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Wand- oder Dachverglasung
Die Erfindung betrifft eine Wand-oderDachverglasung mit einer Anzahl von in einer Ebene angeord- netenRahmen mit je einer oder mehreren fest eingesetzten Scheiben aus Glas od. dgl. Wand- oder Dach- verglasungen dieser Art können beispielsweise bei Glasdächern, Glasfassaden oder Glasscheidewänden
Verwendung finden.
Glasdächer werden bisher meist in der Weise hergestellt, dass verhältnismässig grosse, häufig mit einer
Drahtgewebebewährung versehene Glasscheiben auf Sprossen aufgelegt und mit Hilfe federnder Bügel oder ähnlichen Beschlägen an diesen festgehalten werden, wobei zwischen den Sprossen und den Glas- scheiben ein gewisser Spielraum vorhanden ist, der beispielsweise ein Sprengen der Glasscheiben bei un- terschiedlichen Wärmedehnungen von Sprossen und Glas verhindert. Um zu viele Dichtflächen und auch die Anordnung zu vieler Sprossen zu vermeiden, werden bei derartigen Glasdächern grosse Scheiben von z. B. 50 bis 75 mal 125 bis 150 cm Grösse verwendet. Daraus ergibt sich auch eine beträchtliche, aus Fe- stigkeitsgrunden notwendige Stärke der Glasscheiben von z.
B. 6 bis 7 mm, so dass sich ein hohes Glas- gewicht für die Flächeneinheit ergibt und die Montage erschwert wird. Wegen des hohen Gewichtes und der starken Glasscheiben sind derartige Glasdächer auch verhältnismässig teuer. Wandverglasungen werden bisher-wenn sie nicht aus Glassteinen gemauert werden-vielfach in ähnlicher Weise hergestellt. Ferner sind bereits Wandverglasungen bekannt, bei denen die Öffnungen eines beispielsweise aus Metallprofilen hergestellten Gitters durch Glasscheiben abgedeckt werden, wobei die Profilstäbe des Gitters zumindest jeweils an zwei gegenüberliegenden Selten Halterungsnuten für die Glasscheiben aufweisen können. Auch eine derartige Konstruktion ist wegen des erforderlichen eigenenGitterrahmens verhältnismässig teuer.
Für die Verglasung von Schiffskommandobrücken sind bereits Konstruktionen bekannt, bei denen der Glasschirm aus mehreren eingerahmten Scheiben besteht, die in Führungen auf-und niederschiebbar sind und so mehr oder weniger zur Wirkung gebracht werden können. Schliesslich sind auch bereits zum zeitweiligen Gebrauch, insbesondere für den Schutz von Pflanzen, bestimmte dachartige Glasabdeckungen bekannt, die aus einer Vielzahl gleichartiger, rahmenartiger Halterungen bestehen, in die Gläser eingesetzt sind. Die Halterungen bestehen aus U-förmigen Profilstäben, die an zwei gegenüberliegenden Längsseiten auf die Scheibe aufgeschoben werden können. Dabei wird zwischen dem Steg des U-Profils und der jeweiligen Scheibe einDehnungsspalt freigelassen.
Die Aufstellung eines derartigen Glasdaches erfolgt in der Weise, dass zunächst Tragsäulen aufgestellt, dann an diesen jeweils in ihrem Stossbereich die Halterungsprofile befestigt und mit ihrer Längsseite aneinanderstossende Profile miteinander verbunden werden, wonach erst die einzelnen Glasscheiben lose in die Profile eingeschoben werden. Bei dieser Konstruktion ist praktisch keine Abdichtung zwischen den einzelnen Scheiben sowie zwischen den Scheiben und den Halterungen vorhanden. Diese bekannte Ausführung soll ja auch nicht als dauernde Verglasung eines Gebäudes, sondern nur zum zeitweiligen Schutz von Pflanzen u. dgl. dienen.
Die Erfindung betrifft nun eine Wand- oder Dachverglasung der eingangs genannten Art und besteht im wesentlichen darin, dass die Rahmen durch federnde Beschläge in ihrer Ebene gegeneinander beweglich zusammengespannt sind. Dadurch wird erreicht, dass auch dann, wenn grössere Glasflächen aus eingerahmten Scheiben zusammengesetzt werden, sich die allenfalls auftretenden Spannungen über die Beschläge ausgleichen, so dass die Glasscheiben und Rahmen sowie die zweckmässig zwischen diesen vorge- seheren Abdichtunger von diesen Spannungen entlastet werden.
Während bei den bekannten Konstruktionen an der Auflagestelle sowohl für die Dichtung als auch für die Beweglichkeit der Scheiben Vorsorge
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getroffen werden musste, kann erfindungsgemäss dieDichtung zwischen jeweiliger Glasscheibe und Rahmen erfolgen, während die Beweglichkeit durch die federnden Beschläge gewährleistet ist. Es wird durch die erfindungsgemässe Ausführung beispielsweise möglich, ein Glasdach in der Weise aufzubauen, dass nur eine passende Anzahl Pfetten oder Sparren, z. B. ein Sparren für jede senkrechte Reihe von Glasscheiben, vorge- sehen wird, wobei aber die Sprossen entfallen können, da sie durch die dort liegenden Rahmenteile praktisch ersetzt werden.
Die Verwendung federnder Beschläge erleichtert überdies wesentlich die Montage, da dieBeschläge praktisch nur auf nebeneinanderliegende Rahmen aufgesteckt werden müssen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung bestehen die federnden Beschläge aus rinnenförmigen Schienen, die dichtend über die Fugen zwischen den Rahmen greifen und allein durch ihre Federung auf wulst- ähnlichenoder rinnenförmigenPartiender Rahmenfestsitzen. Bei dieser Ausführung dienen die Beschläge-die nur aufgesteckt werden müssen - zugleich auch zur Abdichtung der Stossfugen zwischen den einzelnen Rahmen. Es ist noch vorteilhaft, wenn zwischen den Rahmen vorzugsweise elastische Abstandhalter angeordnet sind, die die Fugen zwischen den Rahmen gegen die Federwirkung der Beschläge offen halten.
Da die Fugen offen bleiben, wird auf jeden Fall die Beweglichkeit der Rahmen gegeneinander gewährleistet,
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folge der elastischen Ausbildung wirken die Abstandhalter der Federkraft der Beschläge entgegen und tra- gen so zu einer noch besseren Anpressung der Beschläge bei. Ferner wird durch die elastischen Abstand- halter eine Kompensierung eventueller Ungenauigkeiten in den Aussenmassen oder der Scheibengrösse der einzelnen Rahmen ermöglicht.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise veranschaulicht. Es zeigen Fig. 1 einen
Teil einer erfindungsgemässen Dachverglasung von der Aussenseite gesehen, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II der Fig. l, Fig. 3 ein aus einer oder mehreren Scheiben und einem Rahmen bestehendes
Scheibenelement im Schaubild, Fig. 4 einen kleinen Ausschnitt aus Fig. 1 in grösserem Massstab und die
Fig. 5 und 6 Schnitte nach den Linien V-V bzw. VI- VI der Fig. 4.
Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Dachpartle besteht aus vier Scheiben l, die lösbar gegeneinander und mit einer beispielsweise aus einer Anzahl Sparren oder Pfetten 2 bestehenden Abstützung verspannt sind. Nach Fig. 3 besteht jede Scheibe aus einem rechteckigen Glasstück 3, das in einem, beispielsweise aus Aluminium gefertigten Rahmen 4 sitzt. In den Fig. 1 - 3 wurde für jedes aus Rahmen und Glas beste- hendes Scheibenelement nur eine einzige Glasscheibe eingezeichnet.
Nach den Fig. 4 - 6 weist jedes Scheibenelement zwei Scheiben 5 auf, die in einem gemeinsamen
Rahmen 6 aus Aluminium, stranggepressten Formstoffprofilen oder auch aus einem andern Material sitzen.
Gemäss Fig. 6 sind die beiden benachbarten Seiten zweier Rahmen 6 beidseitig mit wulstartigen Partien 7 versehen, welche Partien also einerseits gegen die freie Seite der Glasfläche und anderseits gegen die Ab- stützung 8 weisen. Über die beiden Wulste 7 der benachbarten Rahmen 6 ist auf der freiliegenden Seite der Glasfläche ein federnder Beschlag angebracht, der aus einer rinnenförmigen Schiene 9 besteht und die
Rahmen lösbar zusammenhält. An der Abstützungsseite ist eine ähnliche rinnenförmige Schiene 10 vorge- sehen, die ebenfalls federt, die beiden Rahmen zusammenhält und mit Schrauben 11 an der Abstützung 8 befestigt ist.
Zwischenraum zwischen den beidenRahmen 6 ist schematisch ein Abstandhalter 12 ange- deutet, der elastisch oder verstellbar sein kann und der die Fugen zwischen den Rahmen 6 gegen die Fe- derwirkung der Schienen 9, 10 offen hält. Gemäss Fig. 5 weisen auch die waagrechten Rahmenschenkel an ihrer Hinterseite Wulste 7 auf, wobei die Rahmen 6 mit Hilfe federnder Bügel oder rinnenförmige Schie- nen 10 zusammengehalten sind, welche Schienen wieder mit Halteschrauben 11'befestigt sind. An der freienseite der Glasfläche weist der obere Rahmenschenkel des unteren Rahmens einen ähnlichen Wulst 7 auf, wogegen die untere Rahmenseite des oberen Rahmens mit einer rinnenförmigenPartie 13 versehen ist, die eine Tropfnase für Wasser bildet.
Für die Zusammenspannung ist eine Schiene 9'vorgesehen, die mit ihrer Oberkante in die Rinne 13 eingreift, während sie mit ihrem unteren Rand den Wulst 7 um- greift.
Bei der Montage werden zunächst die Schienen 10 an der Abstützung befestigt. Dann können die ein- zelnen Scheibenelemente entweder einzeln oder bereits zu grösseren Feldern zusammengesetzt unmittelbar an den bereits befestigten Beschlagschienen montiert und dann noch zusätzlich durch Anbringung der
Schienen 9 und 9'fixiert werden.
Aus den Fig. 5 und 6 ergibt sich, dass die Mittelteile der Rahmenstücke 6 miteinander ein Kanal- system bilden. Die Kanäle sind über Löcher 14 (Fig. 5) mit dem zwischen den Scheiben 5 liegenden Raum und ausserdem mit der Aussenluft, z. B. durch Löcher 15 in der Schiene 9', verbunden. Dadurch wird ein
Beschlagen der zueinander weisenden Seiten der beiden vom Rahmen umfassten Scheiben verhindert.
Allenfalls können noch im Kanalsystem Filter zum Reinigen und Trocknen der den Glaszwischenräumen zugeführten Luft vorgesehen sein.
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Es ist klar, dass bei einer erfindungsgemässen Wand- und Dachverglasung nicht nur Glasscheiben, sondern auch ähnliche Elemente, wie z. B. Scheiben aus durchsichtigem oder undurchsichtigem Kunststoff, Verwendung finden können.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Wand- oder Dachverglasung mit einer Anzahl von in einer Ebene angeordneten Rahmen mit je einer oder mehreren fest eingesetzten Scheiben aus Glas od. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass die Rahmen (4, 6) durch federnde Beschläge (9,10) in ihrer Ebene gegeneinander beweglich zusammengespannt sind.