AT221867B - Insektenlockmittel - Google Patents

Insektenlockmittel

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AT221867B
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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



    Insektenlockmj t'tel    
Bekanntlich weisen die meisten der gegenwärtig zur Vertilgung von Insekten eingesetzten Methoden unter Anwendung von Insektiziden schwerwiegende Nachteile auf. Die Insektizide müssen entweder auf die zu schützenden Pflanzenteile oder Haustiere verspritzt oder vernebelt werden oder durch die Pflanze selber aufgenommen werden (sogenannte systemische Insektizide). Diese Massnahmen bedürfen einer kostspieligen Apparatur und öfteren Behandlungen, damit das Insektizid die neuen sich entwickelnden Pflanzenteile zu schützen vermag. In manchen Fällen halten sich die Schädlinge nur kurzfristig auf den Pflanzen, Kulturen oder Haustieren auf, wo sie ihre Schäden verursachen, so dass sie weder durch   Frais- notch   durch Kontaktinsektizide vernichtet werden können. 



   Gewisse Insektizide, wie   z. B.   Arsen-, Nicotin- und Diäthylnitrophenylthiophosphat-Präparate sind nicht nur für Insekten, sondern auch für Menschen und Tiere sehr toxisch, sie dürfen daher nicht zur Behandlung von Früchten, Gemüsen oder Futterpflanzen kurz vor deren Verbrauch angewendet werden und sind daher nur bedingt von Nutzen. Sowohl diese, wie auch gewisse für Menschen und Warmblüter ver-   hältnismässig harmlosen   Insektizide, wie   z. B. DichIordiphenyltrichloräthanundy-Hexachlorcyclohexan,   haben den Nachteil, dass sie einerseits die Früchte und Gemüse, welche für den Frischkonsum bestimmt 
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 Wirkungsbreite   eine Störung   des biologischen Gleichgewichtes der Natur verursachen.

   Die üblichen Insektizide vernichten in der Tat nicht nur die Schädlinge, sondern auch zahlreiche nützliche Insekten, wie   Honigbienen   und natürliche Feinde   del   Schädlinge, z. B. die Coccinella. 



   Ausserdem befallen zahlreiche Schädlinge sogenannte extensive Kulturen oder Produktionsgebiete, wie Wälder, Olivenplantagen usw., wo einerseits die Wirtschaftlichkeit einer Bespritzung sehr fraglich ist und anderseits die üblichen Bekämpfungsmethoden gar nicht in Frage kommen. Es sei nur auf die Bekämpfung der Maikäfer vor ihrer Eiablage in gemässigten Zonen und auf die Bekämpfung der Heuschreckenplage in ariden Gebieten hingewiesen. 



   Man hat versucht, die vorstehend angeführten Nachteile dadurch zu beheben, dass man systemische Insektizide zur Anwendung brachte, die viel spezifischer wirken als normale   Frais- odeur   Kontaktinsektizide, die aber nur beschränkte Anwendungsmöglichkeiten aufweisen. Man hat auch versucht, gewisse abstossende Substanzen, sogenannte Repellents, zu verwenden, womit man zum Teil gute Erfolge erzielen konnte. Diese Substanzen besitzen jedoch nur eine sehr kurzdauernde Wirkung und erfüllen den Zweck der eigentlichen Schädlingsbekämpfung, d. h. die Vernichtung der Schädlinge überhaupt nicht. Schliesslich hat man auch versucht, gewisse Lockstoffe, wie Zuckerlösungen, Ammoniumsulfat usw., oder Lockeinrichtungen, wie Lichtquellen, Ultraschallgeräte usw., zu verwenden.

   Diese wirken aber, wie die üblichen Insektizide, nicht artspezifisch und besitzen ausserdem nur eine sehr geringe Anziehungskraft, so dass der Nutzen ihrer Anwendung fraglich ist. 



   Alle vorstehend angeführten Nachteile können   vollständig   vermieden werden, wenn man nicht die zu schützenden Pflanzen, Kulturen oder Nutztiere an Ort und Stelle, wo die Schäden auftreten, mittels eines durch Insektizide jeglicher Art gebildeten Schutzbelages oder-saftes zu schützen versucht, sondern wenn man danach trachtet, die Schädlinge an bestimmte Stellen anzulocken und dort mit chemischen oder physikalischen Vertilgungsmitteln vernichtet. 

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   Ziel'der Erfindung ist es, eine gezielte, artspezifische   Schädlingsanlockung   zustandezubringen, da- mit diese Schädlinge ohne Schaden für die zu schützenden Menschen, Pflanzen, Kulturen oder Nutztiere vernichtet werden können. Die Erfindung besteht nun darin, geradkettige aliphatische Aldehyde oder Alkohole in freier oder veresterter Form mit 10-18 Kohlenstoffatomen und zwei Doppelbindungen im Molekül in Kombination mit chemischen oder physikalischen Vertilungsmitteln, vorzugsweise mit Insektiziden, zur gezielten   und lokalisierten Insektenvertilgung   zu   verwenden. Unter physikalischen Vertilgungsmitteln   sollen   z. B.   mechanische, elektrische und thermische Vernichtungsmittel verstanden werden. 



   Eine Anwendung einer relativ grossen Gruppe von Verbindungen ist dann zweckmässig, wenn eine möglichst breite Insektenvertilgung beabsichtigt ist. Es ist natürlich auch möglich, nur einen einzigen oder einige wenige Vertreter der genannten Verbindungsklasse zu verwenden, um damit eine gezielte Vernichtung bestimmter Insektenarten zu erreichen. Es hat sich gezeigt, dass die erfindungsgemäss vorgeschlagene Lockstoffe vor allem eine Lockwirkung auf die männlichen Tiere ausüben. 



   Aus dem Buch C.   Becher"Schädlingsbekämpfungsmittel" [1953], S. 93,   letzter Absatz ist bekannt, dass bestimmte Aldehyde Insekten anlocken bzw. als Köder dienen. Der einzige namentlich angeführte Vertreter ist Isovaleraldehyd, also eine relativ niedermolekulare aliphatische Verbindung mit starkem Geruch. Im Gegensatz dazu sind die erfindungsgemäss vorgeschlagenen Verbindungen praktisch geruchlos. 



  Es konnte jedoch nicht angenommen werden, dass man durch Erhöhung der Kohlenstoffanzahl und der damit zusammenhängenden bekannten Abnahme der Flüchtigkeit und des Geruches zu Verbindungen gelangt, welche auf Insekten eine Lockwirkung ausüben. Dass geruchlosen Substanzen gegenüber stark riechenden und häufig durch Verunreinigungen auch unangenehm riechende Substanzen bei ihrer Verwendung als Insektenlockmittel der Vorzug zu geben ist, liegt auf der Hand. Daraus ergibt sich auch der technische Fortschritt, der durch die Erfindung erzielt werden konnte. 



   Die erfindungsgemäss zu verwendeten Lockstoffe können auch als solche ohne Zusatz eines Vertilgungsmittels verwendet werden. Die Insektenlockstoffe an sich können z. B. dazu dienen, um Blütenbestäubungsvorgänge, die durch Insekten bewirkt werden, willkürlich zu lenken. Sie können auch zur Flugkontrolle, im pflanzenschutzlichen Warndienst und zu populationsdynamischen Untersuchungen herangezogen werden. 



   Als besonders wertvolle ungesättigte aliphatische Alkohole oder Aldehyde erweisen sich solche mit endständiger funktioneller Gruppe und/oder solche, bei welchen die Doppelbindungen konjugiert sind. In gewissen Fällen ist es zweckmässig, die schwerer flüchtigen Verbindungen mit 14 - 18, insbesondere mit 16 Kohlenstoffatomen zu verwenden, wie das   Hexadecadien- (10, 12) -01- (1).   Ausserdem ist es vorteilhaft, wenn auf jeder Seite der beiden Doppelbindungen mindestens 3 Kohlenstoffatome vorhanden sind. 



   Die Herstellung der vorstehend genannten Insektenlockstoffe kann z. B. durch Reduktion der entsprechenden Diencarbonsäuren zu den Alkoholen bzw. Aldehyden erfolgen. Bezüglich der Herstellung von Verbindungen mit zwei konjugierten Doppelbindungen besteht ein vorteilhaftes Verfahren darin, dass man 
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 Produkt an der Dreifachbindung partiell hydriert und die gegebenenfalls vorhandene Acetalgruppe hydrolysiert. 



   Für die Anwendung des Lockstoffes in Kombination mit einem Insektizid ist das Mischungsverhältnis nicht kritisch, wobei man jedoch die Tatsache berücksichtigen muss, dass die Lockstoffe teilweise bereits in sehr grosser Verdünnung wirksam sind. Es hat sich gezeigt, dass je nach der Wirksamkeit der Komponenten Insektizid und Lockstoff im Verhältnis von etwa 5   : 1   bis zu   10000 : 1   angewendet werden können. 



  Man kann die Mischung aus Lockstoff und Insektizid in der für letztere üblichen Weise unter Beimischung von inerten Mitteln, wie z. B. Kieselgur, Talkum, Kaolin, Bentonit,   Holzmehle u. dgl. zur Anwendung   bringen.   Z. B.   kann man eine Mischung von 0, 75 g   Hexadecadien- (10, 12} -ol- (1),   2 g y-Hexachlorcyclohexan und 100 g Kieselgur auf eine Fläche von 10 m2 gleichmässig an einer der sonnenbestrahlung nicht direkt ausgesetzten Stelle verteilen ; wobei festgestellt wurde, dass dieses Gemisch besonders auf Spinnerarten anspricht.

   Es ist aber auch möglich, das vorstehend beschriebene Gemisch, wobei an Stelle von 100 g Kieselgur 500 g verwendet werden, auf eine Fläche von 300   m   in der Weise zu verteilen, dass das Gemisch in unmittelbare Nähe der zu schützenden Kulturen, jedoch nicht auf diese selbst, appliziert 
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Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE : 1. Insektenlockmittel, dadurch gekennzeichnet, dass es, insbesondere zur Anlockung von männlichen Tieren, geradkettige aliphatische Aldehyde oder Alkohole in freier oder veresterter Form mit 10 bis 18 Kohlenstoffatomen und zwei Doppelbindungen im Molekül enthält.
    2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die funktionelle Gruppe endständig ist.
    3. Mittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Doppelbindungen konjugiert sind.
    4. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Koblenstoffanzahl im Molemi 14-18 beträgt.
    5. Mittel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dassdieKohlenstoffanzahlim Molekü116 beträgt.
    6. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis fi, dadurch gekennzeichnet, dass auf jeder Seite der beiden Doppelbindungen mindestens 3 Kohlenstoffatome vorhanden sind.
    7. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 0, dadurch gekennzeichnet, dass es zur lokalisierten und gezielten Insektenbekämpfung chemische oder physikalische Vertilgungsmittel, z. B. Insektizide, enthält.
AT76060A 1959-02-16 1960-02-02 Insektenlockmittel AT221867B (de)

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