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Tragvorrichtung für Bohrlochrohre
Die Erfindung betrifft Bohrlocheinrichtungen, insbesondere Rohrhober und Tragkränze für Verrohrungen.
Bohrlocheinrichtungen der gewöhnlich als Rohrheber und/oder Tragkränze bezeichneten Art, die sich besonders zum Heben und Tragen von langen, schweren Verrohrungen eignen, sind gewöhnlich mit
Klemmbacken zum Angriff an das Rohr versehen. Diese Klemmbacken sind gewöhnlich so lang, dass ein
Eindrücken oder eine andere Verformung des Rohres vermieden wird. Mit zunehmender Tiefe der Bohrlöcher und entsprechender Zunahme der Länge der Rohrstränge hat auch die Grösse und das Gewicht der Klemmbacken zugenommen. Derartige Klemmbacken werden gewöhnlich so gelagert, dass sie zum Angriff an dem Rohr und von ihm weg bewegbar sind, so dass bei zunehmendem Gewicht der Klemmbacken die Manipulation derselben schwierig wird.
Eine leichte Betätigung der Klemmbacken ist aber sehr erwünscht, weil beim Ein- oder Ausfahren eines Rohrstranges die Klemmbacken an jeder Rohrlänge angreifen und von ihr abgerückt werden müssen, wenn die Verbindungen zwischen den Langen hergestellt bzw. gelöst werden. Ausserdem ist es als Sicherheitsmassnahme notwendig, dass die Betätigungseinrichtung für die Klemmbacken gegen eine unbeabsichtigte Betätigung gesichert ist, die ein Abziehen der Klemmbacken eines Rohrhebers gestatten würde, wenn das Rohr gerade gehoben wird oder wenn während der Herstellung oder Lösung einer Verbindung eine Rohrlänge hängt oder wenn der Bohrrohrstrang nicht von dem Heber getragen wird. Aus diesem Grunde sind bereits verschiedene automatische Einstellvorrichtungen und Fixiervorrichtungen für die Klemmbacken geschaffen worden.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun eine Tragvorrichtung für Bohrlochrohre. die einen Mantel mit einer zentralen Öffnung und einen in dieser vertikal bewegbaren Klemmbackenkranz mit radial bewegbaren Backen aufweist, wobei am Mantel und am Klemmbackenkranz nockenartige Vorsprünge zur zwangsläufigen Näherung der Backen bei der Abwärtsbewegung des Klemmbackenkranzes vorgesehen sind, welche dadurch gekennzeichnet ist, dass ein am Mantel schwenkbar gelagerter, an den Klemmbacken über einen jochartigen Teil angreifender Hebel zum Heben der Klemmbacken vorgesehen ist, der einen Stift trägt, der mit einer am Mantel vorgesehenen, vorzugsweise nockenartig ausgebildeten Sperrklinke zum Festhalten des Klemmbackenkranzes in der gehobenen Stellung zusammenwirkt.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist entweder als Tragkranz zum Tragen eines aufgehängten Rohrstranges, insbesondere einer Verrohrung, oder als Rohrheber zum Angriff an dem Rohr oberhalb eines Tragkranzes geeignet. Da die Einrichtung wahlweise entweder als Tragkranz oder als Rohrheber verwendbar ist, können zwei dieser Einrichtungen an einem Bohrloch verwendet werden. Dies ermöglicht eine beträchtliche Vereinheitlichung der Teile und Einrichtungen zum Heben und Senken und zum Tragen von Bohrlochrohren, insbesondere von Verrohrungen u. dgl.
Die erfindungsgemässe Tragvorrichtung kann von einem Mitglied der Bohrmannschaft am Drehtisch oder von einem Turmsteiger oben im Turm leicht von Hand verriegelt oder entriegelt werden, je nachdem, ob die Vorrichtung als Tragkranz oder als Rohrheber verwendet wird.
Eine leichte Betätigung der Klemmbacken ist besonders erwünscht und vorteilhaft, wenn die Vorrichtung als Rohrheber verwendet wird, weil dieser von dem auf einer Plattform hoch oben im Turm sitzenden Turmsteiger derart manipuliert und betätigt werden muss, dass der Rohrheber an die Rohre angesetzt wird, damit diese nach Verschrauben mit dem Rohrstrang in das Bohrloch abgesenkt werden können.
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Bei der erfindungsgemässen Vorrichtung ist vorzugsweise eine mit dem zur Bewegung der Klemmbak- ken vorgesehenen Hebel verbundene Druckfeder vorgesehen, welche diesen Hebel in die Richtung drückt, in welcher die Klemmbacken angehoben werden.
Nach einer Ausführungsform der Erfindung ist die Sperrklinke auf dem Mantel schwenkbar gelagert, wobei die Sperrklinke Sperrteile aufweist, die bei einer Schwenkbewegung der Sperrklinke zum Festhalten des Klemmbackenkranzes in die Stellung, in welcher dieser mit dem Rohr ausser Eingriff kommt, am Stift angreifen bzw. in eine Einbuchtung des Stiftes eingreifen.
Nach einer weiteren Ausführungsform ist weiterhin ein Betätigungshebelfür die Sperrklinke vorgesehen, wobei entweder der Hebel oder die Sperrklinke einen zwischen zwei im Abstand voneinander angeordneten Vorsprüngen des jeweils andern Teiles eingreifenden Ansatz aufweist. Vorzugsweise ist dabei eine beim Herabdrücken des Betätigungshebels die Sperrklinke gegen den Stift ziehende Feder vorgesehen ; zweckmässig ist die Sperrklinke und der Betätigungshebel auf einem gemeinsamen Zapfen drehbar gelagert.
Bei der erfindungsgemässen Tragvorrichtung kann die Sperrvorrichtung für denKlmmbackenkranz ein Führungsgehäuse für den Stift mit einem Schlitz aufweisen, in den die an diesem Gehäuse gelagerte Sperrklinke einschwenkbar ist. Dabei ist vorzugsweise zwischen dem Betätigungshebel und dem Filhrungsge- häuse eine die Sperrklinke über einenabwärtsgerichtetenArm des Betätigungshebels in eine Verriegelungsbzw. eine Entriegelungsstellung drückende Feder vorgesehen.
Tragkränze der bei der Manipulation von Bohrlochrohren, insbesondere von Verrohrungen, gewöhn- lich verwendeten Art sind mit einer relativ grossflächigen Grundplatte zur Auflage auf dem Drehtisch zwecks Überbrückung der Öffnung desselben versehen. Eine derartige Grundplatte gestattet eine Bewegung des Tragkranzes auf dem Drehtisch bei einer seitlichen Verschiebung des Rohres, wenn dieses durch den Tragkranz hindurch gehoben oder gesenkt wird. Zum Unterschied von den Tragkränzen sind diu zum Manipulieren des Gestänges bzw. der Verrohrung bestimmten Rohrheber gewöhnlich nicht mit einer solchen Grundplatte versehen, sondern mit Ösen oder Haken zum Angriff an den Enden von Hebegliedern, mit denen der Rohrheber an dem üblichen Hebezeug aufgehängt wird.
Ein weiterer Zweck der Erfindung besteht daher in der Schaffung einer Rohrklemmvorrichtung, die ein Gehäuse mit Ösen zum Angriff von Hebegliedern bei Verwendung der Vorrichtung als Rohrheber aufweist sowie Mittel zur Auflage an einer Grundplatte, welche die Verwendung der Vorrichtung als Tragkranz erleichtert und verbessert.
Bei einer erfindungsgemässen Tragvorrichtung kann einerseits eine mit dem griffseitigen Arm des Hebels gelenkig verbundene Stange vorgesehen sein, die an ihrem freien Ende einen Federteller trägt, an welchem eine die Stange umgebende Druckfeder angreift, die sich mit ihrem andern Ende am Deckel eines am Mantel schwenkbar gelagerten Federgehäuses abstützt.
Ein weiterer Zweck der Erfindung besteht in der Schaffung einer dem vorstehend angegebenen Zweck entsprechenden Konstruktion, bei der die Sperrklinke einen nockenartigen Ansatz hat, mittels dessen der Stift an das Führungsgehäuse andrückbar ist, so dass, wenn die Verrohrung bei angesetzten Heberbacken in ein Bohrloch gesenkt wird, die Keile nicht unabsichtlich freigegeben werden können, wenn die Verrohrung kurzzeitig in dem Bohrloch anstösst. Andernfalls könnte die Vorrichtung bei Verwendung als Rohrheber leicht, wenn die Verrohrung im Bohrloch anstösst, infolge der Masse des Körpers die Abwärtsbewegung fortsetzen und dabei die Klemmbacken lösen.
Allgemein bezweckt daher die Erfindung die Schaffung einer kombinierten Vorrichtung zur lösbaren Halterung der Klemmbackenanordnung sowohl in der Klemmstellung am Rohr als auch in der gehobenen, vom Rohr gelösten Stellung.
Die Erfindung ist am besten an Hand des in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels verständlich. Darin zeigen Fig. l eine erfindungsgemässe Vorrichtung in der Draufsicht und Fig. 2 die Vorrichtung nach Fig. l in einer Vorderansicht, wobei strichliert eine obere Abdeckung und eine Grundplatte angedeutet sind, so dass die Vorrichtung besonders als Tragkranz geeignet ist. Fig. 3 zeigt in grösserom Massstab teilweise in Draufsicht einen Teil der Vorrichtung, wobei zur besseren Darstellung der Vorrichtung zum Heben der Klemmbacken Teile weggebrochen sind. Fig. 4 zeigt einen Vertikalschnitt nach der Li- nie 4-4 der Fig. 3. Fig. 5 zeigt in einer Rückansicht einen Teil der Vorrichtung mit der Deckplatte für die Backenbetätigungs- und -verriegelungsvorrichtUng.
Fig. 6 zeigt in einem Teilschnitt nach der Linie 6-6 der Fig. 3 die Klemmbacken in der Rohrklemmstellung. Fig. 7 ist eine ähnliche Darstellung wie Fig. 5, wobei jedoch die Deckplatte abgenommen ist, so dass die Vorrichtung zur Betätigung und Verriegelung der Klemmbacken sichtbar ist. Fig. 8 zeigt vergrössert ein Detail teils in Ansicht und teils im Schnitt, wobei die Backenverriegelungsvorrichtung mit der Klinke zum automatischen Angriff an dem Stift beim
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Heben der Klemmbacken gezeigt ist. Fig. 9 zeigt einen Schnitt nach der Linie 9-9 der Fig. 8. Fig. 10 zeigt ein der Fig. 8 entsprechendes Detail, wobei jedoch die Klinke verriegelnd an dem Stift angreift, um die
Klemmbacken in der gehobenen, gelösten Stellung zu halten. Fig. 11 zeigt einen Schnitt nach der Linie
11-11 der Fig. 10.
Fig. 12 zeigt auseinandergezogen und schaubildlich die Teile der Backenverriegelungs- vorrichtung. Fig. 13 zeigt in der Draufsicht eine Grundplatte für die Verwendung der Vorrichtung als Trag- kranz. Fig. 14 zeigt in der Draufsicht eine obere Abdeckung für die Verwendung der Vorrichtung als Trag- kranz. Fig. 15 zeigt einen Schnitt nach der Linie 15-15 der Fig. 14.
Gemäss den Fig. l und 2 besitzt die Vorrichtung ein allgemein kreisförmiges Gehäuse 1 mit einem allgemein U-förmigen Mantel 2, der mit einer Vorderklappe 3 versehen ist. Diese ist mit Hilfe eines
Scharnierstiftes 4 gelagert, der sich durch komplementär ineinandergreifende Scharnierösen 5 und 6 an der Klappe und dem benachbarten Teil des Mantels 2 erstreckt. Die Klappe 3 kann mit einem Stift 7 geschlossen gehalten werden, der sich durch ineinandergreifende Ösen 8 und 9 an der Klappe und dem benachbarten Teil des Mantels 2 erstreckt. Der Stift 7 ist zum leichteren Ziehen vorzugsweise mit einem bügelartigen Griff 10 versehen.
Der Mantel 2 hat eine zentrale axiale Öffnung 11, die sich von oben nach unten verjüngt. Die die Öffnung 11 begrenzende Innenfläche des Mantels 2 ist an mehreren axial im Abstand voneinander ange- ordneten Stellen ausgenommen, so dass Umfangsnuten oder-rillen 12 gebildet werden, welche die Schräg- wandungen der Öffnung unterbrechen. Auf diese Weise werden mehrere in Umfangsrichtung verlaufende und im Winkel angeordnete Nockenflächen 13 gebildet, die an den dazu komplementären Nockonflächon
14 einer zusammengefassten Klemmbackenanordnung 15 angreifen können.
Die zusammengefasste Klemmbackenanordnung 15 besitzt eine Mittelbacke 16, an der zwei Backen
17 z. B. mit Schwenkzapfen 18 um eine senkrechte Achse schwenkbar angelenkt sind, so dass die Backen 17 Flügel der Mittelbacke 16 bilden. Die Backen 16 und 17 sind etwa rechteckig und in der Querrichtung gewölbt, so dass sie einen Ringkörper bilden, wenn die Flügelbacken um die Zapfen 18 in die in den Fig. 1 und 3 gezeigte Stellung verschwenkt werden. Jede der Seitenbacken 17 ist mit einer Zunge 19 versehen, die von ihrer freien Seite vorsteht, so dass diese Zungen 19 einander überlappen, wenn die Seitenbacken aneinanderliegen. Dadurch wird die Steifigkeit der zusammengefassten Backenanordnung erhöht.
In den Bogenflächen der Backen 16 und 17 sind vorzugsweise austauschbar mehrere Klemmstücke 20 angeordnet, die horizontal angeordnete Zähne 21 zum wirksamen Angriff an einem Rohr haben. Die Klemmstücke 20 sind vorzugsweise in Ausnehmungen der Bogenflächen der Backen 16 und 17 angeordnet und werden von einer Platte 22 festgehalten, die z. B. mit einer Schraube 23 an der Oberseite jeder Bakke befestigt ist.
Wie am besten in den Fig. 4 und 6 ersichtlich ist, ist jede der Backen 16 und 17 mit einer Reihe von vertikal im Abstand voneinander angeordneten Nockenringen 24 versehen, die komplementär in die Ringnuten 12 des Mantels 2 eingreifen können. Die vorstehend erwähnten Flächen 14 bilden die Steuerkante am Aussenumfang der Vorsprunge 24 und können an den Schrägflächen 13 des Mantels 2 so angreifen, dass bei einer Abwärtsbewegung der zusammengefassten Backenanordnung 15 die aneinander angreifenden Flächen 13 und 14 die Seitenbacken 17 um die Schwenkzapfen 18 zur Klemmanlage an einem Rohr bewegen, das die Anordnung durchsetzt.
Wenn die zusammengefasste Backenanordnung 15 dagegen abgehoben wird, treten die Vorsprünge 24 in die ringförmigen Vertiefungen 12 des Mantels 2 ein, so dass sich die Backenanordnung auch bei einer nur geringen Aufwärtsbewegung derselben relativ weit öffnen kann.
Um die Seitenbacken 17 beim Anheben der Backenanordnung um die Schwenkzapfen 18 zu verschwenken, sind diese vorzugsweise von einer Torsionsfeder 25 umgeben, die zwischen zwei Lappen 26 an jedem der Seitenbacken 17 eingesetzt ist (s. Fig. 4). Diese Torsionsfeder 25 drückt die Seitenbacken 17 von der Mittelbacke 16 weg, so dass sich die Backenanordnung öffnet, wenn sie angehoben wird.
Es ist eine Vorrichtung vorgesehen, mit der die Backen, wie vorstehend beschrieben, gehoben werden können. Diese Vorrichtung weist vorzugsweise einen gekröpften Hebel in Form eines jochartigen Teiles 27 auf, der zwei Schenkel 28 besitzt, die auf je einem von dem Mantel getragenen Schwenkzapfen 29 gelagert sind, Schlitze 30 in dem Mantel 2 durchsetzen und mit der zusammengefassten Backenanordnung 15 gelenkig verbunden sind. Ander Rückseite hat der Mantel 2 eine Ausnehmung 31, die den joch- artigen Teil 27 aufnimmt. und seine Verschwenkung um die Schwenkzapfen 29 gestattet. Die freien Enden der Jochschenkel 28 sind in komplementären Schlitzen 32 in seitlich vorstehenden Tragösen 33 der Mittelbacke 16 angeordnet.
Diese Ösen 33 sowie ein Längsschlitz 35 in den entsprechenden freien Enden der Jochschenkel 28 werden von einem Bolzen 34 oder einer andern Schwenkachse durchsetzt, so dass zwischen den Jochschenkel 28 und der Mittelbacke 16 eine Totgangverbindung vorhanden ist. An seiner Rückseite ist der jochartige Teil 27 mit einer Pfanne 36 zur Aufnahme einer Stange oder eines Hebels 37 zur Betä-
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tigung des jochartigen Teiles versehen, so dass der jochartige Teil 27 zum Anhoben der Backen leicht im Gegensinn des Uhrzeigers (gemäss Fig. 4) um die Schwenkzapfen 29 verdreht werden kann.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung kannso ausgebildet sein, dass sie zur Manipulation von relativ lan- gen Rohisträngen verwendet werden kann, so dass die Backen eine beträchtliche Länge und daher auch ein beträchtliches Gewicht haben. Dabei ermöglicht die Jochanordnung und der dafür vorgesehene Betätigungsgriff das Heben der Backen ohne grosse körperliche Anstrengung seitens der die Backenanordnung bedienenden Person. Diese Konstruktion kann vorteilhaft in einer erfindungsgemässen Vorrichtung verwendet werden, die eine solche Grösse hat, dass sie bei einem Sicherheitsfaktor der Grössenordnung von 4, 1 mit bis zu 500 t belastbar ist. In einer derartigen Konstruktion kann die Backenanordnung etwa 270 kg wiegen, so dass ihre leichte Betätigung sehr wichtig ist.
Um die Betätigung des jochartigen Teiles 27 zu erleichtern und die zum Anheben der Backenanord- nung 15 erforderliche manuelle Anstrengung herabzusetzen, können Gewichtsausgleichsfederungen vorgesehen werden, welche das Gewicht der Backen zum Teil ausgleichen. Zu diesem Zweck ist der Mantel 2 unter den Jocharmen 28 auf der Hebelseite der Schwenkzapfen 29 mit zwei Ausnehmungen 38 versehen. In jeder der Ausnehmungen 38 ist auf einem Schwenkzapfen 39 eine Gewichtsausgleichsfederung 40 montiert. Gemäss Fig. 4 besitzt die Federung 40 ein Federgehäuse 41 mit einem an seinem oberen Ende z. B. durch Schweissen befestigten Deckel 42. An dem darüberliegenden Jocharm 28 ist bei 44 eine Stange 43 angelenkt, die sich durch eine Öffnung des Deckels 42 in das Federgehäuse 41 erstreckt.
Auf der Stange 43 ist verstellbar ein Federteller 45 montiert, der zwei diametral angeordnete Vorsprünge 46 hat, die sich radial durch Längsschlitze 47 in den einander entgegengesetzten Seitenwänden des Federgehäuses 41 erstrecken. In dem Federgehäuse 41 ist zwischen dem Deckel 42 und dem Federteller 45 eine Druckfeder 48 eingesetzt, welche trachtet, den jochartigen Teil 27 im Uhrzeigersinn um die Schwenkzapfen 29 zu drehen. Da der Federteller 45 verstellbar auf der Stange 43 montiert ist, kann der wirksame Druck der Feder und damit auch ihre Gewichtsausgleichswirkung auf die Backen verändert werden. Die Druckfedern sind jedoch vorzugsweise so gesteuert, dass bei Freigabe des jochartigen Teiles 27 die Backenanordnung sich zwangsläufig und rasch unter ihrem Eigengewicht in ihre Klemmstellung bewegt.
Nach einem wichtigen Merkmal der Erfindung ist eine Vorrichtung zum Festhalten der Backen in ihrer gehobenen Stellung vorgesehen. Diese Vorrichtung ist besonders in den Fig. 7 - 12 gezeigt und mit 49 bezeichnet. Diese Vorrichtung weist ein Führungsgehäuse 50 auf, das in geeigneter Weise. z. B. mit Schrauben 51 od. dgl., an dem Mantel 2 in einer an dessen Rückseite vorgesehenen Ausne. hmung befe- stigt ist. Das Führungsgehäuse 50 hat eine senkrechte Bohrung 52, in der ein Stift 53 hin- und herbeweg- bar ist, der ein gegabeltes freies Ende 54 besitzt, das an einem von der Unterseite des jochartigen Teiles 27 abwärtsgerichteten Lappen 55 angelenkt werden kann.
Dieser Lappen 55 hat einen Längsschlitz 56, der eine Verschwenkung des jochartigen Teiles 27 gestattet, wodurch der Stift 53 hin-und herbewcgt, aber keiner seitlichen Beanspruchung ausgesetzt wird. Der Stift 53 ist im Querschnitt allgemein krcisför- mig, jedoch auf der einen Seite mit einer Längsabflachung 5, 7 versehen, so dass der Stift in der Bohrung 52 frei verschiebbar ist.
Das Führungsgehäuse 50 ist mit zwei seitlich vorstehenden, im Abstand voneinander stehenden TragLappen 58 versehen, zwischen denen eine Klinke 59 und ein Klinkenbetätigungshebel 60 schwenkbar gelagert sind. Diese Hebel 59 und 60 sind auf einem gemeinsamen Schwenkzapfen 61 gelagert, der sich zwischen den Lappen 58 erstreckt und beispielsweise mit zwei Federringen 62 festgehalten wird. Die Sperrklinke 59 ist am besten im Detail in Fig. 12 ersichtlich. Sie hat einen vorstehenden Sperrteil 63, der Ln eine Einbuchtung 64 in der vorgenannten Abflachung 57 des Stiftes 53 einrasten kann. Von der einen Seite der Sperrklinke 59 springt im Winkelabstand von dem Sperrteil 63 ein Vorsprung 65 und im Abstand von diesem ein Vorsprung 66 vor, zwischen denen ein Zwischenraum 67 vorhanden ist.
Der Betätigungshebel 60 ist mit einem im Querschnitt relativ dünnen Teil 60a versehen, der parallel neben der Sperrklin- {e 59 angeordnet und schwenkbar auf dem Zapfen 61 gelagert ist. An der Innenseite des Betätigunglebels 60 ist ein Ansatz 68 vorgesehen, der in den Zwischenraum 67 zwischen den Vorsprüngen 65 und 66 ier Sperrklinke 59 angeordnet ist, so dass bei einer Relativverschwenkung zwischen der Sperrklinke 59 und : lem Betätigungshebel 60 der Ansatz 68 automatisch entweder an dem Vorsprung 65 oder dem Vorsprung 36. angreift.
Eine Feder 69 steht bei 70 mit dem Betätigungshebel 60 und bei 71 mit der Sperrklinke 59 jerart in Wirkungsverbindung, dass sich die Sperrklinke 59 normalerweise im Uhrzeigersinn (gemäss den Fig. 7, 8 und 10) zu verdrehen trachtet, so dass der Sperrteil 63 in den Schlitz oder die Einbuchtung 64 des Stiftes 53 bewegt wird.
Der Betätigungshebel 60 hat einen abwärtsgerichteten Arm 72, an dem eine Feder 73 schwenkbar be- vestigt ist. Diese Feder 73 besitzt zwei teleskopartig angeordnete Glieder 74 und 75. Das Glied 74 ist mit
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einem gegabelten Ende 73 versehen, das z. B. mit einem Schwenkzapfen 77, der beispielsweise mit zwei Federringen 78 festgehalten wird, schwenkbar mit dem Arm 72 verbunden ist. Der Teleskopteil 75 hat ein gegabeltes Ende 79, das mit einem Schwenkzapfen 81, der beispielsweise mit zwei Federringen 82 fest-
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den ist.
Wenn die Achsen der Zapfen 61,77 und 81 miteinander fluchten, d. h. wenn sich diese Zapfen im Totpunkt befinden, hält die Feder 69 den Sperrteil 63 gegen die Abflachung 57 des Stiftes 53 gedrückt, während sich der Ansatz 68 dann zwischen den Vorsprunges 65 und 66 der Sperrklinke 59 befindet. Bei einer Bewegung des Betätigungshebels 60 im Uhrzeigersinn wird die Feder 73 um die Schwenkzapfen 77 und 81 in eine Stellung bewegt, in der die Richtung des von der Feder 73 auf den Betätigungshebel 60 aus- geübten Schuhes auf der einen Seite an dem Zapfen 61 vorbeigeht. Nach einer Bewegung des Betätigungshebels 60 im Uhrzeigersinn aus der Totpunktlage drückt somit die Feder 73 den Ansatz 68 des Betätigungshebels 60 gegen den Vorsprung 66 der Sperrklinke 59 (Fig. 8 und 10).
Wenn die Backenanordnung 15 von dem jochartigen Teil 27 angehoben und der Stift 53 in der Bohrung 52 abwärtsbewegt wird, rastet daher der Sperrteil 63 automatisch in die Einbuchtung 64 ein und verriegelt den Stift gegen eine Aufwärtsbewegung gegenüber dem Führungsgehäuse 50.
Bei Verwendung der Vorrichtung als Tragkranz wird die Klinkenanordnung daher gewöhnlich in die Stellung nach Fig. 8 gebracht werden, so dass die angehobenen Backen automatisch verriegelt werden. Bei einer Verschwenkung des Betätigungshebels 60 im Gegensinn des Uhrzeigers wird die Feder 73 um die Schwenkzapfen 77 und 81 auf die andere Seite der vorstehend beschriebenen Totpunktlage verlagert und trachtet daher, den Betätigungshebel 60 im Gegensinn des Uhrzeigers aus der in Fig. 7 gezeigten Stellung weg zu bewegen, wobei der Ansatz 68 an dem Vorsprung 65 der Sperrklinke 59 angreift. Die Feder kann so ausgebildet sein, dass sie auf den Betätigungshebel 60 eine genügend starke Kraft ausübt, um den Stift 53 automatisch zu entriegeln. Gegebenenfalls kann zu dieser Entriegelung aber auch eine weitere Handbetätigung des Betätigungshebels 60 notwendig sein.
Eine solche Handbetätigung des Hebels 60 wird durch die Schaffung eines vorstehenden Armes 83 (Fig. 5,7 und 12) ermöglicht.
Während der Verwendung der erfindungsgemässen Vorrichtung als Rohrheber wird die Klinkenanordnung vorzugsweise in die in Fig. 1 gezeigte Stellung gebracht, wenn ein Rohrstrang von der Backenanordnung erfasst ist und in ein Bohrloch gesenkt wird. Die Sperrklinke 59 hat gegenüber der Abflachung 57 des
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befindet, in der die Feder 73 den Betätigungshebel 60 im Gegensinn des Uhrzeigers zu bewegen trachtet, wird der nockenartige Ansatz 57'in Berührung mit der Abflachung 57 des Stiftes 53 gehalten.
Wenn daher beim Absenken eines Rohrstranges ein Hindernis irgendwelcher Art die Abwärtsbewegung des Rohrstranges vorübergehend oder kurzzeitig verhindert, trachtet der nockenartige Ansatz-57'den Stift 53 gegen die Wandung der Öffnung 52 des Führungsgehäuses zu klemmen, so dass eine Abwärtsbewegung des Stiftes 53 und eine Lösung der Backen der Backenanordnung 15 verhindert wird.
Zur leichteren Betätigung des Stiftes 53 in der Bohrung 52 ist das Führungsgehäuse 50 vorzugsweise mit einem Fettnippel 84 zum Einspritzen von Fett in die Bohrung 52 versehen.
Vorzugsweise ist auf der Rückseite des Mantels 2 beispielsweise mit einer entsprechenden Anzahl von Befestigungsschrauben 86 eine Verschlussplatte 85 befestigt, welche die Rückseite des Gehäuses abschliesst. Die Platte 85 ist mit einem vertikalen Längsschlitz 87 versehen, der von dem Hebel 37 durchsetzt wird. ferner mit einem Bogenschlitz 88, den der Griff 83 des Betätigungshebels 60 durchsetzt. sowie mit einer kreisförmigen Öffnung 89 zur Einführung einer Fettspritze in den soeben beschriebenen Nippel 84.
Zur Erleichterung des Aufsetzens einer Vorrichtung auf ein Rohr ist an der Unterseite des Mantels 2 ein bogenförmig nach unten vorspringender Führungsflansch 90 vorgesehen, der eine abgeschrägte FUh- : ungsfläche 91 zur Zentrierung der Vorrichtung auf einem Rohr, auf dem diese aufgesetzt werden soll. besitzt. Ausserdem ist auf dem Flansch 90 in einer Innenausnehmung 92 des Mantels 2 eine bogenförmige Führungsplatte 93 vorgesehen, die eine abgeschrägte Flache 94 und eine etwa kreisförmige Fläche 95 zur Zentrierung auf dem Rohr hat.
Nach einem andern wichtigen Merkmal der Erfindung kann die vorstehend beschriebene Vorrichtung als Rohrheber oder als Tragkranz verwendet werden. Zur Verwendung als Rohrheber ist sie mit zwei einander entgegengesetzten, seitlich vorstehenden Haken 97 versehen, die Schliessarme 98 haben, die bei 99 schwenkbar gelagert sind und z. B. mit einem Stift 100 festgehalten werden. Diese Haken können die unteren Enden von nicht gezeigten Hebegliedern aufnehmen. Zur Verwendung der Vorrichtung als Tragkranz ist eine allgemein kreisförmige Tragplatte 101 vorgesehen (s. Fig. 2 und 13), die mit einem radialen Schlitz 102 versehen ist, der so breit ist, dass er den Führungsflansch 90 an der Unterseite des Man-
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tels 2 frei passend aufnimmt.
Die Platte 101 hat eine Stärke, die etwa der senkrechten Abmessung des Flansches 90 entspricht und vorzugsweise etwas grösser ist, so dass die Vorrichtung auf der Oberseite eines Drehtisches in allen Richtungen beweglich gelagert werden und sich mit dem Rohr aus der Axialrichtung der Haupthuisenöffnung des Tisches bewegen kann, wenn das Rohr beim Absenken in das Bohrloch seitlich aufschlägt.
Die obere Abdeckung 103 (Fig. 2,14 und 15) besteht aus einem etwa hufeisenförmigen Element, das z. B. mit einer Anzahl von Befestigungsschrauben 104 od. dgl. an der Oberseite des Mantels 2 befestigt ist und dessen Öffnung mit der vorstehend beschriebenen Vorderklappe 3 der Vorrichtung fluchtet. Die Abdeckung 103 liegt über der Backenanordnung 15, wenn diese angehoben ist, so dass ein in den Tragkranz hineingesenktes Rohr nicht unbeabsichtigt die Backen berühren und beschädigen kann. Zur Führung des Rohres während dieser Absenkbewegung sind an der Oberseite der Abdeckung 103 vorzugsweise zwei bogenförmige Führungsplatten 105 befestigt, die mit ihren gegenüberliegenden Enden einander berühren, so dass sie einen Ringkörper bilden, der die Öffnung zwischen den Enden der Abdeckung 103 überbrückt.
Die Führungsplatten 105 werden daher vorzugsweise so kräftig ausgebildet, dass sie den Stössen gewachsen sind, die sie bei der Berührung mit einem Rohr, das gerade abgesenkt wird, erfahren, weil für diesen Überbruckungsteil des Ringkörpers keine Unterlage vorhanden ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Tragvorrichtung für Bohrlochrohre, die einen Mantel mit einer zentralen Öffnung und einen in dieser vertikal bewegbaren Klemmbackenkranz mit radial bewegbaren Backen aufweist, wobei am Mantel und am Klemmbackenkranz nockenartige Vorsprunge zur zwangsläufigen Näherung der Backen bei der Abwärtsbewegung des Klommbackenkranzes vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass ein am Mantel (2) schwenkbar gelagerter, an den Klemmbacken über einen jochartigen Teil (27) angreifender Hebel (37) zum Heben der Klemmbacken vorgesehen ist, der einen Stift (53) trägt, der mit einer am Mantel (2) vorgesehenen, vorzugsweise nockenartig ausgebildeten Sperrklinke (59) zum Festhalten des Klemmbackenkranzes in der gehobenen Stellung zusammenwirkt.