglöcher 3 zur Anlage kommt, welche zu dem Wellenberg gehört, der in der vorangehenden Arbeitsstufe bereits zur Hälfte fertiggeformt ist. Auf diese Weise ist ein Verzerren des Faserzementmaterials im Bereiche der Wellenscheitel mit Sicherheit ausgeschlossen.
Das Festlegen der beiderseits neben den Scheiteln der Wellenberge liegenden Zonenstreifen der Faserzementplatte 6 ist besonders gut mit der in Fig. 3 dargestellten Ausbildung der Decke des Saugkastens l, 2 zu bewerkstelligen. Hier sind in den Saugkasten Walzen 16 eingebaut, welche die Wellenscheitel der gewellten Kastendecke bilden. Die V-förmig gebogenen, mit Sauglöchern 3 versehenen Blechstreifen 2', welche die Kastendecke vervollständigen, reichen unter Belassung von schmalen Schlitzen 17 bis dicht an die Walzenmäntel heran. Die millimeterfeinen, über die ganze Länge des Saugformkastens 1 durchlaufenden Schlitze 17 bewirken, wenn in den unter ihnen liegenden Kammern 5 ein Vakuum erzeugt wird, ein sehr wirksames Festhaften der Faserzementplatte 6 beiderseits der Scheitelzone.
Die Walzen 16 können hohl gestaltet oder, wie in Fig. 3 dargestellt, massiv ausgeführt und an den Querwänden des Saugkastens 1 drehbar gelagert sein. Im letzteren Falle vollführen sie beim Nachinnenziehen. der Seitenabschnitte der Faserzementplatte 6 auf der flexiblen Unterlage 10 eine Drehbewegung, so dass das stufenweise Nachziehen fast ganz ohne Reibungswiderstand vonstatten geht.
Bei Faserzement-Wellplatten von besonders grosser Breite und/oder einer besonders hohen Anzahl von Wellen können die Walzen 16 synchron angetrieben werden.
Die im Abstand unter den drehbaren Walzen 16 endenden Zwischenwände 4 sind gegen die Walzen 16 durch Gummistreifen 18 abgedichtet, die von beiden Seiten her gegen die Walzenmäntel anliegen und von denen jeweils der eine oder andere unter Saugwirkung der benachbarten Kammer 5 zur dichtschlieBenden Anlage gegen die Walzenmäntel gebracht wird.
<Desc/Clms Page number 7>
Fig. : > zeigt eine weitere Ausgestaltungsmöglichkeit des Saugformkastens, die darin besteht, dass un- terhalb des Wellentalbereiches jeder Welle der Kastendecke 2 durch Anbringung eines oben offenen Hohl- profiles 19 ein rohrförmiger Kanal 20 geschaffen ist. Sobald durch Einwirken eines Vakuums von etwa 30% die Wellenbildung in der Faserzementplatte 6 vollzogen ist, wird der Kanal 20 mit einem starken Va- kuum von etwa 80 in Verbindung gebracht. Hiemit wird erreicht, dass das Faserzementmaterial im Wel- lental zusätzlich verdichtet wird.
Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 4 und 5 sind die Seitenränder der flexiblen Lage 10 an den zylin- drischen Aussenmäntel ! i zweier Walzen 22, 22'befestigt, welche an den beiden Stirnwänden l'des Saug- kastens 1 in gleicher Höhe mit den die Wellenberge der Kastendecke bildenden Walzen 16 drehbar ge- lagert sind. An derjenigen Stirnseite des Saugkastens, die der Saugluftzuführung abgekehrt ist, sind die die Walzen tragenden Wellen 23, 23'durch die Kastenstirnwand l'hindurchgeführt.
Am freiliegenden Ende jeder Welle 23 ist ein Kettenrad 24, 24'befestigt, deren zugehörige Ketten- radritzel 25, 25'auf einer an mittlerer Stelle der Kastenstirnwand l'gelagerten Welle 26 sitzen. Am vorderen Ende der Welle 26 ist ein grösseres Kettenrad 27 festgekeilt. Das Kettenradritzel 27 ist durch eine endlose Kette 28 mit dem Kettenradantriebsritzel 29 verbunden, das auf dem Wellenstumpf 31 eines unter dem Saugkasten 1 angeordneten elektrischen Bremsgetriebemotors 30 befestigt ist.
Das Drehmoment des Elektromotors 30 wird über den Kettentrieb 29, 28, 27 und über Kettenstränge
32, 32', von denen der eine Kettenstrang 32 an einer Stelle des hinteren Kettenradritzels 25 und der an- dere Kettenstrang 32'an einer diametral entgegengesetzt liegenden Stelle des zweiten Kettel1Iadritzels 25'angelenkt ist. auf die Kettenräder 24, 24'übertragen. Dadurch werden die Walzen 22, 22'gegen- läufig nach innen oder gegenläufig nach aussen gedreht. Bei der Drehbewegung nach innen (s. Pfeil x in
Fig. 4) wird die flexible Lage unter Anheben von an den Walzen 22 angreifenden Belastungsgewichten 33, 33'entspannt, während bei der Drehbewegung nach aussen (s. Pfeil y in Fig. 4) die Belastungsgewichte 33, 33'niedergesenkt werden, wobei sie die flexible Lage 10 straff ziehen.
Die Belastungsgewichte 33, 33'sind an den über die zugehörigen Kettenräder 24, 24'hinweggeführ- ten, nach unten hängenden Endabschnitten der Kettenstränge 32, 32'angebracht. Die Grösse der Belastungsgewichte 33, 33'ist auf das Gewicht der einzuwellenden Faserzementplatte so abzustimmen, dass die flexible Lage straff gespannt bleibt, wenn sie mit dem Gewicht der einzuwellenden Faserzementplatte belastet wird, und dass auch die Saugkraft der durch die Löcher in den Deckenflächenstreifen 2a und 2' der einzelnen Saugkammem wirksam werdenden Saugluft allein nicht ausreicht, die flexible Lage 10 mit der auf sie aufgelegten Faserzementplatte gegen die Kastendecke 2 anzusaugen, dass vielmehr die Antriebskraft des Elektromotors 30 hinzukommen muss, um die Belastungsgewichte 33,
33'hochzuziehen und damit ein Nachfolgen des flexiblen Gewebes mit der darauf liegenden frischen Faserzementplatte zu ermöglichen.
Die Belastungsgewichte 33, 33'sind als Kolben ausgebildet, die in vertikal stehenden Zylindern 34, 34'gleiten und durch ihre Kolbenstangen 36, 36'in Stopfbuchsen 37, 37'an der Zylinderdecke geführt sind. An den freien Enden der Kolbenstangen 36, 36'greifen die Kettenstränge 32, 32'an. Die Hohlzylinder 34, 34'sind oben und unten geschlossen und an der Decke und am Boden je mit einem Regulierventil 38, 38'ausgerüstet. Letztere bieten die Möglichkeit, durch Veränderung des Lufteintritts-bzw. Luftaustrittsquerschnittes die Hub- und Senkgeschwindigkeit der Gewichte zusätzlich zu regeln, um die jeweils richtige Einwellgeschwindigkeit zu erzielen.
Durch die als Kolben ausgebildeten Belastungsgewichte 33, 33'wird zugleich eine Dämpfungs- und Pufferwirkung erreicht. Die Zylinder 34 sind durch Streben 35 an der Stirnwand l'des Saugkastens 1 festgelegt.
Der elektrische Bremsgetriebemotor 30 wird durch ein elektrisches Kontaktwerk, welches zugleich das Nacheinandereinschalten und Wiederschliessen der vor den einzelnen Saugkammem angeordneten Ventile bewirkt, so gesteuert, dass er zunächst über einen bestimmten Drehbereich in vorwärtsdrehender Richtung umläuft und dann über den ganzen Drehbereich wieder zurückläuft.
Nachstehend wird an Hand des Schaltschemas der Fig. 6 das Kontaktwerk und seine Arbeitsweise erläutert. Die bei den einzelnen Schaltstellungen des Kontaktwerkes stattfindenden Arbeitsvorgänge sind in Fig. 7 dargestellt.
Das an das Stromnetz angeschlossene Kontaktwerk hat eine mit einer Mehrzahl von Nocken 39as 39bo 39c, 39d, 39e, 39f besetzte Welle 40, die durch einen ebenfalls aus dem Stromnetz gespeisten (nicht gezeichneten) kleinen Synchronmotor angetrieben wird. In der Nullstellung des Kontaktwerkes und des elektischen Bremsgetriebemotors 30 sind die Belastungsgewichte 33, 33'in die äusserste Stellung nach unten gesenkt und halten über die nach aussen gedrehten Spannwalzen 22, 22'die flexible Lage 10 über der Decke 2 des Saugkastens 1 straff gespannt. Bei dem in Fig. 7 veranschaulichten ersten Arbeitsvorgang 0
<Desc/Clms Page number 8>
wird auf die flexible Lage 10 eine ebene frische Faserzementplatte 6 aufgebracht, und sodann wird das Kontaktwerk eingeschaltet.
Durch den Nocken 39a des Kontaktwerkes wird nun der über das Schütz 41a führende Stromkreis geschlossen und dadurch wird der Bremsgetriebemotor 30 im Vorwärtsgang eingeschaltet.
EMI8.1
Schaltstufe I schliesstrenden Stromkreis, die den Saugluftzugang zu den beiderseits des mittleren Wellenberges befindlichen Saugkammern der Saugkastendecke 2 freigeben.
Dadurch werden die beiderseits des Scheitels der mittleren Welle der Kästendecke liegenden Saugkammern mit Saugluft beaufschlagt, so dass die flexible Lage 10 und die auf ihr liegende Faserzementplatte 6 mit langsamer Geschwindigkeit, die von der vom vorwärtslaufenden Elektromotor 30 bestimmten Drehgeschwindigkeit der Spannwalzen 22, 22'abhängt, unter Nachziehen der flexiblen Lage 10 von beiden Seiten her und unter Anheben der Belastungsgewich- te 33, 33'in die Wellentäler der Kastendecke hineingesaugt wird, die mit Vakuum beaufschlagt sind.
Gleichzeitig wird die flexible Lage mit der auf ihr liegenden Faserzementplatte im Bereiche des mittleren Wellenberges der Kastendecke fixiert (s. Arbeitsphase I in Fig. 7), da unter diesem Wellenberg, wie bereits erwähnt, eine zusätzliche Vakuumkammer angeordnet ist, die für sich mit Saugluft beaufschlagt werden oder mit den benachbarten beiden Saugkammern verbunden sein kann.
Bei der weiteren Drehung der Kontaktwerkswelle 40 werden in der dritten Schaltstellung II diejenigen
EMI8.2
hin der Reihe nach folgen.
Die dabei stattfindenden Einwellungen sind aus den in Fig. 7 gezeichneten einzelnen Arbeitsphasen II und III ersichtlich. Der Vorwärtsgang des elektrischen Bremsgetriebemotors 30 ist dabei so auf das Nach- einander- Intätigkeittreten der einzelnen Saugkammern abgestimmt, dass die Spannwalzen 22, 22'von der flexiblen Lage 10 immer gerade so viel freigeben, wie notwendig ist, um die einzelnen Flächenabschnitte der flexiblen Lage 10 und der auf ih] liegenden Faserzementplatte 6 mit gleichmässiger Einwellgeschwindigkeit in diejenigen Wellentäler der Saugkastendecke 2, bei denen jeweils das Vakuum eingeschaltet ist, nachgleiten zu lassen.
Wenn die Kontaktwerkswelle 40 die in Fig. 6 mit IV bezeichnete Drehstellung erreicht hat, ist der mehrstufige Einwellvorgang beendet, und der Kontaktwerksnocken 39 a unterbricht die über alle Elektro- ventile 42, 42a 42b führenden Stromkreise. Demzufolge schliessen sich die zu den einzelnen Saugkammern führenden Elektroventile. Gleichzeitig wird auch der elektrische Bremsgetriebemotor 30 augenblicklich stillgesetzt. Die fertig gewellte Faserzementplatte 6 kann jetzt von der entspannten flexiblen Lage 10 abgenommen werden.
Nach dem Abnehmen der eingewellten Faserzementplatte. 6 läuft die Kontaktwerkswelle 40 noch ein kleines Stück weiter und schliesst in der Schaltstellung V über dem Nocken 39 f einen über das Schlitz 41b führenden Stromkreis, wodurch der Rückwärtsgang des elektrischen Bremsgetriebemotors 30 eingeschaltet wird. Durch die nunmehr nach aussen (in Drehrichtung des Pfeiles y der Fig. 4) gedrehten Spannwalzen 22, 22'wird die flexible Lage 10 über der Decke 2 des Saugkastens 1 wieder straffgezogen. Wenn die Welle 31 des Elektromotors 30 in die Ausgangsstellung zurückgedreht ist, liegt die flexible Lage 10 über der Kastendecke 2 straffgespannt und kann die nächste einzuwellende Faserzementplatte aufnehmen.
Der Elektromotor 30 wird nach Beendigung der Rückdrehung der Welle 31 automatisch abgeschaltet. Erst wenn die nächste Faserzementplatte 6 auf die straffgespannte flexible Lage 10 aufgelegt ist, wird das Kontaktwerk durch einen von Hand zu betätigenden oder automatisch ausgelösten Schalter erneut eingeschaltet, und es wiederholen sich die vorbeschriebenen automatischen Schalt- und Arbeitsvorgänge.
An Stelle des als Ausführungsbeispiel dargestellten und beschriebenen elektrischen Kontaktwerkes kann für die Steuerung des Einwellvorganges auch eine pneumatische oder hydraulische Einrichtung Anwendung finden. Beim Einwellen von Faserzementplatten mit extrem kleinen Profilen empfiehlt es sich, die an den Wellenbergen der Saugkastendecke 2 befindlichen Walzen 16 mechanisch so anzutreiben, dass die Umfangsgeschwindigkeit der Walzen gleich ist der Einziehgeschwindigkeit der flexiblen Lage 10.
Im folgenden werden zwei Einrichtungen für das Vorwellen starkwandiger Faserzementplatten an Hand der Fig. 8-16 beschrieben. Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 9 werden die einzuwellenden starkwandigenFaserzementplatten auf einem endlosen Förderband 43, das inRichtung des in Fig. 9 eingezeichneten Pfeiles x absatzweise angetrieben wird, an die eine Längsseite des Saugkastens 1 herangebracht. Das beispielsweise aus gummi-imprägniertem Gewebe gefertigte Förderband 43 ist an der Aussenfläche mit längsverlaufenden Stegen 44, z. B. Gummiwülsten, versehen. Beim Auflegen der frisch von der Formatwalze kommenden, plastisch verformbaren Faserzementplatte 6 wölbt sich diese im Bereiche der Stege 44
<Desc/Clms Page number 9>
nach oben durch.
In diesem vorgewellten Zustand wird die Faserzement-Wellplatte 6 mit Hilfe eines
Saugstempels 45, der an der Arbeitsfläche den vorgewölbten Streifenabschnitten 6'der Faserzementplat- te 6 entsprechende Mulden 46 aufweist, vom Förderband 43 abgenommen und auf die über die Saugka- stendecke 2 straff gespannte flexible Lage 10 hinübergesetzt.
Die Teilung der längsverlaufenden Stege 44 des Förderbandes 43 ist etwas grösser bemessen als die
Teilung der Wellenscheitel an der gewellten Decke 2 des Saugkastens 1. Demzufolge liegt, nachdem die vorgewellte Faserzementplatte 6 in der in Fig. 8 ersichtlichen Weise auf die die Saugkastendecke über- spannende Lage 10 aufgelegt ist, die mittlere Vorwölbung 6'dem mittleren Wellenscheitel der Saugka- stendecke 2 genau gegenüber. Die der mittleren Vorwölbung benachbarten beiden Vorwölbungen 6'ste- hen hiebei zu den Scheiteln der ihnen zugeordneten Wellenberge der Kastendecke um eine kleine Strecke und die nächstfolgenden Vorwölbungen 6'zu den Scheiteln der ihnen zugeordneten Wellenberge der Kastendecke um eine etwas grössere Strecke nach aussen hin versetzt.
Wenn nun zuerst die unterhalb des mittleren Wellenberges befindliche Saugkammer des Kastens 1 mit Vakuum beaufschlagt wird, wird die flexible Lage 10 und die auf ihr liegende Faserzementplatte 6 unter Nachziehen der flexiblen Lage 10 von beiden Seiten her und unter Anheben der Belastungsgewichte
12 in die beiderseits des mittleren Wellenberges befindlichen Wellentäler der Kastendecke hineingesaugt.
Gleichzeitig wird der vorgewölbte Mittelstreifen 6'der Faserzementplatte 6 gegen den Wellenscheitel angesaugt und im Bereiche des mittleren Wellenberges fixiert, da, wie bereits erwähnt, unter diesem
Wellenberg eine zusätzliche Vakuumkammer angeordnet ist, die für sich mit Saugluft beaufschlagt wird oder mit den beiden benachbarten Saugkammern verbunden sein kann.
Fig. 8a lässt erkennen, dass die dem mittleren vorgewölbten Plattenstreifen 6'benachbarten beiden vorgewölbten Plattenstreifen 6'nach Beendigung des ersten Einwellvorganges in symmetrischer Lage zu den Scheiteln der ihnen zugeordneten Wellenberge der profilierten Kastendecke 2 sich befinden und ihnen, auf der flexiblen Lage 10 hohlliegend, genau gegenüberstehen.
Werden anschliessend die der mittleren Saugkammer benachbarten Saugkammern des Saugkastens 1 mit Saugluft beaufschlagt, dann wird die flexible Lage 10 mit der darauf liegenden Faserzementplatte 6 von beiden Seiten her zur Mitte hin nachgezogen, während an den Wellenscheiteln der jetzt in Wirksamkeit tretenden Abschnitte der Saugkastendecke 2 die vorgewölbten Längsstreifen 6'über die Wellenberge glattgezogen werden. Auf diese Weise wird die Faserzementplatte 6 teilweise auch von der Mitte her um die Wellenbergscheitel herumgezogen, ohne dass das Faserzementmaterial der Platte 6 eine übermässig starke Dehnung erfährt. Nach Beendigung des zweiten Einwellvorganges nimmt die flexible Lage 10 mit der von ihr getragenen Faserzementplatte 6 zur Saugkastendecke 2 die in Fig. Sb gezeichnete Lage ein.
Der gleiche Vorgang wiederholt sich bei Einschaltung der nächstfolgenden Saugkammern (s. Fig. 8c) und etwaiger weiterer Saugkammern, die vorhanden sein müssen, wenn die Faserzementplatte 6 zu mehr als fünf Wellen eingewellt werden soll. Die durch das Vorwellen der Faserzementplatte 6 erzeugten, nach oben aus der Plattenebene heraustretenden, gewölbten schmalen Streifenabschnitte 6'ergeben einen Überschuss in der Plattenbreite, der ausreicht, bei jedem Einwellvorgang die Faserzementplatte 6 nicht nur mit der flexiblen Lage 10 von deren äusseren gewichtsbelasteten Rändern her, sondern ausserdem im Bereiche der Wellenbergscheitel der Kastendecke ein kleines Stück auch von der entgegengesetzten Seite her nachzuziehen.
Hiebei vollführt die Faserzementplatte 6 auf der flexiblen Lage 10 eine kurze Verschiebungsbewegung in zur Einziehrichtung der flexiblen Lage 10 entgegengesetzter Richtung, und die Faserzementplatte 6 wird so spannungs-und dehnungsfrei gegen die Wellenbergscheitel der Kastendecke zum dichten Anschmiegen gebracht.
Bei dem in Fig. 11 und 12 veranschaulichten Verfahren, das als Vorstufe namentlich für das Einwellen von überstarken Faserzementplatten zu einer Vielzahl kleiner und kleinster Wellen in Betracht kommt, erfolgt das Vorwellen der Faserzementplatten mittels eines eigens hiefür eingerichteten Saugstempels.
Mit diesem wird die einzuwellende Faserzementplatte 6 von einem an der Oberfläche glatten Zubringer, welcher beispielsweise ein glattes, endloses Transportband 43a sein kann, auf die über den Saugkasten 1 gespannte flexible Lage 10 übertragen. Die Faserzementplatte 6 wird auf dem Transportband 43a, von dem in Fig. 11 nur ein Teilabschnitt des oberen Trumes gezeichnet ist, unter den Saugstempel 47 gefördert und von dem sich abwärts senkenden Saugstempel in glatt ausgebreitetem Zustand aufgenommen.
Während der Saugstempel 47 vom Förderband 43a abgehoben wird und zu dem seitlich neben dem Förderband stehenden Saugkasten 1 hinüberfährt, findet durch stufenweises Beaufschlagen der im Saugstempel gebildeten einzelnen Saugkammern 48 das Vorwellen der Faserzementplatte 6 statt. Die Faserzementplatte 6 wird dann im vorgewellten Zustand, bei welchem die Teilung der Wellen 6'ebenfalls wieder grösser ist als die Teilung der Wellenbergscheitel an der profilierten Kastendecke 2, vom Saugstempel 26
<Desc/Clms Page number 10>
in der in Fig. 12 dargestellten Weise auf die straff über die Saugkastendecke 2 gespannte flexible Lage 10 abgelegt.
Fig. 12 lässt erkennen, dass die auf dem Saugkasten 1 abgelegte vorgewellte Faserzementplatte 6 mit ihrer mittleren Welle 6'dem mittleren Deckenabschnitt 2a der profilierten Saugkastendecke 2 derart symmetrisch gegenübersteht, dass die Wellenbergscheitel 6'der vorgewellten Faserzementplatte 6 in der gleichen senkrechten Ebene liegen wie der unter der straff gespannten flexiblen Lage 10 befindliche Wel- lenbergscheitel des Deckenabschnittes 2a. Die nachfolgenden Wellen 6'nehmen vor Beginn des Einwellvorganges eine um so weiter gegenüber den ihnen zugeordneten Wellen der Kastendecke 2 nach aussen versetzte Lage ein, je grösser ihr Abstand von der Längsmittelebene der Faserzementplatte 6 ist.
Die Vorwellungen 6'sind, wie ebenfalls aus Fig. 12 ersichtlich ist, flacher als die Wellen der profilierten Kastendecke 2, welche die Formgebung der fertig eingewellten Faserzementplatte 6 bestimmen.
Wenn anschliessend durch zeitlich nacheinander erfolgende Saugluftbeaufschlagung der einzelnen Saugkammern des Kastens 1 die flexible Lage 10 gegen die profilierte Saugkastendecke 2 angesaugt wird, so wird mit der von den beiden äusseren Rändern her nachgezogenen Lage 10 die Faserzementplatte 6 in ähnlicher Weise, wie es für die Verfahrensstufen nach den 7ig. s, 8a, 8b und 8c ausführlich erläutert worden ist, zum dichten Anschmiegen gegen die Saugkastendecke 2 gebracht, indem die Faserzementplatte 6 zum Teil ebenfalls von aussen her nachgezogen, zum andem Teil mit den vorgewellten Streifenabschnitten 6'in die Wellentäler der Saugkastendecke hineingesaugt wird.
Bei diesem Vorgang gestatten die nach oben durchgewölbtenLängsstreifen 6'der Faserzementplatte 6 ebenfalls ein teilweises Nachziehen der Faserzementplatte 6 von der Mitte her. Hiebei ist die für das Nachziehen von der Mitte her geschaffene zusätzliche Breite der Faserzementplatte 6 bei jedem einzelnen nach oben gewölbten Längsstreifen 6'und bei allen Längsstreifen 6'zusammen wesentlich grösser als bei einer Faserzementplatte, welche unter Anwendung der Mittel nach den Fig. 9 und 10 nur in schmalen Längsstreifen vorgewellt ist.
Beim stufenweisen Nachziehen der flexiblen Lage 10 mit der vorgewellten Faserzementplatte 6 kommen die nach oben gewellten Längsstreifen 6'der Reihe nach in eine solche Lage, daf ihre Wellenber- ge 6'den Wellenbergen der Kastendecke 2 im Bereiche der jeweils in Tätigkeit tretenden Saugkammern des Kastens 1 genau oder annähernd symmetrisch gegenüberstehen.
Der Saugstempel 47 nach Fig. 11 ist sinngemäss in ähnlicher Weise ausgebildet wie der Saugkasten 1.
Er besteht aus einem an der Decke, an den Stirnwänden und an den Längswänden geschlossenen Blechkasten, dessen Boden 49 in der zu schaffenden Vorwellung der Faserzementplatte entsprechenden Form wellenförmig gestaltet ist. Der Kasteninnenraum ist durch parallel zu den Kastenlängswänden verlaufende vertikale Zwischenwände 50 in. eine Vielzahl von Einzelkammern 48 unterteilt.
Der Mittelabschnitt des Saugstempelbodens 49 besteht aus einem sich über zwei Wellen erstreckenden gelochten Wellblechstreifen 48a, oberhalb dessen Wellenberg sich eine getrennte Vakuumkammer befindet. Alle andern Wellen des Saugstempelbodens 49 sind aus an. den Kastenstirnwänden ortsfest oder, was noch besser ist, drehbar gelagerten Walzen 51 und zwischen diesen angeordneten, muldenförmig nach oben gebogenen perforierten Blechstreifen 49'gebildet.
Der Kastenboden49 ist von einer luftdurchlässigen, flexiblen, undehnbaren Gewebelage 52 umspannt, deren Seitenabschnitte über Umlenkrollen 53 nach oben geführt sind. Die freien Randkantenabschnitte der flexiblen Lage 52 sind an Leisten 54 festgelegt, die ihrerseits mit Hilfe von Spannorganen, beispielsweise Zugfedern 55, an den vorkragenden Randabschnitten der Kastendecke aufgehängt sind. Die Zugfedern 55 sind mit solcher Vorspannung angebracht, dass sie die flexible Lage 52 straff gespannt halten und auch dann noch nicht nachgeben, wenn die Saugkammern 48 für das Abnehmen der Faserzementplatte 6 vom Zubringer 43a zunächst mit schwachem Vakuum beaufschlagt werden.
Auf der Kastendecke des Saugstempels 47 sind quer zur Längsmittelebene des Kastens zwei Saugzylinder 56,57 angebracht, von denen jeder über einen Stutzen 58 bzw. 59 an einen Vakuumerzeuger, beispielsweise ein Sauggebläse, angeschlossen ist. Das dem Saugzylinder 56 zugeordnete Sauggebläse erzeugt ein schwaches, das dem Saugzylinder 57 zugeordnete Sauggebläse ein kräftiges Vakuum.
Die Saugzylinder 56,57 sind mit elektromagnetisch betätigten Ventilen 60 bzw. 61 ausgerüstet, die in der Offenstellung die Verbindung zwischen den Saugzylindern 56 tzw. 57 und den einzelnen Saugkammern 48 über Stutzen 62 bzw. 63 herstellen, welche durch die Decke des Saugstempelkastens 47 hindurchgeführt sind. ! h jede Saugkammer 48 münden also zwei Saugstutzen 62,63 ein, von denen der eine an den Saugzy- linder 56 und der andere an denSaugzylinder 57 angeschlossen ist. An jedem der Stutzen 62 ist ein zweites elektromagnetisch betätigtes Ventil 64 angebracht, welches dazu dient, die Saugkammern 48 zeitweilig mit der Aussenluft zu verbinden.
Wird der Saugstempel 47 auf die mit dem Zubringer 43a herangebrachte Faserzementplatte 6 niedergesenkt, so sind alle zu den Saugzylindern 56,57 fahrenden Venti-
<Desc/Clms Page number 11>
le 60 und 61 geschlossen, alle Ventile 64 jedoch geöffnet, so dass alle Saugkammern 48 Verbindung mit der Aussenluft haben (s. Ventilstellung I in Fig. 16). Nach Aufsetzen des Saugstempels 47 auf die Faser- zementplatte 6 werden alle Ventile 64 geschlossen und gleichzeitig alle Ventile 60 geöffnet, wobei je- doch die Ventile 61 geschlossen bleiben (s. Ventilstellung II in Fig. 16). Demzufolge werden alle Saug- kammern 48 gleichzeitig mit schwachem Vakuum beaufschlagt, das eben ausreicht, die Faserzement- platte 6 vom Zubringer 43a abzunehmen und unter der flexiblen Lage 52 am Boden 49 des Saugstem- pels 47 festzuhalten.
Während der Saugstempel 47 vom Zubringer 43a zum Einwellsaugkasten 1 hinaberfährt, werden der
Reihe nach alle Saugkammem 48, beginnend mit der mittleren Saugkammer und darauf immer zwei bei- derseits der mittleren Saugkammer befindliche ; Saugkammern folgend, mit kräftigem Vakuum beauf- schlagt, indem die Ventile 61 in bestimmter zeitlicher Aufeinanderfolge der Reihe nach geöffnet und gleichzeitig immer diejenigen Ventile 60, die den Saugkammern 48 zugeordnet sind, bei denen jeweils das starke Vakuum in Tätigkeit tritt, geschlossen werden (s. Ventilstellung III in Fig. 16).
Durch das zeit- lich nacheinander stattfindende Beaufschlagen der einzelnen Saugkammern 48 mit starkem Vakuum er- folgt unter Nachziehen der flexiblen Lage 52 das Vorwellen der Faserzementplatte 6 entgegen der Kraft der Zugfedern 55, die hiebei zunehmend stärker gespannt werden.
Die vorgewellte Faserzementplatte 6 wird dann vom niedergehendenSaugstempel 47 auf die flexible
Lage 10 des Einwellsaugkastens 1 in der bereits beschriebenen Weise dadurch zur Ablage gebracht, dass alle Ventile 61 gleichzeitig geschlossen und alle Ventile 64 gleichzeitig geöffnet werden, wie es in
Fig. 16 bei der Ventilstellung IV gezeigt ist, die der Ausgangsstellung I entspricht. Alle Saugkammern 48 des Saugstempels 47 erhalten jetzt gleichzeitig Verbindung zur Aussenluft, so dass sich in allen Saugkam- mern 48 im gleichen Augenblick der Druck der atmosphärischen Luft einstellt und der Saugstempel 47 die vorgewellte Faserzementplatte 6 freigibt.
Bei dem jetzt vorzunehmenden Abheben des Saugstempels 47 muss unbedingt dafür gesorgt werden, dass die gespannten Zugfedern 55 mindestens so lange in der Spannstellung arretiert werden, bis der wie- der hochgehende Saugstempel 47 mit seiner gewellten Bodenfläche 49 und der um diese herumgespann- ten flexiblen Lage 52 ausser Bereich der Wellenbergscheitel 6'der abgelegten, vorgewellten Faserzement- platte 6 gekommen ist. Sonst würde nämlich die Vorwellung durch die sich vorzeitig entspannenden Zug- federn 55 und die durch letztere glattgezogene flexible Lage 52 wieder zunichte gemacht.
Für das kurzzeitige Sperren der Zugfedern 35 kann die bereits erwähnte elektrische Steuereinrichtung, die für die Betätigung der Ventile 60,61 und 64 ohnehin vorhanden sein muss, zweckentsprechend gleich mit eingerichtet werden. In Fig. 15 ist der Einfachheit halber eine mechanisch wirkende Sperreinrichtung dargestellt, die in erster Linie dazu dienen soll, den beabsichtigten Vorgang klar verständlich zu machen.
Die Leisten 54, an denen die Randkantenabschnitte der flexiblen Lage 52 festgelegt sind, sind mit unrunden Zapfen 65 an hochlaufenden, längsgeschlitzten Schienen 66 des Saugstempelkastens 47 so geführt, dass die Leisten 54 an den Schienen 66 auf-und abgleiten, sich jedoch nicht drehen können. Die abgeschrägten äusseren Seitenkanten 54'der Leisten 54 arbeiten mit je einer oder mehreren Schnappereinrichtungen zusammen. Der von einer Feder 67 in die Arbeitsstellung vorgedruckte Schnapperbolzen 68 jeder Verriegelungseinrichtung ist am Arbeitsende 68'nach entgegengesetzter Seite, wie die zugeordnete Leiste 54, abgeschrägt.
Das Gehäuse 69 des Schnapperbolzens 68 ist an einem Schwenkhebel 70 befestigt, der in Punkt 71 an einem die Verriegelungseinrichtung umkleidenden Gehäuse 72 in vertikaler Ebene drehbar gelagert ist, und an dessen freiem Ende eine Zugfeder 73 angreift. Die Zugfeder 73 ist bestrebt, den zwischen zwei Schienen 74 geführten Schwenkhebel in der in Fig. 15 gezeichneten Ausgangsstellung festzuhalten, in welcher der Schwenkhebel gegen einen an den Führungsschienen angebrachten Querbol- zen 75 anliegt.
Beim Niedersenken des die vorgewellte Faserzementplatte 6 tragenden Saugstempels 47 gegen den Einwellsaugkasten 1 kommt die abgeschrägte Leiste 54, 54'in den Bereich des Schnapperbolzens 68 und drückt diesen entgegen der Kraft der Feder 67 zurück. Der Schwenkhebel 70 ändert hiebei seine Ausgangsstellung nicht, weil die ihm zugeordnete Zugfeder 73 für eine wesentlich grössere Kraft ausgelegt ist als die Schnapperbolzenfeder 67. Wenn die Oberseite der Leiste 54 auf der Höhe der Unterkante des Schnapperbolzens 68 angekommen ist, federt der Schnapperbolzen 68 vor und verriegelt die Leiste 54. In dieser Stellung, die in Fig. 15 gezeichnet ist, ist die vorgewellte Faserzementplatte 6 gegen die flexible Lage 10 des Einwellsaugkastens 1 gerade zur Anlage gekommen.
Wird nun nach Öffnen der Ventile 64 der Saugstempel 47 nach oben bewegt, dann druckt die Leiste 54 von unten her gegen den Schnapperbolzen 68, so dass der das Schnapperbolzengehäuse 69 tragende
<Desc/Clms Page number 12>
Schwenkhebel 70 in Fig. 15 eine kleine Drehbewegung im Uhrzeigersinn vollführt, u. zw. so weit, bis die ebene Unterseite des Schnapperbolzens 68 auf der ebenen Oberseite der Leiste 54 entlang nach aussen gerutscht ist und die abgerundete untere Vorderkante 68a des Schnapperbolzens 68 in den Bereich der eben- falls abgerundeten oberen Vorderkante 54a der Leiste 54 gekommen ist. In diesem Augenblick federt der
Schnapperbolzen 68 zurück und gibt die Leiste frei. Diese wird nun von den sich bis zur Ausgangsvorspan- nung wieder entspannenden Zugfedern 55 schlagartig hochgezogen.
Die beiderseits des Saugstempelkastens angeordneten Leisten 54 ziehen dabei die flexible Lage 52 über den Saugstempelboden 49 wieder glatt, zu einem Zeitpunkt, in welchem der Saugstempel 47 von der auf dem Einwellsaugkasten : abgelegten, vorgewellten Faserzementplatte 6 bereits vollständig abgehoben ist. Der Schwenkhebel 70 mit der Schnappereinrichtung 67 - 69 wird nach dem Vorbeigang der Leiste 54 durch die Zugfeder 73 sofort in seine Bereitschaftsstellung zurückgeführt.
Das erfindungsgemässe Einwellverfahren erlaubt es, zwei oder mehrere unter Einschaltung von dünnen flexiblen Zwischenlagen übereinandergelegte Faserzementplatten in einem Arbeitsgang gleichzeitig ein- zuwellen, wobei es unter Umständen notwendig und vorteilhaft ist, mit starkem Vakuum zu arbeiten.
Die Leistungsfähigkeit der Anlage kann auf diese Weise noch beträchtlich gesteigert werden.
Das der Erfindung zugrunde liegende Verfahren, Material im plastischen Zustand durch Saugwirkung zu Körpern bestimmter Gestalt zu verformen, kann ausser für die Herstellung von Faserzement-Wellplatten mit gleichförmigen Wellen auch ganz besonders für die Herstellung von Faserzement-Wellplatten mit ungleichförmigen oder unregelmässigen Wellen, beispielsweise sogenannte Dekorations-Wellplatten, wie auch für die Fertigung anderer Erzeugnisse, z. B. von Dachrinnen. Wellformstücken, Schalen, Blumenkästen od. dgl. aus Faserzement oder Kunststoff mit Nutzen Anwendung finden.
Selbstverständlich kann das Verfahren auch für das Einwellen oder Formen von Gegenständen aus anderem Material als Faserzementmasse, z. B. aus thermoplastischem Kunststoff benutzt werden, solange der Kunststoff sich im verformbaren Zustand befindet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Wellen vorgefertigter, frischer Faserzementplatten auf einem mit Sauglöchern versehenen Formunterbau unter Benutzung einer über diesen nachgiebig gespannten, flexiblen Auflage, mit welcher die daraufliegende Platte gegen die wellenförmige Oberseite des Unterbaues geschmiegt und verformt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die auf ein luftdurchlässiges, während des ganzen Einwellvorganges unter quer wirkenden starken Zugkräften stehendes Gewebe (10) od. dgl. aufgelegte Faserzementplatte (6) durch vorzugsweise in deren Mitte einsetzende und gegen die Randabschnitte fortschreitende Beaufschlagung mit Saugluft an die mit Sauglöchern (3) versehene, profilierte Decke (2) des starren Saugkastens (1) angesaugt wird.