<Desc/Clms Page number 1>
Indirekt wirkende Druckluftbremse
Die Erfindung bezieht sich auf eine indirekt wirkende Druckluftbremse, in welcher ein Steuerluft- behälter über ein Füllventil mit der Bremsleitung verbunden ist, und betrifft eine weitere Ausbildung der
Erfindung mit den Merkmalen nach dem Patent Nr. 185839.
Bei der Druckluftbremse nach diesem Patent kann es zu Beginn einer Bremsung vorkommen, dass der
Druckunterschied, der für die Betätigung des Füllventils notwendig ist, nicht sogleich erreicht wird. Der
Grund hiefür kann z.. B. im Vorhandensein mehrerer Wagen ohne Bremseinrichtungen in einem Eisenbahn- zug liegen. Solche Wagen können zur Folge haben, dass die Beschleuniger benachbarter Bremseinrich- tungen in der Bremsleitung eine für das Ansprechen des Füllventils zu geringe Drucksenkung bewirken. Die Folge davon ist eine teilweise Entleerung des Steuerluftbehälters über die Empfindlichkeitsöffnung, die zu einer Erschöpfung der Bremse führen kann.
Es ist aber auch möglich, dass vor der vollständigen Beendigung eines Lösevorganges in einem Zeitpunkt, wo zwar die Füllventil der einzelnen Wagen bereits ihre Ruhestellung einnehmen, die Beschleuniger aber noch nicht in die betriebsbereite Stellung übergegangen sind, eine neue Bremsung vorgenommen wird. Der Druckabfall in der Bremsleitung am Ende eines langen Zuges kann in diesem Fall ein so langsamer sein, dass der für die Betätigung des Füllventils notwendige Druckunterschied nicht zustande kommt. Auch in diesem Fall kann eine übermässige Entleerung des Steuerluftbehälters eintreten.
Nach der zustäzlichen Erfindung, mit der die Beseitigung dieses Nachteiles angestrebt wird, sind in dem den Steuerluftbehälter an die Bremsleitung anschliessenden Leitungsstück zwei hintereinander angeord- neteDrosselstellen vorgesehen ; ferner ist das Füllventil mit einem beweglichen, von einer Ruhestellung in eine Arbeitsstellung verschiebbaren Ventilkörper versehen, der das Leitungsstück in der Ruhestellung offen hält, in der Arbeitsstellung dagegen abschliesst ; und schliesslich ist das Leitungsstück zwischen den beiden Drosselstellen mit einem von einem zusätzlichen Ventil überwachten, in den Steuerluftbehälter mundenden Auslass versehen, den das zusätzliche Ventil bei Verschiebung des Ventilkörpers von der einen in die andere Stellung freigibt bzw. abschliesst.
Bei Füllventilen von Steuerluftbehältern indirekt wirkender Druckluftbremsen ist es bereits bekannt, das Füllventil mit einem beweglichen, von einerRuhestellungin eineArbeitsstellung verschiebbaren Ventilkörper zu versehen, der das den Steuerluftbehälter an die Bremsleitung anschliessende Leitungsstück in der Ruhestellung offen hält, in der Arbeitsstellung dagegen abschliesst, und in das Leitungsstück eine Drosselbohrung einzubauen, deren Weite von einer am Ventilkörper angeordneten und in die Drosselbohrung greifenden Nadel bei der Verschiebung des Ventilkörpers von der einen in die andere Stellung ver- ändert wird.
Bei der geringen Weite von als Empfindlichkeitsöffnung wirkenden Drosselbohrungen ist es bei dieser bekannten Ausführung schwierig, in'der die Weite der Bohrung verkleinernden Stellung der Nadel eine Verengung der Drosselbohrung um ein genaues Mass zu erhalten, da sich zwischen der Nadel und der Innenwandung der Bohrung leicht Verunreinigungen ansammeln können, welche die Weite der Bohrung in unkontrollierbarer Weise beeinflussen. Dieser Nachteil kann durch die erfindungsgemässe Verwendung zweier getrennter, in dem Leitungsstück hintereinander, angeordneter Drosselstellen, deren eine durch
<Desc/Clms Page number 2>
das zusätzliche Ventil ausser Wirkung gesetzt werden kann, beseitigt werden.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist nachfolgend an Hand der Zeichnung, die eine indirekt wirkende Druckluftbremse in schematischer Darstellung zeigt, beschrieben. Von der Bremsleitung L zweigt die über die Drosselbohrung 4, das Füllventil F und das Rückschlagventil R führende Verbindung 5 zum Hilfsluftbehälter H ab. Parallel zu dieser Verbindung verläuft eine weitere, ebenfalls von der Bremsleitung L abgezweigte, über eine Drosselbohrung 6, das Abschlussventil A, die Verbindung 28 und das Rückschlagventil R zum Hilfsluftbehälter H führende Verbindung 7. Im weitem ist eine Kammer 8 eines Dreidruckventils D von üblicher Konstruktion an die Bremsleitung L angeschlossen, während eine zweite Kammer 9 dieses Ventils mit demSteuerluftbehälter S und eine dritte Kammer lO nit dem Bremszylinder B in Verbindung steht.
Zwischen den Kammern 8 und 10 befindet sich eine über eine Drosselbohrung 29 mit der Aussenluft in Verbindung stehende Kammer 12, in die ein hohler, mit zwei Membra-
EMI2.1
14 fest verbundener Ventilkörperfesten Zwischenwand, in welcher der verlängerte Ventilkörper 11 verschiebbar und dichtend geführt ist, von der Kammer 12 getrennt. Die Kammer 10 wird nach oben normalerweise durch den festen Ventilsitz 15 und den flachen federbelasteten Ventilteller 16 von der vom Hilfsluftbehälter H kommenden und über die
Füllbohrung 30 verlaufenden Leitung 17 abgeschlossen.
Das Füllventil F weist eine an ihrem Rand im Ventilgehäuse gehaltene Membran 18 auf, an der ein nach oben offenes, nach unten in eine Drosselbohrung 40 ausmündendes Rohrstück 31 und eine Büchse 36 befestigt sind. Das obere Ende des Rohrstückes 31 ragt in eine als Ventilsitz 33 ausgebildete Öffnung in einer festen Trennwand hinein, und mit dem Ventilsitz 33 wirkt ein durch eine Feder 32 belasteter Ventil- teller 35 zusammen. Die über dem Ventil 35, 33 befindliche Kammer 42 ist über eine Drosselbohrung 4 mit der Hauptleitung L verbunden, während die unterhalb dieses Ventils gelegene Kammer 21 über die
Verbindungsleitung 5 und das Rückschlagventil R an den Hilfsluftbehälter H angeschlossen ist.
Der Boden der Büchse 36 ist mit einer Öffnung versehen, in der ein Rohrstück 37 mit Spiel verschiebbar ist, dessen oberes Ende als Ventilteller 38 ausgebildet ist und mit einem im Boden der Büchse 36 angeordneten Ven- tilsitz 39 zusammenarbeitet. DasInnere der Büchse 36 stehtüber das oben offene und unten abgeschlossene Rohrstück 37 und eine Bohrung 26 mit der über die Leitung 19 mit dem Steuerluftbehälter S verbundenen Kammer 20 in Verbindung. Eine sich an der den Ventilsitz 33 bildenden Trennwand abstützende Feder 34 drückt die Membran 18 nach unten. Eine weitere, gegenüber der Feder 34 bedeutend schwächere Feder 41 stützt sich einerseits an der Membran 18 und anderseits am Ventilteller 38 ab.
In der in der Zeichnung dargestellten Ruhestellung des Füllventils F, in der in den Kammern 20 und 21 gleiche Drücke herrschen, wird die Membran 18 von der Feder 34 nach unten gedrückt, bis der Boden der Büchse 36 auf dem gehäusefesten Widerlager 44 aufliegt. DasRohrstück 37 liegt dabei mit seinem un- tem Ende am Boden 43 des Gehäuses des Füllventils an, wobei der Ventilteller 38 von seinem Sitz 39 abgehoben ist. Das Innere der Büchse 36 steht daher über den Zwischenraum zwischen dem Rohrstück 37 und dem Ventilsitz 39 mit der Kammer 20 in ungedrosselter Verbindung.
Da in der dargestellten Ruhestellung des Füllventils F das Rohrstück 31 nicht am Ventilteller 35 anliegt, besteht auch zwischen dem Innern der Büchse 36 und derKammer 21 eine über die Empfindlichkeitsbohrung 40 führende Verbindung. Bei sinkendem Druck in der Kammer 21 bewegt sich die Membran 18 zusammen mit der Büchse 36 und dem Rohrstück 31 aufwärts, bis der Ventilsitz 39 am Ventilteller 38 anliegt. Die bisher vorhandene ungedrosselte Verbindung der Kammer 20 mit dem Inncm der Büchse 36 ist damit ersetzt durch eine über die Drosselbohrung 26 führende Verbindung. Bei der weitem Aufwärtsbewegung der Membran 18 wird das Rohrstück 37 durch die Feder 41 nach unten gedrückt, so dass das Ventil 38,39 geschlossen bleibt.
Schliesslich stösst das Rohrstück 31 mit seinem obern Ende gegen den Ventilteller 35, womit die Verbindung der Kammern 20 und 21 unterbrochen wird. Die weitere Aufwärtsbewegung der Membran 18 erfolgt nun unter Anhebung des Ventiltellers 35 entgegen der Wirkung der schwachen Feder 32, wodurch die Kammern 21 und 42 miteinander in Verbindung treten.
Das Abschlussventil A ist mit zwei Membranen 35,23 von verschiedener wirksamer Fläche versehen, die zwischen sich eine mit der Aussenluft verbundene Kammer einschliessen. Die grössere Membran 23 steht über die Verbindung 24 unter dem Einfluss des Bremszylinderdruckes, während auf die kleinere Membran 35 der Druck in der Kammer 25 wirkt. Der mit den beiden Membranen 22,23 fest verbundene Ventilteller 27 dient zur Bedienung der die Kammer 25 mit der Bremsleitung L verbindenden Leitung 7.
Die Wirkungsweise des Füllventils F im Zusammenhang mit dem Dreidrucksteuerventil D und dem Abschlussventil A ist, was das Füllen der leeren Behälter, die Bremsvorgänge und den Beginn des Lösens
<Desc/Clms Page number 3>
anbelangt, dieselbe, wie sie im Stammpatent beschrieben ist. Erreicht der Druck im Hilfsluftbehälter H den Grenzwert für das vollständige Lösen von etwa 4, 8 kg/cm2, so genügt die Kraft der Feder 34 zur Überwindung des ihr entgegenwirkenden Druckunterschiedes in den Kammern 20 und 21 und bewegt die Membran 18 abwärts, bis das untere Ende des Rohrstückes 37 auf dem Gehäuseboden 43 aufsteht.
Durch die dabei stattfindende Abhebung des obern Endes des Rohrstückes 31 vom Ventilteller 35 wird die Ver- bindung des Steuerluftbehälters S mit der Kammer 21 und damit mit dem Hilfsluftbehälter H hergestellt.
Diese Verbindung führt jedoch über die gegenüber der Empfindlichkeitsbohrung 40 bedeutend engere Drosselbohrung 26, so dass sich der Steuerluftbehälter S nur sehr langsam nach dem Hilfsluftbehälter H entleeren kann. Sobald nun der Druck im Bremszylinder auf den Wert von etwa 0, 5 kg/cm gefallen ist, öffnet sich das Ventil 27, und die beiden Behälter H und S werden von der Bremsleitung L her über die Leitung 7, die Füllbohrung 6, das offene Ventil 27 und die Verbindungen 5 und 28 weiter aufgefüllt.
Sinkt dabei der Druckunterschied in den Kammern 20 und 21 auf einen Wert von etwa 1/10 kg/cm, so wird die Membran 18 durch die Kraft der Feder 34 entgegen der Kraft der Feder 41 in die in der Zeichnung dargestellte Ausgangslage zurückgeführt, in der die Drosselbohrung 26 wieder wirkungslos ist.
Durch die beschriebene Einschaltung der Drosselbohrung 26 wird in den Fällen, wo kurz vor dem vollen Lösen der Bremse bei bereits geöffnetem Ventil 27 in der Bremsleitung L eine geringe, den Dreidruckregler D nicht zum Ansprechen bringende Drucksenkung vorgenommen wird, eine rasche Entleerung des Steuerluftbehälters S über die Füllbohrung 6 und die Empfindlichkeitsbohrung 40 nach der Bremsleitung vermieden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Indirekt wirkende Druckluftbremse, in welcher ein Steuerluftbehälter über ein Füllventil mit der Bremsleitung verbunden ist, nach Patent Nr. 185839, dadurch gekennzeichnet, dass in dem den Steuerluftbehälter (S) an die Bremsleitung (L) anschliessenden Leitungsstück zwei hintereinander angeordnete Drosselstellen (26, 40) vorgesehen sind, dass das Füllventil mit einem beweglichen, von einer Ruhestellung in eine Arbeitsstellung verschiebbaren Ventilkörper (31, 36) versehen ist, der das Leitungsstück in der Ruhestellung offen hält, in der Arbeitsstellung dagegen abschliesst, dass ferner das Leitungsstück zwischen den beiden Drosselstellen (26, 40) mit einem von einem zusätzlichen Ventil (38, 39) überwachten, in den Steu.
erluftbehälter (S) mündenden Auslass versehen ist, den das zusätzliche Ventil (38, 39) bei Verschiebung des Ventilkörpers (31, 36) von der einen in die andere Stellung freigibt bzw. abschliesst.